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Archive for April 2012

Nach wie vor sind wir liebend gerne am Herumreisen und wir sind immer sehr gespannt auf neue Entdeckungen, Begegnungen und Erlebnisse.

Deshalb ging unsere Reise weiter. Die 4000 Inseln von Laos liessen wir hinter uns und fuhren am 12.3. Richtung Grenzübergang zu Kambodscha. Das Visum erhielten wir innerhalb kürzester Zeit. Aber Stunden mussten wir auf  den Busanschluss warten. Doch wir sind langsam sehr geduldige Menschen. Wenn man auf Reisen ist, muss man geduldig sein.:-)

Die erste Station auf kambodschanischem Boden war Ban Lung. Wir wollten diesen Ort in erster Linie wegen seinem Nationalpark besuchen. Aber die hohen Kosten schreckten uns von einem Besuch des Parkes ab. Wir fanden aber, Ban Lung war ein guter Einstieg für das neue Land: Kambodscha.

Nach dem Einchecken im Hotel und der Stärkung in einem indischen Restaurant, machten wir uns auf die Socken zur Bank. Andere Länder, andere Sitten…. Die einzige Bank in der Stadt spuckte NUR Dollar raus und nicht die landeseigene Währung Riel. Normalerweise sollte man beide Währungen beziehen können. Nach einigen gescheiterten Versuchen mit unserer EC Karte Geld abzuheben, wurden wir darauf hingewiesen, dass nur die VISA Karte bei Bezug gültig ist.  Komisch oder…?!

In Kambodscha gelten 2 Währungen, der starke US- Dollar und der unstabile kambodschanische Riel. Bezahlen kann man mit beiden Währungen gleichzeitig. Die Kambodschaner profitieren natürlich vom stabilen Dollar und wir aus Ausländer bezahlen für jedes noch so kleine Ding meist bereits 1 Dollar (guter Aufrundungsgrund, oder!?!). Wir fragten uns, ob dies überhaupt erlaubt sei, einfach verschiedene Währungen innerhalb eines Landes zu haben. Doch aus der sicheren „Pepe- Quelle“ haben wir dann herausgefunden, dass dies alles legal ablaufe…:-)

Da wir die Nationalparkidee hinter uns liessen, marrschierten wir bei grösster Hitze zum Yeak- Laom- See. Es waren etwa 4 km der Hauptstrasse entlang. Vergebens suchten wir einen schattigen Waldweg.:-) Dafür  hatten wir interessanten Kontakt mit Einheimischen, die gerade Cashewnüsse  ernteten. Mit langen Holzstöcken schlugen sie die begehrte Nuss vom Baum.

Danach war unser Weg nicht mehr so weit zu unserem angestrebten Ziel. Der Yeak- Laom- See war mit seinem türkisfarbenen Wasser, mit 800 m Breite und bis zu 50 m Tiefe inmitten des Urwalds einladend warm.

Dieser Kratersee ist den einheimischen ethnischen Minderheiten heilig. Wie die Urvölker spürten auch wir diesen kraftvollen Ort und erfrischten uns im warmen Nass.

Wir umrundeten den See zweimal (bringt das wohl Glück…?! :-)) und sassen entspannt einige Stunden am Ufer.

Wir hatten im Reiseführer von einem Hügel mit schöner Aussicht gelesen. Somit ernannten wir diesen Ausflug dorthin als sportliches Ziel des nächsten Tages. Auf dem Weg trafen wir noch eine kath. Kirche, welche gar nicht aussah wie eine Kirche sondern eher wie ein normales Haus.

Bevor wir die Hügelspitze erreichten, passierten wir noch ein Kloster und einen Baum mit einer speziellen Frucht. Was das wohl sein mag…?!? Sieht aus wie ein Volleyballspiel- was übrigens immer und überall von den Kambodschanern gespielt wird.

