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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Hallo allerseits,

in der Zwischenzeit sind wir ja in der Schweiz angekommen, trotzdem schulden wir euch noch einen letzten Blogeintrag…  Na, das ist er! Ein Jahr ist vorüber und somit unsere Reise auch. Mit unserer Reise gehen halt auch die Blogeinträge zu Ende. Geniesst den letzten noch und wir freuen uns schon jetzt, wenn wir mal von euch eine Blogadresse kriegen und wir dürfen alles entspannt lesen und mitfiebern… 🙂

Wir fuhren mit dem Bus von Krabi über die Grenze nach Malaysia. Wir hatten nur knapp 2 Wochen Zeit für dieses wundervolle Land. Damit kein Stress aufkam beschlossen wir nur 3 Stationen zu besuchen. Die erste war Georgetown. Wir kamen da am Abend an und liessen uns von einem Taxi ins Zentrum  zu unserem Guesthouse fahren. Georgetown ist bekannt für die vielen indischen Auswanderer die sich hier niederliessen und diese Stadt sehr stark beinflussen. Auch unserem Taxifahrer seine Vorfahren waren Inder. Wir mussten schmunzeln über diesen Secondo. Seine ganze Art war durch und durch indisch. Die ganzen Erinnerungen über dieses wundervolle Land kamen hoch und lösten in uns ein heimisches Gefühl aus… Angekommen an unserem Ziel, erkannten wir schnell, dass es sehr viele Absteigen oder überteuerte Hotels gab. Daher suchten wir zu Fuss weiter und machten Bekanntschaft mit einer Schweizerin- eine Bünderin. Sie war im selben Guesthouse welches wir aufsuchten. Somit liefen wir zusammen dorthin und siehe da, es hatte noch 1 Zimmer für uns frei.

Georgetown ist eine multilulturelle Stadt auf der Penang Insel. Sie wurde stark beeinflusst duch die Inder und Chinesen. Durch diese kunterbunte Mischung in dieser Stadt, ist sie sehr attraktiv und ein lohnenswertes Ziel auf unserer Route.

Am ersten Tag packten wir unseren Rucksack, den Reiseführer und genug Wasser. Wir kundschafteten  die Stadt aus. Da wir uns in einem muslimischen Land befanden, besuchten wir als erstes eine Moschee. Es war sehr spannend, denn ein Aufseher und Gläubiger nahm sich viel Zeit uns Details über seinen Glauben zu erzählen.

Unsere kulturelle Auskundschaftung ging weiter. Wir suchten ein Stück Indien. Deshalb besuchten wir einen Hindutempel, wo gerade eine Puja durchgeführt wurde. Schön wars, mal wieder die indischen Rituale zu sehen. Davon hatten wir noch nicht genug und liefen gleich  ins Zentrum von ‚Little India‘.

Einfach herrlich, es war wieder ein Feuerwerk und ein Heimatgefühl.:-) Laut ertönte Hindimusik, die verschiedenen Düfte der Gewürze hingen in der Luft, die Frauen trugen farbenfrohe Saris und an den Strassenecken wurde Chai getrunken… Ja, Indien lebt auch in Malaysia! Wir fühlten uns sofort wohl, sprachen mit Indern, kauften indische Musik, assen Thali’s und kauften Gewürze…

Erneut spürten wir  das wunderbar intensive Gefühl, welches wir in Indien noch viel stärker fühlen durften.

Gesättig von den vielen neuen Eindrücken gingen wir zurück in unser Guesthouse. Die Menschen von Malaysia empfanden wir bis dahin als sehr sehr freundlich und liebenswert.

Für den nächsten Tag hatten wir eigentlich schon etliche Pläne… Aber als wir beim Frühstück sassen, sprach uns Andi an. Andi und seine Freundin Simone kommen aus Österreich. Wir 4 verstanden uns gleich super. Bis nach dem Mittag blieben wir am Frühstückstisch sitzen und diskutierten über Gott und die Welt.  Schön wars, richtig tolle Gespräche hatten wir. Nachdem wir uns aufgerafft hatten, gingen wir alle zusammen zum Busbahnhof um die Tickets für die nächste Station zu besorgen. Andi, Simone und wir hatten die Perhentian Inseln zum Ziel. Da die malaysischen Schulferien waren, mussten wir die Tickets früh genug kaufen.  Wir klapperten verschiedene Buskompanien ab, wurden aber nicht fündig. Somit brauchten wir zwischendurch ein Käffele bei Starbucks:-)

Erfolglos gingen wir also wieder zurück zum Guesthouse, wo wir dann schlussenldich für den gewünschten Preis unser Bus- und Bootticket kaufen konnten… Super Sach…

Samuel und ich machten uns dann am nächsten Tag doch noch auf unsere geplante Wanderung. Der Penang Hill stand auf dem Programm. Mit dem Bus fuhren wir dorthin, wo eine steile Bergstrasse als Wanderweg galt.

Läck war das anstrengend, teils waren Steigungen von 30% dabei und die Atmung wurde immer besser hörbar. Mit uns lief noch ein ausgewanderter Amerikaner, welcher diesen Hügel 2x/Woche  bezwingt. -Gutes Training… Seine Atmung war kaum zu hören. .-)

Samuel lief das zackige Tempo mit dem Ami mit, ich gab schneller auf- also see you later! 🙂

Kurz vor dem Ziel begann es stark zu Regnen. Ich war an einer Gabelung angelangt, wo’s 3 Wege zur Auswahl gab. Keine Ahnung welcher der richtige ist… Tja, ich wählte den Linken. -Falsch!  Ein Mann schickte mich zurück und wollte mich noch auf einen Tee einladen. Weit und breit war aber kein Restaurant sichtbar, deshalb lehnte ich dankend aber mit einem komischen Gefühl ab.

Hmm, zurück bei der Kreuzung entschied ich mich für den mittleren Weg. Und siehe da, ich kam  pflotschnass (aber immerhin!) oben bei Samuel an. Der Mittelweg führt wohl meistens zum Ziel, oder?!?

Im eleganten  Bergrestaurant tranken wir einen teuren Tee und warteten bis der Regen schwächer wurde. Nachher suchten wir die Seilbahn auf, welche uns wieder nach unten bringen sollte. Klar, gerne wären wir runtermarschiert, da aber die Seilbahn ein Schweizerwerk ist, mussten wir diese natürlich austesten. Sie war also sehr gut und für uns wars a bissl Heimat… 🙂 Ein Stück Schweiz in Malaysia.

Abends ging nicht mehr viel… Indisches Essen mit anschliessendem Starbucks Kaffee und guten Gesprächen mit Simone und Andi, danach waren wir erschöpft. Ab ins Bett!!

Am nächsten morgen um 04.30 Uhr weckten wir unsere Österreicher-friends. Ab ins ‚Hees‘ (sorry, keine Ahnung wie man das schreibt, es heisst auf österreichisch Kleider:-))!!

Unser Bus fuhr um 05.00 Uhr los… Als wir halbwach im Bus sassen, hatte der Chauffeur noch andere Reisende aufgeladen. Es stiegen Holländer und Engländer ein, welche wahrscheinlich noch gar nichts geschlafen hatten und noch immer betrunken waren. Der Eine erzählte uns völlig aufgelöst, dass ihm alles geklaut wurde, deshalb sass er auch Oben Ohne da. Nicht einmal ein T-Shirt haben diese Gauner ihm gegönnt.:-) Als dann seine Geschichten endlich ein Ende nahmen, legte er sich die Kopfhörer seines MP 3-Players ein und schwieg. -Endlich! Doch unsere Freude kam zu früh… Mit vollem Rohr sang er all möglichen Schnulzesongs… Ausser Coldplay war nichts schlaues mitdabei!!! Irgendwann nach Stunden schlief dann unser Boygroup-sänger ein und wir genossen die definitive Stille mit der wundervollen Aussicht…:-)

Mit unserem Kleinbus kamen wir dann nach ca. 5 Stunden in Kuala Besut an. Beim Aussteigen musse ich lachen. An Samuels Hinterhaupt hat sich ein Rasta-ähnliches Gestrüpp entwickelt. Durch das Anlehnen des Kopfes an der Stoffkopflehne und natürlich weil wir nicht mehr die gesündesten Haare haben, entstand diese Haarpracht.:-) Wieder einmal erkannten wir, dass es Zeit wurde die Haare endlich zu schneiden.:-)))

Nach einem kurzen Aufenthalt ging es dann mit dem Speedboot in Richtung der Inseln.  Auf der grösseren Insel verliessen uns ein paar Einheimische. Wir fuhren weiter zur Kecil Insel. Am Hauptstrand verliessen uns dann die Boygroup. Die Engländer und Holländer  wollten weiter Party machen und  wurden von einem Taxi-Boot abgeholt. Dabei wurden sie vom jungen Fahrer begrüsst mit: Tonight, it’s party time…!! Ja, sie sind am richtigen Platz gelandet.

Für uns 4 ging die Fahrt weiter in den Norden der Insel. Wir waren jetzt schon fasziniert von dem türkisfarbenen Wasser. Es war so klar, dass man bis zum Grund sehen konnte. Zum Glück haben wir uns für diesen Ort entschieden. Einfach Wow!!

Die Perhentian-Inseln sind eine vor der Ostküste der malaiischen Halbinsel gelegene Inselgruppe im Südchinesischen Meer. Es gibt 2 Hauptinseln, die grössere (Perhentian Besar) und die kleinere (Perhentian Kecil). Wir legten uns auf der kleineren, also auf Kecil nieder.  Die Insel ist wirklich klein und es sind keine Strassen vorhanden. Das heisst es ist ruhig und  man kann an weissen Sandstränden unter Palmen gut relaxen, sowie schwimmen, schnorcheln und tauchen. die Atmosphäre ist richtig entspannt. Wenn man uns fragen würde wo das Paradies auf Erden sei, dann wäre Perhentian Islands wohl die richtige Antwort… Wow…!!!

Die Unterkunft war teuer und sicher nicht die schönste Bleibe, aber da wir ja nicht ewigs dort verweilen würden, reichte das schon… Mit Andi und Simone verstanden wir uns prächtig und so genossen wir die kommenden Tagen mit ihnen. Viel diskutierten wir übers Tauchen. Sie hatten vorher auf Koh Tao (Insel in Thailand) einen Tauchkurs besucht. Sie schwärmten enorm davon und Samuel fragte den Zweien richtig grosse Löcher in den Bauch. Sogleich wurden auch Übungen im Wasser gemacht… 🙂 Ich hielt mich noch eher distanziert, schliesslich war ich noch nie sooo begeistert wie Samuel. Simone, Andi und Samuel sagten immer wieder: Nora versuchs doch auch einfach! Samuel braucht schliesslich einen Tauch-Buddy… Ja, ich wurde schon fast unter Druck gesetzt. Ich dürfe nicht vor dem Probieren Nein sagen. 🙂 Haben sie ja eigentlich recht. Aber was ist denn wenn ich keine Luft mehr kriege, die Ohren schmerzen und ich keinen Druckausgleich machen kann und und und… Viel zu viele Fragen- wie immer!

Am ersten Tag  nach unserer Ankunft  durften wir bei schönsten Bedingungen die Unterwasserwelt erforschen mit dem Schnorchel. Die bunten Fische, Korallen und die Riffhaie verzauberten uns schnell und Stunden flogen nur so dahin. Erst  als sich der Hunger meldete, beendeten wir den Schnorchelgang. Es war mit Abstand der beste, den wir je hatten. Einfach verzaubernd… Den Sonnenbrand den wir dann am Rücken davontrugen erinnerte uns noch lange an dieses Erlebnis.

Wir gingen frühzeitig zu Bett, da wir sehr müde waren. Um ca. 23.00 Uhr wurden wir aber wieder wegen wilder Trommelmusik und Gesängen wach. Schnell war unser Interesse geweckt und wir torkelten ein bisschen müde zum Restaurant rüber. Dort versammelte sich eine ganze Gruppe von Musizierenden, die traditionelle malaysische Stücke  spielten. Dieser tolle Rhythmus packte uns schnell und wir erfreuten uns klatschend über die kraftvolle und lebendige Musik.

Nach mehreren Stunden gingen wir dann wieder zurück ins Bett. Für uns war’s ein tolles kulturelles Erlebnis, welches uns in bester Erinnerung bleiben wird.

Am nächsten Tag standen wir früh auf, um an einem anderen Strand Haie zu beobachten. Ja, wir konnten mit Schnorchel und Taucherbrille vielen Haie zusehen, die gerade auf Jagd waren und an einem Riff entlang schwammen. Der grösste Hai war ca. 1.5m! Für uns ein sehr schönes Erlebnis.

Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit Monopoly spielen. Es wurde verbittert gekämpft, bis zum Ende. Das längste Spiel dauerte Sage und Schreibe 4 Stunden- oder warens mehr??? 🙂

Wer viel Zeit hat kommt halt auch auf  komische  Wetten. Wir wollten herausfinden wer am längsten unter Wasser bleiben kann ohne Schnorchel und ohne Bewegung. Apnoetauchen, nennen wir dies auch! Mit einem Bleigurt hielten sich die Männer auf dem Grund auf. Roland, ein älterer gebürtiger Franzose, welcher mittlerweile in Deutschland lebt stosste auch zu uns hinzu und war voll motiviert an dieser Wette teilzunehmen. Der Gewinner erhielt ein Bier.:-) Simone und ich waren Schiris. 🙂

Mit 1.40 Min. gewann Samuel! Juppyy!!! Ausschlaggebend für diese Wette war das viele Diskutieren über Tauchen inkl. Apnoetauchen. Um erfolgreich Apnoe zu tauchen ist eine starke Psyche und gute Atemtechniken wichtig. Wie gesagt, wenn man Zeit hat, dann macht man halt solche Experimente… 🙂

Die Tage flogen nur so dahin und es war eine wunderschöne Zeit auf dieser Insel! Jeden Tag wurde geschnorchelt, gut gegessen und Stunden Monopoly gespielt. Vielleicht hätten wir besser mal Schach gespielt, was meint ihr, Buddys? 🙂

Mit Tieren hatten wir reichlich Kontakt. Ein unschöner Kontakt mit einer Qualle musste Samuel über sich ergehen lassen. Ansonsten sahen wir viele verschiedene farbige Fische (inkl.Nemos natürlich), Riesenrochen, Krebse und Haie… Schildkröten, welche für diese Insel bekannt sind, sahen wir trotz grosser Suchaktion nicht.

Ja, so hiess es dann Abschied nehmen. Von der schönen Perhentian Insel, aber natürlich auch von Simone und Andi. Sie sind uns ans Herz gewachsen und so war’s nicht nur einfach zu gehen. Aber wie immer im Leben muss man Loslassen.

Wir sind dankbar für die tolle Zeit, die vertrauenswürdigen Gespräche, das viele Lachen, die kuulen Games usw usw. Wir fuhren mit unserem Speedboot schon weg, noch immer winkten sie uns zu. Ja, wir freuen uns schon auf unser Wiedersehen! Egal wo, hauptsache mit Monopoly… 🙂

Unser Plan war dann eigentlich direkt nach Kuala Lumpur zu fahren, da wir viel Zeit auf der Insel blieben. Jedoch waren noch immer Schulferien und die Busse alle ausgebucht.  So mussten wir auf gut Glück unsere  Reise antreten und natürlich einen Zwischenstopp mit Übernachtung in Kota Bharu machen. Auch von dort fuhr uns kein Bus mehr in die Hauptstadt.  So übernachteten wir eine Nacht in einem schäbigen Zimmer. Das erste Mal in Malaysia wurde es uns an diesem Ort die stark muslimische geprägte Gesellschaft bewusst. Die meisten Frauen waren verschleiert und die Gebetsrufe vom Minaret waren ständig zu hören. Für uns eine vertraute Umgebung. Ja, es löst in uns manchmal sehr unterschiedliche Gefühle aus wie Unbehagen, Furcht, Unverständnis aber auch eine grosse Faszination und offene Fragen sind da. Sicher wird Malaysia nicht das letzte muslimische Land für uns gewesen sein.

Unsere Reise ging früh Morgens wieder weiter. Im Bus fuhren wir bei grosser Hitze Richtung Kuala Lumpur.  Auf unserem einzigen Zwischenstop assen wir ein wenig und die meisten Muslimen auf der Raststätte gingen zum Minarett um das Gebet zu verrichten. Im Grossen und Ganzen sind die Menschen hier sehr hilfsbereit und freundlich. Nichts ist zu spüren von Agressivität oder Gewalt. Mit ca. 2 Stunden Verspätung erreichten wir Kuala Lumpur. Unser Plan war es in Chinatown eine Unterkunft zu suchen, doch ein Mann im gleichen Bus sagte uns, das Chinatown eher gefährlich sei und er es nicht empfehlen würde. Kurz entschlossen nahmen wir dann mit diesem Muslimen aus Usbekistan ein Taxi und fuhren in einen anderen Bezirk. Der usbekische Reisende suchte für uns 3 ein Hotel, wir hatten mit dem Gepäck an einer Strassenkreuzung auf ihn gewartet. Die Unterkünfte waren halt wieder teuer und so entschlossen wir uns für das billigste. Wir rechneten halt auch mit einer Absteige à la Indien.- Und genau so war’s dann auch.:-)

Kuala Lumpur ist die Hauptstadt von Malaysia und ein administratives, kulturelles und ökonomisches Zentrum des Landes. In Kuala Lumpur sind verschiedene Kulturen und Religionen vertreten, man sieht Minarette der Moscheen, christliche Kirchentürme, chinesische Pagoden und indische Tempel.

Neben der Bauten aus der Vergangenheit prägen auch immer mehr Hochhäuser das Stadtbild. Kuala Lumpur scheint reich zu sein und das ist deutlich ersichtlich.

Während dieser Zeit wo wir in KL waren, fand die ‚World Gas Conference‘ statt. Diese internationale Messe der Gasindustrie findet ist alle 3 Jahre. 3000 Teilnehmer verhandelten und debattierten über die Zukunft des Ergases.

Wir besuchten die Petronas Towers, die höchsten Zwillingstürme der Welt (früher war’s das World Trade Center) und gemeinsam das siebhöchste freistehende Gebäude der Welt. Dort drinn war eben die Gaskonferenz, dazu sind dort viele Einkaufsläden und ein grosses Aquarium welches wir uns anschauten. Grosse Bedeutung wurden den Haien geschenkt. Da es halt immer noch so reiche Menschen gibt, die Haiflossen essen und der Hai immer noch einen sehr schlechten Ruf hat, den er gar nicht verdient. Wir haben unsere Meinung ja auch nochmals überdenkt, seit wir mit ihm friedlich schwimmen.:-) Trotzdem sind wir immer auf der Hut.

Am nächsten Tag besuchten wir das Chinatown Viertel. Dort gings hektisch zu und her. Mit einigen Früchten (den besten Litchis die wir je hatten) gönnten wir uns eine Fussmassage. Diese war zwar nicht wie wir sie kennen, aber eine gute Entspannung und Erfahrung. 🙂 Die Masseurinnen schauten mehr TV als auf unsere Füsse und die Technik hatte nichts mit der versprochenen Reflexzonenmassage zutun. Egal, gut tats trotzdem. Die Inder neben uns schnarchten auf jeden Fall laut.:-)

Inder- gutes Stichwort, nach der Massage gingen wir direkt und auf schnellstem Weg zum Inder essen.

Der letzte Tag in KL und somit auch in Malaysia verbrachten wir mit Shoppen, Käffele im Starbucks und einem Besuch beim Frisör um endlich mal den ersten richtigen Haarschnitt zu machen seit einem Jahr!!!!! Der Coiffeurbesuch beginnt mit Massage von Kopf, Nacken, Schulter und hinunter bis Mitte Rücken. Nachher wurden die Haare einshampooniert mit zusätzlicher Massage. Auf die Frage wie oft Samuels Frisör denn die Haare wasche, meinte dieser doch tatsächlich: sicherlich 2x/ Tag! -Ach Gott.. Wir müssen  dazufügen, dass die Asiaten doch fast alle das selben sind: eitel!

Item, danach mussten wir den Platz wechseln zum Shampoo auswaschen, dazu gabs natürlich eine Massage:-) Ich kriegte wegen meinen Strohhaaren noch ein spezielles Mittel.. -erneut: Massage! Gut endlich kommt das Schneiden. Da können wir nichts bemängeln, Samuels Frisör sowie meine Frisörin hatten das gut gemacht. Meine Frisörin fragte micht dann, wann ich zum letzten Mal die Haare geschnitten hatte. Ich antwortete, dass dies ein Inder in Südindien getan hatte, jedoch nur wenig. Sie antwortete daraufhin prompt mit: Das merkt man, dieser Inder hat die Haare schlecht geschnitten. Es sind lauter Treppenstufen in den Haaren, keine ineinanderfliessenden Stufen.:-) Samuel und ich mussten lachen, passte das doch einfach zu unseren geliebten Indern.  Somit hatte meine Frisörin eine Herausforderung vor sich.

Mit schönster Frisur  wandelten wir dann durch das Shoppingcenter und sahen erst jetzt, wie jeder hier eine gute Frisur hat. Wir gehören jetzt auch dazu! 🙂

Am nächsten Tag machten wir nicht mehr viel, da unsere Reise mit dem Flugi weiter ging. Zurück nach Thailand. Von unserem Hotel aus nahmen wir ein Taxi zum Flughafen. Seit wir reisen, sind wir nie mit Taxis unterwegs, ausser wir fahren zum Flughafen. 🙂 Der Taxifahrer war ein halber Chinese und ein lustiger Kerl. Noch wenn er kaum Englisch verstand lachte er viel wenn wir etwas sagten oder gab einfach Ja zur Antwort, obs passte oder nicht.:-) Als wir ins Taxi gestiegen sind, kam ein anderer junger Mann zu uns und fragte uns ob wir mit ihm das Taxi teilen würden. Wir willigten auf jeden Fall ein. Der Mann stammt ursprünglich aus Iran und studiert nun in Kuala Lumpur Philosophie, da das Studium in Iran nicht erlaubt ist. Er erzählte uns die momentane Situation von seinem Heimatsland. Halt auch ein Land welches uns fasziniert… 🙂

Als wir am Flughafen angekommen sind gings dann flott und mit einem letzten malaysischen Menue verabschiedeten wir uns von diesem sehr faszinierenden Land.

Der Flug ging gut und so landeten wir sicher auf Koh Samui. Dort buchten wir sogleich die Weiterreise, denn wir wollten eigenltich nicht bleiben. Trotzdem schliefen wir eine Nacht in einem schönen Raum und freuten uns auf unsere Ferien, die wir nun brauchten…!! 🙂 Von nun an hiess es einfach nur geniessen und gut gehen lassen…. Es könnte aber mit Samuel noch aktiv werden. -Egal, ich war zu allem bereit!! 🙂

Prima, so gings nach einer Nacht auf Koh Samui, wos im Übrigen sehr sehr ruhig war,  mit dem Schiff auf unsere gewünschte insel Koh Tao.:-) Schon viel haben wir über diese Insel gelesen und gehört. Sie ist bei Taucher sehr bekannt.

Die Fahrt von Samui auf Tao war die schlimmste Schiffstour, die wir je hatten. Einen wahnsinnigen Wellengang brachte etliche Gesichter zum Erbleichen:-) Auch  das Gesicht von Samuel wechselte schnell die Farbe und so floh er regelrecht nach draussen, wo er an der frischen Luft tief ein und ausatmete. Zwischendurch kam er wieder zu mir und fragte mich ob alles gut sei bei mir. Mit seiner Sturmfrisur freute er sich,  gleich wieder raus gehen zu können. Ja, es war eine krasse Fahrt, ganz viele verspürten Übelkeit oder mussten sich Übergeben.

Als das Schiff dann im Hafen endlich still stand verliessen wir dieses und steuerten direkt auf ein Restaurant zu wos Frühstück gab. Endlich was im Magen zu haben war uns wichtig!

Danach wurden wir mit einem Taxi zu unserem ausgewählten Hotel gebracht. Wir haben dieses empfohlen bekommen von Simone und Andi und das war also wirklich eine top Wahl. Wir wussten, dass wir die letzten 2 Wochen hier verbringen wollten. Als uns das Zimmer gezeigt wurde, legten wir unsere Rucksäcke schnell weg. Und es fühlte sich so saugut an. Den Rucksack nun für 2 Wochen nicht mehr packen, einfach mal an Ort und Stelle bleiben,  Meer, gute Stimmung und einfach nur mal geniessen…

Samuel und ich besuchten am ersten Tag die Tauchschule. Da alles sehr professionell und sympathisch voranging, meldeten wir uns sogleich an, den PADI Open Water Kurs zu besuchen.  So gings zackig voran und die folgenden 4 Tagen waren mit Tauchen verplant. super… Samuel hatte die Freude fürs Tauchen sofort entdeckt. Ich hatte die Übungen die man machen muss anfänglich gehasst, aber als wir uns dann auf unsere Tauchgänge machten, waren Samuel und ich voll begeistert und wir freuten uns jeweils auf den nächsten Tag. Einfach WOW….!! Abtauchen in eine ganz andere, sehr ruhige, farbige, vielfältige, unglaublich schöne und bezaubernde Welt!!! Ein unbeschreibliches Gefühl, schwerelos durch das 29-Grad warme Meer zu gleiten und einfach nur staunen.

Zwischendurch ein Hai, dann wieder Nemos, mal ein Schwarm Wimpelfische, viele Drückerfische, undendlich grosse Rochen, traumhafte Schildkröten und unzählige Fische mehr… Einfach traumhaft…

Samuel und ich waren voll begeistert vom Tauchen, waren aber auch glücklich, als unser Tauchkurs zu Ende ging- somit mussten wir nie wieder diese Übungen machen unter Wasser… 🙂 Astrid, unsere Tauchlehrerin war super und wir hatten viel Spass!

Am nächsten Tag kundschafteten wir die Insel mit einem Roller  aus. Sie ist wirklich schön, es gab viel zu sehen.

Samuel entschloss sich, einen Thai-Massage- Kurs zu machen. So haben wir Fon kennengelernt. Fon ist eine Masseurin, welche ein Massagestudio hat. Sie unterrichtete Samuel für die nächsten 4 Tage. Ich durfte als Vorzeige- und Übungsobjekt hinhalten. Manchmal wars pure Freude, manchmal schmerzte es:-) Da ich aber hart im Nehmen bin, machte es mir Spass und die Erfahrung war wiederum super!:-)

Mal links,mal rechts, mal knackte es, mal hopp nach hinten beugen oder dann doch nach vorne…

Wir hatten Spass und Fon war menschlich und fachlich eine wunderbare Frau… Das Englisch war manchmal ein wenig schwierig… Samuel und ich mussten gewisse Wörter erraten:-) Aber so gingen die schmerzhaften Stunden schnell vorüber:-)

Nachdem Samuel sein Zertifikat in den Händen hielt, freuten wir uns bereits auf die nächste Aktivität. Unser Plan wäre mal gewesen auf Koh Tao einfach an den Strand hängen uns nichts tun. Tja, das geht halt irgendwie doch nicht… So haben wir uns noch für Klettern entschieden. Wir machten einen Kurs bei einem Kanadier, welcher hier als Kletterlehrer klettert. Wow, auch das war einzigartig toll… Die Aussicht war super- auf dem Felsen angekommen sahen wir voller Freude auf das wunderschöne blau- grüne Meer…

Nach dem Klettern war dann mal ein wenig Wandern angesagt. So marschierten Samuel und ich zu einem View Point. Da wir uns eigentlich einen anderen ausgewählt hatten,  aber nirgends Schilder zur Wegbeschreibung hingen, landeten wir bei einem weit entfernten aber sehr ruhigen Aussichtspunkt.

Die Wanderung war anstrengend, tat aber unserer Lunge sehr gut.:-) Nach wie vor macht uns die grosse Hitze zu schaffen. Bei sportlicher Aktivität ist uns unser Schweizer Klima schon ein bisschen lieber… 🙂

Am Abend musste ich in eine Apotheke. Als ich den Apotheker nach einem Mittel fragte, zeigte er mir einige. Mit denen war ich aber nicht zufrieden. So fragte ich nochmals nach einem andern. Er zeigte mir 2. Ich fragte den Apotheker, was denn der Unterschied sei und welches er mir empfehle… Tja, ich bekam zur Antwort: „Er sei nur Apotheker und kein Arzt, ich müsse bei einem Arzt nachfragen oder selber im Internet nachschauen…“ Voila, das war eine sehr hilfreiche Antwort.  Tja, die Kompetenzen sind halt schon unterschiedlich, wenn man mit der Schweiz vergleicht… Gut, da der Herr Apotheker nicht weiterwusste, entschied die Pflegefachfrau in Absprache mit dem Herr Physio selber und siehe da, es war ein guter Entscheid. Samuel und Nora sind eben ein eingespieltes, gutes Team…   :-))

Die Tage vergingen schnell… Wir buchten für einen Tag noch einen Bootstrip rund um die Insel, inklusive Schnorcheln… Das war ein wunderschöner Tag. Wir hielten zu gutem Schluss noch auf einer kleinen Insel, wo wir uns nach der View Point Besichtigung, mit einem leckeren Drink eine Erfrischung gönnten.

Am zweitletzen Tag gingen wir erneut Tauchen. 2 Tauchgänge. Der erste war heftig. Die Wellen waren gross, die Strömung unter Wasser sehr stark. Eine gute Erfahrung, jedoch anfänglich wirklich nicht einfach. Der Luftverbrauch war gross, da die Anstrengung von uns Tauchern auch sehr gross war…  Der 2. Tauchgang war dann ein super. Am meisten erfreuten wir uns über die gesehene Schildkröte…

Als wir wieder auf dem Schiff waren, wurde uns allen schlecht… Phuu, krass. Diese Wellen… Wahnsinnig. Wir prallten vollgas aufs Wasser, nachdem das Schiff schon fast abhebte… Wir fielen fast um, konnten so unsere Utensilien kaum zusammenpacken und waren froh, als wir endlich an Land waren. Schlimm wars… Das Tauchen war aber mal einmal mehr wieder superschön….

So, unser letzter Tag nahte… Wir verbrachten ihn bei einer Massage bei Fon’s Massagestudio und verabschiedeten sie…

Auf Koh Tao hatten wir immer am selben Ort gefrühstückt  und das Abendessen zu uns genommen. Das Mittagessen war meist auch im selben Restaurant und so kannten uns die Einheimischen. Wir verabschiedeten und bedankten uns bei allen und mit grosser Wehmut fuhren wir mit dem Schiff zurück ans Land…

Mit einem Nachtbus fuhren wir nach Bangkok. Nun wussten wir, unsere Reise nimmt definitiv ein Ende. Thailand’s Hauptstadt war ja unsere letzte Station, bevor wir von dort wieder in die Schweiz nach Genf flogen.

Der Bus hielt am Morgen um 04.00 Uhr (viel zu früh als geplant) auf einer Strasse und der Chauffeur sagte uns allen: That’s Bangkok…

Gut wir stiegen noch mit müden Augen aus und wurden belagert von Taxichauffeuren. Jeder wollte nun mit dem weissen Tourist das Geschäft des Tages machen. Nur nicht mit Samuel und mir. Wir wussten uns zu helfen und fanden schnell heraus, dass unser momentaner Standort nicht weitentfernt sein kann von unserem ausgewähltem Hotel. So marschierten wir los und streiften durch die dunklen Gassen. Eine Frau fragte uns wo wir denn hin möchten und so zeigte sie uns den Weg. Natürlich mussten wir durch die Kaosanroad. Die weltberühmte Touristenstrasse von Bangkok. Eine Bar nach der andern, ein Restaurant folgt aufs Nächste, Souvenirshops, betrunkene Menschen, laute Musik…. Die jungen Menschen tanzten auf der Strasse den Magarenatanz als wir gerade ankamen. 🙂

Ja, nun sind wir wirklich in dem Bangkok angekommen, welches wir nur kurze Zeit sehen wollten.

Nach dem Einchecken in unser schönes Hotel schliefen wir erstmal kurze Zeit, da wir noch immer sehr müde waren.

Nachher kundschafteten wir diese verrückte, schlaflose Stadt aus…. Wir schauten uns einige Sehenswürdigkeiten an, gingen dann aber schnell mal zum Shoppen. In Bangkok gibts ja unendlich viele Einkaufszentren… Jedoch ist es nicht nur einfach etwas passendes zu finden, denn zum Teil überwiegt die Thailändische Mode und die lässt ja manchmal wirklich zum Wünschen übrig… Mit all den „Rüüscheli“ und Tiger-Muster…. 🙂

Man muss ja schon sagen, die Thais sind sehr eitel. Überall werden die Wangen gepudert, die farbigen Augenlinsen eingesetzt, geschminkt und sogar die Männer haben immer wieder  einen Handspiegel vor dem Gesicht und kämmen sich die Haar in alle Richungen oder zupfen sich die Augenbrauen… 🙂 Für uns war dieses Bild manchmal verwirrend…

Ja, so verbrachten wir noch die letzten zwei Tage von unserer Reise in Bangkok mit Shoppen, sehr vielen Kaffee’s (meist Starbucks;-)), besuchen von Märkten, beobachten der Ladyboys, Besichtigung des schönen Wat Pho’s  und mit gutem thailändischem Essen. Am letzten Abend hatten wir dann noch auf unser Jahr angestossen und liessen dieses nochmals Revuee passieren… Emotional wars, das können wir euch sagen!

So spürten wir, dass wir Abschied nehmen müssen… Unsere Rucksäcke hatten wir zum letzten Mal zusammengepackt und der Taxichauffeur wartete auf uns, um uns zum internationalen Flughafen von Bangkok zu fahren. Ihr glaubt nicht, wir hatten Sage und Schreibe 3 Stunden für die 32 km lange Distanz… 🙂 Diese Stadt ist riesig und so steht man schnell im Stau… Gut hatten wir Proviant mitdabei und teilten mit unserem freundlichen Chauffeur unsere Snacks. 🙂

Wir hatten ein komisches Gefühl… Es ging zum letzten Mal zum Flughafen. Zurück in die Schweiz, unsere Heimat. Wie werden wir wohl wieder zurecht kommen? Was wird auf uns zukommen? Wie geht unser Leben weiter? Was nehmen wir mit? Was lassen wir da? Kommen wir mit der schweizer Mentalität zurecht? Möchten wir nicht bald wieder weggehen? Was essen wir als erstes?  Auf was freuen wir uns am meisten? Was wird uns fehlen??

Fragen auf Fragen, welche uns immer wieder begleiteten in letzter Zeit und ganz besonders in den letzten Stunden. Freude aber auch Angst oder Unsicherheit begleiteten uns zum Check-In Schalter und so gaben wir unseren Rucksack ab. Er war gefüllt. Voll von Schmutzwäsche, Souvenirs, Bücher und schon mitgebrachten Dingen. Wir liessen unser Reisejahr noch einmal Revuee passieren. Mehr als einen Rucksack könnten wir mit unseren Erlebnissen, Gefühlen, Bekanntschaften, Eindrücken und Erfahrungen  füllen. Ein für uns unvergessliches, eindrückliches, wundervolles und zauberhaftes Jahr geht zu Ende…  Doch tragen wir all das in unseren Herzen und bestimmt werden wir noch oft davon erzählen, darüber nachdenken, nachtrauern oder einfach die Situationen nachspielen:-)

Wir sind dankbar, unendlich dankbar, dass alles so gut ging, dass wir beide als so gutes Reiseteam viele schöne, aber auch schwierige Situationen bewältigen konnten. Wir sind dankbar, dass wir so unvergessliche Begegnungen mit wundervollen Menschen machen durften, verschiedene Kulturen kennenlernen konnten, uns selber besser kennenlernten und vieles mehr.
Wir fühlen uns reich im Herzen, welches mit viel Liebe und Freude in diesem Jahr gefüllt wurde!

Nun hoffen wir darauf, dass wir uns in der Schweiz einleben können und einige Sachen hinter uns lassen können und andere Sachen ganz intensiv leben können! Wir sind optimistisch!!

Auch ein grosses Dankeschön an Euch zu Hause gebliebenen. Schön, dass ihr diesen Blog immer wieder mit Geduld gelesen und euch darüber erfreut hattet! Wir danken für jede Nachricht, jede Hilfe, jedes „Mitfiebern“  und jedes  Dasein von Euch!!!

Nun freuen wir uns auf ein Wiedersehen in der Schweiz und wir hoffen, dass ihr Geduld mit uns habt. Es hat uns verändert, dieses Jahr… Und wir denken, das ist gut so!! 🙂

NAMASTE, seit glücklich und geniesst jeden einzelnen Moment, denn wir leben auf einer wundervollen Welt!!!! (und es gibt noch sooo viel zu entdecken…)

Herzliche Umarmung

Nora und Samuel

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Ab in den Süden

Hallo ihr Lieben,

Da sind wir wieder. Das hier wird der 2. letzte Blog sein, denn unsere Reise nimmt bald ein Ende… 😦

Nach unserem Treffen in Phitsanulok und nach dem spontanen Entscheid von Nora nicht nach Bangkok zu gehen, war unsere nächste Station Ayutthaya. Ich war froh, dass ich nach meiner ruhigen Phase nicht ins chaotische Bangkok eintauchen musste. Der Buschauffeur machte irgendwann nach Stunden einen Stopp und forderte uns auf den Bus zu verlassen. Wir schauten aus dem Fenster und sahen das wir auf einem Pannenstreifen der Autobahn waren. Aber reiseerfahren wie wir sind, wussten wir das hier in der Nähe Ayutthaya sein muss. Wir überquerten die stark befahrenen Strassen und steuerten auf das weit und breit einzige Gebäude zu, es war ein Einkaufszentrum. Zuerst einmal entspannen und im Mc Donald’s ein wenig sündigen. Da während der Meditation auf sehr gesunde Ernährung geachtet wird, freute besonders ich mich auf ein bisschen Abwechslung. Mit einem Songtheo ging es dann ins Zentrum dieser historischen Stadt.

Ayutthaya gehört zum Unesco Weltkulturerbe und erstreckt sich über ein weiters Areal innerhalb und ausserhalb der heutigen Stadt, die duch den Zusammenfluss dreier Flüsse umgrenzt wird. Die Ruinen wurden ausgegraben und die meisten von ihnen restauriert. Viele haben aber dabei an Charakter eingebüsst.

Weil das besuchen von Touristenatraktionen uns nach dieser langen Zeit eher ermüden, entschieden wir uns es langsam anzugehen und auch Tage einzuschalten die ohne grosse Sehenswürdigkeiten verliefen. Dazu kommt die kaum auszuhaltende Hitze die uns schwer zu schaffen macht. In der Zeit in Ayutthaya machten wir Stadtspaziergänge und einen Bootsausflug auf den Flüssen. Sogar Flusskrokodile durften wir sehen. Ich fand das natürlich ganz toll nach Nepal wieder solche Tiere zu erblicken. Die Tempelruinen von Ayutthaya sind ähnlich wir Angkor Wat. Doch mit dem berühmteren Bruder kann diese Stätte leider nicht mithalten.

Von Ayutthaya fuhren wir in südliche Richtung. Unser Ziel war die ruhige Insel Koh Chang. Früh Morgens kamen wir in Ranong an, bei starkem Regen und heranziehendem Sturm. Als wir das Bootticket für Koh Chang bezahlen wollten bemerkten wir, dass dieses Boot erst Nachmittags fährt. Ja, wir sind halt in der Regen- beziehungsweis Nebensaison. Der Bootsbetrieb wird in dieser Zeit am Vormittag eingestellt. Aus Zeitgründen entschieden wir uns, eine andere Insel auszuwählen. Sie heisst Koh Payam und ist die kleinere Insel als Koh Chang.  Darum hiess es nun warten und sich ein gutes Frühstück genehmigen. Wir hatten ein wenig gemischte Gefühle bezüglich dem Monsun, wenn man sieht wie diese Wassermassen in kurzer Zeit alles überschwemmen kann. Wir waren aber guter Hoffnung, trotzdem doch ein paar schöne Tage auf der Insel zu verbringen.

Nun gings los mit unserem netten Boot, das ca. 50 Personen fasste. Es hatte nur sehr wenig Touristen an Bord. Dies ist immer ein gutes Zeichen und zeigt auf, dass der grosse Andrang nie da ist oder nur in der Hochsaison. Wir hofften auf ein ruhiges Plätzchen um uns so richtig zu entspannen.

Ankunft war natürlich bei heftigem Regenfall und wie immer spürte ich den Wellengang und mir war unwohl. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein… Den Weg zu unseren Bungalow führte uns auf einer Autofreien Strasse quer durch die Insel. Schnell erkannten wir, dass diese Insel noch unberührt ist. Hier fängt der Tourismus erst an. Die Infrastruktur in unserem Heim war schlecht und Strom gab es keinen. Ja, es war eine Insel die Ruhe versprach.

Unere Tage verbrachten wir mit, Lesen, einem Spaziergang und einfach relaxen…Zum ersten Mal seit wir unterwegs sind, stand pure Entspannung auf dem Tagesplan.

