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Archive for Mai 2012

XIN CHÀO!! 🙂

Wir sind inzwischen in Vietnam angekommen. Beim Grenzübergang von Kambodscha nach Vietnam ging alles ohne Probleme voran. Dies verwunderte uns enorm, da wir viel negatives darüber gehört hatten. Wenn man ins neue Land kommt, wird einem immer hinter dem Ohr die Körpertemperatur gemessen. Unsere war gut. Danach forderte ein Beamter den internationalen Impfausweis. Wir zögerten zuerst, zückten ihn dann aber und erfreuten uns, dass wir belohnt wurden und nicht noch  2 US- Dollar bezahlen mussten. 🙂

Wir kamen im ersten vietnamesischen Dorf Ha Tien an. Alle Menschen die  wir getroffen hatten sprachen kein Englisch. Somit war’s wieder mal eine Herausforderung den Bus zur nächsten Station zu buchen. Wir brauchten Sage und Schreibe einen ganzen Tag dafür. Das hatten wir in Indien das letzte Mal erlebt. Uns macht das Spass. Es fordert und zeigt uns immer wieder, dass man geduldig sein muss.:-)

Früh Morgens gings dann los unser Bus sollte um 5:30 abfahren. Da man immer eine halbe Stunde vor Abfahrt am Busbahnhof sein muss, wars noch dunkel als wir uns auf den Weg dorthin machten. Zwei Motofahrer nahmen uns mit, auf je einem Gefährt einer von uns mit  Sack und Pack. Nicht ganz ungefährlich diese Aktion. Sie wird sich aber immer wieder auf unserer Reise in Vietnam wiederholen. Es verlief aber alles glatt. Wir wurden dann zu unserem Bus verwiesen. Im Dunkeln stand er da, der Kontrolleur  wechselte noch kurz das T-Shirt und studierte dabei wieviele Vietnamesiche Dong er uns abluchsen kann und die Räucherstäbchen glühten schon gemächlich vor sich hin. Vor jeder Fahrt oder bei Fahrerwechsel machen sie Gebete und zünden eben ein paar Räucherstäbchen an und befestigen sie an der Frontseite des Fahrzeuges.

Es war die einzige Reise in einem lokalen Bus und für uns ein Highlight. Nur so lernt man das Land am besten kennen. Schön diese Erfahrung noch gemacht zu haben. Vollgestopft, laut hupend und der Fahrtwind im Gesicht verringerten sich die Kilometer auf holprigen Strassen nur sehr langsam. Nachdem tatsächlich der Kontrolleur noch einen Aufpreis verlangte und wir uns weigerten diesen zu bezahlen lächelte er verlegen und bot mir eine Zigi an. Ich lehnte höflich ab. Die Fahrt war alles andere als Erholung, Rücken und Nackenschmerzen plagten uns doch fühlten wir einmal mehr, dass dieses ursprüngliche Reisen am meisten Abenteuer verspricht.

Als wir dann endlich in Can Tho angekommen sind war der Tag nur noch dazu da, ein gutes Hotel zu finden.  Im Übrigen dürfen vietnamesische Menschen nicht mit „farangs“ (Ausländer) im selben Zimmer nächtigen, wenn sie nicht verheiratet sind. Die Polizei kontrolliert das genaustens, sie kommen Abends vorbei.

Can Tho ist  die grösste  Stadt des Mekong- Deltas. Sie wirkt einladend auf Besucher und zeigt das Leben von Handel in der Stadt und auf dem Fluss.  Man findet kaum aufdringliche Strassenhändler und das Feilschen auf den Märkten und das Bestaunen  der verschiedensten Angebote verzaubern schnell und geben einen tiefen Einblick in das vietnamesische Leben.

Am nächsten Tag machten wir eine Tagestour mit dem Boot. Unser Bootsführer sprach nur wenig Englisch, aber sein Humor war schnell zu spüren.

Es war ein stimmungsvoller Einstieg in den Tag, der Sonnenaufgang war wieder einmal mehr wunderschön! Ja, um am schwimmenden Markt die besten Lebensmittel zu ergattern heißt es früh aufstehen.

Der erste Stopp  war an einem grossen Markt, welcher diese Gegend sehr besonders macht.

Man trifft die ersten grosse Handelsboote an, sie warten dort auf ihre Kundschaft, meist sinds andere Händler, die ihnen ihre Waren abkaufen.

Die kaufinteressierten Händler steuern ihre Boote zielsicher zu den großen Handelsbooten. Erst wird verhandelt, dann angedockt und die gekaufte Ware umgeladen.

Wer Interesse hat sieht schon an einer Stange, welche vorne am Boot angemacht wurde, welche Frucht oder welches Gemüse verkauft wird.

Eindrücklich war die vielfältige Handelsware, die auf eine ruhige Art verkauft wurde. Und natürlich nehmen sich die Vietnamesen immer wieder Zeit für ein Schwätzchen.  Das gehört sich doch wohl auf einem richtigen Markt.

Viele der Händler leben auf ihren Booten und sind die meiste Zeit des Jahres auf den Flüssen unterwegs. In einer kleinen Kabine spielt sich das ganze Leben ab. Die Wäsche wird direkt im Mekong gewaschen und dann zum Trocknen in den Fahrtwind gehängt.

Mit den lebensnotwendigen Dingen werden die Flussnomaden von den kleinen Handelsbooten versorgt.