Am Ziel angekommen sahen wir mehr Strommäste als eine schöne Aussicht. Zum Glück war da noch ein grosser Buddha, der beneidenswert im Schatten lag und entspannte.:-)

Nach diesem grossartigen Ausflug hatten wir eine schöne Begegnung mit einer liebenswerten Kambodschanerin, die uns ins typische Eiskaffee trinken einführen wollte. Jedoch konnte sie uns nicht begeistern für dieses Getränk. Der Kaffee war bitter, trotzdem sehr gesüsst und enorm kalt.:-) Wir erfreuten uns mehr über die Lektionen der  kambodschanischen Sprache. Doch merkten wir schnell, dass die Sprache nicht so einfach ist… Deshalb verabschiedeten wir uns mit einem Lächeln und dem Wort „ákun“ (einfachstes Wort, Bedeutung: Danke).

Auch Zuckerwatte ist in den Wäldern erhältlich:-))

Schon nach 2 Tagen waren wir von der Natur und von den Menschen Kambodschas fasziniert.  Obwohl die Vergangenheit schrecklich ist, spüren wir eine sehr positive Stimmung die ansteckt.

Am frühen Morgen ging es dann wieder los. Unser Ziel war Kratie, welches am Ostufer des Mekongs liegt. In einem vollgestopften Minibus waren wir ready to go. In Asien kommt es auch regelmässig vor, dass ein Kopf vom Nachbar sich an die eigene Schulter anlehnt oder man Gepäck und allerlei Dinge auf den Schoss bekommt. Berührungs- oder Platzangst sind auf solchen Reisen nicht gerade von Vorteil. 🙂  Aber auch diese Fahrt überstanden wir heil. Unser Highlight des Tages war eher kulinarischer Art:  Reis, Kokosnuss und Banane eingerollt in einem Bananenblatt…mmmm. Sonst lief nicht mehr viel.

Am nächsten Tag standen wir wieder einmal vor einer sportlichen Herausforderung. Ein altmodischer Drahtesel brachte uns in das 16 km entfernte Kampie.

Auf halber Strecke erhebt sich der Phnom Sambok mit einer idyllischen Pagode. Auf den bewaldeten Hängen stehen kleine Hütten für die Mönche und Nonnen. Dieser Platz ist vorallem für die Meditation und Rückzug da. Viele Buddhisten nutzen die Nähe zu den Mönchen um sich unterweisen zu lassen. Wieder einmal ein mystischer Ort.

Weiter gings und das Fahrradfahren machte uns immer noch Spass, obwohl unser Hinterteil litt. Die Kinder die am Strassenrand herumtollten und uns freundlich zuriefen machten dies aber wieder Wett. Wir empfanden, dass man mit dem Velo als Fortbewegungsmittel einen viel engeren Kontakt zu den Einheimischen geniessen kann.

Die grosse Hitze machte uns zu schaffen, deshalb gönnten wir uns im Schatten ein Angkor-Bier.

Ach ja unser Hauptziel von dieser Velotour war eigentlich die Besichtigung die Irrawaddy-Delphine. Da die Delphine am frühen Morgen oder späten Nachmittag am aktivsten sind, besteht dann die grösste Möglichkeit sie zu sehen. Wir hatten noch genügend Zeit und vergnügten uns mit einem Bad im warmen Mekong.

Seit jeher glauben die Kambodschaner, dass die Delphine, die in den Stromschnellen des Mekongs leben, Zwitterwesen aus Mensch und Tier sind.  Aus diesem Grund haben sie schon immer für das Wohl der Tiere gesorgt.  Aber trotzdem stehen die Delphine seit 2004  auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion.

Mit einem gemieteten Boot ging es dann ab auf den Fluss. Bei Abenddämmerung und Stille durften wir das schöne Schauspiel  erleben. Die Delfine zeigten sich regelmässig, manchmal auch in Gruppen.  Die Natur- und Tierwelt beeindruckt uns immer wieder…

Mit der Abendsonne im Rücken, einem schmerzhaften Gesäss und einem zufriedenen Gemüt radelten wir wieder zurück nach Kratie.

Den Tag schlossen wir mit einem leckeren Abendessen ab und freuten uns darauf am nächsten Tag wieder an einen neuen Ort gebracht zu werden. Immer wieder sind wir gespannt was auf uns wartet und was das Reiseleben zu bieten hat.