Wir hatten dann aber schnell genug vom miserablen Wetter und durch die jahrezeitbedingte feuchte Luft, die sich in unserem Bungalow ausbreitete. Desshalb packten wir wieder mit Freude unsere Rucksäcke und verstauten unsere feuchten Kleider in Plastiksäcke. Das morgendliche Boot fuhr uns wieder zurück nach Ranong. Dort hatten wir einen mehrstündigen Aufenthalt, wo wir beim Essen einen Deutschen traffen der seit langem in Thailand lebt. Ein lustiger Kerl war er und zurückkehren wird er nie mehr. Es ist erstaunlich wieviel Menschen, speziell aus Europa, ausgewandert sind. Und alle sagen immer wieder sie werden nicht mehr zurückkehren. Je länger je mehr verstehen wir sie.

Pünktlich holte uns ein Bus ab, welcher uns eigentlich nach Krabi bringen sollte. Genau, sollte… Irgendwann hielt der Bus und uns wurde gesagt, dass wir nun einen andern nehmen müssen. Klar, nirgends war eine Busstation zu sehen oder sonstiges. Ein Einheimischer kam uns dann abholen und brachte uns zur Busstation.

Dann hiess es zu warten auf den nächsten Bus. In dieser Zeit hatten wir einen freundlichen Kontakt zu Menschen aus Myanmar (Burma). Sie fragten uns, ob wir denn den Namen der Berühmten myanmarische Freiheitskämpferin kennen würden. Ein bisschen verlegen verneinten wir… So erzählten sie uns genaueres über sie. Ihr kennt ja vielleicht inzwischen Aung San Suu Kyi auch. Die Friedensnobelpreisträgerin, der man bis 2010 in ihrem eigenen Land Hausarrest auferzwungen hatte, war ja nun in der Schweiz, wo sie nun auch einen Zustupf für Entwicklungshilfe bekam.:-)
Uns beeindruckte, dass etliche  Menschen ein Foto von Aung San Suu Kyi auf ihrem Natel gespeichert haben und sie sehr verehren!!!  🙂

So, inzwischen kam der Bus, welcher uns nach Krabi fuhr. Der Bus war  vollgefüllt mit Einheimischen und die laute Karaokemusik zeigte uns das typische Thailand. Die Menschen sind alle sehr freundlich und zuvorkommend. Sehr hilfsbereit, lachen viel und erfreuten sich an Gesprächen mit uns.:-)

Es war schon spät und dunkel, als wir in Krabi ankamen und 2 Motofahrer uns zum Guest House fuhren. Wow, das war eine Top Bleibe. Das Guesthouse wurde von einer jungen Frau geführt, die das Restaurant und die Zimmer  wunderschön und mit Stil eingerichtet hatte. Es erinnerte uns mit all den blau-weissen Anstrichen und Acessoires an ein Ferienhaus in Griechenland… Wir blieben jedoch nur 1 Nacht. Denn am nächsten Tag fuhren wir mit dem Schiff auf die berühmte Pi Pi Insel. Noch schnell einen Thai Tee und dann ab aufs Boot. Der Thai Tee bekommt langsam für uns den Stellenwert eines richtigen Chais aus Indien. Mal schauen wie es wird wenn wir den Tee absetzen…. Entzugserscheinungen wie beim Chai???

Koh Pi Pi ist wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Fantastische Kalksteinklippen, die weissen Sandstrände und das türkisgrüne Wasser laden zum Träumen und Staunen ein.

Auf Koh Pi Pi hatte der Tsunami 2004 viel verwüstet. Inzwischen wurde alles wieder neu aufgebaut. Es war wieder ein Seebeben im April 2012. Das Warnsystem dafür hat aber nur mangelhaft funktioniert. Glücklicherweise rückte der Meeresboden in seitlicher Richtung, sodass nur kleine Wellen losgetreten wurden. Es gibt noch viel zu tun in Asien…

Schon bei der Ankunft im Hafen zeigte sich die Insel von der schönsten Seite. Sonnenschein ruhiges glasklares Meer und viele entspannte Gesichter. Da wir nie eine Unterkunft buchen, entschieden wir uns vor Ort ein Bungalow zu mieten, das ein bisschen ausserhalb des Zentrum liegt. Mit einem Longtail- Boot ging es dann zu unserer Bleibe. Nach der Ankunft zeigte uns der Manager ein Bungalow in Strandnähe. Es war nicht sonderlich schön, eher dunkel und mit schlechter Sanitärer Anlage ausgerüstet. Trotzdem entschieden wir uns dort zu bleiben. Ohne etwas zu sagen kam der Manager auf uns zu und bot uns für den selben Preis eine viel grössere und schönere Wohnung an und sogar mit einer kleinen Terrasse. Sehr dankend nahmen wir dieses Angebot an, welches wohl das Los der Nebensaison ist, oder vielleicht waren wir ihm einfach sympathisch 🙂

Wir fühlten uns schnell wohl dort und der Manager und seine Angestellten waren super lieb zu uns. Wir hatten viel zu lachen und spassten oft zusammen.

In den Tagen auf Koh Pi Pi gingen wir ‚wandern‘ und  oft schnorcheln, wir entdeckten schöne Fische, wunderschöne Korallen und beobachteten immer wieder die lustigen Krebse.:-) Jedesmal aufs Neue sind wir fasziniert- die Unterwasserwelt ist halt schon etwas ganz besonderes.

Einmal machten wir einen Bootsausflug. Mit einem Longtail Boot fuhren wir um die Insel und besuchten die Nachbarinsel, wo der Maya-Beach ist. Dieser Strand ist bekannt, denn er wurde auch von Leonardo Di Caprio im Film ‚The Beach‘ aufgesucht. Man sagte Leo, dort sei das Paradies…  Den Film hatten wir uns erst gerade angeschaut und dabei festgestellt, das die wunderschöne Bucht wirklich so schön ist, aber unser trainiertes Auge sah auch, dass im Film ein wenig manipuliert wurde. Die Bucht wurde plötzlich mit hohen Felswänden geschlossen, sodass der Strand nur von einer Seite her zugänglich ist. -Stimmt nicht…:-) Trotzdem, es war ein wirklich schöner Ort, mit vielen Quallen im Meer…

Wir schnorchelten auf unserer Bootstour mehrmals und fütterten am Monkey Beach  die Affen mit Bananen.

Dann beobachteten  wir Kletterfreaks an den steilen Felsen, die ins Wasser sprangen und mich hielt fast nichts mehr zurück auch an diesen Felsen zu kleben…:-)

Zum Abendessen gabs dann immer eine Feuershow am Strand.

Nach einigen Tagen verliessen wir schwermütig Koh Pi Pi. Es hatte uns sehr gut gefallen, besonders weil wir absolut fernab von den übrigen Touristen waren. Die sassen alle im Zentrum und machten Party. Nora und ich werden langsam alt und sind froh, wenn um 22.00 Uhr Nachtruhe herrscht. Ha ha ha:-)

Mit dem Schiff fuhren wir zu unserer nächsten Station an den Hat Rai Leh Beach. Der liegt in der Nähe von Krabi. Der Hauptgrund diesen Ort zu besuchen bestand darin, an diesem wunderschönen Kalksteinfelsen sich dem Klettern zu widmen. Schon bei der Ankunft sahen wir an den Felsen die Freaks, die sich abmühten die vorgenommene Route zu bezwingen. Wir haben schon so viel von diesem Ort gehört und waren glücklich alles nun live zu sehen.

Auf dem Weg zum ausgewählten Hotel wurden wir von einem deutschen Paar angesprochen (Daniel und Miriam). Sie gaben uns gute Tips wo wir hingehen sollten. Etwas später traffen wir sie wieder beim Abendessen und verstanden uns auf anhieb sehr gut.

Wir verbrachten einen lustigen Abend und traffen noch Guillaume. Ein Franzose, der auch auf Reisen ist. Nach Südamerika folgte nun Asien.

Mit ihnen verabredeten wir uns am nächsten Morgen zum Frühstück. Nachher war eine Höhlenbesichtigung angesagt. Als wir uns auf den Weg zur Höhle machten, stoppten wir unterwegs einige Male. Denn als erstes bestaunten wir die wunderschönen Felswände.

Erst beim zweiten Mal hingucken sahen wir eine Klettergruppe. Alle Mitglieder schauten auf einen am Boden liegenden Kollege. Wir wussten anfänglich nicht was geschehen ist, wir sahen aber, dass ein Kletterunfall war, wobei sich einer schwer verletzt hatte. Er blutete stark am Gesicht, das weisse T-Shirt war blutverschmiert und er bewegte sich nicht. Ansprechbar war er anscheinend. Es dauerte eine lange Zeit, bis dann endlich Hilfe für ihn kam. Wir wurden unsicher und fragten uns, ob es eine gute Idee sei, hier einen Kletterkurs zu machen. Nun, wir liessen dies einfach mal so im Raum stehen.

Erst später haben wir dann erfahren, dass der Kletterer seinen 8-er Knoten nicht korrekt gemacht hatte. Wies gesundheitlich mit ihm weiterging wussten wir nicht.

Als wir weitergingen trafen wir noch eine andere Höhle. Eine kuriose Höhle- in der unzählige Penisse aufgestellt sind, eine Art Penis- Schrein. Dient wohl der Fruchtbarkeit derer, die hier ein Räucherstäbchen anzünden. 🙂

Wir kletterten über Stein und Mauern, da die Flut uns den Weg am Strand entlang versperrte. Daraufhin brauchten wir zuerst eine Abkühlung im wilden Meer.  Man kann bestens auf dem Rücken schwimmen und vorstehende Felse bewundern, die weit bis über das Wasser ragen.

So, nun endlich ging unser Weg weiter zu unserem eigentlichen Ziel. Die Höhlenbesichtigung stellte sich schnell als eine Herausfoderung dar. Besonders für Miriam- sie hat Höhenangst und das weisse Röckli war natürlich nicht gerade die angepasste Kleidung. 🙂 Es ging steil bergauf auf zusammengebastelten Hühnerleitern. Es war natürlich enorm dunkel drinn und die Fledermäuse  flogen uns um die Ohren.  Guillaume und ich waren voll im Element und Nora fragte, sozial wie sie ist, immer nach dem Zustand von Miriam, zog sie über den nächsten Stein oder zeigte ihr den Weg mit der Taschenlampe…. Miriam empfand unser Ausflug nicht sehr angenehm, es war purer Stress für sie.  Wir waren aber stolz auf sie, wie sie diese Leistung trotz ihrer Höhenangst bewältigte… 🙂

Endlich wurden wir belohnt. Die Aussicht von oben war einfach wundervoll!!!

Irgendwann war ja wieder Zeit runter zu gehen. Im Dunkeln geisterten wir durch die Höhle im spärlichen Licht unserer Stirnlampen. Phuu, doch noch geschafft-toll wars!!!

Wir waren happy über dieses Naturspektakel, ganz für uns allein, nirgends Touristen!

Da wir aber viel Adrenalin ausgeschüttet hatten, war es an der Zeit den Hunger bei einem (nicht lohnenswertem) indischen Essen zu stillen. Hätten wir gewusst wie das indische Essen in Malaysia wird, hätten wir noch gewartet… Tja, mit Verlust muss man rechnen…

Nachher gingen Daniel und ich noch Bouldern. Läck war das anstrengend, ich bin definitiv ausser Form. 🙂

Zum Glück war das Meer ja gleich nebenan, somit konnten wir noch ein regeneratives (jedoch unruhiges und wildes) Bad geniessen.

Auf dem Rückweg lernten wir mit Guillaume noch etliche Französichwörter. Schliesslich wird das unsere nächste Sprache, die wir lernen müssen… :-)) Somit wird Genf für uns kein Stolperstein mehr sein:-) hihi…

Am nächsten Tag assen wir nochmals alle zusammen Frühstück und verabschiedeten das deutsche Paar. Sie zogen weiter, das Wetter war zu unbeständig. Nora und ich wollten noch Klettern und daher waren unsere Pläne anders. Wir meldeten uns bei einer Kletterschule an. Es wurde uns dann gesagt, dass aufgrund des üblen Wetters am Morgen Klettern nicht möglich sei, evtl. dann nachmittags. Nun gut, wir assen zu Mittag und standen zur abgemachten Zeit wieder da. Es war noch immer regnerisch, jedoch aus unserer Sicht her möglich zu klettern. Der Typ von der Kletterschule sagte uns aber dann, das es nicht möglich sei, Begründung war eben das unbeständige Wetter. Wir wurden erneut vertröstet, auf den nächsten Tag.

Morgens standen wir wieder voll motiviert auf der Matte, spürten aber schnell das es nichts wird. Erstens wurden wir wiederum vertröstet auf eine spätere Stunde und als wir dann um 10.00 Uhr da waren, sagte uns ein anderer Kletterlehrer, dass unser Lehrer nun nach Hause sei und er selber mit einer grossen Gruppen klettern gehe. So werden in Asien Geschäfte gemacht. Für uns Europäer ein NO GO!! 🙂 Immerhin kriegten wir unser Geld zurück und waren froh, als wir so schnell wie möglich die Insel verlassen konnten.

Nachdem wir alles zusammengepackt hatten, schnappten wir uns ein Boot, welches uns wieder zurück nach Krabi-town gebracht hatte.  Nach dem Einchecken in unserem schönen Guesthouse à la Griechenland, suchten wir ein Restaurant und wurden bei einem Italiano fündig. Bestes Essen und richtig italienisch! Einfach bellissimo!! Das Kletterdown war dann schnell vergessen. Wie so oft auf Reisen muss man loslassen…

 

Der Wecker gab früh morgens schon Alarm. Nora und ich waren motiviert aufzustehen, denn ein neues Land, Malaysia, wartete auf uns.

Davon werdet ihr im nächsten und zugleich letzten Blog erfahren…

 

Bis dahin wünschen wir euch eine gute Zeit,

Nora und Samuel

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Hallo zusammen

Im Vornherein muss ich sagen, dass wir wieder mal eine ellenlange Zeit aufgewendet hatten um die Bilder herunter zu laden. Das enttäuschende ist, dass nach 2 Bildern einfach nichts mehr ging. Verschiedene Internetkaffees versuchten wir. Alles ohne Erfolg. Deshalb wird dieser Blog ohne Bilder sein, das heisst, diejenigen, die den Blog wegen den Bilder anschauen, werden nun wohl enttäuscht sein. Tja, wir sind trotzallem halt immer noch in Asien:-))

Nun schreiben wir euch wieder mal ein paar Zeilen mit den News aus der asiatischen Welt. Nach Vietnam und dem kurzen Laos-Stopp,  stand nun Thailand auf unserer Reiseroute. Nach einer etwas turbulenten Landung, die man an Samuel’s Gesicht gut erkennen konnte, kamen wir sicher in Chiang Mai an. Samuel’s Magen war froh und sein Gesicht bekennte wieder Farbe als wir sicheren Boden unter den Füssen hatten. 🙂 Nein, er hat keine Flugangst, aber komisch wird’s ihm bei Turbulenzen schon.

Mit dem Taxi fuhren wir zu unserer auserwählten Bleibe, welche von einem Schweizer geführt wird. Schnell erkannten wir die Mentalität. Den Kopf nach unten gerichtet und er wirkte eher reserviert…. Typisch schweizerisch war die gute Organisation und lachen mussten wir, weil überall Zettel und Plakate mit Informationen hingen. Wie war das nochmal mit dieser „Zetteliwirtschaft“? 🙂

Chiang Mai ist im Norden Thailands die grösste Ansiedlung weit und breit.  Die Stadt ist genau das Richtige für Kulturliebhaber und gleichzeitig ein herrlicher Ort zum Entspannen und Nichtstun: Auf den Strassen sieht man viele imposante Tempel, Mönche und Hausfrauen auf Motorrädern, viele Einkaufszentren und bunte Märkte. Im Grossen und Ganzen eine Stadt zum Gern haben.

Zum ersten Mal empfanden wir so etwas wie ein „westliches“ Gefühl. Die Einkaufszentren waren riesig, alles ist sehr sauber und das Leben fortschrittlicher.  Wir sind nun auf dem besten Weg uns wieder an die westliche Welt zu gewöhnen… (Mal sehen wie das dann umsetzbar ist…)

Wir machten einen Stadtspaziergang und besuchten verschiedene Tempeln.  Eine Pause legten wir dann in einem vegetarischen Restaurant ein und ein anschliessendes Kaffee im Starbucks durfte nicht fehlen. Hier lässt sichs wirklich geniessen.

Nun war es Zeit für eine kurze Zeit Adieu zu sagen. Unsere Wege trennten sich für ca. 12 Tage. Samuel machte nochmals einen 10- tägigen Vipassana-Kurs südlich von Chiang Mai.  Er hatte nach dem ersten Kurs immer noch das Bedürfnis 10 Stunden pro Tag zu sitzen und diese Tortur nochmals durchzuleben :-). Ich hingegen sehnte mich nach Bewegung und machte mich auf den Weg in den hohen Norden.

Am Busbahnhof verabschiedeten wir uns und jeder fuhr mit einem anderen Bus weiter.  Für uns beide wars komisch nach ununterbrochenem Zusammensein nun getrennte Wege zu gehen.

Der Bus fuhr mich auf kurvigen Strassen durch dicht bewaldetes und einsames Gebiet nach Mae Hong Son. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich mit Einheimischen Kontakt und spürte schnell, dass das Reisen in Thailand nicht schwierig sein wird.

Mae Hong Son ist ein kleines ruhiges und sympatisches Provinzhauptstädtchen. Es liegt mit einem Fuss schon fast in Myanmar und gibt einem das Gefühl am Ende der Welt zu sein.

In den 3 Tagen in denen ich dort verweilte, besuchte ich den frühmorgendlichen Markt, verschiedene (im birmanisch gebauten Stil ) Tempeln,

machte kleine Wanderungen (mit Samuel hätte es sicher noch mehrere Ehrenrunden gegeben) und liess mich von der regionalen Küche begeistern. Ich genoss die vielen interessanten Gespräche mit Mönchen und entspannte mich in einem Café direkt am See.

Dabei habe ich natürlich viel an Samuel gedacht und hätte mit ihm gerne meine Erlebnisse und Eindrücke geteilt.

Die Weiterfahrt ging weiter und führte mich von Mae Hong Son nach Pai.

Pai ist ein kleines Nest in den Bergen in welchem eine bunt gemischte Bevölkerung aus Shan, Thäilandern und muslimischen Chinesen leben. Mittlerweile haben sich auch etwa 300 Menschen aus aller Welt, vorallem Europäer, US-Amerikaner und Japaner niedergelassen.

In Pai ist deutlich eine stressfreie Atmosphäre spürbar. Die vielen zahlreichen Restaurants, der Nachtmarkt, das Leben am Fluss und die musizierenden Menschen machten das ich mich schnell wohl fühlte…

Ich hatte ein gemütliches Guest House gefunden. Es lag ausserhalb des Trubels und somit konnte ich die Natur und die Ruhe sehr geniessen. Ich hatte ein Häuschen für mich alleine… Schön!!

Am Abend wurde ich dann aber von vielen unerwünschten Tieren gestört. Anti Brumm half mir dann nach langem diese zum Verschwinden zu bringen… Es war wirklich eklig, Details erzähle ich besser nicht. Ich wünschte mir einmal mehr, das Samuel bei mir gewesen wäre… Auch wenn er nicht viel mehr tun konnte, es hätte mich beruhigt jemanden um mich herum zu haben… Aber ich war allein und habs dann auch irgendwie geschafft. Das heisst ich habe gehofft, dass es möglichst früh hell wird und ich aus dem Zimmer fliehen konnte… 🙂 Ach diese Tier-Schule die ich hier durchmachen muss… könnt ihr euch gar nicht vorstellen.:-)

So, der nächste Morgen kam zum Glück auch bald und ich machte mich früh los um eine Wanderung zu unternehmen. Schon früh wars eine unausstehliche Hitze. Trotzdem lief ich ca. 6 km zu einem Kloster wo ein 500 Jahre alter Buddha verehrt wird.

Die Menschen waren so freundlich, ich wurde zu Tee eingeladen und einer hat mich auf seinem Roller ein Stück mitgenommen. Alle Begegnungen mit den Thailändern waren bis dahin sehr angenehm. Sie sind sehr hilfsbereit, geduldig und verständnisvoll. Sie lachen viel und drücken eine  Zufriedenheit aus.

Meine Tagestour ging weiter. Ich schaute mir noch einige Tempeln an und wanderte mal Bergauf mal Bergab. Dabei erfreute ich mich an der schönen Natur.

In einem Kloster traf ich dann einen Mönch, mit dem ich bestimmt 2 Stunden philosophiert hatte. Er war ein sehr interessanter Mann.

Am Abend  hatte ich zum ersten mal ein richtig heftiges Gewitter erlebt. Aber ich genoss die Abkühlung enorm.

Der nächste Tag war ein Reisetag. Ich lernte im Bus eine Israelin kennen. Sie heisst Tal und steht noch am Anfang ihrer Reise. Sie wird, wenn alles gut kommt, auch 1 Jahr durch Asien streifen. Sie hat  in Thailand angefangen. Tal wurde somit für die nächsten 3 Tage meine Reisebegleiterin, da ihr Ziel auch Chiang Rai war. Durch Tal lernte ich ein bisschen mehr über die israelische Kultur und sprach ein paar hebräische Worte. Auch ein faszinierendes Land. Wer weiss wohin mich das nächste Flugi bringen wird… 🙂

Wir mussten mehrere Male umsteigen und dazwischen Stunden warten. Die Tee’s und Kaffees stärkten uns jeweils und somit waren wir überglücklich, als wir dann in Chiang Rai endlich ankamen. Es war bereits Abend.

Chiang Rai ist eher eine Stadt zum Wohnen als eine Touristenhochburg doch genau das gefiel mit sehr.

Nach unserer Ankunft, fanden wir eine wundervolle Bleibe. Getränke sowie gewisse Esswaren gab es umsonst, die jungen Hotelbesitzerinnen waren enorm freundlich und der Raum war sehr sauber und sogar ohne Krabbeltiere. Phuu, so konnte einem tiefen gesunden Schlaf nichts mehr im Wege stehen. 🙂

Tal und ich machten uns gleich auf den Weg zum Nachtmarkt. Die Stimmung war wunderschön und alles wurde farbig beleuchtet.

Tänze wurden unter offenem Himmel aufgeführt, die Menschen waren fröhlich und sie genossen das Zusammensein. Nun wusste ich weshalb keine Tiere in unserem Zimmer anzutreffen waren, denn sie lagen grilliert auf dem Markttisch für den Käufer bereit.

Der Markt wurde blitzartig abgeräumt als ein heftiges Gewitter daherkam. Für uns natürlich ein Zeichen, ein tailändisches Bier in einer Bar zu bestellen. Und siehe da, an der Bar sieht man die wenigen Schweizer die wir bis jetzt getroffen haben. Ein junger Wallisser streifte durch die Gassen und so tranken wir ein Thaibier auf die Schweiz.:-) Samuel hätte das auch gefallen.:-)

Am nächsten Tag wurden wir wieder vom Regen geweckt. Somit hiess es abwarten und Tee trinken bis der grösste Niederschlag vorüber war. Der Tee hier ist übrigens nicht so gut wie der Chai doch er macht ihm eine grosse Konkurenz. Dieser Rottee wird meistens kalt und mit Eis getrunken. Als Krönung wird es mit einem Milchschümli verziehrt. Er ist himmlisch…

Als sich die schwarzen Wolken wieder verzogen, machten Tal und ich uns auf die Socken. Wir wollten den Weissen Tempel anschauen. Er liegt etwa 15 bis 20 km südlich von Chiang Rai. Der Tempel soll  das Lebenswerk des zeitgenössischen thailädnischen Künstlers und Malers Chalermchai Kositpipat werden. Mit dem Bau dieser faszinierentden Tempelanlage begannen Kositpipat und seine Studenten im Jahr 1998. Der erste Teil des Wat Rong Khun ist mittlerweile weitgehend fertiggestellt.

Der Künstler möchte mit seinem Werk ein irdisches Paradies erschaffen.  Die weisse Farbe steht für die Reinheit Buddhas, das weisse Glas für dessen Weisheit.  Beim Bau des Tempels wurden Spiegelglasscherben verwendet. Diese bewirken, dass der Tempel sowohl im Sonnenlicht als auch bei Mondschein glitzert.

Finanziert wird das aufwendige Bauwerk zum einen durch den Künstler selbst, zum anderen durch öffentliche Spenden.

Tal und ich waren sehr fasziniert von diesem wundervollen Tempel. Noch nie hatten wir einen solch schönen gesehen.

Und das beste waren die Toiletten, die waren in einem goldenen Gebäude :-)) So sollte man sein Geschäft immer verrichten dürfen:-) hihi

Wir fuhren mit dem Bus zurück nach Chiang Rai. Wir beschlossen noch einen andern Tempel zu besichtigen. Dieser ist sehr berühmt, weil im 14. Jh. ein Blitz in den Tempel einschlug und dadurch  den Blick auf den heiligen Smaragdbuddha frei gab, welcher jedoch mittlerweile in Bangkok aufbewahrt wird. Nun ist aber ein Jade buddha sichtbar.

So, danach war wieder Markt angesagt. Dies war aber ein anderer als den Tag zuvor. In Thailand gibts die normalen Märkte oder dann die spezielleren und grösseren friday-, saturday- oder sunday- market’s. 🙂 Nun war aber ’nichts‘ spezielles. Ein immenses Essensangebot war vorhanden und der Marktplatz wurde von unzähligen Garküchen gesäumt. Überall stehen reihenweise Tische und Stühle und für kleines Geld kann man  dort essen was rundherum gekocht, gebrutzelt und gebacken wird: Nudelsuppen, scharfe Currys, Seafood und vieles mehr. Das „grosse Fressen“ ist in Chiang Rai allabendlich zu erleben und ein wahres Fest. 🙂

Neben den üblichen Souvenir-, Bekleidungs- und Schmuckständen gibt es auch zahlreiche Massageangebote. Massiert wird auf Liegestühlen unter freiem Himmel.

Klar, inzwischen regnete es wieder wie aus Kübeln, der Monsun ist halt voll da und wir mittendrin…

Dann montierten wir unsere Schwimmflügeli und machten uns auf den Heimweg. Leider hatten wir uns noch verirrt und suchten längere Zeit unser Guest House. Dazu kam, das ich mit meinen laotischen Flip-Flop immer umherrutschte!!! 🙂 Zum Glück gab uns der Uhrenturm dann die Orientierung zurück.

Am nächsten Tag trennten sich die Wege von Tal und mir wieder. Aufgrund des schlechten Wetters reiste Tal weiter nach Laos. Sie hofft dort auf sonnige Tage. Ich zog in den Norden nach Mae Sai.

Das heisst in Mae Sai wollte ich dann doch nicht übernachten und fuhr desahlb spontan und direkt nach Chiang Saen. Dort fand ich eine wunderbare Unterkunft. Wieder ein Häusle für mich alleine. Ich wurde von den Besitzern sofort ins Herz geschlossen und wurde immer wieder zu Getränken, Gesprächen, Baustellenbesichtigungen usw. eingeladen.

In der ersten Nacht wurde ich dann geweckt. Natürlich war ich nicht alleine. Neben ganz vielen Fliegen, Würmer, Mücken und irgendwelchen andern  Viechern, störten mich nun noch Frösche. Genau, Frösche hüpften quer durch mein Zimmer. Mal ab auf die Wand, mal wieder auf den Boden… 🙂 Zu mir aufs Bett hätten sie sich nicht getraut. Sie hatten wohl Angst davor, geküsst oder an die Wand geworfen zu werfen. :-)) Um ehrlich zu sein, ich war ja auch froh darüber:-)

Irgendwie konnte ich nicht gut schlafen und war  sehr froh als der Morgen erwachte.

Chiang Saen ist eine ruhige Stadt am Mekong Fluss. Dieser Fluss bildet die Grenze zwischen Thailand und Laos. Genau, soooo nah war ich dem schönen Laos wieder… 🙂

Zwischen dem 10. und 13. Jh. wurde Chiang Saen vermutlich von den Thais besiedelt. Sie gehört damit zu einer der frühesten Siedlungen der Thai im heutigen Staatsgebiet. Aus jener Zeit stammen die noch gut sichtbar, rechteckige 5km lange Befestigungsmauer, die von Büschen und Teakbäumen überwachsen ist, sowie ein Graben, welche das Zentrum umschliessen.

Ich wählte diesen Ort aber nicht wegen den Befestigungsmauern aus, sondern weil er in der Nähe des Goldenen Dreiecks ist. Ja das Dreiländereck zwischen Thailand, Myanmar und Laos  ist deutlich sichtbar. Man sieht die Einmündung des Ruak Rivers, der die Grenze zwischen Myanmar bildet, in den Mekong, der Thailand von Laos trennt.

Ich entschied einige Tage dort zu bleiben. Dazu kam, dass ich nicht täglich ein vollgestopftes Programm erstellen konnte, es regnete immer wieder stark und für mehrere Stunden. Dann hiess es wieder Teeli trinken. Schöner Stress… :-))

In einem meiner Tage in Chiang Saen besuchte ich die Hall of Opium. Denn in dieser bergigen Grenzregion war Opium lange eine wichtige Einnahmequelle für die hiesigen ethnischen Minderheiten. Es gehörte zu einem der grössten Opiumanbaugebiete der Welt. Die Regierung hat dem Mohnanbau dann einen Riegel vorgeschoben und fördert stattdessen die Kultivierung anderer Nutzpflanzen. Entlang der Grenze gibt es allerdings nach wie vor Bereiche, die nicht kontrolliert werden.

Ich habe auf jeden Fall in diesem schönen Museum viel über die 5000-jährige Geschichte  des Opiums gelernt. Es wurde unter anderem über die weltweiten legalen wie illegalen Handelswege, über die Opiumkriege und die Opiumraucher  berichtet.

Als ich das Museum verliess wurde ich auf der Strasse von einem Autofahrer angehalten. Auf dem Beifahrersitz war ein „Westeler“. Die erste Frage war woher ich komme, danach wohin ich nun gehe. Ich antwortete ich sei aus der Schweiz und gehe nun zum House of Opium (es hat eine Hall und ein House…). Die beiden Männer hatten Freude, denn der „Westeler“ war ein Schweizer. Der Zürcher auf Reisen… 🙂  Ich fuhr mit ihnen ins Zentrum, wir schauten uns gemeinsam  das House of Opium an und danach assen wir zu Dritt ein leckeres Mittagessen. Es war schön, wieder mal Schweizer Deutsch zu sprechen.  Wir hatten gute Gespräche und ich spürte sehr stark, wie weit ich von der Schweiz entfernt war… Plötzlich bemerkt man wie asiatisch man schon ist… Es ist halt schon eine ganz andere Lebensweise…

Nach einiger Zeit hatte ich wieder genug von schweizer Deutsch und den „Schweizer-Problemen“ und verabschiedete mich.:-))

In den kommenden Tagen machte ich einen Ausflug in ein nahegelegenes Städtchen,  verbrachte  viel Zeit mit Lesen, chillen am Mekong, Krisengespräche mit der Besitzerin des Guest houses und natürlich Tee trinken. 🙂

Nun liess ich den nördlichsten Punkt Thailands hinter mir und machte mich wieder auf den Weg. Ich bewegte mich wieder langsam näher zu Samuel. 🙂 Wie es ihm wohl ergehe… Ich freute mich auf jeden Fall auf ihn und war gespannt darauf was er zu erzählen hatte. Bin aber jetzt schon sicher, dass er über Gesäss- und Rückenschmerzen klagt 🙂 Deshalb: schnell in den Bus und zurück nach Chiang Rai. Dort blieb ich nochmals 2 Tage. Im selben Guest house, im selben Zimmer (ohne Krabbeltiere). Den Nachtmarkt habe ich natürlich rauf und runter abgeklappert und könnte noch Heute genau beschreiben  wo was zu kaufen ist. Ich habe aber nichts gekauft, ihr wisst ja, ich bin noch immer Reisende und muss alles Gekaufte selber am Rücken tragen. So quasi ein Schleppesel, welcher viele verschiedene Orte sehen darf, seine Last wird nur abends entfernt zum Ruhen:-) Und da ich bereits Schulterprobleme habe, weil wir an Reise-Muskelschwund leiden, darf ich jaaaa nichts shoppen…  (Auch gut für mein Portemonnaie)

So, der Bus fuhr mich dann früh morgens nach Phitsanulok. Ich war den ganzen Tag unterwegs und nach Ankunft im Hotel ging ich an den Markt. Trotz so vielen Marktbesuchen erfreue ich mich immer wieder über frische Früchte und Gemüse, farbige Kleider und diskussionsfreudige Verkäufer. Dort wo die Tiere geschlachtet oder tot aufgehängt werden, ist mein Motto: „Grind ache u sekle…“ 🙂

Danach schaute ich mir in einem Tempel eine Buddhastatue an, welche als eine der schönsten und heiligsten des Landes gilt. Ich empfand sie wirklich auch sehr schön und die gesamte Stimmung beeindruckte mich sehr. Mönche beteten laut, Gläubige knieten nieder und brachten ehrfürchtig die Hände zusammen, Räucherstäbchen glühten vor sich hin und Kerzen wurden entzündet. Ja, ich verstand sehr gut, dass man sich dort wohl fühlt…

Nun wars soweit!!! Am nächsten Tag trafen  Samuel und ich uns an der Busstation von Phitsanulok.  Das Wiedersehen war sehr schön und wir erzählten uns Stunden für Stunden unsere Erlebnisse, Gedanken, Gefühle…

Ja, es war schön wieder zusammen zu sein und unsere Reise gemeinsam weiterzuführen. Trotzdem wars für uns beide auch eine gute Erfahrung ohne den andern zu sein.

Wie unsere Reise weiter ging, das lest ihr dann im nächsten Blog, nun müssen wir nämlich ein Tee trinken und uns erholen vom Blogschreiben. Es braucht immer mehr Energie und Motivation. 🙂

Geniesst den Sommer und die restlichen Wochen ohne uns:-)

Liebe Umarmung

Samuel und Nora

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XIN CHÀO!! 🙂

Wir sind inzwischen in Vietnam angekommen. Beim Grenzübergang von Kambodscha nach Vietnam ging alles ohne Probleme voran. Dies verwunderte uns enorm, da wir viel negatives darüber gehört hatten. Wenn man ins neue Land kommt, wird einem immer hinter dem Ohr die Körpertemperatur gemessen. Unsere war gut. Danach forderte ein Beamter den internationalen Impfausweis. Wir zögerten zuerst, zückten ihn dann aber und erfreuten uns, dass wir belohnt wurden und nicht noch  2 US- Dollar bezahlen mussten. 🙂

Wir kamen im ersten vietnamesischen Dorf Ha Tien an. Alle Menschen die  wir getroffen hatten sprachen kein Englisch. Somit war’s wieder mal eine Herausforderung den Bus zur nächsten Station zu buchen. Wir brauchten Sage und Schreibe einen ganzen Tag dafür. Das hatten wir in Indien das letzte Mal erlebt. Uns macht das Spass. Es fordert und zeigt uns immer wieder, dass man geduldig sein muss.:-)

Früh Morgens gings dann los unser Bus sollte um 5:30 abfahren. Da man immer eine halbe Stunde vor Abfahrt am Busbahnhof sein muss, wars noch dunkel als wir uns auf den Weg dorthin machten. Zwei Motofahrer nahmen uns mit, auf je einem Gefährt einer von uns mit  Sack und Pack. Nicht ganz ungefährlich diese Aktion. Sie wird sich aber immer wieder auf unserer Reise in Vietnam wiederholen. Es verlief aber alles glatt. Wir wurden dann zu unserem Bus verwiesen. Im Dunkeln stand er da, der Kontrolleur  wechselte noch kurz das T-Shirt und studierte dabei wieviele Vietnamesiche Dong er uns abluchsen kann und die Räucherstäbchen glühten schon gemächlich vor sich hin. Vor jeder Fahrt oder bei Fahrerwechsel machen sie Gebete und zünden eben ein paar Räucherstäbchen an und befestigen sie an der Frontseite des Fahrzeuges.

Es war die einzige Reise in einem lokalen Bus und für uns ein Highlight. Nur so lernt man das Land am besten kennen. Schön diese Erfahrung noch gemacht zu haben. Vollgestopft, laut hupend und der Fahrtwind im Gesicht verringerten sich die Kilometer auf holprigen Strassen nur sehr langsam. Nachdem tatsächlich der Kontrolleur noch einen Aufpreis verlangte und wir uns weigerten diesen zu bezahlen lächelte er verlegen und bot mir eine Zigi an. Ich lehnte höflich ab. Die Fahrt war alles andere als Erholung, Rücken und Nackenschmerzen plagten uns doch fühlten wir einmal mehr, dass dieses ursprüngliche Reisen am meisten Abenteuer verspricht.

Als wir dann endlich in Can Tho angekommen sind war der Tag nur noch dazu da, ein gutes Hotel zu finden.  Im Übrigen dürfen vietnamesische Menschen nicht mit „farangs“ (Ausländer) im selben Zimmer nächtigen, wenn sie nicht verheiratet sind. Die Polizei kontrolliert das genaustens, sie kommen Abends vorbei.

Can Tho ist  die grösste  Stadt des Mekong- Deltas. Sie wirkt einladend auf Besucher und zeigt das Leben von Handel in der Stadt und auf dem Fluss.  Man findet kaum aufdringliche Strassenhändler und das Feilschen auf den Märkten und das Bestaunen  der verschiedensten Angebote verzaubern schnell und geben einen tiefen Einblick in das vietnamesische Leben.

Am nächsten Tag machten wir eine Tagestour mit dem Boot. Unser Bootsführer sprach nur wenig Englisch, aber sein Humor war schnell zu spüren.

Es war ein stimmungsvoller Einstieg in den Tag, der Sonnenaufgang war wieder einmal mehr wunderschön! Ja, um am schwimmenden Markt die besten Lebensmittel zu ergattern heißt es früh aufstehen.

Der erste Stopp  war an einem grossen Markt, welcher diese Gegend sehr besonders macht.

Man trifft die ersten grosse Handelsboote an, sie warten dort auf ihre Kundschaft, meist sinds andere Händler, die ihnen ihre Waren abkaufen.

Die kaufinteressierten Händler steuern ihre Boote zielsicher zu den großen Handelsbooten. Erst wird verhandelt, dann angedockt und die gekaufte Ware umgeladen.

Wer Interesse hat sieht schon an einer Stange, welche vorne am Boot angemacht wurde, welche Frucht oder welches Gemüse verkauft wird.

Eindrücklich war die vielfältige Handelsware, die auf eine ruhige Art verkauft wurde. Und natürlich nehmen sich die Vietnamesen immer wieder Zeit für ein Schwätzchen.  Das gehört sich doch wohl auf einem richtigen Markt.

Viele der Händler leben auf ihren Booten und sind die meiste Zeit des Jahres auf den Flüssen unterwegs. In einer kleinen Kabine spielt sich das ganze Leben ab. Die Wäsche wird direkt im Mekong gewaschen und dann zum Trocknen in den Fahrtwind gehängt.

Mit den lebensnotwendigen Dingen werden die Flussnomaden von den kleinen Handelsbooten versorgt.

Unsere Reise auf dem Fluss ging weiter. Wir fuhren  zu einer Reis- Nudelfabrik. Die Produktion besteht natürlich aus mehreren Schritten. Als erstes wurde das Reis gestampft und mit Wasser vermischt, dann entsteht eine teigige Paste, die sie dann wie eine Crepe auf einer Platte erhitzen. Diese grossen „Crepes“ werden in der Sonne getrocknet. Wenn sie trocken sind, werden sie durch eine Maschine zu leckeren „Spaghettis“ verarbeitet.

Die Hygiene liess also zu wünschen übrig… Aber wir sind ja nicht heikel… 🙂

Als nächstes hatten wie bei einem Früchtegarten einen Stopp eingelegt. Dort wurde sehr viel angepflanzt, von Ananas über Bananen zu Dragon Fruits bis hin zu vielen exotischen Früchten, die wir noch nie gesehen hatten. Jede wurde aber getestet und die meisten wurden als sehr lecker empfunden.

Unser Guide überraschte uns dann also wirklich, er zeigte sein grosses Wissen über die Natur. Natürlich kletterte er auch zwischendurch auf eine Palme oder versteckte sich hinter einem Busch und jagte uns somit immer wieder einen Schrecken ein. Dieser alte Spassvogel… 🙂 Wenn er nur schadenfreudig lachen konnte… 🙂

Bevor wir wieder aufs Boot zurück gingen, mussten wir eine Brücke überqueren, die nur ein Bambusstamm war.