Unsere Reise auf dem Fluss ging weiter. Wir fuhren  zu einer Reis- Nudelfabrik. Die Produktion besteht natürlich aus mehreren Schritten. Als erstes wurde das Reis gestampft und mit Wasser vermischt, dann entsteht eine teigige Paste, die sie dann wie eine Crepe auf einer Platte erhitzen. Diese grossen „Crepes“ werden in der Sonne getrocknet. Wenn sie trocken sind, werden sie durch eine Maschine zu leckeren „Spaghettis“ verarbeitet.

Die Hygiene liess also zu wünschen übrig… Aber wir sind ja nicht heikel… 🙂

Als nächstes hatten wie bei einem Früchtegarten einen Stopp eingelegt. Dort wurde sehr viel angepflanzt, von Ananas über Bananen zu Dragon Fruits bis hin zu vielen exotischen Früchten, die wir noch nie gesehen hatten. Jede wurde aber getestet und die meisten wurden als sehr lecker empfunden.

Unser Guide überraschte uns dann also wirklich, er zeigte sein grosses Wissen über die Natur. Natürlich kletterte er auch zwischendurch auf eine Palme oder versteckte sich hinter einem Busch und jagte uns somit immer wieder einen Schrecken ein. Dieser alte Spassvogel… 🙂 Wenn er nur schadenfreudig lachen konnte… 🙂

Bevor wir wieder aufs Boot zurück gingen, mussten wir eine Brücke überqueren, die nur ein Bambusstamm war.

Die kreativen Künste präsentierte unser Guide uns dann auf dem Boot, als es ihm langweilig wurde  und er nichts zu lachen mehr hatte:-) Aus Palmenblätter hat er uns diverse Sachen gebastelt. Zuerst eine Heuschrecke, danach eine Brille, Ringe für Nora, eine Halskette, ein Armketteli für mich usw…

Bevor unser Tag auf dem Boot dann zu Ende ging, besuchten wir nochmals einen schwimmenden Markt. Er war  deutlich kleiner als der Erste, trotzdem aber auch sehr schön und gehandelt wird auch dort. Wir erfrischten uns mit einer Kokusnuss, bevors dann wieder retour an Land ging.

Ja, das war ein schöner und eindrücklicher Marktbesuch!! 🙂

Nora und ich setzten unsere Vietnamreise fort und landeten schliesslich in Ho-Chi-Minh- City oder besser bekannt als Saigon.  Wir hatten uns für ein Hotel entschieden, welches im Reiseführer sehr empfohlen wurde. Man kriegt gratis verschiedene Früchte, Tee ist auch gratis und das Frühstück  und Abendessen sei im Zimmerpreis inbegriffen. Der Preis war daher eher hoch (der höchste seit wir reisen…). Wir waren dann aber doch etwas enttäuscht von dem Preis- Leistungsverhältnis. Es gab keine Früchte, sondern nur 1 Frucht nämlich die billigste: die Banane, Tee gabs den vietnamesischen Grüntee, jedoch eigentlich nur zu den Mahlzeiten, bei Nachbestellung wurde man immer sehr böse angeschaut, zum Frühstück gabs ein altes Baguette mit einer sehr öligen Omelette und das Abendessen war eine Nudelsuppe zum Aufkochen. Tag für Tag… :-)) Jedoch wurden wir immer wieder mit einem überfreundlichen: „Hello, how are you?“  von den Angestellten begrüsst. Schlussendlich freuten wir uns wirklich darauf, wenn es uns gelang ohne Gesehen zu werden ins Zimmer oder nach Draussen zu flüchten. 🙂

Saigon, was für eine Metropole, da muss man sich also anschnallen, denn sie ist immer in Bewegung (verkehrstechnisch und wirtschaftlich gesehen…).

Saigon  zeigt schmale Gassen, welche zu uralten Pagoden führen, lebhafte Märkte, wackelige Holzbuden und ehe man sich versieht, wird man in die Gegenwart kapituliert und findet sich im Schatten schicker Wolkenkratzer und riesigen Einkaufszentren wieder.

Es ist eine harmonische Mischung aus bewegter Geschichte und Moderne zu finden und kann so für manche eine charmante Stadt darstellen… Nora und ich fanden sie halt typisch Grossstadt mit Asienflair und nicht sehr charmant… 🙂

Der Verkehr war wirklich äusserst unangenehm. Sie fuhren einfach ohne nach Links und Rechts zu schauen. Es war ihnen alles egal und wir rechneten mit dem schlimmsten. Denn sogar auf dem Trottoir kamen uns die Rollerfahrer entgegen. Aber wir sind gekonnte Ausweicher, schliesslich ist das wohl in ganz Asien ein grosses Problem.

In unseren Saigon Tagen, besuchten wir einen Markt. Das war ja wahnsinnig. Kaum hatte man den ersten Schritt ins Marktgelände getan, wird man unweigerlich am Arm gepackt und hineingezogen: „Medem, luuk ät thiis. heppy dei for iiu!! weri tschiip präis jöst for iiu. Sör pliis bäi this, it is weri weri näis!!!“ Bla Bla Bla, irgendwann kann man diese Sprüche nicht mehr hören…!!! Die Shoppinglust vergeht so jedem hardcore-shopper… Nach kurzer Zeit rissen wir uns aus den verkäuferischen Händen raus und flüchteten. Da war uns der abnormale Strassenverkehr fast noch angenehmer. 🙂

Wir schauten uns eine Statue von Ho-Chi- Minh an. Ho- Chi- Minh war  ein vietnamesischer Revolutionär, Premierminister und 1955- 1969 war er Präsident der demokratischen Republik Vietnam.

Wir besuchten dann noch eine katholische Kirche. Zwischendurch erholten wir uns in einem sehr leckeren, aber absolut teuren Kaffee der Stadt.