Unser Gepäck wurde hinten an der Scheibe mit Seilen fixiert (wir beteten das es bei diesen holprigen Strassen nicht noch herunterfällt), der Bus wurde überfüllt (es war ein Minibus  für 12 Personen, es wurden aber schlussendlich 22 gezählt) und zusätzlich wurde noch Holz und Baumaterial befördert. Daher hiess es immer wieder: bitte Beine an- und einziehen!!!!!! 🙂 Ach ja und nebenbei lief in voller Lautstärke das obligate Karaokeprogramm… Dazu bezahlten wir noch höhere Preise (man hatte uns versprochen, je einen Sitz zu haben und es sollte einen Expressbus sein). Die Stimmung war nicht gerade bombastisch…  Unsere Denkweise über Transport ist halt nach 8 Monaten immer noch nicht identisch. 🙂 Aber unser Motto war wie in so vielen anderen schwierigen Situationen: Schwamm drüber und halt’s aus! 🙂 So gehts halt beim Reisen.

Saumässig glücklich waren wir, als wir endlich dieses Busli verlassen konnten und in Kompong Cham ankamen. Das ist eine Stadt, die am Westufer des Mekongs liegt. Sie bietet aber kaum die Betriebsamkeit, die man in den grössten Städten des Nordostens erwarten würde.

Ausser schöne Kolonialarchitektur hat diese Stadt nicht sehr viel zu bieten. Wir marrschierten los um die autofreie Insel Koh Paen  zu besuchen.  Um diese zu erreichen muss man eine Bambusbrücke überqueren. Nur in der Trockenzeit kann man diese spezielle Brücke passieren, bei Regenzeit macht man den Weg mit der Fähre. Samuel und ich waren die einzigen, die diese Brücke in grösster Mittagshitze überquerten. Wir sehnen uns jeden Tag nach dem Regen und der Abkühlung. Es ist wahnsinnig heiss. Die Sonne scheint oft nicht mal, die Temperaturen drücken aber enorm stark…

Der Spass am Laufen auf der anderen Seite verging uns somit schnell und nach kurzer Zeit verliessen wir die Insel wieder. Wir sahen sehr viele getrocknete Tabakblätter und wunderschöne Natur.

Als wir wieder mit einem Bein auf der Brücke standen um zurück zu gehen, kam ein alter Mann, welcher uns mit seinem Motorrad mitnahm. Es war eine halsbrecherische Fahrt mit diesem alten Herr, aber unser Herz eroberte er im Sturm. Nach dem negativen Erlebnis im Bus, war dies wieder ein richtiger Aufsteller… So zeigt sich Asien immer von beiden Seiten. Man kann es nur lieben!!!!

Mit einem wirklich sehr schönen und sogar preiswerten Bus gings flott zu unserem „Cambodia- Highlight“: Siem Reap mit Angkor Templen! Wir freuten uns darauf.

Nach Ankunft in Siem Reap suchten wir vergebens ein Gästehaus welches von einem Schweizer betrieben wird. Da es nicht auffindbar war, mussten wir dann ein anderes auswählen. Später erfuhren wir, dass dieser Schweizer tatsächlich kein Hotel mehr führt, sondern hinter Gittern sitzt. Angeblich wegen Frauengeschichten. Ja, aus Ausländer bewegt man sich da auf Glatteis…

Das Gebiet um die Provinzstadt Siem Reap war einst das Herz des Khmer-Reiches. (Die Khmer sind die wichtigsten Ethnie in Kambodscha und stellen über 86% der Bevölkerung dar.) Es nahm seinen Anfang im Jahr 802 mit dem Aufbruch des Königs  Jayavarmans 2 und endete als die Siamesen 1431 Angkor Thom plünderten.  Die Khmer errichteten Tempel und Tempelstädte, die zu den grössten der Welt zählen. Diese Kultur wurde stark von der hinduistischen Religion geprägt und dies kann man wundervoll bestaunen in Form von riesigen Tempelanlagen.