Die kreativen Künste präsentierte unser Guide uns dann auf dem Boot, als es ihm langweilig wurde  und er nichts zu lachen mehr hatte:-) Aus Palmenblätter hat er uns diverse Sachen gebastelt. Zuerst eine Heuschrecke, danach eine Brille, Ringe für Nora, eine Halskette, ein Armketteli für mich usw…

Bevor unser Tag auf dem Boot dann zu Ende ging, besuchten wir nochmals einen schwimmenden Markt. Er war  deutlich kleiner als der Erste, trotzdem aber auch sehr schön und gehandelt wird auch dort. Wir erfrischten uns mit einer Kokusnuss, bevors dann wieder retour an Land ging.

Ja, das war ein schöner und eindrücklicher Marktbesuch!! 🙂

Nora und ich setzten unsere Vietnamreise fort und landeten schliesslich in Ho-Chi-Minh- City oder besser bekannt als Saigon.  Wir hatten uns für ein Hotel entschieden, welches im Reiseführer sehr empfohlen wurde. Man kriegt gratis verschiedene Früchte, Tee ist auch gratis und das Frühstück  und Abendessen sei im Zimmerpreis inbegriffen. Der Preis war daher eher hoch (der höchste seit wir reisen…). Wir waren dann aber doch etwas enttäuscht von dem Preis- Leistungsverhältnis. Es gab keine Früchte, sondern nur 1 Frucht nämlich die billigste: die Banane, Tee gabs den vietnamesischen Grüntee, jedoch eigentlich nur zu den Mahlzeiten, bei Nachbestellung wurde man immer sehr böse angeschaut, zum Frühstück gabs ein altes Baguette mit einer sehr öligen Omelette und das Abendessen war eine Nudelsuppe zum Aufkochen. Tag für Tag… :-)) Jedoch wurden wir immer wieder mit einem überfreundlichen: „Hello, how are you?“  von den Angestellten begrüsst. Schlussendlich freuten wir uns wirklich darauf, wenn es uns gelang ohne Gesehen zu werden ins Zimmer oder nach Draussen zu flüchten. 🙂

Saigon, was für eine Metropole, da muss man sich also anschnallen, denn sie ist immer in Bewegung (verkehrstechnisch und wirtschaftlich gesehen…).

Saigon  zeigt schmale Gassen, welche zu uralten Pagoden führen, lebhafte Märkte, wackelige Holzbuden und ehe man sich versieht, wird man in die Gegenwart kapituliert und findet sich im Schatten schicker Wolkenkratzer und riesigen Einkaufszentren wieder.

Es ist eine harmonische Mischung aus bewegter Geschichte und Moderne zu finden und kann so für manche eine charmante Stadt darstellen… Nora und ich fanden sie halt typisch Grossstadt mit Asienflair und nicht sehr charmant… 🙂

Der Verkehr war wirklich äusserst unangenehm. Sie fuhren einfach ohne nach Links und Rechts zu schauen. Es war ihnen alles egal und wir rechneten mit dem schlimmsten. Denn sogar auf dem Trottoir kamen uns die Rollerfahrer entgegen. Aber wir sind gekonnte Ausweicher, schliesslich ist das wohl in ganz Asien ein grosses Problem.

In unseren Saigon Tagen, besuchten wir einen Markt. Das war ja wahnsinnig. Kaum hatte man den ersten Schritt ins Marktgelände getan, wird man unweigerlich am Arm gepackt und hineingezogen: „Medem, luuk ät thiis. heppy dei for iiu!! weri tschiip präis jöst for iiu. Sör pliis bäi this, it is weri weri näis!!!“ Bla Bla Bla, irgendwann kann man diese Sprüche nicht mehr hören…!!! Die Shoppinglust vergeht so jedem hardcore-shopper… Nach kurzer Zeit rissen wir uns aus den verkäuferischen Händen raus und flüchteten. Da war uns der abnormale Strassenverkehr fast noch angenehmer. 🙂

Wir schauten uns eine Statue von Ho-Chi- Minh an. Ho- Chi- Minh war  ein vietnamesischer Revolutionär, Premierminister und 1955- 1969 war er Präsident der demokratischen Republik Vietnam.

Wir besuchten dann noch eine katholische Kirche. Zwischendurch erholten wir uns in einem sehr leckeren, aber absolut teuren Kaffee der Stadt.

Am zweiten Tag in Saigon, besuchten wir das Kriegsrelikte- Museum. Das Museum wurde kurz nach Kriegsende im September 1975 eröffnet. Es dokumentiert die Grausamkeiten des Krieges und man sieht zahlreiche Fotos von Kriegsopfern, darunter Folteropfer,  deformierte Babys und zerstückelte Leichen. Alles Folgen dieses sinnlosen Krieges. Immerhin werden aber auch Fotos von Anti- Kriegs- Demonstrationen gezeigt. Wenn man Vietnam besucht, sollte es zum Pflichtprogramm gehören sich dieses Museum anzuschauen. Auf dem Aussengelände befinden sich Panzer, Flugzeuge, Bomben und anderes…

Als nächstes besuchten wir noch das Museum für tradtionelle vietnamesische Medizin. Dort steht die Historie der Naturheilkunde im 2. Jh. bis Heute im Mittelpunkt. Interessant war für uns die Nachbildung eines traditionelles Arzneimittelgeschäftes mit den vielen Schubladen in denen sich die Kräuter für Teemischungen befanden.

Die Vietnamesen werden sehr stark durch die Chinesen geprägt, das ist uns in verschiedenen Aspekten aufgefallen, sei es eben in der Medizin, Tempelanlagen oder in Tai Chi…

Auf dem Rückweg fand ich am Boden eine Geldnote. Sie war nicht uns, ich schaute mich herum wem sie wohl gehören wird. Sehr schnell kam ein Mann auf mich zu und streckte die Hand aus. Er sagte leicht aggressiv: „Gib mir das Geld.“ Nora und ich dachten natürlich, dass ihm das Geld auch gehöre und somit gaben wir ihm dies. Er schaute uns sehr böse an und lief dann davon. Wir beobachteten ihn, wie er mit dem Geld zu seinen Kumpels lief und laut lachte. Für uns war dann gleich klar, dass ihm das Geld nicht gehörte.  Als wir erneut bei ihm  vorbei liefen, sagte ich zu ihm, dass dies nicht ein ehrlicher Weg sei, was er hier mache. Er zuckte die Schultern und konnte uns nicht mehr in die Augen schauen. Es war halt einfach wieder mal ein trauriges Zeichen. Einige Menschen sind einfach nicht mehr ehrlich. Tja…

Wir liefen zurück ins Hotel und erfreuten uns wahnsinng über die Banane, den Grüntee und die instant noodle soup mit den überfreundlichen Angestellten… 😀

Im Übrigen haben wir festgestellt, dass uns Schmuck und 100 US- Dollar gestohlen wurde. Seit wir in Kambodscha und nun Vietnam sind, gehen die „Zimmermädchen“ Morgens rein und bringen eine Rolle WC- Papier oder wechseln die Handtücher aus (Ja, diesen Standard haben wir inzwischen… In den vorherigen Ländern hätten wir davon nur träumen können…).

Wir waren enttäuscht, besonders Nora. Sie kaufte sich so einiges an Schmuck in Nepal und Indien, wo ja immer eine spezielle Situation, Ort, ja eine Geschichte dahinter  steckte…  Aber wir müssen alles Annehmen und Loslassen… Wir wissen leider nicht genau wo uns diese Sachen gestohlen wurden.

Glücklich waren wir als wir die grosse Stadt wieder verlassen konnte und so freuten wir uns auf die nächste Station mit kühlerem Klima. Denn der nächste Tag brachte uns nach Da Lat. Diese Fahrt war begleitet von dem Duft von Erbrochenem. Unsere Nasen sind ja nicht mehr so heikel, dieses Training hatten wir ja in Indien erfolgreich absolviert, aber es war ein wirklich krass penetranter Geruch, welcher uns bis ans Ziel verfolgte.

Da Lat liegt auf 1500 m Höhe und man kann somit dem feucht- heissen Klima entfliehen. Es waren sehr milde Temperaturen… In Da Lat findet man viele Blumen und man nennt diesen Ort auch ‚Stadt des ewigen Frühings‘.

Da Lat wurde während der Vietnamkriege verschont und kein einziges grösseres Gefecht hat da stattgefunden.

Nach Ankunft hatten wir nicht mehr viel getan, ein gutes Hotel gesucht und danach gabs für Nora eine heisse Schoggi und für mich einen wunderbaren Esspresso…

Am nächsten Tag geschah bei uns nicht viel. Wir waren platt,  müde, erschöpft. Deshalb gabs mal wieder ein Lese- und Kaffeetag.:-)

Wir beobachteten wie eine Frau  auf der anderen Strassenseite zu Boden stürzte. Viele Vietnamesen liefen neben ihr durch, schauten sie an, haben aber nicht geholfen. Irgendwie hat uns das ein wenig schockiert. Auch der Mann, der mit ihr unterwegs war zögerte. Später  half er ihr dann.

Dann schauten wir einer buddhistischen Nonne zu, welche zu dieser Zeit gerade „Kinhin“ praktizierte. Kinhin ist eine buddhistische Methode der Entschleungingung- so langsam  und bewusst Gehen wie möglich. Den Augenkontakt hielt sie mit dem Boden. Ein schönes Bild… Nora und ich versuchen das dann mal in Zürich zur Feierabendzeit.:-))

Am nächsten Tag hatten wir uns einen Roller gemietet. Wir kundschafteten die Gegend aus und machten einen Stopp um eine Wanderung zu unternehmen. Unser Ziel war der Lang- Bian-Berg.  Die schönen Wanderwege fehlten uns schon ein wenig, aber somit hatten wir mal wieder Bewegung und konnten die Natur voll geniessen.

Der Aufstieg war anfänglich sehr angenehm, danach gings steil Treppen hoch… Wir kamen schon ins Schwitzen, oder Nora…? 🙂

Als wir dann endlich oben angekommen sind, wurden wir von einem kühlen Wind und schöner Aussicht belohnt.

Unser Roller fuhr uns zu einem absolut lustigen Wasserfall. Wurde er doch gerühmt im Reiseführer… Aber als wir dort ankamen wars einfach nur lustig. Es war fast wie ein kleiner Park, wo man Elefanten und Strauss reiten kann, man kann für ca. 50 m Fahrt ein Seilbähnchen besteigen, den kleinen Wasserfall anschauen oder viel Geld ausgeben für eine Glace. Wir hatten uns dann für die Glace entschieden.:-)

Schnell weiter… Der nächste Halt war beim Bahnhof, welcher aus einem wirklich schönen Gebäude besteht. Kurz ein Foto schiessen und weiter gehts…  Wir suchten eine spezifische buddhistische Pagode. Die fanden wir dann leider nicht auf Anhieb und landeten bei einem Gebäude, welches erst auf den zweiten Blick zu erkennen war, dass es sich eher um eine Sekte hielt, als eine klassische buddhistische Ausrichtung.  Auch hier- schnell weg. Wir fanden unsere Pagode. Ein Novize schloss sie aber gerade. Da wir aber so wahnsinnig liebe Menschen sind, durften wir noch rein. Es war ein  sehr langes und interessantes Gespräch mit dem Novize. Immer wieder können wir viel von ihnen über ihre Religion  lernen. Wir haben noch erfahren, dass ein gläubiger Mensch nicht in die Hölle kommen kann, wenn er einen von den 4 Orten besucht hatte, an denen Buddha geboren oder  gestorben ist, die Erleuchtung erreicht hatte  oder dort wo er die Regeln (der 8-fache Pfad) verkündet hatte. Wow, ihr wisst ja, wir waren in Lumbini (dort ist Buddha geboren) und in Bodhgaya (dort hat er die Erleuchtung erreicht). Somit werden Nora und ich nie in die Hölle kommen,  good to know, oder…!?:-)

Bei Kälte und Dunkelheit fuhren wir dann mit dem Rollerli zurück zum Hotel und gönnten uns ein richtig gutes Abendessen.

Am nächsten Mittag fuhren wir nach Hoi An. Zum ersten Mal fuhren wir  in einem Sleeper Bus. Ihr müsst euch vorstellen, in diesen Bussen haben  ca. 40 Menschen Platz. Man liegt wie in Liegestühle am Strand nebeneinander. Die Sitze sind zwar nie so komfortabel und sie sind deutlich enger- man kann sich kaum zur Seite drehen. Somit sind in der Buslänge je 3 Reihen von diesen Sitzen und das im Doppelstock:-) Fürchterlich eng, aber ein Erlebnis. Nach solchen Fahrten ist man aber nie ausgeruht und man spürt jeden Knochen, Muskel und die Gelenke:-)

Trotz einer erfrischenden Dusche in unserem teueren Hotel in Hoi An, waren wir noch immer müde und schlapp.  Somit nutzten wir diesen Tag für unsere Administration. -Ja,  auch wir Reisende haben Administration zu erledigen. Kopie des Passes, ausdrucken eines Flugtickets, E-mails lesen und ggfs. schreiben, Organisieren unserer Weiterreise… Unser Beruf ist Traveller und wir nehmen diese Aufgabe sehr ernst… 🙂 Teamarbeit ist gefragt, Egoismus ist keine Lösung und jeder darf offen und ehrlich über seine Probleme reden… 🙂

Hoi An verfügt über eine hübsche Altstadt in der freundliche Bewohner leben, gute Restaurants sind und tolle Shopping- Möglichkeiten hat. Abends verwandeln sich die engen Strassen der Altstadt in heimelige Gassen, verkehrsberuhigt und von zahllosen bunten Seidenlampen beleuchtet.

Wir empfanden diese Stadt im Vergleich zu den anderen vietnamesischen Städten als sehr angenehm ruhig und entspannend.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Roller zum Marmorberg. Die fünf Kalksteinfelsen enthalten so reiche Marmorvorkommen, deshalb taufte sie ein Kaiser ‚Marmorberge‘. Die Berge sind den fünf Elemente der chinesischen Kosmologie zugeordnet: Wasser, Metall, Erde, Holz und Feuer. Es gab dort verschiedene Höhlen, Tempel und Buddhastatuen. Eine hat uns speziell gut gefallen, die Lichtverhältnissen zeigten  Buddha von seiner besten Seite.

Unsere Roller brachte uns nach Da Nang. Die grösste Stadt Zentralvietnams interessierte uns aber nicht sonderlich, nur das Cham- Museum, welches 300 Exponate an Cham – Kunst enthält. Weil die Cham- Kultur sehr beeinflusst wurde vom Hinduismus und wir unser Studium darüber in Indien erfolgreich abgeschlossen hatten, kannten wir fast alle  Gottheiten beim Namen. Auch Joëlle’s Freundin Tara haben wir nun endlich persönlich kennengelernt.:-)

Unser Magen begann dann irgendwann mal zu knurren und wir suchten etwas zu Essen.  Leider fanden wir weit und breit nichts Vegetarisches. In einem Restaurant, in dem wir uns die fleischlastige Menuekarte anschauen wollten, war alles am Boden: Bierbüchsen, Essen, Muschelschalen, Servietten und allerlei an Essensresten. Ein nicht sehr schönes Bild, welches wir in Asien aber immer wieder antreffen. 🙂

Auf der Heimfahrt hatten wir Schutzengel mit uns. 2 Autos kamen uns auf unserer Spur entgegen und wir konnten Dank dem gutlenkigen Roller noch ausweichen und uns Retten. Wahnsinnig was alles auf diesen Strassen geschieht. Sie haben keine Regeln, Jeder fährt wie er will und wies ihm passt. Aber wir hatten einmal mehr Glück…

Wir besuchten noch kurz den Strand von Hoi An. Dieser war jedoch nicht sehr speziell und somit verbrachten wir kaum Zeit dort.

Die schöne abendliche Stimmung mit einem leckeren Abendessen am Fluss gefiel uns wie immer sehr gut…

Unser rotes Röllerli  führte uns den Tag darauf nach My Son zu den Tempelanlagen.  Das von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Areal war die heiligste Stätte der Cham- Zivilisation. Sie liegt in einem dicht bewaldeten Tal, umgeben von steil aufragenden Felsen. Ein grosser Teil dieser Ruinen, die viele Jahrhunderte überdauert hatten, wurde leider bei US – amerikanischen Bombardierungen schwer beschädigt. Angkor stellt aber My Son definitiv in den Schatten.

Unser Highlight an diesem Tag war aber nicht My Son, sondern eine zufällige Begegnung mit einer Dorffamilie. Wir haben es uns zur Gewohnheit gemacht in dörflichen Gegenden am Strassenrand Früchte zu kaufen. Wir können so die arme Bevölkerung auf dem Land besser unterstützen und dabei schätzen wir den ehrlichen Kontakt sehr. Auch an diesem Tag  wurde uns bewusst, dass Menschen die nicht so mit Tourismus in Kontakt sind eine sehr herzliche Art haben. Das kann man von all unseren bereisten Ländern sagen.

Die Mutter hatte eine Kriegsverletzung am Arm aber sie zeigte einen sehr natürlichen Umgang mit ihrer „Behinderung“. Ich durfte sogar ihre Deformitäten ohne Probleme anfassen. Dies zeigt uns immer wieder die Offenheit solcher ‚Intimitäten‘. Bei uns werden solche Sachen oftmals versteckt.

Bevor wir gingen schenkten sie uns aus einer freundlichen Geste heruas spontan eine Melone. Wir freuten uns sehr darüber. Dies war unser schönster Kontakt in Vietnam.

Als wir zurück kamen stand unser Badezimmer unter Wasser. Ein Schlauch hatte ein Leck. Sofort teilten wir dies der Reception mit. Mit einem verlegenen Lächeln sagte sie uns das jemand kommt und es reparieren wird. Das Wasser lief und lief und erst nach 30 Minuten kam ein Mann. Schnell erkannten wir, dass es sich nicht um einen ausgebildeten Sanitär handlete. Er schaute sich zuerst das Leck an und hantierte rum ohne den Hauptwasserhahn zu schliessen. Danach brachte der ganze Schlauch ab und das Wasser schoss heraus wie eine Fontäne. Wird das wohl gut kommen. Das Gepäck schleuderte ich glücklicherweise noch rechtzeitig auf das Bett, während das Wasser nun auch den Korridor erreichte.  Schnell gab es eine grosse Überschwemmung.   Niemand wusste wo man den Haupthahnen abschalten musste.  Erst nach langer Suche fanden sie diesen im Obergeschoss(???). Das war ein Spass!!!! Was hätte Mäsi wohl dazu gesagt?! :-)) Danach gings flott und unser Boden war auch wieder sauber. 🙂

Am letzten Tag in Hoi An war Shoppen angesagt. Sogar ich war begeistert- vielleicht auch nur weil ich dringend neue Hosen brauchte?!? :-)) Dazwischen war immer wieder ein Kaffee notwendig und leckere Gebäcke hatten wir verspiesen.  Zum Abschluss gabs dann ein leckeres indisches Abendessen.

Flott gings dann nach Hue weiter. Am ersten Tag schlenderten wir durch die Stadt, assen in einem pure vegetarian Restaurant köstlich  und schauten uns eine kath. Kirche an.

Hue ist die hisotrische Hauptstadt von Vietnam  (1802-1945) und Sitz der letzten Kaiser und schmiegt sich an die Ufer des Song Huong. Dort befindet sich auch die alte Zitadelle der kaiserlichen Befestigungsanlage. Diese besuchten wir dann am zweiten Tag auch gleich. Für uns war dieser Ort jedoch nicht sehr interessant. Teils vom Krieg beschädigte Gebäude und Bilder von Kaiserdynastien, die uns ein bisschen langweilten war alles was wir sahen konnten.

Es war aber eine unheimliche Hitze und somit gingen wir frühzeitig mit Sonnenbrand und Kopfschmerzen in ein Restaurant, wo wir wirklich  sehr gute Pizzas gekriegt hatten. Danach ab nach Hause unter den Ventilator wo wir uns nicht mehr bewegten.

So, wir fuhren am späten Nachmittag des anderen Tages mit einem Sleeper Bus in Vietnams Hauptstadt: Hanoi. Diese Stadt ist eine aufsteigende Metropole mit grossem Wirtschaftsboom. Täglich drängen sich mehr Mopeds in den engen Altstadtgassen und auf dem baumgesäumten Boulevards  die von den französischen Kolonialherren angelegt wurden.

Nach Ankunft hiess es wieder Organisation… Ticket für unsere erste Zugfahrt buchen, sowie den Trip in die Ha Long Bucht.

Am nächsten Tag gings früh los. Mit vielen anderen Touristen fuhren wir in einem Bus nach Ha Long Stadt, dort wurden wir auf ein Schiff gebracht. Dann ging die Schifffahrt los, ab in die Ha Long Bucht!!

Wir kriegten als erstes auf dem Schiff etwas zu Essen. Danach stoppten wir bei einer Höhle, welche schön beleuchtet wurde.

Nach diesem Höhlenbesuch ging die Schifffahrt weiter, manchmal erinnerte es uns an den Vierwaldstättersee.

Wir machten einen Halt und Nora und ich stiegen zum ersten Mal in ein Kajak.:-) Mit anfänglichen Steuerungsproblemen bekamen wir das Kajak dann gut in den Griff. Das war ein Spass!!!! 🙂

Die Ha Long Bucht ist mit ihren 2000 fantastisch geformten, steil aus dem Wasser ragenden Inseln und Inselchen ein beliebtes Ziel in Vietnam. Die Formationen bestehen aus Kalkstein, den gepressten Korallen- und Muschelresten eines urzeitlichen Meeresgrundes, und Gneis, einem Mischgestein, dessen körnige Zusammensetzung aus verschiedenen Mineralien man mit blossem Auge erkennen kann. Diese besondere geologische Struktur führte dazu, dass die Erosion durch Wind und Wasser solche bizarren Formationen erschaffen konnte.

Wieder auf grossem Schiff fuhren wir zu einer Fischzucht. Sie war sehr klein und die Menschen, die diese führten waren unfreundlich. Ich gönnte mir eine kurze Erfrischung im Meer, worauf mich dann sofort ein Einheimischer zurück rief. Es sei nicht erlaubt hier zu baden. Wir fragten nach dem Grund, vielleicht schmutziges Wasser? Gefahren für die Tiere? Gefahren für mich? Sie gaben mit keinen Grund an, es sei einfach nicht erlaubt. Annehmen, akzeptien und raus aus dem Wasser:-)

Zurück auf dem Boot wurden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.

Die Bootsfahrt war zu Ende und wir erreichten die gewünschte Insel Cat Ba. Ein Bus stand schon bereit um uns ins Zentrum zu fahren. Vorher mussten wir aber noch arbeiten. Anstossen des alten Buses war angesagt. Das letzte Mal habe ich das in Indien gemacht.  Nach dem 2. Versuch schnurrte dann der Motor und unsere Beine brennten…

Cat Ba ist eine bewohnte Insel und zugleich die grösste in dieser Küstenregion. Die Uferpromenade lädt zum Flanieren ein. Unser einziger Tag auf dieser Insel war von schlechtem Wetter gezeichnet. Wir gestalteten diesen Tag mit ausgiebigen Käffele und einem kurzen Ausflug zu mehreren Stränden. Dort zeigte sich die Ha Long Bucht von der besten Seite.

Eine lustige Bekanntschaft machten wir dann noch in einem Restaurant. Wie ihr  wisst, testen wir in jedem Land die dazugehörige taditionelle Massage aus. Unsere vietnamesische Massage bekamen wir dann genau an diesem Ort im Sitzen. Der Masseur hatte so flinke Hände, dass es mir fast schwindlig wurde. Es knackte  überall an Gelenken und  Bindegwebe inklusive Ohren und Kopfhaut. Eine solche Massage in einer Physiopraxis würde für viel Aufsehen erregen und nicht nur postive Reaktionen auslösen….:-) In Asien ist aber alles anders und möglich. Mit verstrupten Haaren und ein wenig verwirrt verliessen wir fluchtartig das Restaurant. Dies war wieder einmal ein Plausch für sich. Das muss man einfach mal erlebt haben.

Am anderen Tag ging es dann wieder zurück nach Ha Noi, wo wir abends dann in unseren ersten vietnamesischen Zug stiegen. Wow, wir staunten nicht schlecht. Von weitem sahen wir schon einen roten Teppich der vor unserem Abteil ausgelegt wurde. Wussten wir doch gar nichts  über diesen Luxus. Das kommt halt davon wenn man das Ticket nicht selber bucht. Wir hätten uns das nie gegönnt. Alles glänzte, Erfrischungstücher und Wasser standen für uns bereit und die Klimaanlage sorgte für angenehme Temperaturen. Ja, sogar das WC war riesig und beim Spülen sah man keine Gleise. Deluxe pur!!

Unsere Reise führte uns in hohen Norden. Am frühen Morgen erreichten  wir Bac Ha. Hier erwartete uns noch das ursprüngliche Vietnam. Es ist die Heimat einer Vielzahl ethnischer Minderheiten, die in den unwegsamen Bergen und Täler ihre Traditionen bewahren konnten. Die Völker unterscheiden sich nicht nur durch ihre auffälligen, selbstgewebten Trachten, sondern auch die kulturellen Unterschiede sind gross.

Gut geplant kamen wir zum Highlight dieses Ortes rechtzeitig an: der Sonntagsmarkt. Zu diesem Markt kommen all diese Völker aus ihren Dörfer herbei. Überall wird gehandelt: Kleidung, landwirtschaftliche Produkte und alles, was dort oben zum Leben benötigt wird.

Die Frauen stehen zusammen und halten ein Schwätzchen, während die Männer sich beim Tabakhändler niederhocken und in Ruhe ein Pfeiffchen probieren.

Schön war die traditionelle Musik die sie spielten und die Essenstände an welchen sie kaufen und verkaufen war wie immer ein Highlight…

Auch Alkohol wird in hohen Mengen konsumiert und Handgreifflichkeiten unter Männern konnten wir beobachten. Es war ein klassischer Markt von Früher…

Ja, dieser Ort mit all den Menschen und dem bunten Markttreiben war für uns ein ganz besonderes Ereignis und absolut empfehlenswert.

Den ganzen Tag und die halbe Nacht hatten wir Stromausfall, ihr glaubts nicht, aber wir genossen dies sogar sehr. Seit wir nicht mehr in Indien sind, hatten wir immer Strom. 🙂

Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Bus nach Sa Pa. Das kleine Städtchen schmiegt sich an einen Berghang und blickt auf ein tiefes Tal aus terrassenförmigen Reisfeldern.

Das Herz der Stadt schlägt am Markt. Dorthin kommen täglich die Angehörigen ethnischen Minderheiten, die in der Umgebung wohnen. Und jeder Besucher kommt mit ihnen in Kontakt. Frauen mit traditionellem Kopfschmuck und Kleidern verkaufen Stoffe, Kleider, Kissenbezug, Kappen, Schmuck usw. auf den Gehwegen. Die Männer bieten einen bizarren Anblick, wenn sie mit ihren schwarzen Unterröcken, Stehkragen, Ledertuniken und Sicherheitshelmen auf Motorrädern durch die Strassen brausen.:-)

Innert kurzer Zeit bildet sich schnell eine ganze Traube Händlerinnen, die die Touristen umgeben. „buy something from me?“ Das war ihr Standardspruch… :-))

Die meisten Frauen sprechen nicht mal schlecht Englisch, sie sagten, sie haben dies von den Touristen gelernt. Während sie auf dem Marktgelände Touristen ansprechen, erhoffen sie sich dabei, dass man mit ihnen in ihr Dorf geht. Dort darf man auch Übernachten und somit können sie einem zeigen  welch hübsche Erzeugnisse sie in ihren Dörfern anbieten.

Eine junge Dame hatten wir getroffen und noch sehr lange mit ihr über das Leben dort gesprochen, es war sehr informativ und interessant. Sie ist im Übrigen 22 Jahre alt, ist verheiratet und hat mehrere Kinder. Jeden Tag marschiert sie 3 Stunden zum Sa Pa Markt und hofft mit etwas mehr Geld nach Hause zurückzukehren (nach Einbruch der Dunkelheit).

Nachdem wir die Kirche und den Markt besichtigt hatten, mehrere Kaffes getrunken hatten und die Regengüsse abgewartet hatten, liefen wir auf den Ham-Rong- Berg. Dieser war über viele Treppen zu erreichen und wir genossen die Aussicht auf das kleine Zentrum der Stadt.  Am Berg sind kleine Cafés mit Sitzgruppen, Blumengarten, eine Höhle und Orchideenwald zu sehen. Dies war alles nicht sehr spannend und spektakulär, uns war wichtig, dass wir die Lunge wieder mal auf Trab hielten.

Am nächsten Tag wurden wir früh geweckt. Tatsächlich hörten wir aus Lautsprechern Musik. Es wurde kommunistische Musik abgespielt. Und das mehere Stunden und wirklich sehr laut!! Oh là là… Wir verliessen dann unser Zimmer und erkundigten uns nach einer schönen Wanderung welche wir ohne Führer machen kann. Dies ist aber nicht so einfach wie wir das kennen und uns vorstellten. Die Frau bei der Touristeninformation teilte uns mit, dass man eigentlich nur 1 Dorf besuchen kann zu Fuss, die andern seien weiter entfernt oder dann brauche man eine Bewilligung und einen Führer. Aber genau das wollten wir nicht. Wir wollten gerne einfach alleine losziehen. Deshalb entschieden wir uns für das Dorf Cat Cat. Dort leben auch ethnische Minderheiten, jedoch hat auch dieses Dorf nun nur noch bestimmte Areale, welche für Touristen zugänglich sind und somit sind diese dann halt wirklich auch sehr touristisch. Nun ja, das ist halt so. Nora und ich waren so froh, dass wir in all den vorherigen Ländern Treks gemacht hatten, wo wir das ursprüngliche und einfache Leben hautnah (mit-)erleben durften und das ohne jeglichen Tourismus! Somit konnten wir das Cat Cat Dorf mit vielen andern Ausländern ohne Probleme anschauen.:-)


Soseli, am Abend hiess es dann für uns wieder Zugfahren. Back to Hanoi!! Wieder fuhren wir mit diesem Luxuszug in die Hauptstadt. Das Zugabteil teilten wir uns mit 2 Australier, die für kurze Zeit durch Vietnam reisen. Es waren 2 absolut tolle Menschen und somit hatten wir eine ganz lustige Zugfahrt.

Am Morgen  um 4.30 Uhr schlenderten wir zu Viert ins Zentrum von Hanoi. Alle haben sehr wenig und nicht gut geschlafen. Die morgendliche Temperatur war angenehm kühl.  Es war noch Dunkel, als wir beim Hoan Kiem- See angekommen sind. Dieser See ist für die Bewohner die Seele der Stadt. Wir nahmen auf ein Bänkli Platz und bestaunten das startende Leben…  Ganz viele joggten um den See, andere gingen langsam hin und her, wiederum andere machten Tai Chi oder sonstige Körperübungen, ein Mann fuhr seine Mutter im Rollstuhl aus und half ihr bei den unsicheren Gehversuchen, 2 massierten sich gegenseitig die Arme und Hände und ja, einer machte Stimmbungen, er schrie zwischendurch laut, dann gab er wieder leise Töne von sich…. Ja, die Asiaten sind schlicht und einfach Morgenaktiv und sie schauen sehr gut zu sich und zu ihrem Körper. Immer wieder macht uns das Eindruck. Das sollte bei uns viel mehr getan werden, vorallem mit weniger Hemmungen. In Asien sieht man alle und alles und ja, es sieht manchmal lustig aus, aber immerhin tun sie das was sie wollen und was ihnen in diesem Moment gut tut. Sie schauen nicht nach Rechts oder Links, sie fragen sich nicht ob dies nun gut oder schlecht aussieht. Wenns ihnen gut tut, dann ist’s gut!! Perfekt, oder?!

Die ganze Stimmung war wunderschön und erst als sich das Licht hell färbte machten wir uns auf den Weg in einem Restaurant zu frühstücken.

Wir verabschiedeten uns von den Australiern, unser Weg ging zum Ho-Chi-Minh-Komplex. Dieser Gebäudekomplex ist für viele Vietnamesen das grösste Heiligtum. Ganz in der Tradition Lenins, Stalins und Maos hat auch Ho Chi Minh seine letzte Ruhestätte in einem imposanten Grabmal gefunden, genauer gesagt in einem gläsernen Sarg (obwohl er sich eigentlich wünschte verbrannt zu werden!!).

Alle Gebäude werden von Militär bewacht. Alles ist top organisiert und sie achten darauf das nicht zu viele Menschen in dieser „Anlage“ sind.

Wir schauten uns noch das Ho-Chi- Minh Museum an, es war spannend. Wir sahen zwar viele Dokumente, Fotos und persönliche Besitztümer, aber wir hätten uns mehr Informationen  und Fakten über den Mensch gewünscht.

Die Hitze war wirklich wahnsinnig und wir versteckten uns schnell wieder in den klimatisierten Restaurants, bzw. Kaffees.:-) Später gingen wir zurück zu unserem Hotel, wo wir eine Dusche genossen und wir uns noch  ein wenig vorbereiten konnten auf die kommende Busfahrt.

Somit war unsere Zeit in Vietnam auch schon wieder vorüber. Die Zeit geht enorm schnell vorbei… Bald schon stehen wir wieder auf europäischem, bzw. schweizer Boden..

Wie jedes andere Land hat uns auch Vietnam gefallen. Besonders die Landschaft war wunderschön. Was uns ein wenig störte war, dass alles schon sehr durchorganisiert ist. Klar, Vietnam wächst, macht Fortschritte, doch als Reisende vermissten wir das Individuelle, nicht Geplante…  Jede Busverbindung stimmt mit der Bootverbindung, man wird abgeholt oder hingebracht….. Das abenteuerliche Reisen fehlte uns ehrlich gesagt..

Vietnam hat viele Kriege überstanden, den Kolonialismus und den Kommunismus überlebt und nun auch mit der gerissenen Welt des Kapitalismus  zurechtkommt. Der Weg zur Unabhängigkeit und zur Wiedervereinigung war lang und steinig. Noch wie vor spürt man, dass die Vietnamesen ein kämpferisches Volk sind.

In den Städten sind die meisten Menschen eher unfreundlich auf dem Land sind sie herzlich und hilfsbereit.

So, es war Zeit und wir stiegen in den Bus. Es war ein wirklich schöner Sleeper Bus. Das brauchten wir auch, denn wir wussten das wir lange in diesem Gefährt sitzen oder liegen mussten. Wir fuhren zurück nach Luang Prabang in Laos. Die Fahrt durch die Nacht war wirklich sehr angenehm. Am Morgen erreichten wir die Grenze. Nora und ich brauchten ja kein Visa. Schweizer dürfen 15 Tage gratis in Laos umherreisen, wobei die meisten anderen Nationen ein Visum beantragen müssen. Als unser Stempel im Pass war und wir wieder in den Bus stiegen, kamen Grenzpolizisten welche den Bus durchsuchten und ja, unser Fahrer hat tatsächlich irgendwas geschmuggelt. Wir wurden geboten aus dem Bus zu steigen und draussen zu warten. Vielleicht hat dieser Schlaumeier Drogen oder zu viel Alkohol nach Laos transportieren wollen?  Auf jeden Fall wurden alle versteckten Kisten im Bus gefunden und von der Polizei auf die Strasse gestellt. Wie wir wurden auch die Schachteln vom Regen durchnässt. Wir mussten Sage und Schreibe 3 Stunden draussen warten. Als unser Fahrer dann wütend wieder in den Bus stieg und losfuhr wussten wir, sein Plan ging definitiv nicht auf. Tja, nun durften wir mal schadenfreudig sein und lächeln… 🙂 Selberschuld!

Wir glaubtens kaum, aber nach mehr als 28 Stunden Busfahrt erreichten wir im Stockdunkeln Luang Prabang. Ach wie schön, es war ein Gefühl von zurück kommen, fast ein wenig ein Gefühl von Heimkommen. Wir kannten alles, da wir ja bereits 2x dort waren. Es war ein schönes Gefühl. Die Laoten waren wie immer einfach super!!!

Ja, so genossen wir noch 2 Tage in Laos. Wir schlenderten von Käffelis zu Bäckereien, gönnten uns eine Lao massage, schauten uns ein interessantes Museum an über die Bergvölker von Laos und schlenderten durch den Nachtmarkt. Wir liessen es uns gut gehen:-)

Dann hiess es definitiv Abschiednehmen von Laos und unsere Reise ging weiter. Wir wurden von einem Flugzeug in ein neues Land gebracht. Ja, überr den Wolken…

So und nun genug für diesen Blog…

Wir hoffen, ihr geniesst den Frühling oder mittlerweile schon fast  Sommer  so richtig ausgiebig. Wir kommen auch bald in den schweizer Sommer zurück. Wir freuen uns auf Euch.

Cheers!!!!!

Nora und Samuel

** Der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die Welt herum. **

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Nach wie vor sind wir liebend gerne am Herumreisen und wir sind immer sehr gespannt auf neue Entdeckungen, Begegnungen und Erlebnisse.

Deshalb ging unsere Reise weiter. Die 4000 Inseln von Laos liessen wir hinter uns und fuhren am 12.3. Richtung Grenzübergang zu Kambodscha. Das Visum erhielten wir innerhalb kürzester Zeit. Aber Stunden mussten wir auf  den Busanschluss warten. Doch wir sind langsam sehr geduldige Menschen. Wenn man auf Reisen ist, muss man geduldig sein.:-)

Die erste Station auf kambodschanischem Boden war Ban Lung. Wir wollten diesen Ort in erster Linie wegen seinem Nationalpark besuchen. Aber die hohen Kosten schreckten uns von einem Besuch des Parkes ab. Wir fanden aber, Ban Lung war ein guter Einstieg für das neue Land: Kambodscha.

Nach dem Einchecken im Hotel und der Stärkung in einem indischen Restaurant, machten wir uns auf die Socken zur Bank. Andere Länder, andere Sitten…. Die einzige Bank in der Stadt spuckte NUR Dollar raus und nicht die landeseigene Währung Riel. Normalerweise sollte man beide Währungen beziehen können. Nach einigen gescheiterten Versuchen mit unserer EC Karte Geld abzuheben, wurden wir darauf hingewiesen, dass nur die VISA Karte bei Bezug gültig ist.  Komisch oder…?!

In Kambodscha gelten 2 Währungen, der starke US- Dollar und der unstabile kambodschanische Riel. Bezahlen kann man mit beiden Währungen gleichzeitig. Die Kambodschaner profitieren natürlich vom stabilen Dollar und wir aus Ausländer bezahlen für jedes noch so kleine Ding meist bereits 1 Dollar (guter Aufrundungsgrund, oder!?!). Wir fragten uns, ob dies überhaupt erlaubt sei, einfach verschiedene Währungen innerhalb eines Landes zu haben. Doch aus der sicheren „Pepe- Quelle“ haben wir dann herausgefunden, dass dies alles legal ablaufe…:-)

Da wir die Nationalparkidee hinter uns liessen, marrschierten wir bei grösster Hitze zum Yeak- Laom- See. Es waren etwa 4 km der Hauptstrasse entlang. Vergebens suchten wir einen schattigen Waldweg.:-) Dafür  hatten wir interessanten Kontakt mit Einheimischen, die gerade Cashewnüsse  ernteten. Mit langen Holzstöcken schlugen sie die begehrte Nuss vom Baum.

Danach war unser Weg nicht mehr so weit zu unserem angestrebten Ziel. Der Yeak- Laom- See war mit seinem türkisfarbenen Wasser, mit 800 m Breite und bis zu 50 m Tiefe inmitten des Urwalds einladend warm.

Dieser Kratersee ist den einheimischen ethnischen Minderheiten heilig. Wie die Urvölker spürten auch wir diesen kraftvollen Ort und erfrischten uns im warmen Nass.

Wir umrundeten den See zweimal (bringt das wohl Glück…?! :-)) und sassen entspannt einige Stunden am Ufer.

Wir hatten im Reiseführer von einem Hügel mit schöner Aussicht gelesen. Somit ernannten wir diesen Ausflug dorthin als sportliches Ziel des nächsten Tages. Auf dem Weg trafen wir noch eine kath. Kirche, welche gar nicht aussah wie eine Kirche sondern eher wie ein normales Haus.

Bevor wir die Hügelspitze erreichten, passierten wir noch ein Kloster und einen Baum mit einer speziellen Frucht. Was das wohl sein mag…?!? Sieht aus wie ein Volleyballspiel- was übrigens immer und überall von den Kambodschanern gespielt wird.

Am Ziel angekommen sahen wir mehr Strommäste als eine schöne Aussicht. Zum Glück war da noch ein grosser Buddha, der beneidenswert im Schatten lag und entspannte.:-)

Nach diesem grossartigen Ausflug hatten wir eine schöne Begegnung mit einer liebenswerten Kambodschanerin, die uns ins typische Eiskaffee trinken einführen wollte. Jedoch konnte sie uns nicht begeistern für dieses Getränk. Der Kaffee war bitter, trotzdem sehr gesüsst und enorm kalt.:-) Wir erfreuten uns mehr über die Lektionen der  kambodschanischen Sprache. Doch merkten wir schnell, dass die Sprache nicht so einfach ist… Deshalb verabschiedeten wir uns mit einem Lächeln und dem Wort „ákun“ (einfachstes Wort, Bedeutung: Danke).