Am zweiten Tag in Saigon, besuchten wir das Kriegsrelikte- Museum. Das Museum wurde kurz nach Kriegsende im September 1975 eröffnet. Es dokumentiert die Grausamkeiten des Krieges und man sieht zahlreiche Fotos von Kriegsopfern, darunter Folteropfer,  deformierte Babys und zerstückelte Leichen. Alles Folgen dieses sinnlosen Krieges. Immerhin werden aber auch Fotos von Anti- Kriegs- Demonstrationen gezeigt. Wenn man Vietnam besucht, sollte es zum Pflichtprogramm gehören sich dieses Museum anzuschauen. Auf dem Aussengelände befinden sich Panzer, Flugzeuge, Bomben und anderes…

Als nächstes besuchten wir noch das Museum für tradtionelle vietnamesische Medizin. Dort steht die Historie der Naturheilkunde im 2. Jh. bis Heute im Mittelpunkt. Interessant war für uns die Nachbildung eines traditionelles Arzneimittelgeschäftes mit den vielen Schubladen in denen sich die Kräuter für Teemischungen befanden.

Die Vietnamesen werden sehr stark durch die Chinesen geprägt, das ist uns in verschiedenen Aspekten aufgefallen, sei es eben in der Medizin, Tempelanlagen oder in Tai Chi…

Auf dem Rückweg fand ich am Boden eine Geldnote. Sie war nicht uns, ich schaute mich herum wem sie wohl gehören wird. Sehr schnell kam ein Mann auf mich zu und streckte die Hand aus. Er sagte leicht aggressiv: „Gib mir das Geld.“ Nora und ich dachten natürlich, dass ihm das Geld auch gehöre und somit gaben wir ihm dies. Er schaute uns sehr böse an und lief dann davon. Wir beobachteten ihn, wie er mit dem Geld zu seinen Kumpels lief und laut lachte. Für uns war dann gleich klar, dass ihm das Geld nicht gehörte.  Als wir erneut bei ihm  vorbei liefen, sagte ich zu ihm, dass dies nicht ein ehrlicher Weg sei, was er hier mache. Er zuckte die Schultern und konnte uns nicht mehr in die Augen schauen. Es war halt einfach wieder mal ein trauriges Zeichen. Einige Menschen sind einfach nicht mehr ehrlich. Tja…

Wir liefen zurück ins Hotel und erfreuten uns wahnsinng über die Banane, den Grüntee und die instant noodle soup mit den überfreundlichen Angestellten… 😀

Im Übrigen haben wir festgestellt, dass uns Schmuck und 100 US- Dollar gestohlen wurde. Seit wir in Kambodscha und nun Vietnam sind, gehen die „Zimmermädchen“ Morgens rein und bringen eine Rolle WC- Papier oder wechseln die Handtücher aus (Ja, diesen Standard haben wir inzwischen… In den vorherigen Ländern hätten wir davon nur träumen können…).

Wir waren enttäuscht, besonders Nora. Sie kaufte sich so einiges an Schmuck in Nepal und Indien, wo ja immer eine spezielle Situation, Ort, ja eine Geschichte dahinter  steckte…  Aber wir müssen alles Annehmen und Loslassen… Wir wissen leider nicht genau wo uns diese Sachen gestohlen wurden.

Glücklich waren wir als wir die grosse Stadt wieder verlassen konnte und so freuten wir uns auf die nächste Station mit kühlerem Klima. Denn der nächste Tag brachte uns nach Da Lat. Diese Fahrt war begleitet von dem Duft von Erbrochenem. Unsere Nasen sind ja nicht mehr so heikel, dieses Training hatten wir ja in Indien erfolgreich absolviert, aber es war ein wirklich krass penetranter Geruch, welcher uns bis ans Ziel verfolgte.

Da Lat liegt auf 1500 m Höhe und man kann somit dem feucht- heissen Klima entfliehen. Es waren sehr milde Temperaturen… In Da Lat findet man viele Blumen und man nennt diesen Ort auch ‚Stadt des ewigen Frühings‘.

Da Lat wurde während der Vietnamkriege verschont und kein einziges grösseres Gefecht hat da stattgefunden.

Nach Ankunft hatten wir nicht mehr viel getan, ein gutes Hotel gesucht und danach gabs für Nora eine heisse Schoggi und für mich einen wunderbaren Esspresso…

Am nächsten Tag geschah bei uns nicht viel. Wir waren platt,  müde, erschöpft. Deshalb gabs mal wieder ein Lese- und Kaffeetag.:-)

Wir beobachteten wie eine Frau  auf der anderen Strassenseite zu Boden stürzte. Viele Vietnamesen liefen neben ihr durch, schauten sie an, haben aber nicht geholfen. Irgendwie hat uns das ein wenig schockiert. Auch der Mann, der mit ihr unterwegs war zögerte. Später  half er ihr dann.

Dann schauten wir einer buddhistischen Nonne zu, welche zu dieser Zeit gerade „Kinhin“ praktizierte. Kinhin ist eine buddhistische Methode der Entschleungingung- so langsam  und bewusst Gehen wie möglich. Den Augenkontakt hielt sie mit dem Boden. Ein schönes Bild… Nora und ich versuchen das dann mal in Zürich zur Feierabendzeit.:-))

Am nächsten Tag hatten wir uns einen Roller gemietet. Wir kundschafteten die Gegend aus und machten einen Stopp um eine Wanderung zu unternehmen. Unser Ziel war der Lang- Bian-Berg.  Die schönen Wanderwege fehlten uns schon ein wenig, aber somit hatten wir mal wieder Bewegung und konnten die Natur voll geniessen.