In unserem Gästehaus lernten wir den freundlichen Seyha kennen, mit welchem wir 2 Tage in Siem Reap verbrachten. Er macht Velotouren mit guten Bike’s. Da die Tempel von Angkor sehr zerstreut liegen war für uns klar, dass wir ein Velo mieten werden um diese Anlagen zu bestaunen.  Abseits der Masse konnten wir dadurch entspannt unsere eigenen Pfade befahren.

Manchmal forderte uns Seyha im fahrerischen Können, sowie in speziellen Fragen über die Tempeln heraus. Samuel und ich schlugen uns aber tapfer und waren sehr kreativ bei den Antworten.

Der erste Tag war voll und ganz den Templen gewidmet und mit knapp 35 km  Radstrecke ein schönes Aufwärmen.

Bei der anschliessenden Heimfahrt wurden wir noch belohnt mit einem wunderschönen Sonnenuntergang. Natürlich durften wir dieses Fest mit den Asiaten nicht verpassen.:-)

Unser 2. Tag auf dem Bike startete früh Morgens. Mit 120km Radstrecke wurde diese Fahrt eine neue Herausforderung.  Nicht zu vergessen ist, dass die Tagestemperatur bis auf  43° C  hoch kletterte. Somit wurde unsere Haut mit Sonnenschutzfaktor 50 gut geschützt! 🙂 Sonnenbrille, genügend Wasser und die Kamera griffbereit strampelten wir los!!

Ausserhalb vom Zentrum konnten wir schnell wieder das ländliche Leben beobachten und bewundern. Ja, es ist bewundernswert welch einfaches Leben die Menschen dort führen. Sie sind stark mit der Natur verbunden und wissen grossen Nutzen daraus zu ziehen.

Auf unserer Velotour machten wir in einem Dörfchen den ersten Halt.Wir sahen am Strassenrand eine Frau, die die Palmfruit gerade halbierte. Natürlich waren Samuel und ich sehr interessiert und erhielten dann sofort einige Stücke zum Probieren. Mmmh, lecker wars. Zwar ein bisschen „gschlüderig“ aber gut!

 

 

Die nächste Station war eine Schmetterlingsfarm. Ich war natürlich sehr gespannt und freute mich auf die farbenprächtige Kleinlinge:-)

Ein Angestellter führte uns durch die Farm und erklärte uns jeden einzelnen Schritt über die Schmetterlinge. Es war spannend wieder mal eine Auffrischung zu erhalten über den „Lebenslauf“ eines Schmetterlings- haben wir das doch mal in der Schule detailiert gelernt. Raupen können ja für Tiere und für Menschen gefährlich sein. Vorallem die, die Häärchen haben. Die kleinen Borsten sondern ein Gift ab, das besonders für Allergiker gefährlich ist. Die Folge: Hautausschlag und -entzündungen.

Atmen Menschen die Haare ein, kann es zu Reizungen im Mund- und Rachenraum kommen. Schmerzhafter Husten, Bronchitis und Asthma können die Folgen sein. Gelangen die Häärchen in die Augen, können sie eine Bindehautentzündung auslösen.

Schön wars, die farbigen Schmetterlinge auf engem Raum zu beobachten und im Blumengarten einen kühlen Grüntee zu geniessen.

So, unsere Radltour wurde weitergeführt. Zwischendurch kamen sie in ihr Element und machten ein Rennen zusammen:-)) den Zweien hats natürlich Spass gemacht. Ich sah nur noch  die Kambodschaner auf dem Lastwagen, die ihnen zu gejubelt hatten und Samuel und Seyha dem Lastwagen mit vollem Einsatz folgten. Wer gewonnen hat, das weiss ich nicht, ich war mittlerweile zu weit entfernt. :-))

So, mein Spass kam dann als wir einen Stopp machten am Strassenrand, wo wir Frauen beobachteten wie sie Palmzucker herstellten. Natürlich durften wir auch probieren. Mmmmh, es war seeeehr lecker… Deshalb kauften wir gleich einen Sack voll 🙂