Auch Zuckerwatte ist in den Wäldern erhältlich:-))

Schon nach 2 Tagen waren wir von der Natur und von den Menschen Kambodschas fasziniert.  Obwohl die Vergangenheit schrecklich ist, spüren wir eine sehr positive Stimmung die ansteckt.

Am frühen Morgen ging es dann wieder los. Unser Ziel war Kratie, welches am Ostufer des Mekongs liegt. In einem vollgestopften Minibus waren wir ready to go. In Asien kommt es auch regelmässig vor, dass ein Kopf vom Nachbar sich an die eigene Schulter anlehnt oder man Gepäck und allerlei Dinge auf den Schoss bekommt. Berührungs- oder Platzangst sind auf solchen Reisen nicht gerade von Vorteil. 🙂  Aber auch diese Fahrt überstanden wir heil. Unser Highlight des Tages war eher kulinarischer Art:  Reis, Kokosnuss und Banane eingerollt in einem Bananenblatt…mmmm. Sonst lief nicht mehr viel.

Am nächsten Tag standen wir wieder einmal vor einer sportlichen Herausforderung. Ein altmodischer Drahtesel brachte uns in das 16 km entfernte Kampie.

Auf halber Strecke erhebt sich der Phnom Sambok mit einer idyllischen Pagode. Auf den bewaldeten Hängen stehen kleine Hütten für die Mönche und Nonnen. Dieser Platz ist vorallem für die Meditation und Rückzug da. Viele Buddhisten nutzen die Nähe zu den Mönchen um sich unterweisen zu lassen. Wieder einmal ein mystischer Ort.

Weiter gings und das Fahrradfahren machte uns immer noch Spass, obwohl unser Hinterteil litt. Die Kinder die am Strassenrand herumtollten und uns freundlich zuriefen machten dies aber wieder Wett. Wir empfanden, dass man mit dem Velo als Fortbewegungsmittel einen viel engeren Kontakt zu den Einheimischen geniessen kann.

Die grosse Hitze machte uns zu schaffen, deshalb gönnten wir uns im Schatten ein Angkor-Bier.

Ach ja unser Hauptziel von dieser Velotour war eigentlich die Besichtigung die Irrawaddy-Delphine. Da die Delphine am frühen Morgen oder späten Nachmittag am aktivsten sind, besteht dann die grösste Möglichkeit sie zu sehen. Wir hatten noch genügend Zeit und vergnügten uns mit einem Bad im warmen Mekong.

Seit jeher glauben die Kambodschaner, dass die Delphine, die in den Stromschnellen des Mekongs leben, Zwitterwesen aus Mensch und Tier sind.  Aus diesem Grund haben sie schon immer für das Wohl der Tiere gesorgt.  Aber trotzdem stehen die Delphine seit 2004  auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion.

Mit einem gemieteten Boot ging es dann ab auf den Fluss. Bei Abenddämmerung und Stille durften wir das schöne Schauspiel  erleben. Die Delfine zeigten sich regelmässig, manchmal auch in Gruppen.  Die Natur- und Tierwelt beeindruckt uns immer wieder…

Mit der Abendsonne im Rücken, einem schmerzhaften Gesäss und einem zufriedenen Gemüt radelten wir wieder zurück nach Kratie.

Den Tag schlossen wir mit einem leckeren Abendessen ab und freuten uns darauf am nächsten Tag wieder an einen neuen Ort gebracht zu werden. Immer wieder sind wir gespannt was auf uns wartet und was das Reiseleben zu bieten hat.

Unser Gepäck wurde hinten an der Scheibe mit Seilen fixiert (wir beteten das es bei diesen holprigen Strassen nicht noch herunterfällt), der Bus wurde überfüllt (es war ein Minibus  für 12 Personen, es wurden aber schlussendlich 22 gezählt) und zusätzlich wurde noch Holz und Baumaterial befördert. Daher hiess es immer wieder: bitte Beine an- und einziehen!!!!!! 🙂 Ach ja und nebenbei lief in voller Lautstärke das obligate Karaokeprogramm… Dazu bezahlten wir noch höhere Preise (man hatte uns versprochen, je einen Sitz zu haben und es sollte einen Expressbus sein). Die Stimmung war nicht gerade bombastisch…  Unsere Denkweise über Transport ist halt nach 8 Monaten immer noch nicht identisch. 🙂 Aber unser Motto war wie in so vielen anderen schwierigen Situationen: Schwamm drüber und halt’s aus! 🙂 So gehts halt beim Reisen.

Saumässig glücklich waren wir, als wir endlich dieses Busli verlassen konnten und in Kompong Cham ankamen. Das ist eine Stadt, die am Westufer des Mekongs liegt. Sie bietet aber kaum die Betriebsamkeit, die man in den grössten Städten des Nordostens erwarten würde.

Ausser schöne Kolonialarchitektur hat diese Stadt nicht sehr viel zu bieten. Wir marrschierten los um die autofreie Insel Koh Paen  zu besuchen.  Um diese zu erreichen muss man eine Bambusbrücke überqueren. Nur in der Trockenzeit kann man diese spezielle Brücke passieren, bei Regenzeit macht man den Weg mit der Fähre. Samuel und ich waren die einzigen, die diese Brücke in grösster Mittagshitze überquerten. Wir sehnen uns jeden Tag nach dem Regen und der Abkühlung. Es ist wahnsinnig heiss. Die Sonne scheint oft nicht mal, die Temperaturen drücken aber enorm stark…

Der Spass am Laufen auf der anderen Seite verging uns somit schnell und nach kurzer Zeit verliessen wir die Insel wieder. Wir sahen sehr viele getrocknete Tabakblätter und wunderschöne Natur.

Als wir wieder mit einem Bein auf der Brücke standen um zurück zu gehen, kam ein alter Mann, welcher uns mit seinem Motorrad mitnahm. Es war eine halsbrecherische Fahrt mit diesem alten Herr, aber unser Herz eroberte er im Sturm. Nach dem negativen Erlebnis im Bus, war dies wieder ein richtiger Aufsteller… So zeigt sich Asien immer von beiden Seiten. Man kann es nur lieben!!!!

Mit einem wirklich sehr schönen und sogar preiswerten Bus gings flott zu unserem „Cambodia- Highlight“: Siem Reap mit Angkor Templen! Wir freuten uns darauf.

Nach Ankunft in Siem Reap suchten wir vergebens ein Gästehaus welches von einem Schweizer betrieben wird. Da es nicht auffindbar war, mussten wir dann ein anderes auswählen. Später erfuhren wir, dass dieser Schweizer tatsächlich kein Hotel mehr führt, sondern hinter Gittern sitzt. Angeblich wegen Frauengeschichten. Ja, aus Ausländer bewegt man sich da auf Glatteis…

Das Gebiet um die Provinzstadt Siem Reap war einst das Herz des Khmer-Reiches. (Die Khmer sind die wichtigsten Ethnie in Kambodscha und stellen über 86% der Bevölkerung dar.) Es nahm seinen Anfang im Jahr 802 mit dem Aufbruch des Königs  Jayavarmans 2 und endete als die Siamesen 1431 Angkor Thom plünderten.  Die Khmer errichteten Tempel und Tempelstädte, die zu den grössten der Welt zählen. Diese Kultur wurde stark von der hinduistischen Religion geprägt und dies kann man wundervoll bestaunen in Form von riesigen Tempelanlagen.

In unserem Gästehaus lernten wir den freundlichen Seyha kennen, mit welchem wir 2 Tage in Siem Reap verbrachten. Er macht Velotouren mit guten Bike’s. Da die Tempel von Angkor sehr zerstreut liegen war für uns klar, dass wir ein Velo mieten werden um diese Anlagen zu bestaunen.  Abseits der Masse konnten wir dadurch entspannt unsere eigenen Pfade befahren.

Manchmal forderte uns Seyha im fahrerischen Können, sowie in speziellen Fragen über die Tempeln heraus. Samuel und ich schlugen uns aber tapfer und waren sehr kreativ bei den Antworten.

Der erste Tag war voll und ganz den Templen gewidmet und mit knapp 35 km  Radstrecke ein schönes Aufwärmen.

Bei der anschliessenden Heimfahrt wurden wir noch belohnt mit einem wunderschönen Sonnenuntergang. Natürlich durften wir dieses Fest mit den Asiaten nicht verpassen.:-)

Unser 2. Tag auf dem Bike startete früh Morgens. Mit 120km Radstrecke wurde diese Fahrt eine neue Herausforderung.  Nicht zu vergessen ist, dass die Tagestemperatur bis auf  43° C  hoch kletterte. Somit wurde unsere Haut mit Sonnenschutzfaktor 50 gut geschützt! 🙂 Sonnenbrille, genügend Wasser und die Kamera griffbereit strampelten wir los!!

Ausserhalb vom Zentrum konnten wir schnell wieder das ländliche Leben beobachten und bewundern. Ja, es ist bewundernswert welch einfaches Leben die Menschen dort führen. Sie sind stark mit der Natur verbunden und wissen grossen Nutzen daraus zu ziehen.

Auf unserer Velotour machten wir in einem Dörfchen den ersten Halt.Wir sahen am Strassenrand eine Frau, die die Palmfruit gerade halbierte. Natürlich waren Samuel und ich sehr interessiert und erhielten dann sofort einige Stücke zum Probieren. Mmmh, lecker wars. Zwar ein bisschen „gschlüderig“ aber gut!

 

 

Die nächste Station war eine Schmetterlingsfarm. Ich war natürlich sehr gespannt und freute mich auf die farbenprächtige Kleinlinge:-)

Ein Angestellter führte uns durch die Farm und erklärte uns jeden einzelnen Schritt über die Schmetterlinge. Es war spannend wieder mal eine Auffrischung zu erhalten über den „Lebenslauf“ eines Schmetterlings- haben wir das doch mal in der Schule detailiert gelernt. Raupen können ja für Tiere und für Menschen gefährlich sein. Vorallem die, die Häärchen haben. Die kleinen Borsten sondern ein Gift ab, das besonders für Allergiker gefährlich ist. Die Folge: Hautausschlag und -entzündungen.

Atmen Menschen die Haare ein, kann es zu Reizungen im Mund- und Rachenraum kommen. Schmerzhafter Husten, Bronchitis und Asthma können die Folgen sein. Gelangen die Häärchen in die Augen, können sie eine Bindehautentzündung auslösen.

Schön wars, die farbigen Schmetterlinge auf engem Raum zu beobachten und im Blumengarten einen kühlen Grüntee zu geniessen.

So, unsere Radltour wurde weitergeführt. Zwischendurch kamen sie in ihr Element und machten ein Rennen zusammen:-)) den Zweien hats natürlich Spass gemacht. Ich sah nur noch  die Kambodschaner auf dem Lastwagen, die ihnen zu gejubelt hatten und Samuel und Seyha dem Lastwagen mit vollem Einsatz folgten. Wer gewonnen hat, das weiss ich nicht, ich war mittlerweile zu weit entfernt. :-))

So, mein Spass kam dann als wir einen Stopp machten am Strassenrand, wo wir Frauen beobachteten wie sie Palmzucker herstellten. Natürlich durften wir auch probieren. Mmmmh, es war seeeehr lecker… Deshalb kauften wir gleich einen Sack voll 🙂

Nach dieser Zuckerbombe hatten wir viel Energie und die anstrengende Fahrt ging flott voran. Wir kamen beim nächsten Angkor- Tempel an.  Er ist mit Verzierungen ausgestattet, die alle anderen Monumente Angkors übertreffen. Er wurde sehr sorgfältig und detailhaft erbaut. Die Schweizer halfen bei Restaurierungsarbeiten mit. Samuel und ich fanden also, dass dies zu den Schweizern passt. Sie suchten sich den aus,  der sehr detaillierte und genaue Steinmetzarbeiten forderte..:-) Passt doch zu der perfekten Schweiz oder!?!:-))

 

Unser nächstes und somit letztes Ziel des Tages war Kbal Spean. Mitten im Dschungel im Westen Kulen-Berge liegt die Anlage. Sie wurde von den alten Khmer in der Mitte des 11. Jh. als Einsiedelei in den Bergen genutzt. Aus dem Felsgestein des Flusses herausgemeisselte heilige Lingams und Hindugottheiten segnen das darüberfliessende Wasser, bevor es seinen Lauf hinab nach Angkor nimmt.

Auch hat es bei dieser Anlage  einen kleinen Wasserfall. Die Gläubigen reisen da in Scharen hin und versuchen durch diese kalte Dusche Segnung zu erhalten. Sie glauben, dadurch von Krankheiten verschont zu bleiben.

Samuel und ich genossen auch eine Dusche (natürlich auch mit den Kleidern)! Mal schauen ob dieses heilige Wasser auch bei uns seine Wirkung freisetzt…

Ja, es war ein wunderschöner Tag, sahen wir doch auf sportliche Art ganz viele schöne Sachen mit wenigen Touristen und der Kontakt mit den Einheimischen war wie immer einzigartig und hinterlässt bleibende Erinnerungen!!!

Am Abend trafen wir  noch einen Schweizer mit dem wir lange in die Nacht diskutierten. Mit sehr müden Beinen, aber einem wahnsinnig glücklichen und zufriedenen Gemüt fielen wir dann innert kurzer Zeit in die Traumwelt…

An unserem letzten Angkor-Tag beschlossen wir, das Velo mal in der Garage stehen zu lassen 🙂 wir mieteten ein Tuk-Tuk. Die Tuk-Tuks sind im übrigen nicht dieselben wie die indischen. Hier in Kambodscha besteht ein Tuk- Tuk aus einem Motorrad und einer kleinen Kutsche hintendran.:-) Sie sind bequem und die Sitzpolster werden jeweils mit farbigen Stoffen überzogen:-) Unsers war hellblau. Leider hatten wir nicht mal ein Foto davon gemacht…:-(

Das schnelle Gefährt brachte uns wieder zu anderen interessanten und spannenden Tempeln.

Wir waren fasziniert von von den Bauwerken. Definitiv haben die Khmer’s da wunderschöne Anlagen hingestellt.

Glücklich waren wir dann als ein Regenguss unsere Haut ein wenig abkühlte… Wie gesagt, wir sehnen uns nach Regen und somit auch Abkühlung…

So, unsere Tage in Siem Reap mit den Angkortempeln waren zu Ende und ein Bus fuhr uns am nächsten Tag weiter nach Battambang.

 

Battambang ist eine ruhige Stadt, die ihren Charme zum grössten Teil den alten noch existierenden Geschäftshäusern aus der Kolonialzeit verdanken.

Wir besuchten einen chinesischen Tempel. Wir verstanden dortdrin  jedoch nichts. Nach langem Philosophieren vor den kunstvollen Bildern, kam der  alte Tempelwärter auf uns zu und bot uns Tee an. Er erfreute sich über unseren Besuch und stellte sogar Stühle für uns auf. Er selber lag wieder in die Hängematte und schaltete den TV an. Klar, natürlich wurde Karaoke abgespielt, was denn sonst…?! Für Samuel und mich war das ein Zeichen schnellstmöglich die Flucht zu ergreifen. Freundlich dankend verabschiedeten wir uns. Der Tempelwärter wollte uns kaum gehen lassen und folgte uns bis zum Haupttor:-) (Es muss ihm schaurig langweilig gewesen sein.)

Am zweiten Tag besuchten wir den berühmten Bambootrain.  Früher konnte man noch richtig lange Strecken damit fahren, nun ist nur noch ca. eine halbe Stunde Fahrstrecke möglich. Die Einheimischen transportieren mit diesem nicht ganz ungefährlichen Gefährt noch immer ganz viele verschiedene Dinge…  Die Fahrt war rasant und holprig, trotzdem aber eine lustige Erfahrung.

Nach dem Bambootrain fuhren wir zur nächsten Station: Phnom Sampeu (Schiffberg). Dummerweise erreichten wir diesen um die Mittagszeit. Somit waren wir bereits nach kürzester Zeit klitschnass geschwitzt. Trotzdem entschlossen wir uns den steilen Weg hinauf zu marschieren.

Das war unser Hauptziel dieses Ausfluges.  Dort trafen wir unter anderem die Killingcaves an. Die Roten Khmer töteten dort Hunderte von  unschuldigen Menschen.

Nebenbei, aber sehr wichtig: In 1975  sind die Roten Khmer in Phnom Penh eingezogen und setzten einen systematischen Prozess des kommunistischen Umbaus in Gang.  Das Ziel der Roten Khmer (Führung durch Pol Pot) war, Kambodscha in einen reinen Bauernstaat, nach der Ideologie der Maoisten, umzuformen. Dies führte zu Massenexekutionen von bis zu 3 Mio. Menschen.

Wir machten bei einer Pagode den ersten Halt (die Pagoden wurden unter den Roten Khmer als Gefängnis und Verhörzentren genutzt). Danach gings weiter zu den Killingcaves. Dort wurden die unschuldigen Opfer durch ein Loch in die Höhlen zu Tode gestürzt.

Als Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse werden in einem Käfig Schädel und Knochen aufgestapelt.

Das Gefühl in diesen Höhlen war sehr unangenehm und es stimmte uns traurig.

Wir liefen gemütlich weiter bis wir auf der Spitze des Hügels angelangt waren. Wir genossen eine schöne Aussicht und ein sehr interessantes Gespräch mit einem Mönch, über das Land Kambodscha (mit all den positiven und negativen Aspekten).

Ein weiterer Tag folgte. So hiess es mal wieder in den Bus steigen. Wir liessen uns nach Phnom Penh fahren. Die Hauptstadt Kambodschas… Phnom Penh ist eine sehr lebendige Stadt. Sie zeigt Charme durch die im französischen Schachbrettmuster angelegten Boulevards, welche von Bäumen gesäumt sind, sowie durch  die alten Villen aus der Kolonialzeit . Zugleich ist Phnom Penh laut, chaotisch und ermüdend. Halt einfach eine Grossstadt…

Zum Znacht traffen wir noch ein schweizer Paar, die wir in Laos kennengelernt hatten.  Auch sie ein Jahr durch die Welt. Wir verbrachten einen sehr schönen Abend mit vielen guten Gesprächen. Das Essen war etwas gehobener und teuerer, trotzdem verspürten wir danach noch immer einen Hunger. Dies geschieht uns in Asien regelmässig….Meist gehts nachher noch in einen Supermarkt, um uns mit kalorienreicher Nahrung einzudecken.

Am nächsten Tag liefen wir in grösster Hitze zuerst zum Unabhängigkeitsdenkmal. Die schlafenden Arbeiter schützen sich darin vor der sehr agressiven Sonne und das Denkmal gab ihnen statt Arbeit nun Schatten.

Nächste Station war das Völkermordmuseum Toul Sleng oder auch S- 21 genannt. In diesem Gefängnis  wurden  zwischen 1975 und 1979 von den Roten Khmer über 20’000 Menschen bestialisch ermordet.  Vorallem die gebildete  Elite lernte das S-21 als Verhör- und Folterzentrum fürchten: Ärzte, Lehrer, Militärpersonal, Verwaltungsangestellte und andere Verdächtige wanderten durch die erbarmungslosen Hände der Roten Khmer.  Das Regime wählte seine Opfer willkürlich aus- sogar Kinder und Babys wurden verhaftet und gnadenlos abgeschlachtet.  Anführer dieser grässlichen Organisation war Pol Pot. Ein kambodschanischer Staatsbürger, der in Frankreich studierte und dort auf kommunistische Gruppierungen stiess, die ihn beeinflussten.  Pol Pot’s Ziel war,  Kambodscha  in einen Bauernstaat umzuwandeln. Dieses Unterfangen endete in einer Katastrophe.

Durchschnittlich 1500 Gefangene waren dort untergebracht, in winzigen Zellen gepfercht oder in den früheren Klassenzimmern an den Boden oder aneinander gekettet.

In manchen Räumen waren noch eiserne Bettgestelle sichtbar, an denen die Inhaftierten festgekettet waren und gefoltert wurden. Teils bis sie starben.

Wir sahen in diesem Museum noch  mehr Foltermethoden, welche angewendet wurden. Auch hängen  an den Wänden tausende schwarz-weissbilder von Opfern, aus deren Augen die gesamte Bandbreite von Emotionen spricht. Von Angst über Trotz bis hin zu Leere. Sie alle tragen eine Nummer, denn die Roten Khmer dokumentierten penibel, wer ihnen in die Hände fiel.

Das tragische ist, das gewisse Menschen der Roten Khmer noch lange arbeiteten und z. T. erst im Jahre 2007 verhaftet wurden.

Wir fanden diesen Besuch sehr wichtig, es soll gezeigt werden was da getan wurde!!! Mit Fragen, Hühnerhaut und Wasser in den Augen verliessen wir dieses beeindruckende Museum.

Den Abend hatten wir am Fluss in aller Ruhe abgeschlossen. Gut, so richtig ruhig wars natürlich nicht. Wir waren ja immer noch in Kambodschas Hauptstadt und am Flussufer machten viele Einheimische Sport: Fussball, Aerobic, Indiaca oder turnten auf den Fitnessgeräten herum.

Am nächsten Tag besuchten wir Choeung Ek (Killing Fields). Dort wurden die Gefangenen von Toul Sleng hingerichtet. Diese Stätte war nur eine von mehreren in Kambodscha, welche die Roten Khmer für ihre Massenmorde missbrauchten.  Enweder wurden sie sogleich bei der Ankunft Hingerichtet oder die Opfer wurden in Holzhütten gefangen gehalten bis am nächsten Tag die Massenexekutionen weitergingen.

Überall auf dem Gelände sieht man noch Vertiefungen die an die Massengräber erinnern. Man sieht sogar noch Knochenfragmente und Zähne die an die Oberfläche kommen, vorallem nach starken Regenfällen. Regelmässig werden Kleidungsstücke und Knochen eingesammelt.

 

Meistens wurden die Hinrichtungen in der Nacht durchgeführt und dabei wurde laute kommunistische Musik gespielt um die Schreie zu übertönen. Anfangs wurden die Opfer noch erschossen, später, um wertvolle Munition zu sparen, wurden die Opfer erstochen und  mit verschiedenen Werkzeugen zu Tode geschlagen. Mit einem Palmenblatt wurde den Gefangenen die Kehle durchgeschnitten.

Babys wurden lebendig an einem Baum erschlagen.

Diese Geschichte Kambodschas zeigt wieder einmal auf, wie machthungrig Menschen sein können und zu welchen unmenschlichen Handlungen sie fähig sind. Das stimmte uns traurig und nachdenklich.

Unser nächstes Erlebnis fand in einem Shoppingcenter statt. Ich war wieder einmal mehr auf Kleidersuche. Das Shoppen macht uns hier wirklich keinen Spass. Schliesslich brauchen wir reisetaugliche, nicht zu heisse und keine helle Kleidung. Dazu kommt, dass der Kleidungsschnitt entweder konservativ oder zu offensiv ist und der Körperbau der Asiaten ein bisschen andere Formen hat. Ich lief von einem Shop zum nächsten und überall sahen wir schlafende Verkäufer. Wir müssen immer wieder lachen über diese Arbeitsmoral. Was wir zuviel machen, machen die Asiaten zu wenig… 🙂

Der nächste Tag war mein Geburi. Es war ein Transporttag und somit immer ein bisschen anstrengend und ermüdend. Trotzdem waren wir gut gelaunt und fuhren nach Sihanoukville.  Als der Bus ankam, umkreisten uns ganz viele Tuk-Tuk Fahrer. Sie waren wirklich enorm aufdringlich und mühsam. Das haben wir einfach langsam satt, immer diese Diskussionen über den Preis. Nachhaltig dürfen wir aber nicht werden, sie machen sonst ein Geschäft zu unehrlichen Preisen, das unterstützen wir finanziell und menschlich nicht. Um ihnen das zu zeigen laufen wir  einfach davon. Sie spürens dann, dass das so nicht geht- emu nid mit üs- und  dann fahren sie uns immer zu unserem gewünschten Preis an unser Ziel. 🙂 Trotzdem, es ist immer mühsam, diese Diskussionen.

Wir  holten auf dem vietnamesischen Konsulat einige Infos ein und verschwanden dann gleich zur Taxistation. Wir wollten nach Kampot.  Um diese Zeit fuhren leider keine Busse mehr, somit mussten wir mit einem Sammeltaxi fahren. Da aber der Chauffeur nicht nur mit 2 Menschen fährt, mussten wir 3 Stunden warten bis er endlich noch 2 andere gefunden hatte. Er hatte schlussendlich 3 Leute hinten und 1 auf dem Beifahrersitz. Das war dem guten Chauffeur aber zu wenig und sein ergeiziges Ziel war: noch 3 Leute mehr zu transportieren. Das heisst, dass in einem normal grossen Auto (offiziell 4 Plätzer inkl. Fahrer) 4 Menschen hinten sitzen würden, 2 auf dem Beifahrersitz und der Fahrer mit einem anderen Passagier sich auf den Fahrersitz quätschen müssten. Einfach nur wahnsinnig. Wir sagten ihm dann, das er das sein lassen soll und nun bitte so nach Kampot fahren soll. Er hat auf uns gehört- welch ein Wunder!! 🙂

Somit blieb uns  an diesem Tag nicht mehr viel Zeit übrig in Kampot. Wir genossen in einem super guten Restaurant direkt am Fluss ein richtiges Festmahl mit gutem Rotwein. Der Abend war wunderschön  und somit hatte ich ein schönes „Geburifestli“.

Der Tag danach war dann ganz relaxt. Am Fluss entlang schlendern, Bücher lesen, Skypen, gute Gespräche, nette Begegnungen, leckeres Essen. Solche Tage brauchen wir immer mehr. Nicht immer Hüü und Hopp, einfach gemütlich in den Tag hineinleben. Es tat so gut.

Mit voller Energie gings am nächsten Tag mit einem Tuk Tuk los. Wir kundschafteten die Umgebung von Kampot aus. Kampot ist übrigens ein kleines verschlafenes Städtchen im Süden Kambodschas. Man findet dort wirklich Ruhe und eine entspannte Atmosphäre.

Gut eben, beim Auskundschaften der Umgebung landeten wir als erstes  auf Salzfeldern.  Natürlich musste Samuel schnurgerade auf die Felder zu rennen und so kam es, dass er mit seinen Flippis (die nicht so seine Freunde sind) auf dem schlammigen und somit rutschigen Boden 2x ausrutschte. Es war ein herrliches Bild! Der Fahrer unseres Tuk- Tuks war enorm schadenfreudig und erholte sich kaum mehr! Samuel nahms mit Humor und nach ca. 10 Minuten erholte sich unser Fahrer dann auch. Eine solche Schadenfreude gibts wohl nur in Asien. Wir könnten etliche Beispiele aufzählen.

Vor uns erstreckten sich riesige Salzfelder und eine ganze Gruppe von Arbeiter war beschäftigt mit der Reinigung der Felder.

Die Becken werden mit Salzwasser gefüllt und durch die Sonne verdunstet das Wasser und zurück bleibt der Salz. Ein sehr simples System doch harte Arbeit und wenig Lohn steckt dahinter. Wir staunen immer wieder wie ausdauernd diese Menschen sein müssen. Da sieht man wieder, dass im einfachen Leben ein grosses Glück und Zufriedenheit zu finden ist.

Nach den Salzfeldern besuchten wir ein kleines Fischerdorf, wo wir einer liebenswerten muslimischen Familie bewirtet wurden. Gute Gespräche ein Glas ungefiltertes Wasser und unmengen von frischen gewärmten Erdnüssen machten diesen Moment einzigartig. In solchen einfachen Moment steht die Zeit still und ein intensives Gefühl von glücklichsein überkommt uns.

Nach dem Pflücken unseren eigenen Erdnüssen ging die Fahr auf holprigen Strassen weiter.

In der Nähe einer Pagode besuchten wir noch eine Höhle. Die grössere Attraktion war aber mehr der rauchende Mönch als die Höhle. Das ist bei den buddhistischen Mönchen kein Verbot und daher manchmal auch zu sehen. Alkohol ist aber strikt verboten.

Danach ging es zu den Pfefferplantagen. Live in der Natur haben wir das schon in Indien gesehen, doch als riesige Plantage war es das erste Mal.

 

Mit knurrendem Magen ging es dann zur Küste wo wir unser Mittagessen verspeisten. Danach machten wir uns wieder auf den Weg zurück nach Kampot. Ausser schönen Eindrücken war dieser Tag aber auch mit Nachwehen zu spüren, die sich in Form von Rückenschmerzen zeigten.  Die Schlaglöcher und das nicht gut gefederte Tuk Tuk ist eine Kombination die nicht jedem Rücken gut tut. Wir werden halt auch älter… 🙂

 

Unser nächster und letzter Tag in Kampot war die erste geführte Gruppentour. Wir hatten keine andere Wahl, denn wir wollten uns den Bokor Nationalpark anschauen und dies kann man momentan nur geführt. Es war schlicht und einfach langweilig. Das Gruppenalter war hoch, wir waren mit Abstand die Jüngsten.

Das Beste an diesem Tag war die anschliessende Bootstour auf dem Fluss Teuk Chhou. Wir schauten uns den Sonnenuntergang an und bei Halber Strecke machten wir einen Stopp, wo wir ein paar Minuten dem Fluss entlang marschieren konnten.

 

Wir lernten einen abslout lässigen Typen kennen. Paul. Er ist Franzose, wieder ein Traveller der ersten Stunde! Ähnlich wie Bill war er schon überall (ausser Afrika) und somit machte er uns grossen Eindruck. Und wieder einmal mehr wurde in uns das Travellerfeuer neu entfacht!! Er ist über 50 und extrem jung geblieben! Chapeau!

 

Am nächsten Tag ging es zurück nach Sihanoukville. Das war unsere letzte Station in Kambodscha. Da ist dieses Stätchen sehr touristisch ist, suchten wir uns einen ruhigen Platz am Strand aus. Interessanter als der Strand waren die Dörfer an denen wir vorbeiliefen. Hütte an Hütte in slumähnlichen Zuständen. Die Freundlichkeit der Kambodschaner muss man einmal mehr hervorheben. Mit einer solchen Vergangenheit ist es immer wieder erstaunlich was sie alles aushalten mussten und trotzdem die Hoffnung nicht aufgaben.

Unser Abschluss in Kambodscha war ein richtig gutes Deutsches Essen mit Knödel und Spätzle, einer traditionellen Khmer-Massage, Gespräche auf der Strasse mit Einheimischen, Essen einer unreifen Mango mit Chillisauce (Sam, Samuel ist noch immer im Training:-) Aber die Wette wird er gewinnen-ich bin sicher!) und einer erfrischenden Kokosnuss, die uns seit Indien täglich begleiten!

Im Übrigen, ein Bild, welches sich in Kambodscha (bei den Buddhisten) immer wieder zeigt ist das „Geisterhüsli“ vor einem Gebäude. Dort drinn sind Knochen aufbewahrt, z.B. von der Grossmutter die verstorben ist aufbewahrt wird. Der Grund dafür ist, dass der ruhelose Geist dieser Frau nicht im Hause herumspukt, somit hat sie ihr eigenes kleines Heim.:-)

Ja, nun müssen wir auch dieses faszinierende Land wieder verlassen und uns einem neuen Land mit Volk widmen.  Wir freuen uns darauf. Aber wir müssen betonen, dass uns  Kambodscha sehr sehr grossen Eindruck gemacht hat. Wir fühlten uns sehr wohl und  sind dankbar für die vielen Begegnungen und Erlebnisse.

Kambodscha wird uns fehlen.

 

Alles Liebe und hebet Sorg

Samuel und Nora

** Reisen ist das beste Mittel zur Selbstbildung **

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So, es war Zeit die Hauptstadt von Laos hinter uns zu lassen. Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, endlich einmal einen Fussabdruck von Buddha zu sehen. Dieser Ort nennt sich Pakkading in dem sich das Vat Phrabat befindet. Der Tempel wird durch den Fussabdruck zu einer der wichtigsten Pilgerstätten der Provinz gezählt. Wir wollten einmal mehr so richtig alternativ Reisen und wussten nicht wie wir von diesem kleinen Ort wieder wegkommen. Der Plan war aber reizvoll. Nach etwa 3 Stunden Busfahrt wurden wir geweckt, es  sei Zeit auszusteigen.  In Indien  wäre dieser Service ein Ding der Unmöglichkeit, aber die familiären, sozialen und gemütlichen Laoten zeigten uns mit dieser Geste viel Herz.

Als wir den Bus verlassen hatten, war weit und breit nichts sichtbar von einer Pilgerstätte… Einfach nur eine grosse Strasse war zu sehen. Auf der andern Seite fanden wir dann doch noch den Vat Phrabat. Nachdem wir den Tempel betraten, war unser Schock über das Gesehene gross und sofort breitete sich ein riesiges Lächeln auf unseren Gesichten aus. 🙂 Ja, wir staunten nicht schlecht, als wir einen ca 2 m grossen Fussabdruck entdeckten. War Buddha wirklich so gross???  Und viereckige Zehen hat er auch noch… spannende Angelegenheit…

Nach kurzer Zeit verliessen wir das Gelände wieder und standen, nicht wissend wie weiter, auf der Strasse. Wie von Buddha geschickt kam dann gleich unser laotisches Haupttransportmittel- ein Songtheo- rasend schnell um die Ecke. Ja, Laos gefällt uns und die Menschen sind sehr relaxt, manchmal fast zuuu gemütlich, aber sie haben ein grosses und vorallem warmes Herz.

Ab vom Tourismus führte unser Weg direkt nach Nahin. Nahin  ist ein munziges Dörfli, mit der Hauptattraktion: Markt. Dort bekommt man alles… Von Gemüse über Früchte, von Haarshampoos zu neuen Kleidern und natürlich von aufgespiesten Hühner (auch -eier) zu noch im Wasser schwadernde Frösche, Schlangen und Krebse… Ihr seht, in Asien ist der Markt ein bisschen anders.. 🙂

Unsere Sehenswürdigkeit in dieser Region war die Tham Kong Lo. Das ist eine überdimensional grosse Höhle, die erst im Jahre 1997 von 5 mutigen Erforscher entdeckt wurde.  Das heisst, die Höhle war schon lange bekannt, niemand traute sich aber da rein zu gehen, da man vermutete, dass irgendwelche Geister dort hausten.

Nur schon unsere Fahrt dorthin war abenteuerlich. Mit dem gemieteten Roller fuhren wir bei unsicherem Wetter los in die  Abgeschiedenheit. Nach kurzer Zeit, aber fernab von der Zivilisation, spürte ich das etwas nicht mehr stimmt. Und Voilà, so schnell hatten wir sie… -die liebe Platte. Natürlich begann es auch sofort in Strömen zu Regnen. Unser erster Gedanke war, dass Nora mit jemandem anderen zurückfährt ins nächste Dorf und ich ihnen folge. Wir stoppten den ersten  Rollerfahrer und erklärten ihm mit Hand und Fuss unser Problem. Er hatte auch kein Flickzeug dabei und nahm Nora sofort hinten auf sein Gefährt. Ich folgte ihnen, jedoch nicht sehr lange, es war nicht mehr möglich zu fahren. Die beiden bemerkten dies nicht und fuhren weiter. Phuu, nun war Stossen angesagt. Tief durchatmen und losgings… Solche Situationen sind typisch fürs Reisen. Nichts läuft nach Plan. Nora wartete lange bei einem Mechaniker und irgenwann lief sie dann in meine Richtung. Klar, ich war nicht der schnellste, musste ja einen schweren Roller stossen. 🙂

Beim Mechaniker angekommen, erledigte er seine Arbeit sauber und schnell und wir waren gerade froh unter dem Dach seiner Werkstatt  den Regenguss halbwegs trocken zu überstehen.

Dann waren wir wieder on the road…  So schnell wie noch nie:-)

Wir erreichten ohne weitere Pannen die Höhle. Die 5 Freiwilligen Entdecker brachten viel Mut mit und paddelten durch die pechschwarze Höhle. Aus Angst, nicht wieder herauszufinden, streuten sie Reishülsen ins Wasser. Aber das war gar nicht nötig: Nach einem halben Tag kamen sie am anderen Ende wieder heraus- und hatten bewiesen, dass die Höhle trotz Dunkelheit, Kälte und Geistern passierbar ist.

Ja, uns blieb der Atem weg beim Anblick dieser Höhle. Der klaffende Eingang zeigt sich wie ein Schlund. Nach den ersten Schritten in die Dunkelheit des Tunnels, der an manchen Stellen bis zu 100 Meter hoch ist, wich das Sonnenlicht langsam zurück und es verbreitete eine gespänstische Atmosphäre.

Die Höhle ist fast gänzlich mit Wasser gefüllt und wird mit dem Boot passiert. Die Rundfahrt dauerte etwa 3 Stunden.  Wir mussten an diversen Stellen  aus dem Boot steigen, um es über Stromschnellen und Kieselbänke zu schieben.

Die Hauptattraktion ist der so genannte Tempelkomplex- keine Sakralbauten, sondern meterhohe Tropfsteine, die seit kurzem beleuchtet werden.

Für uns war  das ein sehr eindrückliches Erlebnis und bleibt uns in Erinnerung…

Auf der Rückfahrt von der Höhle nach Nahin trafen wir viele spielende Kinder, hart arbeitende Frauen und Männer

und wunderschöne Landschaft.

Bei grösster Hitze und über Stock und Stein fuhren wir am nächsten Morgen von Nahin nach Savannakhet. Zuerst fuhr uns ein Songtheo zur nächst grösseren Station. Am Vorabend fragten wir extra nochmals um welche Zeit dieses Gefährt starten wird. Zur Antwort kriegten wir 08.00 Uhr. Pünktlich standen wir da. Und tatsächlich sagten uns mehrere Leute, dass dieses Songtheo das richtige sei. Das Gepäck auf dem Dach und wir drinnen auf den harten Bänken gings tatsächlich los. Eine ältere Frau fuhr noch mit uns. Sie gefiel uns, sie lachte oft und machte irgendwelche Witze. Nach vielleicht 10 Minuten waren wir plötzlich wieder bei der Busstation, dann sagte man uns, das Songtheo fahre doch erst um 09.00 Uhr. Wir  dachten es sei ein Scherz, es war aber bitterer Ernst…

Endlich gings dann los. Das Songtheo war inzwischen vollgestopft und verliess tatsächlich die Busstation. Nach ca. 10 minütiger Fahrt drehte doch tatsächlich der Songtheofahrer wieder um. Keiner wusste weshalb. Und schon wieder waren wir bei der Busstation. Ach siehe da…Die alte lustige Frau hat wohl vergessen ins Songtheo zu steigen. Somit erhielt der Fahrer ein Telefon von der Busstation, er habe da noch jemanden vergessen. Herrlich…

Die kurvenreiche Fahrt ging dann endlich los. Inzwischen war es einigen Kindern schlecht. Dann streichen die Eltern ihnen meist eine Salbe ins Gesicht, Nacken und Hals, welcher gegen Übelkeit helfe. Es riecht immer sehr stark, ähnlicher Geruch wie der uns bekannte Tigerbalsam.

Die ältere Dame hat dann inzwischen ihre Blätter mit der Tabakmischung einige Male hervorgenommen und gemischt. Das sieht dann meist aus als würde sie einen Joint drehen. Danach ab in den Mund. Oftmals sah sie uns an und lachte übers ganze Gesicht. Wir mussten dann auch lachen über diesen Anblick… Ihre Lippen und ihre Zähne waren natürlich bereits leuchtend rot verfärbt. Die Zähne sind halt davon auch nicht mehr die schönsten.  Sieht immer wieder super aus:-))

Endlich in Savannakhet angekommen… Dieser Ort wählten wir nur aus, um unser Laos Visum zu verlängern. Die ersten Informationen wollten wir uns im Touristenbüro holen… Doch dieses Büro versprach nicht viel Hoffnung. Mit fast gar keinem Englisch versuchte der Angestellte uns mitzuteilen, dass wir auf den Polizeiposten müssten. Schade, dass die Touristenbüroangestellten nicht mal ein bisschen Englisch sprechen… Mit vollem Gepäck und ein paar übrig habenden Nerven (besonders Nora hatte keine Nerven mehr.:-)) schleppten wir uns zur Polizeistation. Sie war aber geschlossen, wir wurden auf den morgigen Tag vertröstet. Zu spät… Da half nur noch ein gutes Guesthouse und ein leckeres Abendessen. Neuer Tag, neues Glück…  Wir standen erneut vor der Polizeistation, wo eine Wache stand, welche Nora nicht ins Gelände reinlassen wollte. Er zeigte immer auf ihre Hosen. Sie trug aber wie immer kulturangepasst lange und nicht kurze Hosen. Wir verstanden die Welt nicht mehr. Ich lief alleine los um unsere Pässe abzugeben und den Visumsantrag auszufüllen. Plötzlich kam Nora dazugerannt. Sie hat diese Wache wohl Sturm gelabert und durfte nun trotz langen Hosen ins Polizeiareal. Grund weshalb man sie zuerst draussen stehen lassen wollte, war…. … die Frauen müssen einen traditionellen Rock tragen. Dieser reicht bis knapp über die Knie. 🙂 Ist das nicht krass… Höchstwahrscheinlich hätte einer ausländischen Frau etwas schlimmes passieren können, man hätte sie ohne Rock nicht hereingelassen. Doofe Regel…
Die Antragsstellung ging dann flott, um ein paar Dollar leichter und mit einem komischen Gefühl für 4 Tage passlos zu sein verliessen wir die Polizeistation.