Der Aufstieg war anfänglich sehr angenehm, danach gings steil Treppen hoch… Wir kamen schon ins Schwitzen, oder Nora…? 🙂

Als wir dann endlich oben angekommen sind, wurden wir von einem kühlen Wind und schöner Aussicht belohnt.

Unser Roller fuhr uns zu einem absolut lustigen Wasserfall. Wurde er doch gerühmt im Reiseführer… Aber als wir dort ankamen wars einfach nur lustig. Es war fast wie ein kleiner Park, wo man Elefanten und Strauss reiten kann, man kann für ca. 50 m Fahrt ein Seilbähnchen besteigen, den kleinen Wasserfall anschauen oder viel Geld ausgeben für eine Glace. Wir hatten uns dann für die Glace entschieden.:-)

Schnell weiter… Der nächste Halt war beim Bahnhof, welcher aus einem wirklich schönen Gebäude besteht. Kurz ein Foto schiessen und weiter gehts…  Wir suchten eine spezifische buddhistische Pagode. Die fanden wir dann leider nicht auf Anhieb und landeten bei einem Gebäude, welches erst auf den zweiten Blick zu erkennen war, dass es sich eher um eine Sekte hielt, als eine klassische buddhistische Ausrichtung.  Auch hier- schnell weg. Wir fanden unsere Pagode. Ein Novize schloss sie aber gerade. Da wir aber so wahnsinnig liebe Menschen sind, durften wir noch rein. Es war ein  sehr langes und interessantes Gespräch mit dem Novize. Immer wieder können wir viel von ihnen über ihre Religion  lernen. Wir haben noch erfahren, dass ein gläubiger Mensch nicht in die Hölle kommen kann, wenn er einen von den 4 Orten besucht hatte, an denen Buddha geboren oder  gestorben ist, die Erleuchtung erreicht hatte  oder dort wo er die Regeln (der 8-fache Pfad) verkündet hatte. Wow, ihr wisst ja, wir waren in Lumbini (dort ist Buddha geboren) und in Bodhgaya (dort hat er die Erleuchtung erreicht). Somit werden Nora und ich nie in die Hölle kommen,  good to know, oder…!?:-)

Bei Kälte und Dunkelheit fuhren wir dann mit dem Rollerli zurück zum Hotel und gönnten uns ein richtig gutes Abendessen.

Am nächsten Mittag fuhren wir nach Hoi An. Zum ersten Mal fuhren wir  in einem Sleeper Bus. Ihr müsst euch vorstellen, in diesen Bussen haben  ca. 40 Menschen Platz. Man liegt wie in Liegestühle am Strand nebeneinander. Die Sitze sind zwar nie so komfortabel und sie sind deutlich enger- man kann sich kaum zur Seite drehen. Somit sind in der Buslänge je 3 Reihen von diesen Sitzen und das im Doppelstock:-) Fürchterlich eng, aber ein Erlebnis. Nach solchen Fahrten ist man aber nie ausgeruht und man spürt jeden Knochen, Muskel und die Gelenke:-)

Trotz einer erfrischenden Dusche in unserem teueren Hotel in Hoi An, waren wir noch immer müde und schlapp.  Somit nutzten wir diesen Tag für unsere Administration. -Ja,  auch wir Reisende haben Administration zu erledigen. Kopie des Passes, ausdrucken eines Flugtickets, E-mails lesen und ggfs. schreiben, Organisieren unserer Weiterreise… Unser Beruf ist Traveller und wir nehmen diese Aufgabe sehr ernst… 🙂 Teamarbeit ist gefragt, Egoismus ist keine Lösung und jeder darf offen und ehrlich über seine Probleme reden… 🙂

Hoi An verfügt über eine hübsche Altstadt in der freundliche Bewohner leben, gute Restaurants sind und tolle Shopping- Möglichkeiten hat. Abends verwandeln sich die engen Strassen der Altstadt in heimelige Gassen, verkehrsberuhigt und von zahllosen bunten Seidenlampen beleuchtet.

Wir empfanden diese Stadt im Vergleich zu den anderen vietnamesischen Städten als sehr angenehm ruhig und entspannend.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Roller zum Marmorberg. Die fünf Kalksteinfelsen enthalten so reiche Marmorvorkommen, deshalb taufte sie ein Kaiser ‚Marmorberge‘. Die Berge sind den fünf Elemente der chinesischen Kosmologie zugeordnet: Wasser, Metall, Erde, Holz und Feuer. Es gab dort verschiedene Höhlen, Tempel und Buddhastatuen. Eine hat uns speziell gut gefallen, die Lichtverhältnissen zeigten  Buddha von seiner besten Seite.

Unsere Roller brachte uns nach Da Nang. Die grösste Stadt Zentralvietnams interessierte uns aber nicht sonderlich, nur das Cham- Museum, welches 300 Exponate an Cham – Kunst enthält. Weil die Cham- Kultur sehr beeinflusst wurde vom Hinduismus und wir unser Studium darüber in Indien erfolgreich abgeschlossen hatten, kannten wir fast alle  Gottheiten beim Namen. Auch Joëlle’s Freundin Tara haben wir nun endlich persönlich kennengelernt.:-)

Unser Magen begann dann irgendwann mal zu knurren und wir suchten etwas zu Essen.  Leider fanden wir weit und breit nichts Vegetarisches. In einem Restaurant, in dem wir uns die fleischlastige Menuekarte anschauen wollten, war alles am Boden: Bierbüchsen, Essen, Muschelschalen, Servietten und allerlei an Essensresten. Ein nicht sehr schönes Bild, welches wir in Asien aber immer wieder antreffen. 🙂

Auf der Heimfahrt hatten wir Schutzengel mit uns. 2 Autos kamen uns auf unserer Spur entgegen und wir konnten Dank dem gutlenkigen Roller noch ausweichen und uns Retten. Wahnsinnig was alles auf diesen Strassen geschieht. Sie haben keine Regeln, Jeder fährt wie er will und wies ihm passt. Aber wir hatten einmal mehr Glück…

Wir besuchten noch kurz den Strand von Hoi An. Dieser war jedoch nicht sehr speziell und somit verbrachten wir kaum Zeit dort.