Nach dieser Zuckerbombe hatten wir viel Energie und die anstrengende Fahrt ging flott voran. Wir kamen beim nächsten Angkor- Tempel an.  Er ist mit Verzierungen ausgestattet, die alle anderen Monumente Angkors übertreffen. Er wurde sehr sorgfältig und detailhaft erbaut. Die Schweizer halfen bei Restaurierungsarbeiten mit. Samuel und ich fanden also, dass dies zu den Schweizern passt. Sie suchten sich den aus,  der sehr detaillierte und genaue Steinmetzarbeiten forderte..:-) Passt doch zu der perfekten Schweiz oder!?!:-))

 

Unser nächstes und somit letztes Ziel des Tages war Kbal Spean. Mitten im Dschungel im Westen Kulen-Berge liegt die Anlage. Sie wurde von den alten Khmer in der Mitte des 11. Jh. als Einsiedelei in den Bergen genutzt. Aus dem Felsgestein des Flusses herausgemeisselte heilige Lingams und Hindugottheiten segnen das darüberfliessende Wasser, bevor es seinen Lauf hinab nach Angkor nimmt.

Auch hat es bei dieser Anlage  einen kleinen Wasserfall. Die Gläubigen reisen da in Scharen hin und versuchen durch diese kalte Dusche Segnung zu erhalten. Sie glauben, dadurch von Krankheiten verschont zu bleiben.

Samuel und ich genossen auch eine Dusche (natürlich auch mit den Kleidern)! Mal schauen ob dieses heilige Wasser auch bei uns seine Wirkung freisetzt…

Ja, es war ein wunderschöner Tag, sahen wir doch auf sportliche Art ganz viele schöne Sachen mit wenigen Touristen und der Kontakt mit den Einheimischen war wie immer einzigartig und hinterlässt bleibende Erinnerungen!!!

Am Abend trafen wir  noch einen Schweizer mit dem wir lange in die Nacht diskutierten. Mit sehr müden Beinen, aber einem wahnsinnig glücklichen und zufriedenen Gemüt fielen wir dann innert kurzer Zeit in die Traumwelt…

An unserem letzten Angkor-Tag beschlossen wir, das Velo mal in der Garage stehen zu lassen 🙂 wir mieteten ein Tuk-Tuk. Die Tuk-Tuks sind im übrigen nicht dieselben wie die indischen. Hier in Kambodscha besteht ein Tuk- Tuk aus einem Motorrad und einer kleinen Kutsche hintendran.:-) Sie sind bequem und die Sitzpolster werden jeweils mit farbigen Stoffen überzogen:-) Unsers war hellblau. Leider hatten wir nicht mal ein Foto davon gemacht…:-(

Das schnelle Gefährt brachte uns wieder zu anderen interessanten und spannenden Tempeln.

Wir waren fasziniert von von den Bauwerken. Definitiv haben die Khmer’s da wunderschöne Anlagen hingestellt.

Glücklich waren wir dann als ein Regenguss unsere Haut ein wenig abkühlte… Wie gesagt, wir sehnen uns nach Regen und somit auch Abkühlung…

So, unsere Tage in Siem Reap mit den Angkortempeln waren zu Ende und ein Bus fuhr uns am nächsten Tag weiter nach Battambang.

 

Battambang ist eine ruhige Stadt, die ihren Charme zum grössten Teil den alten noch existierenden Geschäftshäusern aus der Kolonialzeit verdanken.

Wir besuchten einen chinesischen Tempel. Wir verstanden dortdrin  jedoch nichts. Nach langem Philosophieren vor den kunstvollen Bildern, kam der  alte Tempelwärter auf uns zu und bot uns Tee an. Er erfreute sich über unseren Besuch und stellte sogar Stühle für uns auf. Er selber lag wieder in die Hängematte und schaltete den TV an. Klar, natürlich wurde Karaoke abgespielt, was denn sonst…?! Für Samuel und mich war das ein Zeichen schnellstmöglich die Flucht zu ergreifen. Freundlich dankend verabschiedeten wir uns. Der Tempelwärter wollte uns kaum gehen lassen und folgte uns bis zum Haupttor:-) (Es muss ihm schaurig langweilig gewesen sein.)