Statt diese Tage im nicht sehr atemberaubenden Savannakhet zu verbringen, beschlossen wir weiter südlich nach Pakse zu fahren.  Halt eben ohne Pässe.

Pakse ist auch kein Schmuckstück von einer Stadt. Schöne Touristenattraktionen sind eher ausserhalb von Pakse zu finden. Aber das leckere indische Essen in dieser Stadt hielt uns trotzdem ein paar Tage dort.. Wir essen mehr indisches als laotisches Essen seit wir auf laotischem Boden sind… 🙂 Was das wohl zu bedeuten hat…

Ohne Pass kommt man ja nicht weit, somit war das Mieten von einem Roller unmöglich. Wir entschlossen uns das Bolavenplateau mit einem Bus zu besuchen.

Ohne Bus aber mit Songtheo und völlig überladen ging unsere Fahrt los zum Bolavenplateau. Als wir ankamen wurde uns schnell bewusst, dass man ohne fahrbaren Untersatz aufgeschmissen ist. Mit einer feinen Melone, die für uns alleine viel zu viel war, durchstreiften wir die Strassen. An jeder Ecke gaben wir dann wieder ein Stück von unserer süssen Frucht ab.

Genauso wie wir das in Asien gelernt hatten. Essen teilen ist sehr wichtig. Hinduisten und Buddhisten leben dieses Teilen auf eine sehr schöne Art aus. Wir finden das eine tolle Sache, welche verbindet.

Nach einem kurzen Abstecher in einem netten Restaurant und dem Probieren des  örtlichen Kaffees (hat einen sehr bitteren Geschmack und ist sehr stark) entschlossen wir uns zurück nach Pakse zu gehen. Mit unserem Gefährt konnten wir sehr viel mehr sehen und das Leben auf dem Land beobachten.

Am nächsten Tag stand ein Felsvorsprung auf dem Programm der 15 Meter hoch ist und ein schöner Wasserfall sein soll. Dieser Platz wird als sehr untouristisch und ruhig beschrieben. Das sind Plätze für uns.

Ja, er war zauberhaft. Besonders weil er sehr ruhig war. Das Baden hat uns wunderbar abgekühlt.

Am nächsten Tag mussten wir eine mühsame Busfahrt auf uns nehmen. Zurück ins doofe Savannakhet. Unsere Pässe beziehungsweise unsere Visa’s warteten auf uns. Ohne Probleme kam auch Nora mit ihrer Hose durch die Kontrolle der Polizeistation. Stopp, das heisst, es war gar kein Wächter zur Kontrolle da… 🙂

Wir mussten Warten. Die Laoten sind in jeder Hinsicht sehr gemütlich. Natürlich mussten die Politessen noch ein Schwätzchen hier und dort halten, bis sie dann wieder einen neuen Auftrag erhielten. Die  Eine beobachteten wir. Sie sass mit dem Kaffetassli neben ihr am Schreibtisch. Zuerst schwatzte sie ein Momentchen, danach nahm sie ein Klatschheftli zu sich und las darin und als dann ein Polizist kam und ihr einen Haufen Papiere übergab, arbeitete sie dann doch noch. Aber klar, selbstverständlich in einem gemächlichen Tempo… So schön kann Arbeiten sein. Immer wieder zeigt es uns auf, unter welchem wahnsinnigen Druck unsere Arbeitswelt abläuft. Beides ist nicht gut. Ein schönes Mittelmass wäre der Goldweg…

Und siehe da, wir erhielten ohne irgendwelche Probleme unser verlängertes Visa. -Endlich hatten wir unsere Pässe wieder in den Händen.

Bereits am nächsten Tag sassen wir früh morgens wieder im Bus. Zurück nach Pakse. Dort gefällts uns irgendwie…:-)

Die Fahrt war aber ganz schlimm. Wie schon mehrere Male erwähnt sind die Laoten saumässig ruhig und gemütlich. Ja, manchmal neigen sie schon fast zur Langweiligkeit… (Bitte nicht vergessen, wir finden dieses Volk sehr angenehm, hilfsbereit und uns gefällt das ständig freundliche Lachen.) Aber denkt euch das, wir hatten für 140km  mehr als 4 Stunden. Die Busse haben leider keine Haltestellen, somit kann jeder seinen Wunsch vom Halten angeben und der Buschauffeur haltet tatsächlich manchmal alle 500 Meter. Die Passagieren müssen nicht mal mehr 10 Meter Gehen um ihr Haus zu betreten. Ein Wunder, dass die  Buschauffeure die Menschen nicht noch im eigenen Bett sanft abladen… Es war einmal mehr eine Geduldsprüfung. Ach, was ja auch der Hit ist, die Busse halten und innerhalb kürzerster Zeit stehen unzählige Frauen im Bus oder ausserhalb des  Busses an den Fenstern und wollen einem Reis, aufgespieste Chicken, cold drinks und sonstige Fleischspiessli verkaufen. Die Laoten fahren da voll drauf ab. Das muss enorm billig sein… Entschuldigung wenn ich das aussprechen muss, aber sie Essen dann nicht mehr, sie Fressen wahrhaftig.:-)

Bei Ankunft waren wir fix und fertig und wir diskutierten darüber wie es wohl sei, wenn wir zum ersten Mal in der Schweiz mit der SBB oder BSU umherfahren… 🙂 Wir sind gespannt darauf…:-)

Am nächsten Tag stärkten wir uns mit einem leckeren Frühstück. Dabei hat es angefangen  zu Regnen. Ja, der Monsun kommt näher und die Regengüsse werden nun vermehrt auftreten. Schön, wir freuen uns darauf!! Wir wussten nicht genau, ob wir bei diesem Regen einen Roller mieten sollten, wie wir eigentlich geplant hatten. Als der Himmel wieder lachte, schwingten Nora und ich uns sofort auf den niegelnagelneuen Flitzer. Unser Ziel war Vat Phou in Champasak!!

Der Tempelkomplex Vat Phou gehört zu den frühsten und stimmungsvollsten Heiligtümern der Khmer ausserhalb Kambodschas (zu den Khmer erklären wir euch mehr im nächsten Beitrag). Die ältesten Ruinen stammen vermutlich aus dem 6. Jh. und gehen Angkor (auch dazu mehr in im nächsten Blog) zeitlich voraus. Ursprünglich hinduistischen Göttern geweiht, wird im Bergtempel seit dem 14. Jh Buddha verehrt.

Nach Indien war das der ersten Tempel, der uns so richtig beeindruckte. Wir sahen so viele Gottheiten die uns bekannt waren und bewunderten die sorgfälltige Bauweise, die von viel Ehrfurcht und Glauben zeugt. Es ist auch sehr interessant wie sich die Ruine mit der Natur verbindet.

Dieser Ort hat uns sehr gut gefallen, vorallem wegen der Umgebung, in welcher der Tempel seinen Platz fand. Der Gipfel, der majestätisch über dem Tempel thront, sowie die sprudelnde Quelle die aus dem Berggestein hervorkommt.  Diese Quelle am Fuss des Massivs gab vermutlich den Ausschlag für den Bau des Heiligtums. In Kombination mit sehr speziellen Licht und Wetterverhältnisse entstand eine super Stimmung.

Auf dem Rückweg besuchten wir noch eine katholische Kirche die von den Franzosen erbaut wurde und ein buddhistisches Kloster.

Um zwischendurch die Lunge und das Herz zu belasten, entschied ich einen übergrossen Buddha auf einem Hügel näher zu betrachten. Ja, die Lunge und das Herz wurde tatsächlich belastet. Es ging einige 100 Treppenstufen steil hinauf. Auch der Weg zu Buddha ist halt steinig…:-)

Früh am Morgen sassen wir bereits wieder auf dem Roller. Der 90 km entfernte Tad Lo Wasserfall wartete auf uns. Die Fahrt dorthin war wie immer sehr schön. Wir lieben es ausserhalb der grösseren Orten zu sein. Weit und breit keine Touristen und somit ein sehr authentisches Leben zu sehen. Wundervoll… Viele lächelnde Gesichter sahen wir, neben spielenden Kindern und arbeitenden Eltern fuhren wir vorbei und genossen so die Landschaft in vollen Zügen. Zwischendurch mal anhalten um ein bisschen auszutauschen, wobei wir mit Händen und Füssen uns verständigten- das ist Leben… Und es macht uns sooo enorm glücklich…!!

Tad Lo und seine 2 anderen Nachbars- Wasserfälle liegen in einer wunderschönen Gegend. Es ist ruhig und fernab von den lauten  Strassen.  Beim ersten Wasserfall hielten wir an, assen etwas und liefen dann zum Wasser. Es war ein Feiertag. Der Tag der Frau. Die Asiaten haben für alles einen Feiertag, besser gesagt, sie feiern diese Tage wirklich sehr ausgeprägt! (Falls ein Feiertag auf einen Sonntag fällt, so feiert man ihn halt am Montag noch nach, somit haben dann alle am Montag auch noch frei… Kuul, oder?!?) Reis, Gemüse, Fleisch und jede Menge Bier war mitdabei.  Es hatte schon fast zu viele Menschen. Ich lief da die Kaskade hoch und wurde von Einheimischen zu einem Bier Lao eingeladen. Sie laden einen oft ein, sie teilen gerne und sind wirklich sehr freundlich.

Beim Tad Lo, unserem zweiten Wasserfall trafen wir dann noch mehr Einheimische, die auf die Frauen anstossten.  Enorme Menschenmasse versammelten sich da. Wir nahmen dann ein bisschen Abstand vom bunten Treiben  und genossen von oben in aller  Ruhe eine schöne Aussicht auf den herrlichen Wasserfall (klar, der ist nicht zu vergleichen mit dem Rheinfall…).

So, genug gesehen… Wir machten uns mit unserem Flitzer wieder auf den Rückweg nach Pakse. Auf der Fahrt fing es plötzlich zu regnen an… Sofort suchten wir Unterschlupf bei einem Shop. Die Menschen nahmen uns sehr herzlich auf, wir durften unseren Roller ins Trockene stellen und wir kriegten Stühle zum Sitzen. Es kamen dann noch andere Einheimische dazu und die Zeit verging schnell  mit Gesprächen, Essen und Beobachten der spielenden Kindern im strömenden Regen. Immer wieder freuen wir uns, wenn man sieht wie die Kinder mit einfachsten Mitteln in der Natur spielen.

Glücklich, sicher und zufrieden in Pakse angekommen gaben wir den Roller zurück und packten im Hotel bereits einige Sachen zusammen, da wir am nächsten Tag weiterreisen wollten. Die letzte Station in Laos, bevor wir dieses wundervolle Land nach 5  Wochen wieder hinter uns lassen.

Mit einem Minibus wurden alle Touristen eingesammelt und dann machten wir uns definitiv auf den Weg  Richtung Süden. Hinter uns sassen 2 Schweizer.  Sie reisen auch einige Wochen in Laos umher. Es war eine gute Fahrt und die Unterhaltung mit dem schweizer Päärchen gefiel uns gut. Der Hammer war aber eine österreichische ältere Dame die auch mit uns im Bus mitfuhr. Sie und auch die Schweizer mussten an einem anderen Ort aussteigen als wir.  Nachdem der Fahrer der Österreicherin  x Mal gesagt hatte, sie müsse nun aussteigen, sie seien am Ziel angelangt sagte sie immer wieder das könne nicht sein. Dann schaute sie zu uns und sagte:  „dann müsst ihr aber auch aussteigen.“ Wir versuchten ihr zu erklären dass wir das nicht müssen, weil wir an einen anderen Ort gehen.  Irgendwie verstand sie das nicht und blieb trotzig im Auto sitzen. Sie forderte den Fahrer noch in einem zackigen Ton auf, er soll nun jemanden organisieren, der Englisch sprechen kann. Auch dort erklärten wir ihr, dass dies ja kaum möglich sei. Wir waren in einem eher abgelegenen Platz, weit und breit wahrscheinlich niemand der besser Englisch konnte. Die Schweizer sagten ihr dann nochmals, sie müsse nun aussteigen, es sei der richtige Ort. Erst danach stieg sie noch etwas unsicher aus und verabschiedete sich von uns. Ja, trotz vielen Reisen die man unternommen hatte und die einen jung und flexibel halten sollten, ist das nicht bei allen der Fall…. 🙂 Wir hoffen unsere gelernte Flexibilität beibehalten zu können.

Gut, auch wir erreichten kurzdarauf unser Ziel. Mit dem Rucksack am Rücken stiegen wir in ein Boot, welches uns auf Don Khon brachte. Das ist eine Insel die zu den Si Phan Don (4000 Inseln) gehört.  Es gibt 3 Hauptinseln. Wir wählten die ruhigste und untouristischste aus. Gemäss unserem Reisestil:-))

Die Viertausend Inseln sind ein einzigartiges Feuchtgebiet, indem der Mekong seine grösste Ausdehnung erreicht. Auf einer Länge von 50 km und einer Breite von bis zu 14 km gliedert sich der Fluss in etliche Kanäle und gibt hunderte kleiner Inseln frei.

Unser Ziel war, diese kleine Insel zu Fuss auzukundschaften. Es war zwar drückend heiss, aber die dichte Vegetation sorgte für Schatten.

Den ersten Stopp machten wir bei einem eindrücklichen Wasserfall. Ein passender Satz von einem Franzosen, welcher dieses Naturschauspiel beobachtete, lautete: „Alles in dieser gigantischen Landschaft atmet Kraft!“

Interessant auf dieser Insel ist das Erbe der Franzosen in Form von einer alten Dampflokomotive. Es zeigte die Bemühung der Franzosen, einen  schnellen Handelsweg  von einer Insel zur nächsten zu fördern.

Sichtbar ist Heutzutage nur noch eine vor sich hin rostende Dampflok und Verladerampe.

Don Khon  gibt einen sehr authentischen Einblick ins laotische Leben.

Wir spielten mit einheimischen Kindern und erfreuten uns über ihre natürliche und verspielte Art,

beobachteten das ländlische Leben und lachten über die dicken Tiere.

War es doch schön zu sehen, wie sich nachts der Mekong mit kleinen Lichtern der Fischerboote dekorierte und morgens die Frauen in mühevoller Handarbeit ihre Wäsche machten und nebenan die  Kinder  im Wasser plantschten.

Ja, das Leben auf  Si Phan Don  ist gemütlich und wir fanden uns erstaunlich schnell in einer Hängmatte wieder- genau wie die Laoten, die lassen das Leben etwas ruhiger angehen.

Dann hiess es wieder Abschied nehmen… Wie so oft schon. Ein schönes und interessantes Land zu verlassen  ist nicht immer einfach, doch neues Abenteuer wartet auf uns und dafür sind wir offen und bereit:-) Wir sind noch lange nicht Reisemüde!!!!!!

Geniesst den Frühling!

Liebe Umarmung

Nora und Samuel

*** die welt gehört dem, der sie geniesst***

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Willkommen in Laos!!!

Wir hatten Indien mit ein wenig Wehmut hinter uns gelassen und somit flogen wir von Mumbai nach Bangkok. Dort trafen wir dann nach langem Suchen und Kommunikationsproblemen endlich  unseren Freund Patrick. Die Freude war von uns allen riesengross. Waren  es doch  7 Monate her seit dem letzten Treffen. Zum Glück hatten wir einige Stunden Aufenthalt in Bangkok, somit konnten wir uns bestens unterhalten über die vergange Zeit. Im Starbucks genossen wir dann zu einem leckeren Käffeli die selbergemachte „Züpfe“ welche Mam für uns gebacken hat! Mmmh, ein grosses Stück Heimat. Es war für uns ein Festmahl!!! In diesem Sinne ein erneutes Dankeschön an Mamma Bomba!!! 🙂

So, dann ging unser Flug weiter Richtung Laos. Wir landeten am frühen Abend in Luang Prabang.

Gerne möchten wir euch zuerst einige Wichtigkeiten über Laos erzählen.

Grundsätzlich müssen wir sagen, hier in Laos herrscht eine entspannte, sehr friedliche Atmosphäre.  Ein landestypisches Phänomen ist die Gelassenheit der Laoten. Die Menschen  sind sehr freundlich und man wird oftmals mit einer Liebenswürdigkeit aufgenommen.

Laos ist ein Land, über das man im

Westen praktisch nichts weiß. Dabei wurde kein anderes Land so sehr vom Vietnamkrieg in Mitleidenschaft gezogen. Obwohl offiziell neutral, mussten die Menschen unzählige und ziellose Bombardierungen ertragen.  Die USA warfen in neun Jahren so viele Bomben  pro Einwohner wie auf kein anderes Land in der Geschichte. Ein Grund dazu waren die Einsatzbefehle der amerikanischen Bomberpiloten, die ihnen zum Teil verboten, mit vollen Bomben von ihren Einsätzen über Vietnam zu ihren Stützpunkten in Thailand zurückzukehren. Somit war es ja einfach, die überzähligen Bomben auf dem Rückflug  über dem laotischen Dschungel abzuwerfen.

30%  aller Bomben sind nicht detoniert!!!! Somit sind 40 Jahre nach dem letzten Bombenabwurf auf Laos noch immer ca. 80 Mio.  Sprengkörper vorhanden.

Man kann deutlich die amerikanische Herkunft ablesen.  Es würde mehr als 100 Jahre dauern, bis das ganze Land  „gesäubert“ wäre.

Was uns aber doch sehr nachdenklich macht,  die USA  hatte 40 Mio. US- Dollar für humanitäre Organisationen zur Sicherung der Bomben an Laos gespendet. Aber die  Regierung der USA gibt täglich(!!!!!!) 40 Mio. US- Dollar für Bombenkampagne aus… Wo ist da das Verhältnis??? Also für uns ist klar, die nächste Reise wird bestimmt nicht in die USA gehen… 🙂

Schlimm ist, dass täglich immer noch viele Menschen an den Sprengkörpern sterben oder sich verletzen. Wir trafen viele laotische Menschen, die nur noch 1 Bein, oder 1 Arm haben, die keine Augen mehr haben, Verbrennungen oder oder oder… Das macht traurig und nachdenklich….

Laos gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das jährliche Pro Kopf Einkommen der Laoten beträgt momentan 740 USD.  Die meisten Einwohner leben nach wie vor am oder knapp über dem Existensminimum.

In Laos‘ unberührter Natur leben sehr viele wilde Tiere. Dichte Wälder, Berge und Flüsse machen 3/4 des Landes aus.

Gut, weiter gehts.

Luang Prabang’s Lage ist aussergewöhlich schön. Berge säumen den Mekong und formen eine Art rundes Tal.  Es war ein lieblicher Anblick, welcher uns an europäische Seelandschaften erinnerte.

Luang Prabang wurde von der UNESCO 1995 zum Weltkulturerbe erklärt.

Immer wieder sieht man die Spuren der Kolonialherrschaft der Franzosen in Form von Villen und Baguetten.:-))

Am Flughafen von Luang Prabang lernten wir den deutschen Hubert kennen. Hubert hat sich uns angeschlossen und somit fuhren wir zu 4 ins Zentrum um uns ein geeignetes Guest House zu suchen. Wir fanden ein wirklich gemütliches und machten uns bald darauf auf den Weg zum Essen. Patrick wurde mit einer Willkommenskokosnuss begrüsst.

Nach dem leckeren Essen und dem gemütlichen Zusammensein zogen wir uns müde in unser Zimmer zurück. Vor dem Schlafen gehen gab es noch Bescherung. Ganz viele tolle und notwendige Dinge haben wir von einigen  von Euch erhalten. Vielen herzlichen Dank auch hier nochmal!!!!

Am nächsten Morgen standen wir sehr früh auf. Denn jeden Morgen um 06.00 Uhr verwandelt sich die eine Strasse  in einen Laufsteg. Ehrenwürdig schreiten orange gewandete Mönche in einer langen Reihe der Strasse entlang und nehmen schweigend Essensgaben von Gläubigen in Empfang. Dieser Almosengang (Dag Bat) zählt zu den wichtigsten religiösen Handlungen im Theravada- Buddhismus. Mit ihren Gaben können die Gläubigen Verdienste für ihre nächste Wiedergeburt erwerben.

Es war ein wirklich schönes Bild, die leuchtenden Gewänder vor den  (im Morgendunst mystisch wirkenden) Klosteranlagen…

Gestärkt durch ein reichhaltiges Frühstück, machten wir 4 uns auf die Socken, Luang Prabang auszukundschaften.

Wir besuchten verschiedene und wunderschöne Tempelanlagen.

Auch schauten wir uns das königliche Palastmuseum an. Die wichtigse Sehenswürdigkeit des Museums ist der Phra Bang (ehrwürdiger kleiner Buddha). Das ist eine Skulptur aus Gold, Silber und Bronze. Anfänglich suchten wir sie in einem nahegelegenen Tempel, doch dieser Platz war leer. Patrick konnte das natürlich nicht auf sich ruhen lassen und seine Spürnase suchte intensiv weiter im Museum. Nach einer gewissen Zeit, kam er dann zu uns und sagte geheimnisvoll, er wisse nun wo der kleine Buddha sei. Total gespannt liefen wir unserem „Museumsführer“ Patrick nach und siehe da- die Skulptur stand in einem unauffälligen Raum. Besonders berauschend war der Anblick jedoch nicht.

Als sportliches Ziel wählten wir den „Phou si“ aus. Mit seinen 329 Stufen war dieser Aussichtspunkt wie geschaffen für einen männlichen Wettkampf.

Oben angelangt schauten wir uns den Schrein an und genossen die Aussicht auf die Flüsse Mekong und Nam Khan.

Die Nachwehen Indiens und der hektische schweizer Arztalltag zeigten Spuren und zwingten uns am Fluss zu entspannen… 🙂

Am Abend sassen wir 4 im Garten unseres Guest Houses und genossen ein kulinarisches Highlight: schweizer Schokolade, Balserläggerli, schweizer Käse, schweizer Knäckebrot Rotwein und 11-i Bier!!! Unser deutscher Freund Hubert und Bierbrauer von Beruf lobte unser 11-i Bier in höchsten Tönen. Auch sagte er immer wieder: Das sei jetzt aber ein gelunger Abend! Es hat ihm wirklich sehr gut gefallen!! Und uns natürlich auch. Samuel und ich genossen die schweizer Leckereien mit jedem Bissen. Lang ist’s her…

Am nächsten Tag ging unsere Reise  weiter zu dritt. Zu unserer Überraschung erhielten wir am Busbahnhof Plätze in einem Mini Bus. Zuerst dachten wir was für ein Luxus, nun bemerkten wir aber schnell den asiatischen Stil. Patrick klebte fast am Fester, Samuel war zwischen den Sitzen eingeklemmt und ich wurde von einer englischen Familie erdrückt. Dazu waren die Strassen sehr holprig. Dachten wir doch,  in Laos  herrschen andere Sitten. Wir nahmens gelassen. Nur die flexiblen überleben langes Reisen 🙂

Angekommen in Nong Kiao war unser Plan dort zu übernachten. Aber spontan änderten wir unseren Plan und liefen mit schwerem Gepäck zum Bootsanleger. Patrick bemerkte schon dort, dass Bananen manchmal lebensrettend sind. 🙂

Eingezwängt in einem einfach gebauten Böötchen fuhren wir auf dem Nam Ou nach  Muang Ngoi Kao. Das aussergewöhnliche an diesem Ort ist, dass er nur mit dem Boot erreichbar ist.

Dieser kleine Ort ist sehr touristisch und somit war es nicht verwunderlich, dass es lange dauerte bis wir einen Platz zum Schlafen fanden. Patrick und Samuel zogen alleine auf Zimmersuche los, während ich in einem Restaurant mit schönem Ausblick die Stellung hielt.

Nach dem 6 Misserfolg sagte Samuel zu Patrick: „Vielleicht müssen wir Heute zum ersten Mal die Hängematte aufstellen!“ Patrick blieb aber recht ruhig. Er hat ja auch schon einige Flecken auf dieser Welt gesehen. Geduld wird ausbezahlt….

Natürlich wurde ich bei der Rückkehr von den Zweien auf die Schippe genommen. Sie sagten mir, sie hätten nur einen winzigen Raum gefunden in dem 2 Männer schlafen könnten und ich sollte mit einer anderen schweizer Touristin das Bett teilen. Ja, ich glaubte ihnen und stellte mich darauf ein. Umso grösser war die Freude, als Samuel und Patrick mir ein schönes Hüttchen für uns drei präsentiert hatten.:-)

Nach dem Einchecken  mussten wir uns mal stärken mit einem leckeren Essen…

Wir waren alle sehr erstaunt beim Anschauen der Menuekarte. Fast alles wird mit Fleisch gekocht. Die Vegetarier haben’s in Laos schwer. Auch sahen wir wieder inmitten des Dorfes, wie eine Sau geschlachtet wurde. Die Geräusche dieses Tieres liessen uns fast nicht mehr los…:-)

Am nächsten Tag  schauten wir uns als erstes den einzigen Tempel des Dorfes an.  Dieser wurde im 2002 erneuert und es leben 2 ältere Mönche und bis zu zehn Novizen dort.

Danach besuchten wir 2 verschiedene Höhlen. Der Aufstieg dorthin war nicht Ohne… Sehr steil gings über Stock und Stein und ich war mit meinen Flip Flop natürlich bestens ausgerüstet… Hmmm…

Die Höhlen zeigten Spuren des „Geheimen Krieges“ mit verschiedenen Kriegsmaterialien…  Natürlich brach bei Samuel  und Patrick der Forschergeist durch und sie mussten abseits von ausgetretenen Pfaden alte Kriegswrackteile genaustens unter die Lupe nehmen.:-)

Beim Abendessen entschieden wir uns dafür einen 3-tägigen Trek zu machen.

Somit gings am nächsten Morgen mit gepacktem Rucksack und gutem Schuhwerk los. 2 Führer waren dabei. Der Eine war für die Sprache gut, der andere für das Leben in der Natur!!

Am ersten Tag waren wir nicht wirklich lange unterwegs. Wir marrschierten über wackelige Brücken,

durch Reisfelder,

an Schweinen vorbei,

in ein Hmong Dorf (dort leben etnische Minderheiten). Diese Dörfer sterben langsam aus, weil sie zu klein sind und dadurch haben sie natürlich wenig Überlebenschancen. Die Einwohner ziehen dann in immer grössere Dörfer.

Wir erfuhren, dass wir dort die erste Nacht bleiben werden.

Da uns die Bewegung am ersten Tag zu wenig war, sagte uns  Jay (unser Guide), es gäbe noch einen schönen Wasserfall in der Region. Somit waren wir top motiviert, diesen berüchtigten Wasserfall zu sehen.

Was wir aber sahen, war eher zum Lachen als zum Bestaunen.  Es hat sich nicht einmal gelohnt ein Foto davon zu machen, man würde dieses Wasserspritzerli kaum erkennen…:-)

Wir erfreuten uns aber an den anderen schönen Sachen der Natur.

Der interessanteste Vorfall des Tages war, dass unsere 2 Guides eine Kobra gesehen hatten. Patrick, Samuel und mir wurde dieser Anblick aber Verwehrt… Zu unserem Leide…

Auf dem Rückweg  machten wir eine Erfrischungspause in einem anderen Dorf. Samuel suchte seine körperliche Betätigung, indem er die Palmkrone erklimmen wollte… Dies gestaltete sich aber nicht so einfach:-)

Ein erster Versuch im Pétanque zeigte Samuel auf, wie viel Übung dieses Spiel benötigt… 2  Siege durch unseren Guide kostete den schweizer Männer 2 Bier… 🙂

Ich lag relaxt in der Hängematte, mit einem sehr anhänglichen Äffli und las konzentriert in meinem typischen Frauenbuch (wurde täglich mehrmals hochgenommen von Patrick und Samuel…)!!!

Abschluss des Tages bildete ein typisch laotisches Essen: Klebreis, Salat aus jungem Bambus, Kürbissalat und Gemüsesuppe. Dies war ein richtig leckeres vegetarisches Gericht. Wir hatten es sehr genossen.

Voll motiviert starteten wir in den neuen Tag und mussten sehr schnell erkennen, dass dieser Tag eher anstrengend wurde. Steil bergauf schwitzten wir bei grosser Hitze. Dankbar waren wir über den Besuch einer Schule, so gab es endlich mal eine Pause.

Weiter ging es mit treken bis wir in ein kleines Dorf gelangten. Hier wird noch richtig Handwerk betrieben wie vor 100 Jahren. Es werden Fischernetze repariert, die Kinder beschäftigen sich mit einfache Mitteln, werfen Steine oder spielen mit einem Ball. Man sieht hier wirklich noch das urtümliche Leben. Schade ist nur das niemand von den Dorfbewohner Englisch spricht. Eine Komunikation ist so halt nur mit Händen und Füssen möglich. Aber mit viel Mimik und Kreativität versteht man sich letzendlich doch.

Laos verzaubert uns vorallem wegen der vielfältigen Natur. Es ist wunderschön durch solche Landschaften zu wandern. Zur Mittagspause machten wir Rast mitten im Urwald. Auf Bananblätter wurden uns das mitgebrachte Essen serviert. Es bestand aus: Fleisch, Chilligewürz (mit vorsicht zu geniessen), Klebreis und Eiern. Ein wundervolles Mahl das wir nach asiatischem Stil auf dem Boden assen.

Nach dem Essen gab es dann nochmals eine letzte Etappe, die wir mit viel Durchhaltevermögen und Willen noch bewältigten. Glücklich und froh, aber sehr müde erreichten wir unsere letzte Tagesstation. In diesem Dorf mitten im Nichts leben noch ca. 30 Personen. Viele von ihnen sind schon in ein näheres Dorf umgezogen. Dort sind die Verbindungen besser, die Menschen können mehr Handel treiben und eine gesicherte Existenz aufbauen.

Auch hier zeigt sich ein sehr urtümliches Bild. Die Frauen Weben,

bearbeiten den Reis oder sind auf dem Feld.  Die Männer schmieden,

Schlachten das nächste Schwein, oder helfen dort wo sie müssen.

Die Kinder waren anfänglich noch sehr scheu, mit der Zeit tauten sie dann auf und wir spielten mit ihnen.

Als die dorfälteste Mamma mit unserem Guide zusammen ein leckeres laotisches Abendessen gekocht hatte, genossen wir den letzten Abend unserer Tour mit einem Beer Lao.

Die Männer mögen’s nicht sonderlich… Ich mag’s! 🙂

Dann gings ab in unser Schlafhüttchen, mit den lauschigen Moskitonetzen 🙂

Früh, aber in aller Ruhe startete unser letzter Tag. Wir wussten,  zuerst die Arbeit dann das Vergnügen. Somit machten wir uns auf die Socken und liefen die letzten Stunden Auf und Ab (zum Glück mehr Ab als Auf:-)). Weit und breit war niemand anzutreffen ausser unseren lieben Freunden.

Was uns allen sehr gut gefallen hatte, war das lange Marrschieren durch den Fluss, da es kein anderen Weg gibt. Zu Patricks Freude hatte es sogar Blutegeln!! Samuel und ich erfreuten uns nicht sehr darüber… Schon wieder diese Scheissfiiiecher!!!!!!:-(

Phhuuuu, endlich waren wir in einem Dorf angekommen. Für uns war es ein Zeichen, dass wir bald am Fluss Nam Ou ankamen. Dort wurde uns nämlich Fischen, Essen und Tubing versprochen.

Als erstes kam natürlich das Fischen. Ein kleines Boot mit 2 Männern wartete auf uns. Samuel erhielt den Einsatzbefehl und hüpfte zur rechten Zeit ins Wasser mit dem einen Teil des Netzes. Der andere Teil war bei uns auf dem Boot. Somit  entstand ein grosses Auffangnetz, welches etliche Fische fangen sollte.

Die Technik und alles andere war super, leider war nur 1 Fisch im Netz. Aber lieber Einer als Keiner. Gerade dieser wurde daraufhin nämlich gegrillt. Ja, mit allem Drum und Dran haben die Laoten und Patrick diesen Fisch verspeist. Samuel und ich genossen Gemüsenudeln!

Nach dem Essen schnappten wir unsere Reifen und machten uns auf’s Wasser. Das war ja ein Spass.

Die Strömung war mal schneller und mal eher langsam. Trotzdem hatten wir voll den Plausch und versuchten verschiedene Akrobatikübungen auf den rutschigen Reifen aus. Schade war nur, dass sich die Sonne gerade an diesem Tag nicht offensichtlich zeigte und unsere Haut im kühlen Nass von „Hüehnerhut“ überzogen wurde.

Nach dem Tubing  duften wir nochmals Fischen. Diesmal war Patrick der Einsatzleiter. Doch auch beim 2ten Versuch war der Erfolg mit 1 Fisch eher gering… 🙂

Mit dem Boot fuhren wir dann  den Rest zurück nach Muang Ngoi Kao. Wir spürten eine sehr angenehme Müdigkeit im ganzen Körper. Es waren wirklich gelungene 3 Tage!!!

Der nächste Tag war der 12.2. Somit feierten wir mit Samuel seinen Geburtstag!!!!!

Den Geburtstag im Ausland zu feiern ist ja immer etwas spezielles… Dieser Tag war aber vorallem mit Reisen und Warten gekennzeichnet. Wir machten uns wieder auf den Rückweg nach Luang Prabang. Patrick’s Rückflug war ja schon bald…

Wir feierten Samuel’s Geburtstag dann erst am Abend so richtig!!! Es war ein wunderschöner, lustiger und spezieller Abend. Samuel genoss seinen Geburi sehr. Einmal anders.

Am nächsten Tag legten wir einen Organisationstag ein. Patrick wollte noch einige Dinge erledigen vor seiner Abreise.  Somit geschah nichts ausserordentliches…

So, der letzte Tag mit Patrick war da. Wir mieteten uns ein Fahrrad und fuhren Sage und Schreibe 25 km zu einem Wasserfall. Überlegt hatten wir uns dabei nicht gerade viel. Bei grösster Mittagshitze waren wir mit hochrotem Kopf am strampeln… Oh là là. Geschickterweise verheimlichten mir Patrick und Samuel, dass diese Velotour nicht ohne sei. Es hiess anscheinend im Reiseführer, man müsse ein wenig trainiert sein (Samuel und ich machen seit unserer Abreise kein Sport mehr- wie soll man da trainiert sein?!?).  Egal, die Landschaft war atemberaubend und übertrumpfte die Anstrengung.

Als wir das Ziel erreichten, trafen wir natürlich viele andere Touristen.  Wir wollten aber ein wenig Ruhe haben und marrschierten auf dem ganzen Gelände umher.

Natürlich mussten wir auch bei dieser Sehenswürdigkeit laufen. Ein Wasserfall ist meistens in der Natur und weil wir in Laos sind, ist es nicht gerade einfach, sich einen guten Pfad durch das unwegsame Gelände zu suchen. Mit Flip Flop war dies wieder einmal eine Herausforderung für mich. Ich hörte natürlich immer wieder die Sätze:“Nora, du hättest ja viel bessere Schuhe dabei… wo sind denn die?!?“ -klar, sie hatten ja recht…

Von oben sahen wir dann, wie buddhistische Mönche sich einen guten Platz zum Baden ausgesucht hatten. Diesen geheimen (und  nicht ganz einfach zu erreichen) Platz wollten wir um jeden Preis sehen. Samuel führte uns dann über Stock und Stein dorthin. Nicht ohne Herausforderung war dies ganze Aktion. 🙂

Als die Mönchen sich dann wieder auf den Rückweg machten, sprangen auch wir ins kühle Nass. Ausser uns war niemand mehr dort und somit hatten wir die Wasserfälle und die dazugehörigen Pool’s für uns alleine..

So, mit einem leckeren Crèpe stärkten wir uns für den Rückweg. Die Rückfahrt ging flott voran:-)

Wir genossen noch einen schönen letzten Abend mit Patrick und begleiteten ihn am nächsten Tag zum Flughafen. Dort verabschiedeten wir ihn ungern- er hätte gerne noch länger bleiben dürfen. Aber wir wissen ja, es heisst bei einigen:  „Die Arbeit ruft!“ :-))

Samuel und ich fuhren am Abend mit dem Bus weiter nach Xam Neua. Wir wollten im Nachbarsdorf (30 km entfernt) Vieng Xai die berühmten Höhlen besichtigen. In unserem Reiseführer steht, dass für diese Strecke regelmässig (!!) Songtheos fahren. Das sind kleine, offene Lastwagen mit Sitzbänken für Personentransport.

 

Aber alles ist ja bekanntlich anders in Asien als das Geplante… Somit warteten wir ewigs auf ein Songtheo um nach Vieng Xai zu gelangen. Dort angekommen, wars dann natürlich bereits zu spät um die Höhlen zu besichtigen. Wir liefen wieder zum Markt, wo das Songtheo nach Fahrplan starten sollte und uns wieder nach Xam Neua bringen sollte. Aber klar, auch Fahrpläne ändern von Minute zu Minute. Uns sagte eine Frau es fahre an diesem Tag kein Songtheo mehr. Hmmm… Wir sind aber schon zu lange in Asien unterwegs, dass uns eine solche Antwort in Angst versetzen könnte. Deshalb liefen wir mal los. Da es aber bald dunkel wurde, machten wir halt Autostopp. Und siehe da- ohne Probleme hielt ein Mann an, welcher uns ca 6 km mitnehmen konnte.  Die erste Frage dieses Mannes (welcher eine Militäruniform trug) war: „Are you American?“ Wir waren froh sagen zu können: „No, we’re Swiss!!!“   Er war sehr freundlich und hat uns an der abgemachten Stelle ausgeladen:-) Kurzdarauf hielt  ein Kleinlastwagen an, bei dem wir hinten in den Anghänger stehen durften.  Der Anhänger war bis oben gefüllt mit Altmetall. Wir halfen ihm dann auch noch, das übrige Metall vom Strassenrand aufzusammeln. Plötzlich hielt uns dann die Polizei an.. Da niemand Englisch sprach wussten wir nicht genau was nun los war… Der Polizist zeigte immer und immer wieder auf uns, redete laut. Der Fahrer musste alle Papiere zeigen und schaute uns immer an. Och nein, wir hofften das wir nicht absteigen mussten oder der Fahrer wegen uns irgendwelche Probleme hatte…  Nach langem hin und her, sagte dann der Polizist, ok wir können weiterfahren! Juppy… Wir erreichten dann unser Ziel heil, sicher und dankbar.

Es war ein schönes Erlebnis.  Wir fühlten das richtige Laos zum ersten Mal. Die Touristenplätze könnten auch Spanien oder halt eben Frankreich sein… Aber wir fühlten nun das wundervolle, richtige Laos mit wenigen Touristen und unheimlich freundlichen und grosszügigen Einheimischen.

Am Tag danach mieteten wir uns ein Roller, damit wir nicht wieder das selbe Problem hatten wie am Tag zuvor… Mit dem alten 2 Rädler fuhren wir erneut nach Vieng Xai. Dort machten wir einen geführten Höhlenbesuch.

Diese Höhlen wurden während des Krieges genutzt. Das zerklüftete Terrain bot ideale Bedingungen für ein Versteck vor den amerikanischen Bombenangriffen und so verlegten die Revolutinäre ihr Hauptquartier 1964 von Xam Neua nach Vieng Xai. Neun Kriegsjahre und täglichen Bombenhagel!!! Es entstand eine regelrechte Höhlenstadt.

Schlaf- und Aufenthaltsräume für die Familien sowie Büros und Sitzungsräume deuten daraufhin, dass man trotz des Krieges den Tagesgeschäften nachging.

Für den Fall von Giftgasattacken standen besondere Schutzräume bereit, kleine Bunker mit Sauerstoffpumpen.

Die Besichtigung war sehr spannend und enorm eindrücklich, zugleich aber auch berührend, wie diese Menschen über Jahren in den Höhlen  gelebt hatten…

 

Mit dem Roller gings dann zurück über die kurvenreiche Strasse. Uns machte ein Punkt während der Fahrt ein wenig zu schaffen. Beim Mieten des Rollers hatten wir nicht nachgefragt wann wir spätestens zurück sein sollten. Natürlich waren wir eher knapp dran und dachten 18.00 Uhr sei eine gute Zeit. Als wir dann beim Shop ankamen, kam das böse Erwachen. Der Laden war natürlich schon geschlossen. Als Pfand hatten wir den Pass abgegeben- und ohne Pass keine Weiterreise.  Auch mit Hilfe von einem sehr netten Mann, der mehrere Anrufe tätigte war nichts zu machen. Wie so viele Male hiess es flexibel bleiben und Vertrauen haben das alles gut kommt. Natürlich sind wir immer noch ein bisschen indisch denkend und machten uns viele Gedanken wie es weitergehen  könnte.  Unser Ziel wäre nämlich gewesen, am nächsten Tag in den frühesten Bus zur nächsten Station  sitzen. Es gab nämlich nur wenige Buse dorthin.  Gut egal, man muss loslassen und das schlimmste wäre gewesen, dass wir noch einen Tag im völlig langweiligen Xam Neua verbringen mussten. Was uns aber wirklich nicht sonderlich gefallen hätte.