Die schöne abendliche Stimmung mit einem leckeren Abendessen am Fluss gefiel uns wie immer sehr gut…

Unser rotes Röllerli  führte uns den Tag darauf nach My Son zu den Tempelanlagen.  Das von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Areal war die heiligste Stätte der Cham- Zivilisation. Sie liegt in einem dicht bewaldeten Tal, umgeben von steil aufragenden Felsen. Ein grosser Teil dieser Ruinen, die viele Jahrhunderte überdauert hatten, wurde leider bei US – amerikanischen Bombardierungen schwer beschädigt. Angkor stellt aber My Son definitiv in den Schatten.

Unser Highlight an diesem Tag war aber nicht My Son, sondern eine zufällige Begegnung mit einer Dorffamilie. Wir haben es uns zur Gewohnheit gemacht in dörflichen Gegenden am Strassenrand Früchte zu kaufen. Wir können so die arme Bevölkerung auf dem Land besser unterstützen und dabei schätzen wir den ehrlichen Kontakt sehr. Auch an diesem Tag  wurde uns bewusst, dass Menschen die nicht so mit Tourismus in Kontakt sind eine sehr herzliche Art haben. Das kann man von all unseren bereisten Ländern sagen.

Die Mutter hatte eine Kriegsverletzung am Arm aber sie zeigte einen sehr natürlichen Umgang mit ihrer „Behinderung“. Ich durfte sogar ihre Deformitäten ohne Probleme anfassen. Dies zeigt uns immer wieder die Offenheit solcher ‚Intimitäten‘. Bei uns werden solche Sachen oftmals versteckt.

Bevor wir gingen schenkten sie uns aus einer freundlichen Geste heruas spontan eine Melone. Wir freuten uns sehr darüber. Dies war unser schönster Kontakt in Vietnam.

Als wir zurück kamen stand unser Badezimmer unter Wasser. Ein Schlauch hatte ein Leck. Sofort teilten wir dies der Reception mit. Mit einem verlegenen Lächeln sagte sie uns das jemand kommt und es reparieren wird. Das Wasser lief und lief und erst nach 30 Minuten kam ein Mann. Schnell erkannten wir, dass es sich nicht um einen ausgebildeten Sanitär handlete. Er schaute sich zuerst das Leck an und hantierte rum ohne den Hauptwasserhahn zu schliessen. Danach brachte der ganze Schlauch ab und das Wasser schoss heraus wie eine Fontäne. Wird das wohl gut kommen. Das Gepäck schleuderte ich glücklicherweise noch rechtzeitig auf das Bett, während das Wasser nun auch den Korridor erreichte.  Schnell gab es eine grosse Überschwemmung.   Niemand wusste wo man den Haupthahnen abschalten musste.  Erst nach langer Suche fanden sie diesen im Obergeschoss(???). Das war ein Spass!!!! Was hätte Mäsi wohl dazu gesagt?! :-)) Danach gings flott und unser Boden war auch wieder sauber. 🙂

Am letzten Tag in Hoi An war Shoppen angesagt. Sogar ich war begeistert- vielleicht auch nur weil ich dringend neue Hosen brauchte?!? :-)) Dazwischen war immer wieder ein Kaffee notwendig und leckere Gebäcke hatten wir verspiesen.  Zum Abschluss gabs dann ein leckeres indisches Abendessen.

Flott gings dann nach Hue weiter. Am ersten Tag schlenderten wir durch die Stadt, assen in einem pure vegetarian Restaurant köstlich  und schauten uns eine kath. Kirche an.

Hue ist die hisotrische Hauptstadt von Vietnam  (1802-1945) und Sitz der letzten Kaiser und schmiegt sich an die Ufer des Song Huong. Dort befindet sich auch die alte Zitadelle der kaiserlichen Befestigungsanlage. Diese besuchten wir dann am zweiten Tag auch gleich. Für uns war dieser Ort jedoch nicht sehr interessant. Teils vom Krieg beschädigte Gebäude und Bilder von Kaiserdynastien, die uns ein bisschen langweilten war alles was wir sahen konnten.

Es war aber eine unheimliche Hitze und somit gingen wir frühzeitig mit Sonnenbrand und Kopfschmerzen in ein Restaurant, wo wir wirklich  sehr gute Pizzas gekriegt hatten. Danach ab nach Hause unter den Ventilator wo wir uns nicht mehr bewegten.

So, wir fuhren am späten Nachmittag des anderen Tages mit einem Sleeper Bus in Vietnams Hauptstadt: Hanoi. Diese Stadt ist eine aufsteigende Metropole mit grossem Wirtschaftsboom. Täglich drängen sich mehr Mopeds in den engen Altstadtgassen und auf dem baumgesäumten Boulevards  die von den französischen Kolonialherren angelegt wurden.

Nach Ankunft hiess es wieder Organisation… Ticket für unsere erste Zugfahrt buchen, sowie den Trip in die Ha Long Bucht.

Am nächsten Tag gings früh los. Mit vielen anderen Touristen fuhren wir in einem Bus nach Ha Long Stadt, dort wurden wir auf ein Schiff gebracht. Dann ging die Schifffahrt los, ab in die Ha Long Bucht!!

Wir kriegten als erstes auf dem Schiff etwas zu Essen. Danach stoppten wir bei einer Höhle, welche schön beleuchtet wurde.

Nach diesem Höhlenbesuch ging die Schifffahrt weiter, manchmal erinnerte es uns an den Vierwaldstättersee.

Wir machten einen Halt und Nora und ich stiegen zum ersten Mal in ein Kajak.:-) Mit anfänglichen Steuerungsproblemen bekamen wir das Kajak dann gut in den Griff. Das war ein Spass!!!! 🙂

Die Ha Long Bucht ist mit ihren 2000 fantastisch geformten, steil aus dem Wasser ragenden Inseln und Inselchen ein beliebtes Ziel in Vietnam. Die Formationen bestehen aus Kalkstein, den gepressten Korallen- und Muschelresten eines urzeitlichen Meeresgrundes, und Gneis, einem Mischgestein, dessen körnige Zusammensetzung aus verschiedenen Mineralien man mit blossem Auge erkennen kann. Diese besondere geologische Struktur führte dazu, dass die Erosion durch Wind und Wasser solche bizarren Formationen erschaffen konnte.

Wieder auf grossem Schiff fuhren wir zu einer Fischzucht. Sie war sehr klein und die Menschen, die diese führten waren unfreundlich. Ich gönnte mir eine kurze Erfrischung im Meer, worauf mich dann sofort ein Einheimischer zurück rief. Es sei nicht erlaubt hier zu baden. Wir fragten nach dem Grund, vielleicht schmutziges Wasser? Gefahren für die Tiere? Gefahren für mich? Sie gaben mit keinen Grund an, es sei einfach nicht erlaubt. Annehmen, akzeptien und raus aus dem Wasser:-)

Zurück auf dem Boot wurden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.

Die Bootsfahrt war zu Ende und wir erreichten die gewünschte Insel Cat Ba. Ein Bus stand schon bereit um uns ins Zentrum zu fahren. Vorher mussten wir aber noch arbeiten. Anstossen des alten Buses war angesagt. Das letzte Mal habe ich das in Indien gemacht.  Nach dem 2. Versuch schnurrte dann der Motor und unsere Beine brennten…

Cat Ba ist eine bewohnte Insel und zugleich die grösste in dieser Küstenregion. Die Uferpromenade lädt zum Flanieren ein. Unser einziger Tag auf dieser Insel war von schlechtem Wetter gezeichnet. Wir gestalteten diesen Tag mit ausgiebigen Käffele und einem kurzen Ausflug zu mehreren Stränden. Dort zeigte sich die Ha Long Bucht von der besten Seite.

Eine lustige Bekanntschaft machten wir dann noch in einem Restaurant. Wie ihr  wisst, testen wir in jedem Land die dazugehörige taditionelle Massage aus. Unsere vietnamesische Massage bekamen wir dann genau an diesem Ort im Sitzen. Der Masseur hatte so flinke Hände, dass es mir fast schwindlig wurde. Es knackte  überall an Gelenken und  Bindegwebe inklusive Ohren und Kopfhaut. Eine solche Massage in einer Physiopraxis würde für viel Aufsehen erregen und nicht nur postive Reaktionen auslösen….:-) In Asien ist aber alles anders und möglich. Mit verstrupten Haaren und ein wenig verwirrt verliessen wir fluchtartig das Restaurant. Dies war wieder einmal ein Plausch für sich. Das muss man einfach mal erlebt haben.

Am anderen Tag ging es dann wieder zurück nach Ha Noi, wo wir abends dann in unseren ersten vietnamesischen Zug stiegen. Wow, wir staunten nicht schlecht. Von weitem sahen wir schon einen roten Teppich der vor unserem Abteil ausgelegt wurde. Wussten wir doch gar nichts  über diesen Luxus. Das kommt halt davon wenn man das Ticket nicht selber bucht. Wir hätten uns das nie gegönnt. Alles glänzte, Erfrischungstücher und Wasser standen für uns bereit und die Klimaanlage sorgte für angenehme Temperaturen. Ja, sogar das WC war riesig und beim Spülen sah man keine Gleise. Deluxe pur!!

Unsere Reise führte uns in hohen Norden. Am frühen Morgen erreichten  wir Bac Ha. Hier erwartete uns noch das ursprüngliche Vietnam. Es ist die Heimat einer Vielzahl ethnischer Minderheiten, die in den unwegsamen Bergen und Täler ihre Traditionen bewahren konnten. Die Völker unterscheiden sich nicht nur durch ihre auffälligen, selbstgewebten Trachten, sondern auch die kulturellen Unterschiede sind gross.

Gut geplant kamen wir zum Highlight dieses Ortes rechtzeitig an: der Sonntagsmarkt. Zu diesem Markt kommen all diese Völker aus ihren Dörfer herbei. Überall wird gehandelt: Kleidung, landwirtschaftliche Produkte und alles, was dort oben zum Leben benötigt wird.

Die Frauen stehen zusammen und halten ein Schwätzchen, während die Männer sich beim Tabakhändler niederhocken und in Ruhe ein Pfeiffchen probieren.

Schön war die traditionelle Musik die sie spielten und die Essenstände an welchen sie kaufen und verkaufen war wie immer ein Highlight…

Auch Alkohol wird in hohen Mengen konsumiert und Handgreifflichkeiten unter Männern konnten wir beobachten. Es war ein klassischer Markt von Früher…

Ja, dieser Ort mit all den Menschen und dem bunten Markttreiben war für uns ein ganz besonderes Ereignis und absolut empfehlenswert.