Neuer Tag neues Glück. Pünktlich um 8 Uhr ging der Shop auf und ohne draufzuzahlen oder irgendwelche Anstalten konnten wir den Roller zurückgeben. Mit Pass in der Tasche erreichten wir glücklicherweise unser Bus noch knapp,  der uns nach Phonsavan bringen sollte.

Die Stradt Phonsavan hat selber vielleicht nicht viel zu bieten, spielte aber eine zentrale Rolle im Geheimen Krieg. Die Gegend zeigt immer noch Spuren des Krieges mit Bombenkrater und Kriegsutensilien. Trotzdem hat die Provinz ihre charakteristische melancholische Schönheit bewahrt. Es ist eine der am meist verminten Gegend in ganz Laos. Sehr viel Leid entsteht durch diese Blindgänger.

Wir hatten eine gute Tat gemacht und 100 USD gespendet. Die Spende wird für Aufräumzwecke  eingesetzt.

 

In Phonsavan befindet sich die mysteriöse Ebene der Tonkrüge. Schon wieder setzten wir uns auf einen Roller und besuchten zuerst diese Tonkrüge. Es gibt verschiedene Stätten die man besuchen kann. Das Alter dieser Krüge lässt sich leider nicht zuverlässig bestimmen.  Man rätselt das diese Steingefässe als Särge oder Urnen, oder vielleicht zum Lagern von Lao Lao (Reiswhisky) oder Reis genutzt wurden.

 

Nach den verschiedenen Stätten, fuhren wir mit unserem Gefährt in ein abgelegenes Dorf. Dort durften wir zusehen, wie Einheimische  mit dem Aluminium von Kriegsmunition verschiedene Dinge herstellen, wie z. B. Löffel, Armreife und Schlüsselanhänger.

Die Verständigung verlief nur mit Händen und Füssen. Was man nicht alles lernt auf Reisen:-)

Auf dem Rückweg sahen wir noch einen alten russischen Panzer.

Ausserdem besichtigen wir noch eine alte Buddhastatue.

Müde aber voll von guten und interessanten Eindrücken schlossen wir den Tag mit einem indischen Abendessen ab.

Wir hörten ja schon einiges über den Ort Vang Vieng. Für uns war im Vornherein bereits klar, dass wir nur einen kurzen Abstecher in diesen Ort machten. Vang Vieng ist bekannt für Party, Party, Party… Aber auch diverse Aktivitäten könnte man dort unternehmen. Das war eigentlich unser Plan. Aber Pläne ändern sich bekanntlich schnell.

In Vang Vieng angekommen,waren wir erstaunt über die Ruhe die dort herrschte.  Aber die Ruhe täuschte… In der Abenddämmerung rauschten die ersten Songtheo’s an uns vorbei mit gröhlenden, besoffenen und knapp bekleideten weissen Touristen. Klar, sie kamen alle zurück vom Tubing.  Der Ort erwachte und zeigte das wahre Gesicht. Wir dachten fast, es sei auch in Laos Fasnacht. 🙂

Tubing ist ein Trend, bei dem man mit dem LKW- Schlauch, den Fluss hinuntersaust und von Bar zu Bar treiben lässt. Kein Wunder das immer wieder Touristen unter Drogeneinfluss im Mekong ertrinken…  (der Bekannteste Ort für Tubing in Laos ist eben in Vang Vieng)

Es war eine primitive und peinliche Stimmung… Oder werden wir schon alt?!?!?

Auf alle Fälle hatten wir darauf definitiv keine Lust und entschlossen uns ein Verwöhnungstag zu machen. Nachdem wir einen Tempel besichtigten, wars Zeit zum Coiffeur zu gehen. Von Kopfmassage bis Lockerung der Kopfhaut erhielt ich alles… Oh là là! :-))

Müde aber voll von guten und interessanten Eindrücken schlossen wir den Tag mit einem indischen Abendessen ab.

Wir hörten ja schon einiges über den Ort Vang Vieng. Für uns war im Vornherein bereits klar, dass wir nur einen kurzen Abstecher in diesen Ort machten. Vang Vieng ist bekannt für Party, Party, Party… Aber auch diverse Aktivitäten könnte man dort unternehmen. Das war eigentlich unser Plan. Aber Pläne ändern sich bekanntlich schnell.

In Vang Vieng angekommen,waren wir erstaunt über die Ruhe die dort herrschte.  Aber die Ruhe täuschte… In der Abenddämmerung rauschten die ersten Songtheo’s an uns vorbei mit gröhlenden, besoffenen und knapp bekleideten weissen Touristen. Klar, sie kamen alle zurück vom Tubing.  Der Ort erwachte und zeigte das wahre Gesicht. Wir dachten fast, es sei auch in Laos Fasnacht. 🙂

Tubing ist ein Trend, bei dem man mit dem LKW- Schlauch, den Fluss hinuntersaust und von Bar zu Bar treiben lässt. Kein Wunder das immer wieder Touristen unter Drogeneinfluss im Mekong ertrinken…  (der Bekannteste Ort für Tubing in Laos ist eben in Vang Vieng)

Es war eine primitive und peinliche Stimmung… Oder werden wir schon alt?!?!?

Auf alle Fälle hatten wir darauf definitiv keine Lust und entschlossen uns ein Verwöhnungstag zu machen. Nachdem wir einen Tempel besichtigten, wars Zeit zum Coiffeur zu gehen. Von Kopfmassage bis Lockerung der Kopfhaut erhielt ich alles… Oh là là! :-))

Dann machten wir einen Tagesausflug in den Buddhapark.

Das ist ein Park voller buddhistischer und hinduistischer Skulpturen. Entworfen und erbaut wurde die Anlage 1958 von einem Yogi, Priester und Schamanen.

Dieser Park weckte alte Erinnerungen von Indien in uns.  Und jede Gottheit konnten wir lieblich mit Namen benennen:-) Was so eine Reise alles bewirken kann und fremde Kulturen werden einem plötzlich ganz nah.

Auch schauten wir uns das wichtigste Nationalmonument- Vat Pha That Luang-  an. Es ist ein Symbol des Buddhismus sowie der Souveränität des Landes.

An unserem letzten Abend in Vientiane, trafen wir Peter.- Nein, nicht mein Vater sondern Peter aus Kanada. Nein, Peter lebt nicht mehr in Kanada. Er ist jetzt halber Inder:-) Seit über 30 Jahren switcht der Lebenskünstler zwischen Indien und Japan umher. Für uns war er eher Inder als Westler:-)  Seine Kopfbewegungen waren beinahe perfekt und das  nasale äääähh (sorry, können diesen Ton nicht beschreiben-einzigartig) war  unverkennbar. Die Kleidung war indisch, der Bart saddhuähnlich und die Mimik mit dem Glänzen in den Augen  absolut typisch India-style… 🙂  Wir unterhielten uns köstlich mit diesem sehr intelligenten Mann und schwelgten gemeinsam in den Erinnerungen.  Obwohl seine Lieblingsstadt Kolkata ist was für uns nicht ganz verständlich ist (wir hatten dort ja die lieben Bettwanzen zu Besuch) legten wir ihm die Weltmetropole Bern ans Herzen…  Hmm, er ging nicht darauf ein und lenkte wieder zu Kolkata. Er deutete aber auch darauf hin, dass er ganze 3 Jahre benötigte um diese verrückte Stadt zu begreifen. Und sorry solange Zeit hatten wir nun mal nicht.:-)

Es war eine Begegnung mit viel Herz und zeigte uns einmal mehr,  das Reisen verbindet.  Durften wir doch bereits einige Menschen kennenlernen, die uns beeindruckten und tief berührten.

Unsere Reise geht weiter und bestimmt werden wir wieder viele spannende Dinge erleben mit einzigartigen Begegnungen.  Fortsetzung folgt…. :-))

Wir wünschen euch, dass auch ihr die Kleinigkeiten auf dieser Welt wahrnehmen und  euch darüber erfreuen könnt.  Gibt es doch so viele schöne Erlebnisse und Begegnungen, die spezieller sind als man sie im Moment wahrnimmt…

 

Take care

Samuel und Nora

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Wir sind in Kerala angekommen. Unsere erste Station war  Wayanand Wildlife Sanctuary. Wieder einmal hatten wir einen völlig untouristischen Ort ausgewählt. Perfekt… 🙂

Es ist ein riesiges Waldschutzgebiet, welches sogar bis nach Tamil Nadu reicht. Es ist ein Mix aus Reisfeldern, unberührten Rändern und verinzelten Gewürzplantagen.

Unser Besuch im Schutzgebiet, ging am frühen Morgen mit einem Jeep los. Sie lassen nur begrenzte Besucher in den „Park“, den Tieren zu liebe. Auch kann man die meisten Tiere morgens am Besten sehen…  Und siehe da, schon beim Eingang durften wir den ersten wilden Elefanten sehen.

Wir waren etwa 2 Stunden dort und sahen sehr viele wilde Elefanten. Wow, einfach nur eindrücklich, diese riesigen Tiere zu sehen.. Nicht im TV, nicht auf Fotos und auch nicht im Zoo, wirklich einfach in Natur wie sie doch eigentlich leben sollten…

Rehe, Pfaue und verschiedene Vogelarten zeigten sich  auch. Einen Tiger sahen wir leider auch dieses Mal nicht… Hmm…

Auf der Heimfahrt sahen wir Kautschuckbäume,

Schwarzer Pfeffer direkt vom Baum und Kaffeepflanzen.

Früh am Morgen begann der Tag mit einem typischen südindischen-Frühstück, welches aus Idlis (lockere runde weisse fermentierte Reiskuchen), die in Kokosnuss- Chutney und Sambar (Suppenartiges Linsengerischt) getunkt werden, Appam (Reispfannkuchen)und Chai besteht. Dieses Frühstück hat wohl gar nichts gemeinsam mit unserem Käse und Brot. Daher war es nicht verwunderlich, dass wir uns danach ein bisschen komisch fühlten. Nora macht vom speziellen Essen und Geschmäcker eingiges durch. Ich denke sie wird, wenn sie zurückkehrt ganz von der Schnäderfressigkeit geheilt sein… :-))

Unsere Weiterfahrt startete mit einem superfast Bus der keine Fensterscheiben hatte und uns zum nächsten Bahnhof brachte (wichtig in einem Bus sind die Männer immer hinten und die Frauen vorne). Daher fahren wir im Bus meistens getrennt. Finden das eigentlich eine gute Bestimmung. Die Population ist so gross, dass Gedränge nicht zu vermeiden ist.

Dann ging es mit dem Zug Richtung Kochi. Was uns in diesen Momenten sehr zu schaffen macht ist die grosse Hitze. Sie macht müde und man hat nicht so Appetit, meistens verspüren wir auch ein leichtes Schwindelgefühl. Reisen fordert halt und Schlaf und Essrythmus kommen immer durcheinander. Nicht zu vergessen, dass es viel Energie und Geduld kostet bis man ans ersehnte Ziel gelangt.

Wir erreichten Ernakulum. Ernakulum ist auf dem Festland, ein hektischer Verkehrsknotenpunkt und es ist das  kosmopolitische Zentrum der Stadt. Von dort aus nahmen wir gleich eine Fähre, die uns abends nach Fort Cochin brachte.

Nirgendwo in Indien findet sich eine solche Mischung ein zweites Mal: riesige Fischernetze aus China, eine 400 Jahre alte Synagoge, antike Moscheen, und portugiesische Häuser und natürlich auch Überreste von Britisch- Indien. Dadurch entstand eine Kombination aus dem mittelalterlichen Portugal, den Niederlanden und einem englischen Dorf.

Am nächsten Tag besichtigten wir als erstes  die dominierende und imposante katholische Santa Cruz Basilica.

Auch in dieser Kirche bemerkten wir schnell, dass wir in Indien sind. An der Seite sahen wir Beichtstühle, indem der Priester mit seinen Flip- Flop sass (mit einem Bein auf dem Stuhl)…

Die farbenprächtige Jesusstatue wurde mit Neonfarben beleuchtet und hatte dadurch  eine grosse Ausstrahlungskraft. :-))

Danach besuchten wir die Kirche St. Francis, welche angeblich das erste von Europäern erbaute Gotteshaus in Indien ist und von portugiesischen Franziskanermönchen erbaut wurde.   Vasco da Gama, der in Kochi starb, wurde dort begraben und erst nach 14 Jahren wurden  seine Überreste nach Lissabon geschaft. Wir besichtigten noch seinen Grabstein.

Unsere Tour ging weiter zum niederländischen Friedhof, der 1724 geweiht wurde. Dort sieht man verwitterte, verfallene Grabmäler von niederländischen Händlern und Soldaten. Wir suchten vergeblich nach einem „Smits“- Grabstein… :-))

Ganz an der Spitze von Fort Cochin findet man chinesische Fischernetze. Anscheinend sei dieses Konstrukt von den Portugiesen, die Netze aber von den Chinesen.

Wir durften einen Besuch auf dem legendären Fischernetz abstatten, die Fischer luden uns sehr spontan dazu ein, dem Fischfang in Aktion zuzusehen.

Für einen solchen Fischfang benötigt es 4 kräftige Männer, die in Harmonie und Abstimmung zusammen arbeiten.

Nach dem Fischen liefen wir noch dem Fischmarkt entlang. Ein mal mehr spürten wir den Vegetarismus. Klar, die Fische wurden frisch aus dem Meer gefischt, lagen da aber einfach auf einem Holztisch. Meist kein Eis drunter, kein Wasser, manchmal hatte es Fliegen die auf ihnen sassen. Manche zappelten noch…  Frischer kann’s gar nicht sein, oder!?!

Wir schauten uns noch die alte jüdische Synagoge an, einen Niederländischen Palast, einen hinduistischen Tempel. Voll gesättigt liefen wir wieder zurück zu unserem Hotel. dabei wurden wir im muslimen Viertel von einem Mann eingeladen zu Tee und Gebäck. Sie feierten eine Hauseinweihung. Einige Schulmädels sangen uns dann typische Kerala-Lieder vor, oder tanzten einen Tanz, welchen sie an muslimischen Hochzeiten mit der Braut vorführen. Dieses Zusammensein gefiel uns enorm und es zeigte uns einmal mehr, wie friedvoll die Inder zusammen leben können, egal welche Hautfarbe sie haben oder welcher Religion sie angehören. What a perfect moment…

Am folgenden Tag besuchten wir unter anderem ein spannendes Indo- Portugiesisches Museum. Und abends besuchten wir eine Kathakalivorstellung. Kathakali ist eine Kunstform, welche zu dieser Zeit entstand, als Shakespeare seine Dramen schrieb, aber einzelne Elemente reichen bis zu Tempelritualen des 2. Jh. zurück.  Dabei werden alle grossen Themen der Menscheheit behandelt-das Gute und das Böse, Schwäche und Mut, Armut und Reichtum, Krieg und Frieden. trommler und Sänger begleiten dabei die Schauspieler, die die Geschichten durch sehr präzise Bewegungen vermitteln, durch bedondere Mudras (Gesten mit der Hand) und mit Mimik.

Mit Schminke, fantastischen Kostümen, kunstvollen Frisuren und Meditation verwandeln sich die Akteure körperlich und mental in die Götter, Helden und Dämonen, die sie darstellen sollen.

Es war eine interessante Vorstellung. Noch nie zuvor hatten wir sowas ähnliches gesehen… 🙂

An unserem letzten Tag in Kochi, waren wir etwa eine Stunde mit Fähre und dann Bus unterwegs, bis wir den Cherai Beach erreichten. Man sagt, dort sei das wohl best gehütete Geheimnis Kochis. An dem schönen Abschnitt (unerschlossenen) weissen Sandes schliessen sich kilometerweit träge Backwaters an.
Wir legten uns da ein wenig an den Strand. Doch wir empfanden es als eher mühsam. Es waren soooo viele indische männliche Gaffer unterwegs. Die bleiben vor jeder weissen Frau stehen und machen ein Foto. Das ist ja zwar nicht gefährlich, aber mit der Zeit absolut ärgerlich…  Wir verzogen uns dann in ein Strandrestaurant und genossen unser Fresh lime soda sweet:-))

So, Kochi war vorüber, wir fuhren mit dem Bus nach Alleppey. Man kommt sich vor fast vor wie in Venedig. Die schattigen strassen von Alleppey sind von einem Netz aus Kanälen durchzogen.  Dieser Ort ist berühmt als Tor zu den Bachwaters. Das war auch unser Ziel. Entspannen auf einem Hausbooot.:-)

Als erstes mussten wir uns ja ein Hausboot aussuchen. Das ist gar nicht so einfach, da es wirklich viele verschiedene Boote gibt mit verschiedenen Preis- Leistungsverhältnissen. Wir nahmen uns aber Zeit, ein gutes und geeignetes Hausboot zu finden. Und wir fandens auch…:-)

Somit gings am 18.1.  um 11.00 Uhr los mit unserer Fahrt.  Kaum waren wir auf dem Hausboot erhielten wir einen leckeren Willkommensgetränk. Natürlich, die Kokosnuss!!! 🙂 Das ist definitiv das Getränk des Südens.

Nun bewegten wir uns gleitend durch die Backwaters und konnten die ersten Eindrücke auf uns wirken lassen.  Wir sassen in einem bequemen Stuhl auf dem Oberdeck, mit Bananen und Ananas und konnten so das Geschehen beobachten: Tropische Pflanzen, spielende Kinder am Wasser, Frauen die die Wäsche waschen oder das Geschirr sauber machen (man beachte unten auf dem Foto die Körperhaltung der Frau), Männer die Körperpflege durchführen und andere Boote welche auch unterwegs waren.

Bevor es Strassen gab, waren diese Gewässer die Hauptverkehrswege in Kerala und viele Dorfbewohner verwenden noch Heute Boote als Transportmittel.

Das lang ersehnte Mittagessen überraschte uns dann sehr. Es gab ein typisches Kerala Essen.

Den Rest des Tages genossen wir die Sonne, das Lesen, die Ruhe und einfach das Sein.

Vor dem Abendessen hielt unser Boot an und dann sagte uns der „Kapitän“ wir könnten nun auf ein kleines Boot umsteigen um das Leben am Wasser erneut hautnah erleben zu können. Die Kanäle seien zu klein um dort mit dem Hausboot durch zufahren.

Mit dem kleinen Boot passierten wir enge, schattige Kanäle, wo Kokusfasern und Cashewkerne auf Boote verladen werden.  Die abgelegenen Dörfer ermöglichten uns einen Einblick in das ländliche Leben, wie es dort seit Ewigkeiten geführt wird.

Auch ich musste hart mitarbeiten beim Vorwärtsbewegen unseres kleinen Böötli.

Wir genossen, nach indirekter Aufforderung durch unseren Bootsmann, einen wunderschönen Sonnenuntergang, der für Asiaten immer einen hohen Stellenwert hat.

Im Übrigen muss man  aber aufmerksam sein beim Böötli fahren, denn plötzlich kam eine niedrige Brücke und hoppla…:-))

Der Koch servierte uns wieder einmaliges Abendessen und dazu tranken wir ein Kokosbier. Hmmm, unser Geschmack wars nicht wirklich. Es ähnelte mehr faulen Eiern:-(( Nach einem halben Liter musste ich dann den letzten Schluck ins heilige(?) Backwater befördern. Ein richtiges Öufi oder Calanda Bräu wäre uns lieber gewesen. Aber da streiten sich ja bekanntlich die Geister… 🙂

Nach der wundervollen Abendstimmung gings in unsere Kabine. Die Nacht verlief ganz gut. Am Morgen wurden wir durch heftiges Rascheln geweckt. Ihr wisst ja, in Indien ist man nie allein. Viele laute Ratten hatten uns Gesellschaft geleistet und waren bereits frühzeitig aktiv.

Am nächsten Morgen genossen wir zum Sonnenaufgang einen Chai! So sollte jeder Tag beginnen.

Nach einem Kerala Frühstück fuhren wir dann wieder zurück zum Hafen. Unsere Tour war zu Ende.

Es war für uns eine wunderschöne und erholsame Reise durch einen Teil des 900 km langen Netzes von Wasserstrassen, das die Küste säumt und bis weit ins Landesinnere reicht.

Nachdem wir erholt das Hausboot verliessen, gönnten wir uns eine 2 stündige ayurvedische Massage. Der ganze Körper wurde mit enorm vielem Öl einmassiert. Die Massage emfanden wir völlig anders als diese, die bei uns angeboten werden. Es werden meist flächige Steichungen, die mit viel Druck ausgeübt werden, angewendet. Manchmal hat es richtig weh getan… 🙂 Somit freuen wir uns dann auf die Thaimassage, wir haben gehört die sei ja noch härter… Wir sahen aus wie in Öl eingelegte Sardinen (inkl. Haare).  Richtig entspannen konnten wir dann, als für ca. 30 min. warmes Öl auf unsere Stirn gegossen wurde. Die schlimmste Behandlung hatte ich am Schluss. Mit ayurvedischen Kräutermedikationen, wurden meine Augen gereinigt. Das empfand ich als sehr schmerzhaft. Danach war ich eher orientierungslos als mit klarer Sicht unterwegs. Erst nach ca. 2 Stunden trat der Effekt ein. Es tat wirklich sehr gut. Und Nora sagte immer wieder: “ Samuel, nun strahlen deine Augen wieder ganz fest!“
Völlig entspannt stellten wir uns dem indischen Alltag wieder. Es war eine Herausforderung, die Entspannung noch aufrechtzuerhalten. 🙂

Nach Alleppy fuhren wir nach Kollam. Auch dort ist ein Zugang zu Keralas Backwaters, eher der verschlafene. Kollam hat eine der ältesten Häfen am arabischen Meer und war früher ein wichtiges Handelszentrum. Vorallem wurde Handel mit Gewürzen und den kostbaren Cashewnüssen gemacht.

Wir schlenderten durch den Basar, schauten den wilden Wellen des Meeres zu und ich verknügte mich mit einer kleinen Joggingrunde… Obwohl man manchmal fast mehr redet und Hände schüttelt mit den Indern.

Ansonsten fanden wir Kollam nicht sehr schön und nicht sehr spektakulär.

Am Abend entschieden wir uns in ein gutes Restaurant zu sitzen und einen Salat zu essen. Im Lonely Planet wurden die Salate enorm gerühmt. Da wir seit unserer Wegreise nie mehr einen Salat assen und ihn nun wirklich langsam vermissen, gingen wir das Risiko ein und bestellten einen. Mmmh, es war ein leckerer Salat, obwohl ganz klar nicht zu vergleichen mit unseren. Als wir am Abend dann im Hotelzimmer waren spürte vorallem Nora, dass dieser Salat wohl doch nicht so gut sein kann. 2 Tage war sie geplagt von starker Übelkeit, Schwäche und auch Durchfall. Gut, nun wissen wir, es gibt wieder keinen Salat mehr bis wir zu Hause sind… 🙂

Mit dem Bus fuhren wir am 21.1. nach Varkala. Varkala Beach war für uns ein richtiger Touristenort mit allem drum und dran. Der Tourismus ist noch mässig, doch vom traditionellen Indien spürt man wenig. Dies war für uns genau der richtige Platz und Zeitpunkt um mal so richtig abzuschalten und durchzuschnaufen. Wer lange in Indien reist braucht manchmal so Orte wo es guten Cafe, Musik und freien Internetzugang gibt. Ja, wir liessen es uns  einige Tage gut gehen…

Nach 5 Tage hatten wir dann aber wieder genug und die Reiselust packte uns um neues zu entdecken. Wir spüren das wir Reisende sind und nicht nur für 2 Wochen am Strand  bleiben wollen. Vielleicht ist es auch eine Rastlosigkeit oder Hunger nach neuen Eindrücken. Wer weiss…?

Nun sind wir im Staat Tamil Nadu angekommen. Dort findet man das Leben in Traditionen und fremde und alte Kulturen kann man erleben. Übrigens wird in Tamil Nadu  noch eine der ältesten Sprachen gesprochen.

Mit dem Zug führen wir ans Ende der Welt. Ah nein, nicht ganz, nur ans Ende von Indien. Aber das soll schon was heissen. Kanya Kumari heisst der südlichste Ort von Indien. Es ist ein wirklich freundlicher und eindrücklicher Ort und die Landschaft hat fast etwas Surreales. Gleich 3 Meere treffen aufeinander- Arabisches Meer, Golf von Bengalen und Indischer Ozean. Es ist ein typisch indischer Pilgerort, laut, dreckig, Gedränge, farbig, mit scharfem Essen und grosser Hingabe für die hinduistischen Rituale.

Am ersten Tag machten wir einen ausgedehnten Spaziergang und kundschafteten so die Gegend aus. In der Tempelregion war es sehr lebhaft mit einem Markt, Händler und Eisverkäufer. An der Küste gab es einen überlaufenen Strand und Ghats, an denen die Pilger lautstark mit farbigen Saris und Lungis im Wasser planschten. Wichtig zu wissen ist,  dass die indischen Frauen immer mit Kleider ins Wasser gehen. Speziell an Pilgerorten wäre es nicht erlaubt als Frau im Bikini baden zu gehen. Nora müsste also mit den Kleider rein. Wir hatten kein Verlangen, uns an diesem Ort im Wasser zu vergnügen..

Im Anschluss besuchten wir wieder einmal ein Gandhi Memorial. An diesem Ort gibts ein Gedenkstein an dem ein Teil von Mahatmas Asche aufbewahrt wird.

Nach dem lebhaften Hindu Viertel schauten wir uns eine katholische Kirche an. Gross und imposant in ihrer weissen Gestalt wirkte sie auf uns.

Das christliche Viertel war deutlich ruhiger und ähnelte fast einem portugiesischen Fischerdorf. Indiens Vielfalst gefällt uns immer wieder auf Neue und zeigt uns die grosse Spannbreite dieses Landes.

Als ein wundervoller Tag zu Ende ging zogen wir uns in unser Hotel zurück. Alle Indienreisenden haben wohl nach einer gewissen Zeit Budgetunterkünfte satt haben. Unsere Limite war mit diesem Hotel auch erreicht. Das steinharte Hozbrett auf dem man schläft, die farbig gestrichenen Wände, die Badezimmer ohne Lavabo und Spiegel und jede Menge Mücken, Spinnen und Kakerlaken – all das mögen wir langsam nicht mehr sehen.

Unsere erste Nacht war alles ander als Erholung und somit waren wir froh, als uns der Wecker am nächsten Morgen rettete und wir für einige Stunden aus dem Zimmer fliehen konnen. Nach dem Besuch in einem Museum über einen hinduistischen Wandermönch suchten wir den Haupttempel auf.

Gemäss einer Legende besiegte die jungfräuliche Göttin Kumari ganz allein die Dämonen und rettete so die Freiheit der Welt. In diesem kleinen, intimen und schön geschmückten Tempel danken ihr die Pilger. Was sehr speziell ist, die Männer müssen ihre Hemden ausziehen. Auch ich musste dieser Regel nachgehen. Fotographieren war aber nicht erlaubt.

Eine kleine Fähre fuhr uns zu einem Felsen, der 400 Meter vor der Küste liegt. Dort wurde 1970 ein Denkmal für den oben genannten Wandermönch errichtet.

Unser nächstes Highlight war der Sonnenuntergang.

Da die Sonne für die Inder einen hohen Stellenwert hat und es zusätzlich ein wichtiger Platz ist, waren viele Schaulustige vor Ort. Wir konnten den Sonnenunter- und Mondaufgang über dem Wasser gleichzeitig erleben.  Die Atmosphäre wurde perfekt durch das wilde Meer und die hohen Wellen.

Durch eine Empfehlung von einem schweizer Reisenden erfuhren wir die Wichtigkeit des Sonnenaufganges in Kanya Kumari. Somit standen wir früh Morgens auf um dem Spektakel beizuwohnen. Auf der Strasse wurden wir dann schon fast von der Menschenmasse mitgezogen. Nora sagte immer wieder unglaublich und kam nicht mehr aus dem Staunen raus. Das haben wir noch nie gesehen. Wir gönnten uns zuerst einen Chai bevor wie mit dem Strom von Pilgern zum Aussichtspunkt gingen. Für uns war dies ein sehr eindrückliches Erlebnis. Unglaublich wie viele Menschen, die über dem Wasser aufgehende Sonne anbeteten. Sie applaudierten und ihre Gesichter strahlten dabei.

So, es war Zeit für einen neuen Ort. Am Busbahnhof von Kanyakumari trafen wir ein deutsches Paar. Wir reisten gemeinsam nach Madurai. Die Busfahrt war mal wieder sehr mühsam… Es war enorm heiss und die Distanz war lang. Als wir dann nach mehr als 8 Stunden Busfahrt unser Ziel endlich erreichten, waren wir voll motiviert in unser ausgewähltes Hotel einzuchecken. Auch die Deutschen hatten- wie wir- zum ersten Mal  ein Mittelklassehotel ausgesucht im Lonely Planet. Aber nichts läuft nach Plan. Als wir dann alle Mittelklassehotel ohne Erfolg abgeklappert hatten, waren wir 4 schon ein wenig niedergeschlagen. Alle sagten, nun müssen wir wieder in einem „Loch“ schlafen…  Simone und Nora tranken dann mal einen Chai und bewachten unser Gepäck. Werner und ich machten uns auf die Socken und fragten bei weiteren 6 Hotel nach einem Platz. Tja, es gab wirklich nur noch ein „Loch“ für uns. Nach dem Einchecken gönnten wir uns dann alle ein riesiges indisches Abendessen auf einer Dachterrasse bei Sonnenuntergang. Die Stimmung hob sich wieder!

Ja, Madurai ist in Tamil Nadu geboren und hat dort seine Wurzeln. Es ist eine der ältesten Städte Indiens, eine Metropole, die mit dem Alten Rom Handel trieb und dessen Untergang überlebt hat.  Und Madurai hat noch heute mit Rom etwas gemeinsam: der chaotische Verkehr.

Die meisten Reisenden lockt vorallem der bekannte Sri- Meenakshi- Amman-Temple nach Madurai (uns auch). Dieser labyrinthische Tempel ist einer der grössten Indiens.

Diesen Tempel besuchten wir dann am nächsten Tag. Der Tempel ist für diese Gegend genauso bedeutend wie der Taj Mahal für Nordindien. Der Komplex ist 6 ha gross und hat 12 „Türme“.  Alle sind mit atemberaubenden Reliefs geschmückt, die Götter, Göttinnen, Dämonen und Helden darstellen.  Es war ein wirklich sehr eindrücklicher Tempel, den man sehen muss!!! Einige Teile des Tempels sind für Nicht- Hindus tabu. Aber ihr kennt ja Nora, sie sah das Verbotschild nicht und ging in den heiligsten Ort dieses Tempels und machte sogar noch ein Foto (was wirklich strengstens verboten ist!!!!!!).  Nora ist für mich nun der neue „Shiva-Anhänger“…:-)!! Sie erzählte mir im Nachhinein, sie dachte noch, hier habe es keine weissen Ausländer. Aber sie liess sich dadurch nicht abschrecken. Nach einiger Zeit kam dann ein Tempelwärter und schickte sie mit verärgerter, lauter und deutlicher Stimme nach draussen. Sie entschuldigte sich 100 mal… Gut war!!

Nach dem Tempel schauten wir uns noch eine Kirche an und schlenderten durch die verkehrsreichen Strassen. Es war kein Vergnügen- halt wieder eine indische Stadt. Für uns war klar, wir werden am nächsten Tag weiterreisen wollen.

Wir fielen einen spontanen Entscheid, es treibt uns nach Pondicherry. Wir hatten langsam genug von den lauten vollgestopften Städten… Die hinduistischen Pilgerorte sind wirklich immer sehr laut…

Wir hatten viel über Pondicherry gehört. Vor ca. einem Monat war aber ein riesengrosser Sturm und hat sehr viel von der Region schwer beschädigt. Wir trafen Reisende, die sagten man könne diesen Ort jetzt nicht mehr besuchen. Doch da wir ja in Indien sind, zählen viele Meinungen und nicht nur eine. Nicht einschüchtern lassen und voll Spontanität gehts los in den nächsten Bus nach Pondicherry.

Wir checkten in einem Home stay ein, welches von einem freundlichen muslimischen Mann geführt wird. Unser Zimmer hatte den Balkon gegen eine Moschee, somit wurden wir morgens durch die Gebete geweckt und schauten den weiss eingekleideten Muslimen beim Beten zu. Für uns mittlerweile ein gewohnter und vertrauter Rhythmus. Früher war es noch irritierend, nun hören wir den Klängen die zu Allah gerrichtet sind gerne zu.:-)

Pondicherry hat sich trotz Chaos noch einen gewissen kolonialen Charme bewahrt: Kopfsteinpflaster, senfgelbe Stadthäuser und hier und da ein schattiger Boulevard mit netten Cafés, teueren Restaurants und Designerläden. Wir kamen uns vor, als wären wir in Südfrankreich. Schon wieder ein neues Gesicht Indiens…  Viele Einheimische sprechen französisch.

Vom Sturm sahen wir teils Gebiete mit umgefallenen Bäume und Stromkabeln, aber wir stellten uns das deutlich schlimmer vor.

Man sagt, in Pondicherry stehen die schönsten Kathedralen Indiens. Ja, sie waren vergleichsmässig wirklich sehr schön… Aaaaber, sie sind halt doch nicht mit unseren zu vergleichen. :-))

Wir liefen dann gleich in eine Kirche, wo eine Messe gefeiert wurde. Sie wurde von einem weissen Pfarrer gehalten, wirkte eher langweilig und eintönig, wenn wir an die Messen denken, die von einem indischen Priester gehalten wurden. Man spürt halt die Mentalität schon! 🙂

Am nächsten Tag schauten wir uns diverse Sehenswürdigkeiten an. Mehrere Kirchen schauten wir uns an, wir schlenderten durch das französische Viertel, besuchten das Sri Aurobindo Ashram (welches von Sri Aurobindo zusammen mit einer Französin, bekannt unter dem Ehrentitel „Mutter“, gegründet wurde), tranken immer wieder Kokosnussmilch und erholten uns bei einem leckeren Tee oder Kaffee.

Am nächsten Tag entschlossen wir uns Auroville anzuschauen.  Das war ja ganz speziell. Auroville ist eine internationale Gemeinde, welche bei ihrer Gründung aus 124 Nationen Erde geschenkt bekam.   In Auroville arbeiten hingebungsvolle Menschen, ungeachtet von Religion, Hautfarbe und Staatsangehörigkeit an der Erschaffung einer universellen Stadt, um gegenseitig Unterstützung, Liebe und die gute ate menschliche Gemeinschaft zu verwirklichen. Inmitten armseliger Landstriche Tamil Nadus umfasst Auroville mehr als 80 ländliche Siedlungen, in denen nach Harmonie gestrebt wird, dies ist aber nicht immer einfach unter den 1800 Bewohnern aus fast 40 Ländern (im Übrigen sehr viele Schweizer!!!).

Auroville hat ein Besucherzentrum, in welchem wir nützliche Informationen gekriegt hatten über das ganze Experiment…  Auch gibt es einen Matrimandir welchen man besuchen kann. Dies ist ein Gebäude, welches sehr futuristisch aussieht.

Anscheinend befindet sich innerhalb dieser „Golfkugel“ einen Kristall mit einem Durchmesser von 70 cm (der grösste weltweit). Wir durften aber nicht rein, es sind nur die Willkommen, die länger in Auroville nächtigen und ernsthaft an dem interessiert sind.

Nora und ich empfanden das ganze sehr speziell. Es war spannend mal mehr darüber zu hören und lesen, hatten aber nach dem Besuch fast noch mehr Fragen offen…  Aber man muss ja nicht immer eine Antwort finden.

Als wir am Abend zurück in Pondicherry waren, beschlossen wir mal wieder auf den Lonely Planet zu hören und gingen in eine Pizzeria. Das Lokal sah ja sehr übel aus. Dort hatte der Sturm wohl stark gewühlt:-)

Wir waren skeptisch den Pizzas gegenüber….

… aber tatsächlich, sie waren sehr gut!!!!!

Am 1.2. gingen wir alles ruhig an. Da wir ja uns ja am 5.2. mit unserem Freund Patrick in Laos treffen, mussten wir langsam Abschied nehmen von Indien… Wir fuhren von Pondicherry nach Chennai. diese Stadt besuchten wir nicht, anscheinend lohne es sich nicht. Wir sind direkt zum Flughafen gefahren und haben uns dort in Schlafsäälen eingenistet.

Der Flug von Chennai nach Mumbai verlief gut. Natürlich gabs schon einen kleinen Zwischenfall.:-) Da wir eigentlich nichts ausser die Zahnbürste aus unserem Gepäck rausgenommen hatten, dachten wir es sei doch alles gut. Aber beim Sicherheritscheck bemerkten die Angestellten, dass ich noch mein schweizer Sackmesser  im Handgepäck hatte. Was ja natürlich nicht erlaubt ist. Och herje… Somit musste ich erneut mit meinem Handgepäck zurück zum Röntgen, als dies i.O. war musste ich nochmals zum Check in Schalter und als dies auch gut war, stand ich wieder in einer Schlange zur Sicherheitskontrolle. Alles war gut, los kanns gehen…

Mumbai… Ehrlichgesagt hatten wir ja schon Respekt vor dieser riesigen Stadt. Immerhin leben hier 17 Mio. Menschen. Mumbai ist eine Stadt die einen erschlagen kann. Aber das muss sie nicht. Manchmal mag es zwar schon scheinen, dass eine Taxifahrt kaum zu überleben ist, oder das die Menschenmasse am Bahnhof einen jeden Moment erdrückt. Doch wir haben gemerkt, das sind unnötige Ängste. Die Stadt hat einfach nur ihren eigenen Rhythmus und man braucht ein Weilchen um sich reinzuhören. Wir spürten schnell diesen eigenen Rhythmus, der sich durch Freundlichkeit, Chaotismus und Verspieltheit zeigt. Es ist interessant zu sehen wie sich diese Menschenmasse organisiert hat, auf engstem Lebensraum dem Tagesablauf zu folgen. Hier sieht man vom gestressten Topmanager über den schuftenden Arbeiter bis zu den Slumbewohner alles. Jeder trägt seine Geschichte mit sich. Wir durften davon vieles erfahren und für uns wurde daraus ein interessantes Kapitel in unserem persönlichen Indienbuch.

Unser erster Tag in dieser riesigen Stadt besuchten wir eine Kathedrale welche Mumbais ältestes englisches Bauwerk ist.

Nach der Kirchenbesuch liefen wir zum Victoria Terminus. Imposant, überschwenglich und voller Menschen ist der Terminus das markanteste gotische Gebäude der Stadt und zugleich ist es das Herz des lokalen Eisenbahnnetzes. Er ist der betriebsamste Bahnhof Asiens.

Zu Mumbais bedeutendsten Wahrzeichen zählt das prächtige Hotel Taj Mahal Palace. Es ist sehr teuer dort zu übernachten und für Budgettraveller nicht geeignet :-). Unser Plan wäre, dass Sam dieses Hotel mal übernehmen könnte und wir dann für einen Spezialpreis nächtigen könnten. Deal??

Abends ist der Spaziergang an der Promenade bei den Inder sehr beliebt. Überall hat es Essenstände mit kleinen Snacks, Strassenstände mit Schmuck und Männer die grosse Luftballone verkaufen. Bei uns wäre das ein Flohmarkt doch in Indien ist dies Alltag.

Die letzten Tage in Indien gestalteten wir mit einem Besuch in den Slums. Ursprünglich wurde das Gebiet von Fischern bewohnt. Mit der Trockenlegung von Wasserflächen, um aus den Inseln eine zusammenhängende Landfläche zu machen, verloren die Fischer ihre Lebensgrundlage. Viele Menschen kamen nach Mumbai um ein besseres Leben zu führen, stattdessen landeten sie in den Slums.

Weil wir zu Fuss durch die Slums liefen, spürten wir eine stark spezielle Stimmung in diesem Gebiet.  Zeitweise fühlten wir uns wie reiche Fremde, die in eine eigene Welt eintauchten. Die Menschen waren zu uns aber sehr freundlich, lachten, riefen uns zu und machten keinen unglücklichen Eindruck.

Für uns war dies eine sehr eindrückliche Erfahrung, die uns ohne Zweifel die grosse Armut Indiens aufzeigte.