Den ganzen Tag und die halbe Nacht hatten wir Stromausfall, ihr glaubts nicht, aber wir genossen dies sogar sehr. Seit wir nicht mehr in Indien sind, hatten wir immer Strom. 🙂

Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Bus nach Sa Pa. Das kleine Städtchen schmiegt sich an einen Berghang und blickt auf ein tiefes Tal aus terrassenförmigen Reisfeldern.

Das Herz der Stadt schlägt am Markt. Dorthin kommen täglich die Angehörigen ethnischen Minderheiten, die in der Umgebung wohnen. Und jeder Besucher kommt mit ihnen in Kontakt. Frauen mit traditionellem Kopfschmuck und Kleidern verkaufen Stoffe, Kleider, Kissenbezug, Kappen, Schmuck usw. auf den Gehwegen. Die Männer bieten einen bizarren Anblick, wenn sie mit ihren schwarzen Unterröcken, Stehkragen, Ledertuniken und Sicherheitshelmen auf Motorrädern durch die Strassen brausen.:-)

Innert kurzer Zeit bildet sich schnell eine ganze Traube Händlerinnen, die die Touristen umgeben. „buy something from me?“ Das war ihr Standardspruch… :-))

Die meisten Frauen sprechen nicht mal schlecht Englisch, sie sagten, sie haben dies von den Touristen gelernt. Während sie auf dem Marktgelände Touristen ansprechen, erhoffen sie sich dabei, dass man mit ihnen in ihr Dorf geht. Dort darf man auch Übernachten und somit können sie einem zeigen  welch hübsche Erzeugnisse sie in ihren Dörfern anbieten.

Eine junge Dame hatten wir getroffen und noch sehr lange mit ihr über das Leben dort gesprochen, es war sehr informativ und interessant. Sie ist im Übrigen 22 Jahre alt, ist verheiratet und hat mehrere Kinder. Jeden Tag marschiert sie 3 Stunden zum Sa Pa Markt und hofft mit etwas mehr Geld nach Hause zurückzukehren (nach Einbruch der Dunkelheit).

Nachdem wir die Kirche und den Markt besichtigt hatten, mehrere Kaffes getrunken hatten und die Regengüsse abgewartet hatten, liefen wir auf den Ham-Rong- Berg. Dieser war über viele Treppen zu erreichen und wir genossen die Aussicht auf das kleine Zentrum der Stadt.  Am Berg sind kleine Cafés mit Sitzgruppen, Blumengarten, eine Höhle und Orchideenwald zu sehen. Dies war alles nicht sehr spannend und spektakulär, uns war wichtig, dass wir die Lunge wieder mal auf Trab hielten.

Am nächsten Tag wurden wir früh geweckt. Tatsächlich hörten wir aus Lautsprechern Musik. Es wurde kommunistische Musik abgespielt. Und das mehere Stunden und wirklich sehr laut!! Oh là là… Wir verliessen dann unser Zimmer und erkundigten uns nach einer schönen Wanderung welche wir ohne Führer machen kann. Dies ist aber nicht so einfach wie wir das kennen und uns vorstellten. Die Frau bei der Touristeninformation teilte uns mit, dass man eigentlich nur 1 Dorf besuchen kann zu Fuss, die andern seien weiter entfernt oder dann brauche man eine Bewilligung und einen Führer. Aber genau das wollten wir nicht. Wir wollten gerne einfach alleine losziehen. Deshalb entschieden wir uns für das Dorf Cat Cat. Dort leben auch ethnische Minderheiten, jedoch hat auch dieses Dorf nun nur noch bestimmte Areale, welche für Touristen zugänglich sind und somit sind diese dann halt wirklich auch sehr touristisch. Nun ja, das ist halt so. Nora und ich waren so froh, dass wir in all den vorherigen Ländern Treks gemacht hatten, wo wir das ursprüngliche und einfache Leben hautnah (mit-)erleben durften und das ohne jeglichen Tourismus! Somit konnten wir das Cat Cat Dorf mit vielen andern Ausländern ohne Probleme anschauen.:-)


Soseli, am Abend hiess es dann für uns wieder Zugfahren. Back to Hanoi!! Wieder fuhren wir mit diesem Luxuszug in die Hauptstadt. Das Zugabteil teilten wir uns mit 2 Australier, die für kurze Zeit durch Vietnam reisen. Es waren 2 absolut tolle Menschen und somit hatten wir eine ganz lustige Zugfahrt.

Am Morgen  um 4.30 Uhr schlenderten wir zu Viert ins Zentrum von Hanoi. Alle haben sehr wenig und nicht gut geschlafen. Die morgendliche Temperatur war angenehm kühl.  Es war noch Dunkel, als wir beim Hoan Kiem- See angekommen sind. Dieser See ist für die Bewohner die Seele der Stadt. Wir nahmen auf ein Bänkli Platz und bestaunten das startende Leben…  Ganz viele joggten um den See, andere gingen langsam hin und her, wiederum andere machten Tai Chi oder sonstige Körperübungen, ein Mann fuhr seine Mutter im Rollstuhl aus und half ihr bei den unsicheren Gehversuchen, 2 massierten sich gegenseitig die Arme und Hände und ja, einer machte Stimmbungen, er schrie zwischendurch laut, dann gab er wieder leise Töne von sich…. Ja, die Asiaten sind schlicht und einfach Morgenaktiv und sie schauen sehr gut zu sich und zu ihrem Körper. Immer wieder macht uns das Eindruck. Das sollte bei uns viel mehr getan werden, vorallem mit weniger Hemmungen. In Asien sieht man alle und alles und ja, es sieht manchmal lustig aus, aber immerhin tun sie das was sie wollen und was ihnen in diesem Moment gut tut. Sie schauen nicht nach Rechts oder Links, sie fragen sich nicht ob dies nun gut oder schlecht aussieht. Wenns ihnen gut tut, dann ist’s gut!! Perfekt, oder?!