Auch sehr eindrücklich war die grosse Wäscherei. Die gemauerten Waschbecken werden von Wäschern (Dhobis) für 300 Rupien monatlich gemietet, damit sie ihrer Tätigkeit nachgehen können. 10’000 Arbeiter gehen in den sieben zusammenhängenden Sektoren des Dhobi Ghats  täglich ihrer Arbeit nach und nehmen 1 Million Kleidungsstücke in die Mangel.

Der Waschprozess ist in 7 Schritte unterteilt:

1. Abholung der Kleidung vom Auftragsgeber.

2.  Die Kleidungsstücke werden mit Anhängern markiert, um sie später identifizieren zu können.

3. Für mehrere Stunden weicht man sie ein.

4. Waschen. Das berühmte „Ausklopfen“ auf einen im Waschbecken eingemauerten Stein mit schiefer Ebene.

5. Spülen.

6. Trocknen.

7. Ausliefern.

Sieben Schritte täglich für eine Million Kleidungsstücke. Während des Monsuns fällt das Trocknen logischerweise weg. Die Kleidung wird im nassen Zustand ausgeliefert und der Kunde muss sich selbst drum kümmern, wie er die Kleidung schranktrocken bekommt.

Unser letztes Tagesziel waren der Turm des Schweigens. Der Begriff „Dachma“ bedeutet auf persisch Grabmal, bezeichnet aber vorallem Bauwerke, die auch Türme des Schweigens genannt wrden.

Bei den Parsen ist es heute noch üblich, Leichname in runde Türme zu legen, wo fleisch und Weichteile von Vögel z.B. Geier oder Raben gefressen werden. Die Bestattungsmethode wird damit erklärt, dass den Parsen neben Luft und Wasser auch Erde und Feuer heilig sind. Dies verbietet eine Erd- oder Feuerbestattung.

Wir trafen ein Parsen Ehepaar, die führten uns zum Turm des Schweigens, jedoch wurde uns vor dem Tor der Zutritt verwehrt. Schade…

Im Übrigen fuhren wir in Mumbai alles mit dem Zug umher. Das Zugfahren kann ein richtiges Abenteuer werden… Zuerst einmal muss man wissen, dass die Bahnen stets überfuellt sind und es keine Türen gibt. Vielleicht liegt das daran, dass sich die Inder gerne in den Fahrtwind hängen, was für uns eher nach Suizid ausschaut, als nach Erfrischung. Wir hatten meist Glück und hatten nicht so viele Menschen um uns herum. Nur eine Situation gleichte eher einem Boxkampf als dem gewöhnlichen Aussteigen. Also, Geduld walten lassen, nicht in Panik geraten wegen der Menschenmassen und Taschen festhalten.

Der letzte Tag in Mumbai kam natürlich anders als geplant. So vieles hatten wir noch vor. Nach einem Frühstück im berühmten Leopold’s fuhren wir zum Flughafen. Dort suchten wir einen Gepäckraum. Es war unser Ziel ohne Gepäck die Global Pagoda von Mumbai anzuschauen. Mit unseren vollgestopften Rucksäcken wäre das nämlich gar nicht einfach geworden.  Aber nicht vergessen, noch immer sind wir in Indien. Kein Mensch bemühte sich uns Antwort zu geben, geschweige dann irgendwelche Infos für Gepäcksaufgabe abzugeben…  Nach langem Hin und Her fanden wir dann endlich einen Raum. AAAAber, der war total überteuert. Das lohnte sich für uns nicht!!!!!

Schliesslich gaben wir unsere Pläne auf, bezahlten ein Ticket für den Warteraum und liessen uns dort für ca. 12 Stunden nieder. Was uns das Warten ein wenig einfacher machte, war der Cafe coffee day!!!:-) Wir trafen noch ein deutsches Paar, mit welchen wir schon mal unterwegs waren. Sie flogen zur selben Zeit nach Bangkok und somit spielten wir X Stunden Spiele, diskutierten über unsere Erlebnisse und liessen Indien langsam hinter uns.

Incredible India…! Ja nun ist unsere Zeit in Indien vorbei.  Lange haben wir uns auf die Indienzeit gesehnt, als sie da war zwischendurch hinterfragt was wir hier tun und jetzt schauen wir mit grosser Wehmut zurück…

Unsere Reise geht aber weiter. Wir freuen uns riesig auf neues, sind offen dafür und sind sicher, dass unsere Herzen erneut gross bereichert werden.

Indien- ein Land, viele Welten. Vielleicht beschreibt dieser Spruch den Subkontinent genau richtig?!?

Bevor wir unsere Reise angetreten sind, wurden wir manchmal gefragt, warum eigentlich Indien? Dort stinkt’s doch und ist schmutzig. Das ist auch ein Teil des Landes, ja. Aber da ist noch viiiiiel mehr. Jeder muss für sich selber herausfinden, warum man Indien als Reiseziel auswählt. Auf alle Fälle sind wir der Meinung, dass Indien eines der faszinierendsten Länder der Welt ist.

Indien- ein pures Chaos! Aber es ist noch viel mehr…

In Indien trifft man viele fleissige aber auch feierlustige Menschen, eine warmherzige Kultur, es stecken stolze Geschichten dahinter, aber auch traurige Wahrheiten, Indien kann stressfrei sein, die Menschen liebenswürdig und bewundernswert.

Wenn man in Indien ist, spürt man eine stark spirituelle Weisheit und eine religiöse Harmonie,  man besteigt hohe Berge, badet in heiligen Gewässern oder besucht Yoga- und Meditationskurse.

Wir haben sehr gut gegessen, haben die einzigartige Vielfalt genossen, lieben den unwiederstehlichen Charme.

Und, kein anderes Land der Welt weiss so zu feiern wie Indien…  Wahnsinnsspektakel mit  herausgeputzten Elefanten, gelenkigen Akrobaten und farbigen Feste zu Ehren geliebter Gottheiten. Die vielen Religionen auf dem Subkontinent- Sikhismus, Jainismus, Islam, Buddhismus, Christentum…- bringen eine Riesenmenge völlig verschiedener Feierlichkeiten mit sich.  Und dann wären da natürlich auch noch die rund 330 Mio. Götter und Göttinnen des hinduistischen Glaubens. Da ist es wohl kaum verwunderlich, dass praktisch täglich religiöse Feste nach traditionellen  Regeln stattfinden…  All diese Feste sind einzigartig und vorallem farbenprächtig… 🙂

Schon alleine die Bus- oder Zugfahrt ist ein Highlight. Der Bus rast über enorm schlechte Strassen, ohne gross Rücksicht auf andere zu nehmen. Der Zug ist immer vollgestopft (Indien ist ja das 2. grösste Land nach China…) und wir lieben es, bei Einfahrt das fast gehörschädigende  Signalhorn zu hören.

Jeden Morgen den Kühen „Guten Tag“ sagen wird uns auch fehlen. Wir haben sie sehr in unser Herz  geschlossen… 🙂

Die Korruption ist hier ein riesengrosses Thema und wir hoffen, dass die Regierung dieses Problem mal in den Griff bekommt.

Überall wird man mit Armut konfrontiert (was einen sehr berührt), die indische Bürokratie kann einen auf die Palme bringen und das Menschengewühl ist einfach anstrengend… Doch all dies ist eben ein Teil des Indienerlebnisses.

Wir sind aber überzeugt, wenn man einen Blick hinter die raue Fassade gewisser Dinge wirft, entdeckt man schnell viele strahlende Juwelen…

Wenn man offen, flexibel und spontan ist, dann kann man eine der authentischste und faszinierendste Reiseerfahrung erleben. Man muss sich auf den einzigartigen Rhythmus des Landes einstellen, dann hat man den perfekten Kulturcocktail.

Viele neue Sachen haben wir hier in Indien gelernt und diese Reise hat uns geprägt und bestimmt verändert….

Alles Liebe

Nora und Samuel

*** wenn du die dinge anders als gewohnt machst, lässt du zu, dass ein neuer mensch in dir wächst ***

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Hallo zusammen

Mittlerweile hat ja ein neues Jahr begonnen. Wir hoffen, ihr hattet schöne Weihnachtstage und seit gut ins 2012 gestartet. Auf alle Fälle wünschen wir euch allen ein frohes, glückliches und gesegnetes neues Jahr, mit vielen spannenden und eindrücklichen Erlebnisse auf Reisen oder zu Hause:-) In diesem Jahr werden wir uns ja wieder sehen… 🙂

Sorry, dass es so lange ging, bis wir mal wieder was von uns hören lassen. Hier in Indien ist es nicht mehr so einfach Wifi zu finden und meist sind wir am organisieren wenn wir im Internet sind. Und dann bleibt wenig Zeit zum Blögle:-)

Mehr als die  Hälfte unserer Asienreise ist nun vorbei. Die gesammelten Eindrücke sind für uns für unschätzbaren Wert. Einfach zauberhaft!!!!

Am 9.12.11 gings wieder  zurück nach Indien. Welcome back… Am Morgen früh  überquerten wir die Grenze von Nepal nach Indien. In Indien stiegen wir in einen vollgestopften Bus nach Siliguri. Wir bemerkten schnell, dass hier die Menschen wieder anders sind als in Nepal. Sie starrten uns wieder mehr an und der Gesichtsausdruck ist deutlich ernster. Wir freuten uns aber darauf nun wieder zurück zu sein und viele Erlebnisse sammeln zu dürfen. Seien das positive oder negative… 🙂

Als wir in Siliguri ankamen, war unser erstes Ziel ein Zugticket zu reservieren, damit wir für unsere darauffolgende Fahrt einen Sitz oder besser gesagt ein Bett hatten. Nach dem Ticketkauf hätte unser Plan so ausgesehen, dass wir in einem Sammeljeep ab nach Darjeeling fahren… Aber klar, wir sind ja wieder in Indien und nichts läuft so, wie man’s plant… 🙂 Nach langem Schlangen stehen (eine indische Schlange ist nicht gleich einer schweizerischen… Da zählt nur Ellenbögele, drücken und vordrängeln….) sagte uns der Angestellte, dass kein Sitz mehr vorhanden sei. Das Ticketreservieren ist in Indien sehr schwierig, man muss wirklich früh genug wissen wann man wohin will. Und das ist unser Problem. Wir möchten uns nicht jeden Tag festlegen wann wir wo sein müssen. Wir möchten frei entscheiden, ob wir nun noch einen Tag länger in einem schönen Ort bleiben möchten oder schon früher weiterreisen werden. Hmmmm… Der Angestellte sagte uns, dass es nur eine Möglichkeit gäbe um vielleicht doch noch an ein Ticket zu kommen. Es gibt nämlich eine gewisse Anzahl Tickets, die für Notfälle übrig sind. Das heisst,  wir müssten dafür am nächsten Morgen vor 07.00 Uhr vor dem Reservierungsbüro stehen und hoffen dass wir 2 Sitze kriegen. Die Chance sei aber klein… Das war ein kleiner Dämpfer für uns, da wir somit in Siliguri bleiben mussten und nicht nach Darjeeling fahren konnten. Die Sammeljeeps fahren nicht in der Nacht von Darjeeling nach Siliguri. 😦

Nun gut, man muss ja immer wieder Loslassen. Die Pläne, Vorstellungen usw…  Wir machten uns dann mal auf die Suche nach einem Hotel. Auch das war ein Dämpfer, in den ersten Hotels hätten wir für den wirklich schlimmen Standard viel bezahlen müssen. Wir waren langsam müde und haben dann zum Glück noch ein einigermassen annehmbares Zimmer gefunden.

Völlig ausgelaugt und hungrig legten wir unser Gepäck ins Zimmer und marrschierten los, um ein gutes Restaurant zu suchen. Auf dem Weg rutschte Samuel dann leider aus bei einer Wasserpumpe (es war sehr rutschig) und fiel auf seine linke Körperseite. Die Folge daraus war völlig veschmutzte Kleider, Schmerzen an Hüfte, Ellenbogen und Handgelenk. Samuel hatte eine offene Stelle am Handgelenk, welche blutete. Das Handgelenk war sofort angeschwollen. Gut, kehren wir nochmals um und machen einen Kleiderwechsel und Wundversorgung im Hotel. Tja, der erste Tag wieder zurück in Indien und man wird bereits wieder gefordert… 🙂

Frisch geputzt erholten wir uns dann bei einem sehr leckeren  Essen ein wenig.

Die Nacht war nicht gerade lange, wir waren früh wieder auf den Beinen um zum Zugreservierungsbüro zu gelangen. Das Tor war noch nicht geöffnet um 07.00 Uhr. Trotzdem warteten schon viele Menschen darauf. Teilweise standen sie bereits vor  04.00 Uhr vor dem Tor und  warteten… Wahnsinnig… Sie hofften wie wir auch, ein Ticket zu erhalten. Ein junger Mann sagte uns, dass wir um unseren Platz in der Menschenschlange vor dem Schalter sichern sollten, wir hätten sonst keine Chance. Als das Tor und dann auch der Schalter aufging, waren wir ca. an 8er Stellen. Nicht mal so schlecht dachten wir… Tja, nix da, der junge flotte Mann sagte uns, wir seien zu weit hinten, wir könnten es vergessen. Aber da man 2 Zugtickets kaufen darf pro Person und er an 3. Stelle stand, nahm er unser ausgefülltes Formular und konnte uns somit unser Ticket besorgen. Ach wie dankbar und glücklich waren wir…  Die Fahrt kann weiter gehen.

Ab an den Chaistand und dann zurück ins Hotel. Unser Gepäck gesattelt und in den Jeep nach Darjeeling. Die Fahrt nach Darjeeling war sehr lang, kurvenreich und holprig. Gut, dass der junge Jeepfahrer ab und zu anhielt, damit wir noch Momo’s essen konnten… 🙂

Darjeeling liegt auf einem steilen Felsgrat inmitten von Teeplantagen und ist umgeben von den weissen Himalaya-Gipfeln. Diese Hillstation (2140m) ist die wichtigste Sehenswürdigkeit Westbengalens. Als wichtigstes Aushängeschild dieser Stadt zählt die berühmtberüchtigte Schmalspurbahn. Sie wird auch liebevoll Toy Train genannt. Ihre erste Fahrt machte sie 1881 und ist eine der wenigen Bergbahnen, die noch heute in Indien fahren.

Leider verpassten wir diesen Zug, da sie nur 1x täglich (Morgens) fährt und ganze 8 Stunden braucht, um unser Ziel Darjeeling zu erreichen. Loslassen einmal mehr und hoffen dass es das nächste mal klappt… 🙂

In Darjeeling suchten wir uns ein gutes Hotel und sahen uns dieser Ort an. Da wir nun ja wieder in Indien sind, gibts unsere Favoriten Kaffeekette wieder. Cafe Coffee day. Wir genehmigten uns einen.

Aus Prioritätsgründen und auch fast ein wenig im Weihnachtsstress, wollten wir endlich unsere grosse Weihnachtslast auf der indischen Post los werden. Dieses Unterfangen scheiterte kläglich. Nichts mit Packetversand in Darjeeling… Wir wissen bis heute noch nicht wieso, man erklärte es uns trotz fragen nicht. Auch das lernen wir in Indien, man muss nicht immer eine Antwort bekommen, manchmal ist es halt einfach so… :-)) nur nicht hinterfragen und logische Antworten erwarten… 🙂

Später tranken wir natürlich noch Darjeelingtee… Dieser Tee ist unheimlich gut und nicht zu vergleichen mit dem Darjeelingtee, welcher bei uns zu finden ist. 🙂 In diesem Restaurant hörten wir zum ersten Mal Weihnachtsmusik. Von Stille Nacht über Jingle Bells zu White Christmas…. Wir fühlten uns fast wie zu Hause- ein bisschen Heimat. Draussen war’s kalt und drinnen war alles schön (kitschig) dekoriert.. 🙂 Ja, es kam auch bei uns tatsächlich ein wenig Weihnachtsstimmung auf…  Auch Abends war unser leckeres Abendessen begleitet von weihnachtlicher Atmosphäre… Nur ein offenes Kamin war der einzige Wärmespender… somit kein Wunder, dass viele indische Touristen mit Kappe und Handschuhe am Tisch sassen. Das Halstuch haben sie nur zum Essen kurz vom Munde entfernt.:-) Sie sind sich die kalten Temperaturen halt wirklich nicht gewohnt:-)

Am nächsten Morgen gingen wir wieder früh los. Ab zum Tiger Hill! Dort kann man ein 250 km weites Himalayapanorama geniessen. Wenn die Sonne aufgeht, ist die Atmosphäre dort oben atemberaubend. Die meisten Himalayaberge wurden von Wolken bedeckt, somit konnten wir nur die Spitzen davon erkennen. Der Sonnenaufgang war aber spektakulär…  Der Himmel war rot bemalt… Wenn die Wolken den Himalaya nicht so zugedeckt hätten, könnte man sogar den Mt. Everest sehen von dort. Tja, wir hatten Pech. Trotzdem war die Atmosphäre atemberaubend und erstaunlich, wie viele Inder dort oben standen zu dieser frühen Morgenstunde…. Aber Sonnenaufgang ist für die Menschen hier von sehr grosser Bedeutung.

Zurück in Dajeeling hiess es dann wieder den Rucksack packen und ans Weiterreisen denken. Bevor wir uns aber verabschiedeten, assen  wir noch die besten Spaghetti seit wir unterwegs sind. Einfach göttlich und danach hatten wir das Gefühl am Tisch von Bomba gesessen zu haben. Nur der feine Cafe aus der Schweiz fehlte noch. Danach schnappten wir uns einen Jeep und überlebten die kurvenreiche Indienstrasse… Natürlich hatten wir schon wieder das Gefühl es könnte knapp werden mit unserem Zug und wir hätten für das hart erkämpfte Ticket umsonst gekämpft. Das Leben lehrt uns aber das man Ruhe bewahren sollte. In Indien hat man das beste Trainingslager.

Am Bahnhof in Siliguri trafen wir dann noch ein Pärchen aus Frankreich. Die Frau ist 72 und der Mann 70 Jahre alt und sie reisen wie junge Backpacker. Wir haben uns dann verabredet gemeinsam ein Rickscha zu nehmen um vom Bahnhof nach Varanasi in die Stadt zu gelangen.

Unsere Reise im Zug bestand zuerst aus einer reservierten Stimmung im Abteil, die aber dann nach kurzer Zeit umschlug in freundliche Gespräche. Zuallerletzt wurden wir noch auf einen Chai eingeladet. Die Inder schauen nur immer ein bisschen böse, dass sagt aber nicht viel aus. Immer freundlich bleiben und gut zulächeln dann erreicht man mehr. 🙂 Die Nacht war aber kurz und sehr kalt. Mitten in der Nacht ist sogar ein Mann auf das Bett von Samuel gesessen. Das ist in Indien ganz normal.

Am Morgen kamen wir dann in Varanasi an. Wie vereinbart taten wir uns mit den Franzosen zusammen- ab zum gleichen Guest House. Ich höre immer wieder die Aussage: „Das Zimmer darf aber nicht über 400 Rupien kosten.“ Schön das man auch in diesem Alter sich noch Limiten setzt und den Standard tief halten kann. Wir hatten wieder einmal Freude an dieser Reisebegleitung und stellten uns vor wie unsere Eltern wohl Indien bereisen würden.hihi 🙂 🙂

Nach langem hin und her fanden wir dann ein passendes Guesthouse. An diesem Tag ging nicht mehr viel. Ausser Essen und früh ins Bett gehen stand nichts mehr auf dem Programm.

Varanasi… Willkommen in einem der blendend buntesten, chaotischsten und gnadenlos irrationalsten Orte der Welt!!! Varanasi duldet keine Kompromisse, aber wer sich auf die Stadt einlässt, kann hier die schönsten Tage seiner Indienreise erleben. Ja, wir liessen uns darauf ein und hatten einige unserer schönsten Tage in der Stadt welche an der Ganga liegt.

Früher hatte Varanasi einen anderen Namen, welcher „Stadt des Lebens“ bedeutete. Varanasi ist eine der ältesten ununterbrochen besiedelten Städte der Welt und gehört zu den heiligsten Orten Indiens.

Unsere erste Aktion in Varanasi war das Versenden unseres Weihnachtspacketes. Endlich hatten wie die Chance eine Gewichtsredukton vorzunehmen.:-)) Bevor man aber das Postgebäude betreten kann, wird man gebeten sein Material in einen von uns mitgebrachten Plastiksack zu verpacken, dann wird alles in Baumwollstoff eingewickelt.  Von Hand wird dann das ganze professionell zugenäht und mit Wachs versiegelt. Als Krönung darf man dann seine Adresse noch anbringen. Beim Zuschauen fühlt man sich wie 100 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Erst jetzt konnte man zum Postschalter gehen, Geld bezahlen und ab die Post. Beide von uns sagten noch ein kurzes Stossgebet für gutes Ankommen in der Heimat. Man weiss halt das diese Länder nicht immer so zuverlässig sind was Postsendungen angeht.

Unser nächstes Ziel waren die Ghats, der wohl magischste Anziehungspunkt in Varanasi. Hier spürt man Indien so richtig und Samuel sagte immer wieder an diesem Ort ist es wirklich Indien Indien. An den Ghats werden Kleider gewaschen,

andere nehmen ein rituelles Bad,

machen Yoga, Saddhus meditieren nackt, andere bringen Opfergaben, Männer bieten Massage auf der Strasse an,

die Büffel werden gewaschen,

überall wird Werbung gemacht für eine Bootstour oder man kann einfach nur  herummhängen…. Wir fanden es so schön das sogar ein Kuhfladen am Boden mit Blumen gesegnet wird. Einfach ein toller Anblick.:-)

Hinduistische Pilger stömen an die Ghats, um sich in dem heiligen Wasser von ihren Sünden reinzuwaschen oder um die Leichen ihrer Angehörigen einzuäschern. Als besonders glücklich gilt, wer hier stirbt, denn der Tod in Varanasi kann die moksha (Austritt aus dem Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt) bedeuten.

Varanasi ist ist ein magischer Ort. Intimste Rituale von Leben und Tod finden in aller Öffentlichkeit statt. Nebenbei sind Schlepper anzutreffen und ein erdrückender Lärm, die Geschäfte laufen ganz normal weiter.

An den Ghats spielt sich das Leben ab. Das konnten wir ganz klar erkennen. Eindrücklich ist die Verehrung für diesen kraftvollen Fluss. Es hat an diesem Ort sehr viel verschiedene Ghats und alle sind tempelartig aufgebaut mit Stufen und Türmen. Es hat insgesamt 2 Verbrennungsghats und wir entschieden uns für eine Führung von einem dort arbeitenden Priester. Sehr zu unserer Überraschung mussten wir erfahren wie teuer ein Kilo vom wohlriechenden Sandelholz ist. Die armen Menschen werden aber von Spenden der umliegenden Familien unterstützt. Das zeigt uns immer wieder die Solidarität in diesem Land.

Im Übrigen sieht man in Varanasi, wie Angehörige ihre Verstorbenen auf einem Bambusschragen durch die ganze Stadt tragen bis zum Verbrennungsghat am Ganges. Sie sind mit farbigen Tüchern zugedeckt-trotzdem war der Anblick anfänglich erschreckend…
Jeden Abend findet an einem Ghat  eine aufwendige ganga-aarti- Zeremonie mit Puja, Feuer und Tanz statt. Ja, dieser Fluss wird sehr verehrt. Indien lebt so stark und besonders Varanasi…

Ja, die Einzigartigkeit dieser Stadt bleibt uns ewig in Erinnerung.

Am letzten Tag, als wir am Nachmittag Richtung Bahnhof wollten, weil unsere Reise weiter südlich ging, waren wir sehr knapp an der Zeit… Mit einem Rikscha fuhren wir vollgas zum Bahnhof. Wir waren über uns selber verärgert, dass wir so knapp waren. Wir sollten doch langsam wissen, dass man in Indien viel mehr Zeit benötigt. Egal, wir erreichten den Bahnhof und siehe da, unser Zug hatte 6 Stunden Verspätung. Hmmm…

Beim Warten haben wir dann einen Australier kennengelernt, welcher auf den selben Zug wartete und das selbe Ziel, Gaya, hatte wie wir.  Die Zeit ging schnell vorbei durch die interessanten Gespräche. Glücklicherweise teilten wir dann noch mit einer anderen Schweizerin unser Sleeper-Zugabteil… Inmitten der Nacht erreichten wir unser Ziel. Wir blieben dann gleich am Bahnhof von Gaya, da es keine Rikschas hatte, die uns zu dieser Zeit nach Bodgaya fahren konnten.

Als wir uns dann in der Bahnhofhalle eingefunden hatten, waren wir sehr erstaunt, wie viele indische Menschen dort am Boden lagen, schliefen, dicht bei einander lagen oder einfach warteten bis der Tag einbricht und die ersten Züge, Busse oder Rikschas fuhren. Mittendrinn sassen wir 4 weisse Ausländer… 🙂 Müde aber glücklich warteten wir auf den ersten Rikschafahrer.

Um 05.00 Uhr wars dann soweit… Endlich konnten wir unser hart umkämpftes Rikscha besteigen. Mit Fahrtwind im Haar und die kühle Luft im Gesicht hörten wir laute indische Musik. Dies sind genau die Momente, die Indien ausmachen und man so richtig Freude empfindet.

Unser erster und einziger Tag in Bodgaya verbrachten wir mit der Schweizerin. Es war nicht immer nur einfach. Sie zeigte ihr Mitgefühl gegenüber armen Menschen fast zuuuuu stark… Darum war es auch nicht verwunderlich, dass viele Bettler sie umkreisten.  Einmal kaufte sie einer Horte Kindern Pommes Chips und dachte  dann, die Kinder würden teilen. Aber bei den Strassenkindern herrschen andere Regeln. Von Teilen keine Rede. Die Kinder liefen ihr nach und wollten mehr. Danach kaufte sie ihnen noch Früchte. Immer mehr Kinder umkreisten sie, zogen an ihren Kleidern, wollten mehr. Essen, Geld und einen Kugelschreiber wollten sie. Ja, die Situation artete aus und Joelle fühlte sich auch nicht mehr wohl. Ein buddhistischer Mönch kam ihr dann zur Hilfe. Es zeigte uns wieder auf, wie schwierig es ist einen gutem Umgang mit bettelnden Kindern zu finden.

Ähnliche Situationen folgten an diesem Tag und auf unsere Tipps  oder Ratschläge hörte sie nicht.  Tja, sobald  mehr zusammen unterwegs sind, wirds halt  immer schwieriger. Wir hatten fast keine Geduld mehr am Ende des Tages…

Item, Bodhgaya ist ein Ort, wo buddhistische Pilger aus der ganzen Welt hingehen zum Beten, Lernen und Meditieren. Es ist ein spiritueller Ort…

Ende Dezember kam Dalai Lama  nach Bodhgaya. An diesem Tag, als wir diesen wichtigen Ort  besuchte hatten, versammelten sich ganz viele Mönche und sonstige Buddhisten um zusammen zu meditieren und den höheren Lama’s bei  ihren Erzählungen zuzuhören.

Vor 2600 Jahren gelangte Prinz Siddhartha Gautama unter einem Baum, welcher Bodhibaum heisst, zur Erleuchtung und wurde Buddha.

Neben einem schönen Tempel in einem Garten, steht ein Ableger des ursprünglichen Bodhibaum. Um den Baum herum treffen sich viele Menschen zum Beten, Meditieren oder einfach nur zum Geniessen.

Wir schauten uns dann noch verschiedene buddhistische Klöster an. Sie sind immer etwa gleich aufgebaut, trotzdem ist es immer wieder spannend diesen friedvollen Platz zu besuchen.

Gegen Abend besuchten wir noch die grosse Buddhastatue. Sie ist 25 m hoch. Teilweise ist sie innen hohl und es heisst, sie enthalte 20’000 Bronzebuddhas. 🙂

Völlig kaputt aber vollgesaugt mit neuen Eindrücken und guten Gesprächen gings für Samuel und mich wieder weiter. Der Nachtzug nach Kolkata kann kommen.

Na klar, auch hier hatte der Zug ca. 5 Stunden Verspätung. Das hiess wieder einmal mehr, sich am Bahnhof einen Platz zu ergattern und warten, warten, warten….. Zwischendurch einen Chai, dann gehts immer besser… Beim Reisen trifft man ja täglich soooo viele neue Menschen. Das ist enorm spannend und bereichernd. Das macht die lange Wartezeit doch erträglicher…. Als wir am Morgen in Kolkata mit dem Zug eintrafen, begrüsste uns ein schön geordneter, stilvoller Bahnhof. Er stammt aus dem Jahre 1906. Täglich gehen Millionen Menschen dort durch. Die leeren Züge werden von ganzen Legionen bettelnder Strassenkinder für ein Almosen sauber gemacht.

In unserem Reiseführer haben wir gelesen, dass es in gewissen Guesthouses tatsächlich Bette mit Bettwanzen gäbe. Für uns war ganz klar, dass wir nicht in einem „Wanzen-haus“ übernachten wollten. Deshalb war klar, wir bezahlen auch ein wenig mehr… Das erste Hotel sah sehr gut aus. Etwas teurer, aber einen Standard, welchen wir schon länger nicht mehr gesehen hatten. Alles kontrolliert-gut, genommen…

Kolkata, die zweitgrösste Stadt Indiens. Sie ist enorm busy… aber auch schmutzig, kultiviert und verzweifelt… Alles gleichzeitig. Kolkata hat eine schöne Architektur, doch aber auch die Armut ist allgegenwärtig…

Wir spürten zum ersten Mal so richtig, dass dann bald Weihnachten sein sollte. In gewissen Cafe’s wurde ruhige Weihnachtsmusik gespielt, die Shop’s waren festlich dekoriert, auf der Strasse sah man dekorative Beleuchtungen… Da soll noch einer sagen, den Indern gehe die Weihnachten am A…. vorbei!! 🙂

Auch die Temperaturen waren besonders Morgens und Abends kühl. Hmmm, eine kurze wehmütige Stimmung brach auf bei Samuel und mir…

Die Tagen in Kolkata verbrachten wir mit Besichtigen von verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Unter anderem besuchten wir die St. Paul’s Cathedral,  sie ist die grösste Kathedrale die wir auf indischem Subkontinent besichtigt hatten. Irgendwie passte diese Kathedrale eher nach England als nach Indien…  Aber wir werden uns an diesen Anblick noch gewöhnen müssen. Wir vermissen unsere prunkvollen und schönen  Kathedralen und Kirchen schon auch ein wenig… 🙂

Wir besuchten das Victoria Memorial, das wurde 1901 errichtet, zum Gedenken an Königin Victorias 60-jähriges Jubiläum. (Es wurde aber erst knapp 20 Jahren nach ihrem Tod fertiggestellt… -klar doch, so geht das in Indien…)

Als nächstes überquerten wir die Haorabrücke. Sie ist Kolkatas 705 m langes architektonisches Brunkstück, ist ein vibrierender Mix aus Stahlträgern, Abgasen und Schweiss… 🙂 Sie wurde schon im 2. Weltkrieg gebaut und ist noch immer die verkehrsreichste Brücke der Welt.

Es ist nicht erlaubt Fotos von dieser Brücke  zu machen, trotzdem konnten wir einen kleinen Teil davon ablichten. Unten auf dem Foto sieht man übrigens den Mullik- Ghat- Blumenmarkt.

In Kolkata besuchten wir noch einen hinduistischen Tempel. Zwischendurch tranken wir dann das Wasser einer Kokosnuss, die Noras Gaumen nicht so befriedigte, Samuel war aber bereits nach der ersten Nuss süchtig danach…

Gestärkt besuchten wir noch das Haus von Mutter Teresa. In diesem Kloster ist das Grab von Mutter Teresa und ein sehr eindrückliches Museum über das Leben und die Arbeit von ihr. Auch in das Zimmer von Mutter Teresa durften wir einen Blick werfen (aber nicht fötele). Es ist sehr  beeindruckend und lobenswert, mit wie viel Liebe und Freude sie ihr Lebenswerk vollbrachte.

Im Übrigen muss ich ja noch sagen, natürlich hatte ich bereits nach der ersten Nacht in unserem Hotel den ganzen Körper voll Stiche. Es waren keine Mücken… Nein natürlich hatten wir in unserem Hotel Bettwanzen. Ich sage euch, ich sah aus als hätte ich die „spitze blootere “ nochmals durchleben müssen… Es juckte und sah fürchterlich aus…

Unsere Tage in Kolkata waren vorbei und unser Weiterreisen ging mal nicht mit Zug und Bus weiter, sondern wir flogen. Am frühen Morgen war unser Flug. Leider waren wir eher knapp an der Zeit und mussten uns beeilen. Da waren aber  noch sooo viele andere Menschen die fliegen wollten und Samuel und ich standen noch immer in der Schlange vor dem Sicherheitscheck, obwohl wir eigentlich schon on board sein sollten… Ich wurde schon ein wenig nervös. Aber dank unseren Meditationen wurde auch ich ruhig und glaubte daran, dass alles gut kam… Und es kam gut. Wir sassen im Flugi und innerhalb kurzer Zeit waren wir in der Luft. Bei der Landung wollten wir Aussteigen, da sagte man uns aber nein, wir müssen noch warten, es werde eine Kontrolle gemacht. Also blieben wir sitzen wie alle (ausser 5 Passagiere)anderen auch. Ein Mann kam und verlangte unser Ticket. Kolkata nach Bangalore… Er sagte ok und gab uns das Ticket wieder. Wir fragten erneut ob wir nun aussteigen könnten. Auch diesmal verneinten sie. Plötzlich kam ein anderer Mann, der zu mir sagte: „Entschuldigung  aber das ist mein Sitz.“ Ich sagte nein nein, der ist für mich reserviert… Das alles kam uns dann aber doch  „spanisch“ vor und wir fragten zum Dritten mal, ob wir nicht in Bangalore seien und wir nun endlich aussteigen könnten!?! Die Antwort von einer Flugbegleiterin war: Och ja unbedingt, ihr solltet schon längst draussen sein… Hmmm… Das Flugi war schon fast wieder zum Abflug bereit, es gelang uns aber noch Auszusteigen.:-) Ein Extra Shuttlebus kam dann für Samuel und mich und somit wurden wir dann zur Flughafenhalle gebracht. Unser Gepäck drehte natürlich bereits nicht mehr auf dem Förderband… Wo ist das wohl? Wir fragten an einem Infoschalter, welcher uns zu 2 anderen verwies, die gerade herumschlenderten… Und siehe da, die hatten auf einem Wägeli unser Gepäck geladen.:-)

Mit dem Rucksack am Rücken gingen wir dann aus dem Flughafengelände und frühstückten erst mal…  Der Tag konnte beginnen. Wir nahmen uns vor gar nicht erst in Bangalore zu bleiben sondern gleich nach Mysore zu reisen. Somit fuhren wir mit dem  Bus 3 1/2 Stunden von Bangalore zu unserem Ziel Mysore.

Es war kurz vor Weihnachten und da es unseren Wunsch war das Fest der Liebe in einer christlichen Region zu feiern, war der Süden perfekt für uns. Ein Bekannter von Samuel gab uns eine Adresse von einem christlichen Ashram. Somit fuhren wir nach Ankunft in Mysore gleich dort hin. Wir vereinbarten uns dann mit den Zuständigen von diesem Ashram, dass wir am 24.12. am Morgen zu ihnen kommen würden. Die 2 Nächte vorher konnten wir in einem Haus übernachten, worin werdende Priester wohnten. Sie schmückten gerade ihr Zuhause weihnachtlich. Aber natürlich auf indischer Art… Viel Glitzer, Glamour und kitsch war vorhanden… 🙂 Sie alle waren aber sehr symphatisch und wir fühlten uns sehr wohl.

Der 23.12. gehörte voll und ganz Mysore. Mysore ist ein wunderbarer Ort, wo’s gemütlich zu und her geht.

Wir besuchten als erstes den Mysore- Palast. Es ist ein riesiger Palast, welcher ein wirkliches  Wunderwerk ist.

Überall sind Buntglas, Spiegeln und grelle Farben anzutreffen. Es sind eindrucksvolle geschnitzte Holztüren, Mosaikböden und eine grosse Serie von Gemälden, die das Leben in Mysore zu früheren Zeiten schildern. Alle Gänge, Türen und Bilder haben Geschichten von längst vergangener Zeit zu erzählen.  Der  Palast erinnerte uns sehr an Rajasthan und hat alte Erinnerungen geweckt:-)

Nach einem leckeren Südindischen Thali, waren wir wieder gestärkt und schauten uns eine Moschee an, im muslimischen Viertel. Sie hatten gerade eins von ihren 5 Gebeten.

Weiter gings zur St. Philomena Kathedrale. Das ist die grösste Kathedrale in Mysore. Uns hat sie aber nicht so grossen Eindruck gemacht, es erinnerte uns eher an eine Touristenattraktion als an eine Stätte des Gebets und der Ruhe.

Wenn man in Mysore ist, sollte man sich doch auch noch anschauen wie Räucherstäbchen hergestellt werden.  Dabei haben wir ganz fest an Sam gedacht. Wir werden dir dann noch ein Päckli schicken, damit du das Perröngli noch richtig ausräuchern kannst:-)

Ich probierte es auch und konnte es also nicht schlecht.

Nach den Räucherstäbchen und den verschiedenen Ölen,  war der Markt angesagt. Dort trifft das alte Indien auf das neue. Man findet z. B. Blumengirlanden, Gewürze, Obst, Nüsse

und konische  Haufen kumkum (farbige Puder für Bindipunkte auf der Stirn).

Voll gesättigt vom weltlichen Leben, schlichen wir uns in die geistigen Sphären. 🙂

Am 24.12. am Morgen gingen wir ins Anjali Ashram. Wir blieben  dort 5 Nächte und lebten in einfachstem Standart.  Nach unserer Ankunft halfen wir sogleich bei der Weihnachtsdekoration. Keinen Tannenbaum, auch keine Geschenke, keinen Schnee, kein Festessen in Form von Fleisch, keinen Schnee, kein „stille Nacht- lied“… Nein,  wir hatten heisse Temperaturen, Deko mit Palmenblätter, veg. Essen auf dem Boden,  Sanksritgesänge, eine wunderbare Gesellschaft und trotzdem viel Ruhe…

Das waren für uns  ganz andere Weihnachtstage…

Einn grosses Highlight war im Ashram unsere Yogalektionen. Diese wurden anfänglich von der Schwester geleitet. Stellt euch das Bild vor, eine eingekleidete Nonne macht im selben Gewand Yoga… Einfach herrlich.

Während unserer Ashramzeit, machten wir einen Ausflug.  An einem Morgen besuchten wir den Chamundi Hill. Auf dem Gipfel dieses Hügels thront der Sri- Chamundeswari- Tempel. Der Tempel von Aussen war enorm schön, von innen war nichts spezielles zu sehen. Man hat einen herrlichen Ausblick auf die Stadt von dort oben.

Am Nachmittag besuchten wir noch einen Garten. Bei den Indern ist dieser sehr beliebt. Uns gefiel er, aber er war für uns nicht sehr speziell. Man sieht halt einen Rasen mit Blumen und ab und zu einen Springbrunnen. Wir kennen die Parks bei uns ja.

Voller Energie, Vertrauen und frisch gestärkt zog es uns nach 5 Tagen weiter. Mit dem Zug gings nach Hampi…

Ohalätz, unwirklich und wie verzaubert leigen die Ruinen von Hampi verloren und verstreut in einer Landschaft, die einen sofort in ihren Bann zieht.

Riesige Felsbrocken türmen sich auf einem kilometerweiten, sanft gewellten Gelände und bilden mit ihrem Rostbraun einen hübschen Kontrast zu den Palmehainen, den Bananenplantagen und den Reisfeldern. Hier treffen sich alle archäologischen Intressierten und die ganze Boulderszene…

Irgendwie herrschte fast wie eine magische Atmosphäre, in dieser Welterbestätte Hampi. Die  Natur schuf im Laufe von Jahrmillionen durch Vulkanismus und Erosion  eine so faszinierende Landschaft.

An unserem ersten Tag  liefen wir ein wenig durch Hampi. Wir schauten uns diverse Tempel, Ruinen und Hampis Basar an.

Der Tag darauf entschlossen wir uns ein Velo zu mieten. Diese Velos waren ja der Börner. Natürlich funktionierte die Bremse nicht wirklich, sie hatten nur einen Gang, Samuel’s Sattel sinkte und drehte sich ständig… Man kam kaum vorwärts, wir trampelten und trampelten…. Samuel’s  Velo hiess Hercules, meins hiess „miss India“:-) Und 2 Mal stürzte Samuel sogar vom Pedal. Nichts von gewohnter Rennmaschine… :-)) Gefährliche indische Drahtesel…

Ja, der Tag war schön, Hampi ist sehr weitläufig und für uns war klar, mit unseren schnellen Flitzern konnten wir nie alles sehen.:-)

Den Silvesterabend verbrachten wir dann gemütlich und ruhig in Hampi…

Am Neujahrstag  überquerten wir den Fluss mit einem Boot, da die Brücken alle zerstört sind.

Auch auf der andern Seite trifft man  auf Ruinen, Boulders und Tourismus aus aller Welt. Wir kundschafteten an diesem Tag das Gelände aus und besuchten einen schönen See, wo wir  uns für kurze Zeit eine Pause gönnten.  Die Hitze machte uns aber schwer zu schaffen und wie immer hatte ich natürlich einen roten Kopf, worüber Samuel sich immer amüsieren kann.:-)

Der letzte Hampi-tag war dem bouldern gewidmet.

Samuel’s körperliche Verfassung liess aber zu Wünschen übrig… Das Niveau von vergangen Tagen war in weiter Ferne… 🙂 Trotzdem konnte er einige Züge machen und erfreute sich darüber. Ganz fest haben wir an Dave gedacht- es würde dir gefallen…

Der Hitze entfliehend füllten wir den Rest des Tages (bis zu unserer Zugabfahrt) mit Chillen.

Am Abend  fuhr uns ein Nachtzug (natürlich mit viel Verspätung und keinerlei Infos darüber ) nach Goa. Wie immer trifft man ja wirklich tolle und spannende Menschen und somit ist das Warten noch lustig:-) Die meisten Indienreisenden sind eher von spezieller Natur und es kann spannend, verwirrend oder einfach nur anstrengend werden.

Nach Empfehlung eines routinierten Indienreisenden und unserem Verlangen nach Ruhe setzten wir uns für einige Tage in Agonda nieder. Dieser Ort gilt noch immer als der ruhigste, idyllischste Schatz von Goa. Es ist ein kleines Dorf, mit weitem und leerem Strand.

Alles geht einen langsamen Gang und die vielen Strandrestaurants servieren gutes Essen. Wir hatten das Gefühl im Paradies angekommen zu sein. Zum ersten Mal sahen wir das arabische Meer von Indien.

Bei diesem Anblick muss man fast durchhängen. Wir spürten langsam Reisemüdigkeit und sehnten uns nach einem Tag „einfach mal nichts tun“. Das flexen vom Vortag hat uns so gut gefallen, dass wir noch einen zweiten anhängten :-).

Unser letzter Tag verbrachten wir auf einem Roller. Achtung, Achtung! Vorsicht ist geboten, Indien hat Linksverkehr und es herrscht ein absolutes Strassenchaos. Manchmal kommt man sich vor wie in einem Hindernisparcour. Auf der Strasse trafen wir: verschiedene Fahrzeuge, heilige Kühe, Hühner und Affen, spielende Kinder und leider auch Verkehrspolizei. Diese hielten uns an und wollten unseren Internationalen Führerausweis mit spezieller Bewilligung von Goa sehen. Wir hatten diese natürlich nicht und mussten trotz freundlichsein, feilschen und meinem Charm 2000 Rupees abgeben. Ist das nicht  unfair, das wäre eine Tagesration Indien für uns zusammen. Wir liessen uns aber unsere gute Laune daduch nicht verderben und freuten uns über diverse Sehenswürigkeiten,

das auskundschaften von Goa und den frischen Fahrtwind.

Unsere nächste Station war Gokarna. Wir hörten da es dort ein schöner Strand hat und das Dorf eine lebendige Hindukultur pflegt. Nach der Ankunft gingen wir auf direktem Weg zum Om Beach. Wir wissen noch bis heute nicht von wem diese Namensgebung kommt. Entweder von den Einheimischen oder den Hippies. Dieser Strand wird von Althippies bedsiedelt  und  von jungen Travellern und „möchte-gern- Hippies“ gerne aufgesucht.  Alles verlangsamt sich hier ein wenig und die Gefahr dort hängen zu bleiben ist gross. Es werden viele Drogen konsumiert und zeigte uns ein früheres Bild von der Hippiezeit… Wir sind aber dankbar, dass wir diesen Ort bei klarem Verstand erleben durften. 🙂

Im urtümlichen Dorf Gokarna erhielten wir einen schönen Einblick in lebendige Hindurituale. Scharen von Pilgern versammeln sich dort das ganze Jahr hindurch, um in den historischen Tempeln zu beten und zu opfern. Zurzeit sind viele schwarz gekleidete Pilgrer unterwegs, die meistens oben ohne unterwegs sind und eine spezielle Kette tragen. Sie pilgern mit einem stark geschmückten Auto 45 Tage lang von Tempel zu Tempel. Frauen sind dabei nicht erwünscht. In dieser Zeit essen sie kein Fleisch, Fisch oder Eier. Jeglichen Kontakt zu Frauen ist verboten.

Ausländer und Nicht-Hindus dürfen die Tempel in Gokarna nicht betreten. Wir konnten nur von aussen einen Blick erhaschen.

Wir konnten uns schnell vom bekifften Om Beach lösen und unsere Weiterreise ging mit zwei Schweizer weiter nach Kerala. Die Besonderheit dieser Weiterreise bestand darin,  dass wir vom Om Beach mit einem Motorboot nach Gokarna fuhren. Natürlich war der Wellengang sehr stark und wir genossen mehrere Salzduschen und leichte Übelkeit.  Uns hat  es aber riesen Spass gemacht.

Nun sind wir in Kerala angekommen, davon werden wir euch aber erst im nächsten Blogeintrag berichten.

Im übrigen werden wir oftmals gefragt, ob wir das Reisen nicht langsam satt haben. Die Antwort lautet deutlich Nein! Bestimmt ist es aber so, dass man nach mehr als einem 1/2 Jahr umherziehen langsam müde wird und sich nach gewohnten Dingen sehnt zB. Radfahren, Joggen durch einen schönen Wald, ohne  Bedenken alles Essen können (ohne zu schälen), ruhigeres Reisen ohne Verspätungen, schnelle Internetverbindungen… 🙂 Trotzdem sind wir noch lange nicht gesättigt und ans nach Hause gehen denken wir noch lange nicht. hahaha:-)

 

Jetzt wünschen wir euch wenig Regen, viel Schnee und Sonnenschein.  Wer die Solothurner Filmtage besucht, denkt dabei auch ein wenig an uns.:-)

 

Liebe Umarmung

Samuel und Nora

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Namaste alle zusammen…

Wie geht’s Euch?!  Die Adventszeit hat ja nun angefangen. Bestimmt hört man nun Weihnachtslieder im Radio und  in allen Läden sind wohl alle glitzernden Weihnachtsdekos und möglichen Geschenkideen anzutreffen. Obwohls hier in Kathmandu ist es kühler ist, sind wir nicht in Weihnachtsstimmung. Das werden wir dieses Jahr wahrscheinlich auch nicht…. man hier halt überhaupt keine Anzeichen dafür. Das wird eine etwas andere Weihnachten für uns, als wir sie sonst gewohnt sind. Das ist auch gut so. Wir sind gespannt wie’s wohl wird, das Fest der Liebe weit weg von unserem zu Hause zu feiern…

Bei uns ist wieder einiges gelaufen…

Am Donnerstag, 17.11. abends stiegen wir mal wieder in einen Bus um nach Janakpur zu fahren. Die Fahrt dauerte etwa 12 Stunden, der Buschauffeur war ein guter Kerl und wir konnten sogar wenige Stunden schlafen- oder dösen. Am Morgen erreichten wir unser gewünschtes Ziel und liessen uns mit einem Velo-Rikscha zum Ausgewählten Hotel bringen. Irgendwo angekommen hielten die 2 Fahrer an und sprachen irgendetwas. Keine Ahnung was.  Die meisten Nepali können kaum Englisch, somit ist die Verständigung nicht immer einfach. Für uns war der Halt nichts neues, da wir in Indien regelmässig erlebt hatten, dass die Rikscha-oder auch Taxifahrer gar nicht wissen wo der gesagte Ort ist. 🙂 Mit Händen und Füssen wussten Samuel und ich dann, dass unser Hotel gar nicht mehr existiert… oi oi oi, dabei ist unser Martin Loose Guide  Book doch erst 1 Jahr alt. Ihr seht, es ändert sich einfach schnell mal etwas hier… Gut, wir fragten dann bei 2 anderen  Hotels nach. Das eine Hotel wäre unbezahlbar teuer gewesen und das andere hätte nur ein Zimmer für eine Nacht frei gehabt. Somit liessen wir uns in einem anderen, sehr billigen und auch wirklich schäbigen Hotel nieder. Es stinkte und war einfach ein übles Loch. Egal, wir buchten 2 Nächte darin und haben nach dem Betreten als erstes ein Räucherstäbchen angezündet. Egal welcher Duft von diesem Glühstängeli kam, jeder war besser als der Geruch vom Zimmer… Eine weitere Plage waren die Moskitos. Sowas haben wir noch nie erlebt-nicht einmal während der Monsunzeit. Horror… Unmengen von den summenden Kleintieren… Glücklicherweise hatte der Hotelbesitzer mal Moskitonetze montiert über den Betten und somit flogen uns nur wenige Mücken  um die Ohren. Sie fanden Zugang durch die Löcher im Netz.. 🙂

Als wir uns damit abgefunden hatten in diesem Bunker zu nächtigen, gingen wir auf die Strasse und mussten uns zuerst mal einen Chai genehmigen…:-)  So, gestärkt wollten wir uns diese Stadt anschauen und noch das Busticket reservieren für die nächste Station. Als wir umherschwirrten trafen wir 2 Mädchen (etwa 18 jährig) welche mit uns plauderten. Die eine junge Dame hat uns dann zu sich nach Hause eingeladen, sie wolle uns ihrer Mutter vorstellen.  Sie musste aber mit ihrer Freundin noch einen Pullover kaufen und somit sagte sie dann, wir könnten uns bei einem Platz treffen. Zur abgemachten Zeit standen wir da.  Sie kam nicht. Wir waren aber nicht enttäuscht, schliesslich kennen wir das doch schon von Indien. 🙂 Nach der Chai-pause liefen Samuel und ich dann wieder zurück in unser schönes Hotel. Etwa  20 min. später klopfte es wie wild an unserer Tür. Wer wars? Ja, die junge Lady… Sie habe lange auf uns gewartet und nun dachte sie, sie komme uns abholen. Damit rechneten wir nun wirklich nicht. Aber wir haben uns kurz umgezogen und gingen mit ihr. Wir sassen bis abends draussen bei ihnen zu Hause. Wir tranken mit ihnen Chai, assen Nepali Food, lachten zusammen, tauschten uns aus und die Mutter bemalte meinen Fuss mit Henna.

Sie wollten dann noch, dass wir bei ihnen zu Abend assen. Wir lehnten aber dankend ab, da wir von unserer anstrengender Busfahrt noch müde waren  und wir früh zu Bett gehen wollten.  Die Familie sagte uns dann,  dass wir doch am nächsten Tag bei ihnen Frühstück, Mittag- und Abendessen geniessen sollen. Ja, sie wollten sogar, dass wir bei ihnen Schlafen und gar nicht mehr zurück ins Hotel gingen. Uns war das natürlich zu viel. Das Nähe- und Distanzgefühl wird hier anders gelebt. 🙂 Wir willigten dann ein, uns am nächsten Tag mit dem Sohn zu treffen und Janakpurs Leben besser kennenzulernen.

Die Mutter dieser 9 köpfigen Familie kommt ursprünglich aus Indien.  Sie ist eine klassische Inderin. Voluminös, sehr viel Schmuck, stolz, Henna begeistert… sie ist das Oberhaupt der Familie… 🙂

Der Vater ist sehr ruhig, hatte vor ca. 5 Jahren einen Schlaganfall und ist seither linksseitig gelähmt. Er kann sich aber gut fortbewegen.

Müde aber mit einem guten Gefühl machten wir uns auf die Socken zum Hotel. Wie so oft war mal wieder Stromausfall. Dieser machte aus der schmutzigen Stadt Janakpur  eine spezielle aber manchmal auch bedrohliche Stimmung. Ab unter die kalte Dusche- mit Stirnlampe, Einrichten des Moskitonetzes- mit Stirnlampe und danach  Suchen eines geeigneten Lokals zum Abendessen- ohne Stirnlampe, wo ich dann natürlich promt noch in eine frische Kuhscheisse trat. Dieser doofe Stromausfall!!!!!!!! Um 21.30  Uhr schliefen wir beide schon tief und fest. 🙂

Um 05.00 Uhr wurden wir von einer geräuschvollen Kulisse beim Verrichten der Morgentoilette geweckt… Man kann dem nicht mehr Schnäuzen, Husten oder „Chodere“ sagen- es gibt kein Wort um diese Geräusche zu benennen oder definieren. Auf alle Fälle wars kein schönes Erwachen und trotz Ohropax hörten wir das „Frischmachen“ noch gut. Übrigens praktizieren das nicht nur die Männer, auch die Frauen geben erschreckende Töne von sich… Mit Schlafen war dann nichts mehr. Somit führten auch wir unsere Morgentoilette durch. Die verläuft deutlich angenehmer und ruhiger… 🙂

Um 08.00 Uhr trafen wir wie abgemacht Kunal. Mit ihm verbrachten wir den ganzen Morgen in Janakpur. Janakpur ist im Übrigen eine der wichtigsten heiligen Stätten der Hindus. Der zentrale Tempel, der reich verzierte Janaki Mandir, gehört zu den obligatorischen Zielen einer hinduistischen Pilgerfahrt.

Die Stadt ist durch und durch indisch geprägt, was in verschiedenster Art gut spürbar war. Der Chaikonsum erhöhte sich schlagartig, die Unterkünfte sind schäbiger, die Menschen starrten, die Strassen waren schmutzig, mehr Kühe versperrten einem den Weg und die meisten haben schmutzigere Zähne vom Tabacco welchen sie immer lange im Mund behalten…  Die intensiven Augenblicke und die Lebensfreude der Menschen waren wieder stärker zu spüren… Janakpur zeigte uns die andere Seite von Nepal.

Von Tourismus, besser gesagt westlichem Tourismus kann in Janakpur kaum die Rede sein.  Wir trafen in diesen 2 Tagen 6 weisse Menschen.:-)

Wir erfuhren von Kunal unter anderem dass in Janakpur der Gott Rama  Sita, die Tochter eines Königs, geheiratet hat.  Aus diesem Grund hörte man den Gesang „Sita Ram, Sita Ram“ in ständiger Wiederholung wie ein hinduistisches Ave Maria. Wir stiessen gerade zu diesem eindrücklichen Morgenritual vor dem Ram-Tempel.

Danach besichtigten wir den, an einen verspielten Palast im Mogulstil erinnernde Janaki Mandir. Es wird vermutet, dass die Prinzessin Sita dort gelebt hat.

Wir sahen viele Gläubige welche dort beteten und verschiedene Rituale  durchführten.

Neben dem Tempel steht ein Bauwerk welches den Hochzeitspavillon von Rama und sita zeigt. Drinnen sahen wir ein pompöses Gemälde vom feierlichen Ereignis.

Wir wurden in diesen Templen reichlich mit Punkten auf der Stirn gekennzeichnet und spendeten wie die Hindus den Göttern Süssigkeiten.:-) Es war ein richtiger Hinduistischer Tag. Zum Glück hatten wir Kunal mitdabei, er ist hier geboren und kennt sich gut aus-geschichtlich und orientierungsmässig… 🙂

Zwischendurch mussten wir natürlich einen Chai trinken und dann ging unsere Tour weiter.

Unter anderem  gelangten wir zu den heiligsten Becken Janakpurs. Der Anblick, wie die Hindus dort rituelle Waschungen vornehmen war sehr bewegend. Im Verlauf des Tages sah man viele ihre Kleider waschen und die Verschmutzung dieses heiligen „See’s“ war absolut unübersehbar. Die Einheimischen und Gläubigen lassen sich davor aber nicht abschrecken und trinken das Wasser manchmal sogar. (Kein Wunder beträgt hier in Nepal die durchschnittliche Lebenserwartung 63 Jahre-oder weniger…)

Wir 3 besuchten noch weitere Tempel und Samuel und ich waren stets froh, dass Kunal uns so gute Informationen gab.

Am Mittag trennten wir 3 uns. Kunal ging nach Hause, Samuel und ich assen in einem einfachen  Foodstall ein köstliches Daal bhaat tarkaari…:-)

Es war ein wirklich schöner und informativer Vormittag! Wir verabredeten uns dann mit Kunal bei ihnen zu Hause zum Abendessen. Seine Mutter bestand darauf!!! 🙂

Samuel und ich genossen den ruhigen Nachmittag mit Lesen und Flexen:-)

Am Abend machten wir uns auf die Socken zu der Familie. Vorher  hatten wir uns in einem Süsswarenladen eingedeckt um ein Mitbringsel abgeben zu können. Wir wissen ja, wie gerne die Menschen hier Süsses schlemmen.

Wir wurden von den Frauen wunderbar bekocht. Es war lecker und sie stopften uns voll. Immer und immer wieder wurde nachgeschöpft. Unsere dankende Ablehnung über Nachschub wurde ignoriert. 🙂 Interessant war ja wieder, dass wir ohne sie gegessen hatten.  Anscheinend ist das hier absolut normal. Sie wollen den Gast (welcher als König gilt) bekochen und voll und ganz für ihn da sein.

Nach einigen Stunden waren Samuel und ich bereit aufzubrechen in unser Hotel. Aber sie liessen uns fast nicht mehr gehen. Somit gings nicht lange, bis die Mutter mit ihren Töchtern irgendwas suchten und nach langer Zeit zurück kamen und mir eine Halskette um den Hals legten, kurz darauf wurden meine Ohrringe entfernt und neue durch Ohrloch geführt, später wurde mein Haarband entfernt und die Haare zu einem „Rossschwanz“ zusammengebunden mit einem glitzernden Haarband, danach musste ich die Lippen spitzen für dezenten Lippenstift, erhielt ein  Kleberli auf die Stirn und am Schluss musste ich die Zehen- und Fingernägel  so platzieren, dass sie sich austoben konnten beim Anmalen. Leider wählten sie nicht durchsichtigen Nagellack aus, sie wählten pinkigen aus, da dies die Lieblingsfarbe der pubertierenden Mädels ist. Och du meine Güte. Dann ging mein Schauspiel los. Ich musste vor den Spiegel und immer wieder sagte ich ihnen: Wow, das sieht ja schön aus!! Vielen vielen Dank!!!! Ja, ich hätte einen Oskar gewonnen für meine Leistung. Mein grösstes Problem war der Nagellack. Wie bringe ich diese schreckliche Farbe wieder weg von meinen Fingern?!? Samuel lachte innerlich und wusste genau wie mir zumute war. Er sagte aber auch begeistert: Nora, wow, du siehst ja aus wie eine Prinzessin!!!!  hahaha!!

Aber auch Samuel erhielt noch ein Geschenk. Ein seidenes, helles Hemd. Er musste es gleich anprobieren. Ach du liebe Zeit!!!  Auch hier war wieder Lachen und herzliches Danke sagen angesagt… 🙂 Wir wussten, dass wir unsere Geschenke leider nicht oft tragen werden… 🙂

Aber sie meinten es sehr  freundlich und ehrlich. Der Abend verlief noch sehr schön und als wir zurück im Hotelbunker ankamen, hat Samuel mit seinem Sackmesser versucht mir den Nagellack von den Fingern wegzukratzen… 🙂

Am 20.11. morgen  früh gings wieder los mit unserer Weiterreise. Wir fuhren mit dem Bus eine ellenlange Strecke nach Ilam. Die Fahrt war mal wieder schlimm. Samuel hatte seine Rückenschmerzen und ich hatte Verdauungsprobleme…. 🙂 Ilam bedeutet für die meisten Nepalesen Tee. Dort hat es ganz viele Teeplantagen. Die Landschaft war wirklich wunderschön.

Als wir abends mit dem Bus ankamen, trafen wir einen jungen Mann, mit welchem wir sofort ins Gespräch kamen. Er arbeitet in Ilam als Polizist. Er begleitete uns noch zu unserem Guest house. Unser Zimmer war wirklich wieder sehr klein und bereits beim Ankommen packten wir unsere Stirnlampen und Kerze aus.  Der Strom fiel aus… 🙂

Der Polizist sass bei uns noch lange im Zimmer, er erzählte aus seinem Leben und von seinem Beruf. Er sagte: hier in Nepal muss man keine Angst haben, man ist hier sehr sicher. Gerade in diesem Moment klingelte sein Natel. Ja, es war der Polizeiposten, es sei ein dringender Fall… Innerhalb von kürzerster Zeit verschwand er also mit seinem Bodyguard auf dem Töff. Phuu, ist es wirklich soooo sicher..?!? 🙂

Am nächsten Tag machten wir einen Dorfspaziergang durch  Ilam, besuchten die Teeplantagen

und relaxten in einem wunderschönen und sehr guten Restaurant  in einer Bambushütte mit einem lokalen Ilamtee. So schön kann das Leben sein.. 🙂

Gegen Abend besuchten wir einen Tempel. Wir mussten nach dem Weg fragen und nannten allen Einheimischen den Namen des Tempels. Niemand kannte ihn. Wir waren schon verwundert,da doch alle Bescheid wissen, wenns um was heiliges geht…  Nach langem hat sich dann ein Mann Zeit genommen sich die Karte mal genau anzuschauen welche in unserem Reiseführer ist. Dabei stellte er fest, dass der Name dieses Tempels gar nicht existiert. Nun ist also unserem lieben Herr Martin Loose ein Fehler unterlaufen und er hat einem Tempel in Ilam einen Namen gegeben welchen es gar nicht gibt.:-) Der Einheimische hat uns dann den richtigen Namen gesagt und von da an erhielten wir von allen der  befragten Personen einen Wegbeschreib welcher uns durch einen kurzen wald zum Ziel brachte.

Der Tempel ist in Form eines Baumes. Man sagt, dass dort noch immer zu bestimmten Zeiten eine Schlange aus dem Baumloch rauskommt. Zum Glück war bei uns nicht der richtige Zeitpunkt und somit blieb uns dieser Anblick erspart. 🙂

Am 22.11.  kam unser Polizist zum Guest house. Wir gingen zusammen Frühstücken. Dort im Restaurant hat uns dann doch tatsächlich erneut einer gefragt ob in der Schweiz keine Polizei sei. Wir fragten ihn weshalb uns das wohl alle fragten…. Er sagte uns, es stehe bei ihnen in den Schulbüchern drin…. oi oi oi, was sind denn das für Lehrmittel, bitteschön! 🙂

Gestärkt machten Samuel und ich uns auf den Weg. Es stand uns eine ca 6 stündige Wanderung bevor. Unser Ziel war Mai Pokhri.

Das ist ein, für die Hindus, heiliger Teich. Natürlich verliefen wir uns! Kunstück es ist wirklich nirgends etwas angeschrieben und die Menschen geben dir einfach auch die falsche Auskunft teilweise. Aber die Landschaft war wundervoll und wir konnten vielen Frauen beim Teepflücken zusehen.

Als wir spät am Nachmittag dort ankamen, fühlten wir uns ein wenig gestresst, da es ja schon bald eindunkeln wird. Und bekanntlich stehen an Wanderwegen ja keine Strassenlampen, wir hatten keine Stirnlampe mitdabei und Autos oder ein Bus war weit und breit nirgends sichtbar. Trotz allem nahmen wir uns Zeit um den Teich herumzulaufen, ausser uns war niemand dort. Wir empfanden diesen Ort als mystisch und wundervoll.

Wir tankten neue Kräfte und marrschierten in zügigem Tempo wieder nach unten. Gegen Ende dieser Strecke, wo es bereits dunkel was, hielt ein Töfffahrer neben uns an. Er sprach ein wenig mit uns und sagte dann, dass er uns mit dem Töff bis in den nächsten grösseren Ort fuhr, von wo uns dann ein Taxi nach Ilam fahren konnte. Glück gehabt! Zu Dritt und natürlich ohne Helm fuhren wir durch die engen und dunklen Gassen. Es ist immer wieder ein interessantes Erlebnis. Wenn man in Nepal am Strassenrand stände mit dem Daumen nach Oben gestreckt, würden mit Sicherheit Töffe anhalten und keine Autos, da die meisten Menschen sich hier „nur“ einen Töff leisten können und kein Auto. Somit würde man „Töffstöppeln“. 🙂

Am nächsten Tag besuchten wir die Teefabrik, welche in der Nähe von Ilam ist. Sie wurde 1985 mit britischen Hilfsgeldern errichtet. Sie ist die grösste ihrer Art im gesamten Distrikt. Die gepflückten Blätter werden oben in riesige Behälter eingefüllt, wo Ventilatoren etwa die Hälfte ihres Feuchtigkeitsgehalts entziehen. Anschliessend werden die welken Blätter maschinell gerollt, wodurch die verbliebenen Säfte zur Fermentierung freigesetzt werden.

Die Oxidation der Gerbstoffe des ausgetretenen Saftes gibt dem Tee sein typisches Aroma. Bei der anschliessenden maschinellen Trocknung erhält das Blatt seine schwarze Farbe.

In dieser Teefabrik werden in einer Saison ca. 15’000 kg Tee produziert. Der grösste Teil dieses Tee’s wird nach Deutschland exportiert und dort zu Darjeelingtee vermischt. Wir konnten nach der Führung durch diese Fabrik dann eine Tasse dieses leckeren Tee’s geniessen…

Am Abend kam dann der Polizist nochmals zu uns. Er hat Samuel ein Abschiedsgeschenk mit gebracht. Eine traditionelle nepalesische Kappe. Man nennt sie in Nepali Topi. Hier sieht man viele Männer (vorallem die älteren) welche solche tragen.

Wir genossen den Sonnenuntergang und die ruhige Stimmung in Ilam.

Am 24.11. morgens fuhren wir weiter nach Hile. Die Fahrt war wieder mal sehr unangenehm. Besonders für mich war es unangenehm. Ich sass ganz vorne auf einem schmalen Holzbrett, daneben eine Frau mit Kind, welche mir immer unangemeldet ihr Kind auf die Schoss gab, daneben hatte ich einen Mann der einschlief und seinen Kopf an meiner Schulter anlehnte, hinter mir stand ein junger Mann, welcher mir mit dem Ellenbogen immer wieder auf den Kopf schlug und vor mir war ein Mann, der mich immer so enorm übel anhustete…. Samuel war ganz hinten und nach kurzem Stehen konnte er die meiste Zeit dann sitzen. Er hatte seine Ruhe dort und konnte dann sogar noch Zuckerrohr aussaugen… Der Bus war mal wieder vollgestopft und Samuel und ich sahen uns nicht mehr…  Beim Aussteigen war Samuel völlig erfrischt und gut gelaunt, ich war müde und erschöpft.. Deshalb hätte ich gleich  Schoggi gebraucht, was wir nirgends fanden. Also, dann halt einen Chai-der ist genau so süüssssss:-)

Hile ist eine lebhafte kleine Siedlung und eine der wichtigsten Sammelpunkt im östlichen Nepal. Hile lockt einen Strom von angehörigen ethnischer Minderheiten an, die von weit her kommen um dort Handel zu treiben: Tamang und Sherpa vom Westen, Newar und indische  Händler vom Süden, Rai aus ihrem Kerngebiet, dem strassenlosen Bergland der gesamten Umgebung. Westliche Touristen waren weit und breit nirgends sichtbar. Die Einheimischen sahen wahrscheinlich zum ersten Mal „Weisshäutige“. 🙂 Sie blieben sogar vor uns stehen und haben uns von den Zehenspitzen bis zu den Gäbeli der Haaren angeschaut und inspiziert 🙂 Sie schauten und sprachen aber sehr freundlich mit uns. Es war angenehm.

Hile ist auf ca. 2000 m gelegen und deshalb wurde es nachts kalt.

Auf eine warme Dusche konnten wir uns nicht freuen, denn die gabs nicht. alles nur eisgekühltes Wasser… Von guter Hausisolierung oder Heizungen kann man in Asien ja auch nicht sprechen… 🙂 Daher folgten natürlich wieder Schnupfen, Halsweh, Müdigkeit, Husten……

Auch spürten wir eine leichte Asienmüdigkeit. Das zum 1. Mal nach unseren 5 Monaten. Wir wollten soooo gerne heisses Wasser, in einem warmen Haus schlafen, wir träumten von einem Coop oder Migros (oder was auch immer), in welchem wir unsere Esswaren selber aussuchen konnten und dann in einer vertrauten Küche kochen könnten… Wir wollten in einem schönen Park auf einem Bänkli sitzen, ohne dass wir dauernd angesprochen oder angeglotzt wurden, wir wollten einige ungestörten Seiten im Buch lesen……….

Wir trösteten uns dann mit einem Tongba. Das ist ein heisses Hirsebier. Es wird in einem hölzernen Becher mit Messingrand und -deckel  serviert. Das Originale gibts nur in der östlichen Bergwelt Nepals- also gerade richtig in Hile… Es war super aber auch heimtückisch. Zuerst spürt man den Alkohol kaum, plötzlich gehts dann aber rassig zu und her!! 🙂

In Hile haben wir in den folgenden Tagen stets lecker  und sehr einfach gegessen, Wanderungen gemacht mit schöner Aussicht, Tee getrunken und die Asienkrise wieder kuriert… 🙂

Abends haben wir viele Gespräche mit Einheimischen geführt. Wir haben viele intelligente und interessante Menschen getroffen und viel mit ihnen diskutiert.

Grundsätzlich ist uns aufgefallen, dass viele Leute hier in Nepal oft Alkohol trinken und Rauchen. Wir sahen viele Betrunkene, das ist ziemlich erstaunlich. Auch heiraten die Nepalesis sehhr früh und die Männer dürfen mehrere Frauen haben, die Frauen natürlich nur einen Mann…  Sooo viele Fragen konnten wir mit ihnen klären.

Uns ist auch aufgefallen, dass die Nepalesen wie die Inder immer nur das Schöne ihres Landes hören wollen. Sobald man etwas anzuzweifeln beginnt, blocken sie ab, sind eingeschnappt oder laufen davon…  Tja, wer austeilen will, sollte auch einstecken können. Wir habens da aber einfacher. Auf  die Frage woher wir sind, wird unsere Antwort welche natürlich „aus der Schweiz“ lautet, mit grosser Bewunderung und Beneidung erwiedert. Alle finden die Schweiz ein Paradies und viele träumen von einer Reise in dieses Land. Es sei so sauber… Ja Kunststück, wir werfen den Abfall auch nicht einfach so auf den Boden:-)

Immer noch gesundheitlich ein wenig angeschlagen fuhren wir am 27.11. dann von Hile nach Dharan. Diesmal bevorzugten wir den Minibus und somit war die Fahrt deutlich angenehmer. Natürlich saugten wir auch auf dieser Fahrt wieder den Saft des Rohrzuckers aus.

In Dharan gibt’s eigentlich nicht viel zu sehen. Diese Stadt machte Schlagzeilen, als 1988 ein starkes Erdbeben 700 Menschen tötete und die Stadt grösstenteils zerstörte. Nun ist aber alles wieder aufgebaut und es ist kaum mehr was sichtbar.
Im Stadtzentrum steht ein hoher Turm welcher zur vollen Stunde ein lautes Lied von sich gibt. Es tönt wie ein schlecht gespielter Song auf einem Mini- Keyboard.:-)

Unser Besuch in Dharan war völlig relaxt, wir lasen enorm viel, haben uns von unseren gesundheitlichen Beschwerden erholt und tankten Energie.

Einmal als wir zu unserem Hotel zurück marrschierten, sahen wir wie mehrere Männer gerade ein Schwein mitten auf der Strasse auf einen Holztisch legten und bereitmachten zum Schlachten. Das arme Tier fiel noch vom Tisch weil es sich so sehr wehrte und gab enorm laute Geräusche von sich. Ich konnte nicht zusehen und nicht zuhören. Ich wechselte die Strassenseite und hielt meine Ohren zu. Mein Vegetarierherz leidete:-) sehr oftmals werden wir gefragt ob denn Samuel immer noch Vegetarier ist. Ja, er ist seit unserer Ankunft in Asien ohne Fleisch unterwegs und ich denke es ist verstänklich, wenn man täglich die umgebrachten Tiere auf einem Holztisch sieht… oder? 🙂 Wir haben ein Herz für Tiere. 🙂

Wir mussten lachen, als wir auf der Suche nach Geldautomaten waren. Wir versuchtens bereits bei einigen, bis wir dann zum Letzten kamen. Er stand in einer kleinen Garage. Es war eine Baustelle. Schutt, Dreck, Staub, alte Gegenstände… Aber mittendrin stand der ATM-er glänzte wie neu. Herrlich, auch das sieht man doch nirgends in der Schweiz…

Der nächste und letzte Tag in Dharan verbrachten wir indem wir am Morgen einen Tempel besucht hatten. Er war nicht spektakulär. Wir sind auch langsam tempelmüde und davon gesättigt…. 🙂 Wir genossen die Natur noch, bevor’s wieder zurück in die Hauptstadt ging…

Am Nachmittag fuhren wir dann zurück nach Kathmandu. Schliesslich müssen wir ja nun endlich unser Visa für Indien beantragen. Zum ersten Mal (ohne unser Wissen) hatten wir einen Luxusbus. Im Bus war ein TV auf welchem ein schlechter Nepali Film gezeigt wurde, das „Personal“ verteilte je  1 Flasche Wasser und je 1 Snack. Die Dame felhte noch, welche im Korridor den Notausgang zeigte und die Erklärungen zur Sauerstoffmaske abgab. Sonst hätte man gemeint wir sitzen in der Lufthansa oder Swiss…:-) Das Holpern und dadurch das Ausfallen des DVD’s zeigte uns dann, dass wir doch noch in Nepal sind…

Phuu, nach der langen Fahrt kamen wir endlich in Kathmandu an. Wir checkten im Hotel ein und machten uns gleich auf den Weg zur indischen Botschaft. Dort warteten schon uuuuuu viele andere Touristen, die dieses verrückte Land besuchen möchten. Zuerst muss man eine Nummer ziehen, wie bei uns auf der Post. Danach muss man ein Formular ausfüllen. Den Antrag erstellen. Nachher wenn man drann kommt, nach etwa 3 Stunden warten, muss man das erhaltene Formular abgeben und 300 Rupien bezahlen. Man kriegt erneut ein Formular, welches man zu Hause ausfüllen muss. Nach einer Woche geht man wieder auf die Botschaft mit dem ausgefüllten Formular, zieht wieder eine Nummer, wartet wieder 3 Stunden und dann gibt man das Formular ab, bezahlt noch 3’700 Rupien und gibt den Pass ab. Am selben Tag aber abends um 17.00 Uhr geht man erneut vorbei und wenn man Glück hat, hat man nun ein indisches Visa im Pass. 🙂

Die indischen Angestellten in der Botschaft waren sehr sehr unfreundlich. Wir fragten uns für einen kurzen Moment, ob wir wirklich ein Visa haben möchten und somit zurück nach Indien wollen!?! Aber klar, wir wollen’s. Denn Indien ist sooo faszinierend und hat uns in den ersten 3 Monaten viel aufgezeigt, gelehrt und gegeben. Wir freuen uns auf mehr!!! 🙂

Die Tage in denen wir warten mussten, verbrachten wir mit Lesen, Vorbereiten für Indien, Käffele in unser Lieblingsbäckerei, lädele…

Am Samstag entschlossen wir uns nach Patan zu fahren. Wir hörten von einem Meditationszentrum. Aus Zeitgründen nahmen wir ein Taxi. Als wir in Patan ankamen, wusste weder der Taxifahrer noch die Polizei oder sonstige Einheimische wo dieses Mediationszentrum sein sollte. Wir hatten keine genaue Adresse, wir wussten nur den Bezirksname und das eine Kirche neben diesem Zentrum ist.  Nach langem fanden wir diese Kirche. Wir bezahlten den Taxifahrer und fragten eine Frau welche bei der Kirche stand  wo denn dieses Zentrum sei. Sie sagte dass sei nicht hier. Das gäbe es nicht in Patan. Somit fragten wir, ob wir diese Kirche besichtigen können. Sie sagte, es sei die einzige katholische Kirche in Nepal und es starte gerade eine Messe. Der einzige Hacken war, dass die Messe auf Nepali war. Somit verstanden wir nichts. Es war trotzdem eine wundervolle Stimmung. Die Kirche war bis hinten besetzt. Alle sassen in Reihen auf einem Kissen auf dem Boden. Fröhliche Lieder wurden gesungen und der 2. Advent wurde gefeiert.

Übrigens wurde vor wenigen Jahren ein Attentat von Hindufanatikern auf diese Kirche ausgeübt. Aus diesem Grund wird sie bewacht und Sicherheitsmassnahmen wurden vorgemommen.

Bill war zur selben Zeit wie wir in Kathmandu.  Natürlich trafen wir uns oft. Zum Käffele, plöiderle und feini Sache ässe… Das macht man immer mit Bill! 🙂 Aber auch Aktivitäten liebt er sehr. Daher entschieden wir uns gemeinsam eine kleine Wanderung zu machen. In unserem Führer wurde diese Route mit 1200m Höhendifferenz beschrieben. Wir  trafen uns am Morgen früh und fuhren mit dem Bus ca. 40 min. bis wir ein ruhiges Dorf erreichten, wo unsere Wanderung startete. Schnell spürten wir, dass diese Wanderung kein Zuckerschlecken wird. Nach kurzer Zeit färbte sich unser Gesicht rot und keuchend schleppten wir uns steil nach oben. Auch Samuel bemerkt nun langsam die Spuren der 5 monatigen Reise…Muskelschwund, schlappe Beine und eine lahme Lunge… 🙂

Diese Wanderung bestand eigentlich nur aus Treppen. Samuels Aussage auf mein Gemotz war: Das ist das beste Training für Bauch, Beine, Po 🙂

Nach ca. 3 Stunden harter Arbeit erreichten wir unser Ziel auf 2790 m.ü.m. Eine Belohnung in Form von guter Aussicht bekamen wir nicht, stattdessen sahen wir wolkenverhangerner Himmel wobei  sich die Sonne nur kurz zeigte.

Nach einer Pause führte uns der selbe Weg wieder zurück. Gute Gespräche mit Bill und die gemeinsame Freude an der Natur und der sauberen Luft machten diesen Ausflug perfekt.

Heute Morgen machten wir uns auf den Weg zur Indischen Botschaft. In unserem Lieblingscafe trafen wir ein letztes Mal Bill. Er flog heute nach Thailand. Wer weiss, wo sich unsere Reisewege zum nächsten Mal kreuzen 🙂

Auf der Indischen Botschaft war wieder warten angesagt. Wie letztes Mal schon, war es spannend all diese verschiedenen Menschen zu beobachten. Es war ein buntes Treiben und vorallem ich war froh über diesen amüsanten Zeitvertreib. Nach nur 3 Stunden waren auch wir an der Reihe. Am Abend mussten wir dann nochmals vorbei. Es hiess zwischen 17.00 nund 17.30 Uhr hätte man den Pass. Die Schlange vor der Botschaft wurde immer länger. Als es dann um 17.45 mal endlich losging, waren Samuel und ich Glückskinder, indem wir unseren Pass gleich zurückerhielten. Denn es gab andere, die auch gewartet hatten und dann als sie beim Schalter vorne waren, sagte man ihnen, dass ihr Pass noch nicht hier sei. Sie müssen noch warten. Ach es war mühsam und wieder einmal halt eine typische indische Bürokratie. Die Atmosphäre war angespannt… 🙂

Ja, nun haben wir unser indisches Visum im Sack, oder besser gesagt im Pass. Nichts steht uns mehr im Wege, um erneut in dieses faszinierende Land  einzutauchen. Jetzt heisst es aber Abschied nehmen von Nepal.

Diese zwei Monate in Nepal vergingen sehr schnell.

Nepal raamro chha –  Nepal ist schön!!!

Bei aller (notwendigen) Veränderung ist Nepal nach wie vor ein wunderbares Land, mit wunderbaren Menschen, herrlichen Landschaften und Heiligtümern.

Die Menschen in Nepal sind unserer Meinung  nach etwas ganz besonderes.

Sie sind freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit, witzig, gläubig und unheimlich weise. Wenn man ihnen begegnet, erfährt man stets Freude und Respekt. Das kann von Region zu Region verschieden sein. Man kann die Menschen die vom lauten Stadtbild Kathmandus geprägt sind, nicht mit den Menschen vergleichen die noch wie vor hunderten Jahren in den Bergen leben. Hier gibt es eine Spanne die gewaltig ist.

Die Menschen in Nepal sind arm und doch teilen sie mit dir ihr Essen. Das finden wir ganz besonders bemerkenswert. Wieso können wir das nicht? Es gibt genug Lebensmittel für Menschens Bedürfnisse, doch nicht genug für seine Gier.

Viele eindrückliche und wundervolle Erlebnisse  nehmen wir mit. Unser Herz wird gefüllt mit den bleibenden Erinnerungen an die bewundernswerten Menschen und die atemberaubende Natur… Es waren 2 wunderschöne und unvergessliche Monate, welche wir in Nepal erleben durften.

Nun wünschen wir euch eine schöne, besinnliche Adventszeit! Lasst euch nicht aus der Ruhe bringen! 🙂  Möget ihr viel Licht und Wärme erfahren.

Liebe Umarmung

Samuel und Nora

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