Die ganze Stimmung war wunderschön und erst als sich das Licht hell färbte machten wir uns auf den Weg in einem Restaurant zu frühstücken.

Wir verabschiedeten uns von den Australiern, unser Weg ging zum Ho-Chi-Minh-Komplex. Dieser Gebäudekomplex ist für viele Vietnamesen das grösste Heiligtum. Ganz in der Tradition Lenins, Stalins und Maos hat auch Ho Chi Minh seine letzte Ruhestätte in einem imposanten Grabmal gefunden, genauer gesagt in einem gläsernen Sarg (obwohl er sich eigentlich wünschte verbrannt zu werden!!).

Alle Gebäude werden von Militär bewacht. Alles ist top organisiert und sie achten darauf das nicht zu viele Menschen in dieser „Anlage“ sind.

Wir schauten uns noch das Ho-Chi- Minh Museum an, es war spannend. Wir sahen zwar viele Dokumente, Fotos und persönliche Besitztümer, aber wir hätten uns mehr Informationen  und Fakten über den Mensch gewünscht.

Die Hitze war wirklich wahnsinnig und wir versteckten uns schnell wieder in den klimatisierten Restaurants, bzw. Kaffees.:-) Später gingen wir zurück zu unserem Hotel, wo wir eine Dusche genossen und wir uns noch  ein wenig vorbereiten konnten auf die kommende Busfahrt.

Somit war unsere Zeit in Vietnam auch schon wieder vorüber. Die Zeit geht enorm schnell vorbei… Bald schon stehen wir wieder auf europäischem, bzw. schweizer Boden..

Wie jedes andere Land hat uns auch Vietnam gefallen. Besonders die Landschaft war wunderschön. Was uns ein wenig störte war, dass alles schon sehr durchorganisiert ist. Klar, Vietnam wächst, macht Fortschritte, doch als Reisende vermissten wir das Individuelle, nicht Geplante…  Jede Busverbindung stimmt mit der Bootverbindung, man wird abgeholt oder hingebracht….. Das abenteuerliche Reisen fehlte uns ehrlich gesagt..

Vietnam hat viele Kriege überstanden, den Kolonialismus und den Kommunismus überlebt und nun auch mit der gerissenen Welt des Kapitalismus  zurechtkommt. Der Weg zur Unabhängigkeit und zur Wiedervereinigung war lang und steinig. Noch wie vor spürt man, dass die Vietnamesen ein kämpferisches Volk sind.

In den Städten sind die meisten Menschen eher unfreundlich auf dem Land sind sie herzlich und hilfsbereit.

So, es war Zeit und wir stiegen in den Bus. Es war ein wirklich schöner Sleeper Bus. Das brauchten wir auch, denn wir wussten das wir lange in diesem Gefährt sitzen oder liegen mussten. Wir fuhren zurück nach Luang Prabang in Laos. Die Fahrt durch die Nacht war wirklich sehr angenehm. Am Morgen erreichten wir die Grenze. Nora und ich brauchten ja kein Visa. Schweizer dürfen 15 Tage gratis in Laos umherreisen, wobei die meisten anderen Nationen ein Visum beantragen müssen. Als unser Stempel im Pass war und wir wieder in den Bus stiegen, kamen Grenzpolizisten welche den Bus durchsuchten und ja, unser Fahrer hat tatsächlich irgendwas geschmuggelt. Wir wurden geboten aus dem Bus zu steigen und draussen zu warten. Vielleicht hat dieser Schlaumeier Drogen oder zu viel Alkohol nach Laos transportieren wollen?  Auf jeden Fall wurden alle versteckten Kisten im Bus gefunden und von der Polizei auf die Strasse gestellt. Wie wir wurden auch die Schachteln vom Regen durchnässt. Wir mussten Sage und Schreibe 3 Stunden draussen warten. Als unser Fahrer dann wütend wieder in den Bus stieg und losfuhr wussten wir, sein Plan ging definitiv nicht auf. Tja, nun durften wir mal schadenfreudig sein und lächeln… 🙂 Selberschuld!

Wir glaubtens kaum, aber nach mehr als 28 Stunden Busfahrt erreichten wir im Stockdunkeln Luang Prabang. Ach wie schön, es war ein Gefühl von zurück kommen, fast ein wenig ein Gefühl von Heimkommen. Wir kannten alles, da wir ja bereits 2x dort waren. Es war ein schönes Gefühl. Die Laoten waren wie immer einfach super!!!

Ja, so genossen wir noch 2 Tage in Laos. Wir schlenderten von Käffelis zu Bäckereien, gönnten uns eine Lao massage, schauten uns ein interessantes Museum an über die Bergvölker von Laos und schlenderten durch den Nachtmarkt. Wir liessen es uns gut gehen:-)

Dann hiess es definitiv Abschiednehmen von Laos und unsere Reise ging weiter. Wir wurden von einem Flugzeug in ein neues Land gebracht. Ja, überr den Wolken…

So und nun genug für diesen Blog…

Wir hoffen, ihr geniesst den Frühling oder mittlerweile schon fast  Sommer  so richtig ausgiebig. Wir kommen auch bald in den schweizer Sommer zurück. Wir freuen uns auf Euch.

Cheers!!!!!

Nora und Samuel

** Der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die Welt herum. **

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