Am zweiten Tag besuchten wir den berühmten Bambootrain.  Früher konnte man noch richtig lange Strecken damit fahren, nun ist nur noch ca. eine halbe Stunde Fahrstrecke möglich. Die Einheimischen transportieren mit diesem nicht ganz ungefährlichen Gefährt noch immer ganz viele verschiedene Dinge…  Die Fahrt war rasant und holprig, trotzdem aber eine lustige Erfahrung.

Nach dem Bambootrain fuhren wir zur nächsten Station: Phnom Sampeu (Schiffberg). Dummerweise erreichten wir diesen um die Mittagszeit. Somit waren wir bereits nach kürzester Zeit klitschnass geschwitzt. Trotzdem entschlossen wir uns den steilen Weg hinauf zu marschieren.

Das war unser Hauptziel dieses Ausfluges.  Dort trafen wir unter anderem die Killingcaves an. Die Roten Khmer töteten dort Hunderte von  unschuldigen Menschen.

Nebenbei, aber sehr wichtig: In 1975  sind die Roten Khmer in Phnom Penh eingezogen und setzten einen systematischen Prozess des kommunistischen Umbaus in Gang.  Das Ziel der Roten Khmer (Führung durch Pol Pot) war, Kambodscha in einen reinen Bauernstaat, nach der Ideologie der Maoisten, umzuformen. Dies führte zu Massenexekutionen von bis zu 3 Mio. Menschen.

Wir machten bei einer Pagode den ersten Halt (die Pagoden wurden unter den Roten Khmer als Gefängnis und Verhörzentren genutzt). Danach gings weiter zu den Killingcaves. Dort wurden die unschuldigen Opfer durch ein Loch in die Höhlen zu Tode gestürzt.

Als Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse werden in einem Käfig Schädel und Knochen aufgestapelt.

Das Gefühl in diesen Höhlen war sehr unangenehm und es stimmte uns traurig.

Wir liefen gemütlich weiter bis wir auf der Spitze des Hügels angelangt waren. Wir genossen eine schöne Aussicht und ein sehr interessantes Gespräch mit einem Mönch, über das Land Kambodscha (mit all den positiven und negativen Aspekten).

Ein weiterer Tag folgte. So hiess es mal wieder in den Bus steigen. Wir liessen uns nach Phnom Penh fahren. Die Hauptstadt Kambodschas… Phnom Penh ist eine sehr lebendige Stadt. Sie zeigt Charme durch die im französischen Schachbrettmuster angelegten Boulevards, welche von Bäumen gesäumt sind, sowie durch  die alten Villen aus der Kolonialzeit . Zugleich ist Phnom Penh laut, chaotisch und ermüdend. Halt einfach eine Grossstadt…

Zum Znacht traffen wir noch ein schweizer Paar, die wir in Laos kennengelernt hatten.  Auch sie ein Jahr durch die Welt. Wir verbrachten einen sehr schönen Abend mit vielen guten Gesprächen. Das Essen war etwas gehobener und teuerer, trotzdem verspürten wir danach noch immer einen Hunger. Dies geschieht uns in Asien regelmässig….Meist gehts nachher noch in einen Supermarkt, um uns mit kalorienreicher Nahrung einzudecken.

Am nächsten Tag liefen wir in grösster Hitze zuerst zum Unabhängigkeitsdenkmal. Die schlafenden Arbeiter schützen sich darin vor der sehr agressiven Sonne und das Denkmal gab ihnen statt Arbeit nun Schatten.

Nächste Station war das Völkermordmuseum Toul Sleng oder auch S- 21 genannt. In diesem Gefängnis  wurden  zwischen 1975 und 1979 von den Roten Khmer über 20’000 Menschen bestialisch ermordet.  Vorallem die gebildete  Elite lernte das S-21 als Verhör- und Folterzentrum fürchten: Ärzte, Lehrer, Militärpersonal, Verwaltungsangestellte und andere Verdächtige wanderten durch die erbarmungslosen Hände der Roten Khmer.  Das Regime wählte seine Opfer willkürlich aus- sogar Kinder und Babys wurden verhaftet und gnadenlos abgeschlachtet.  Anführer dieser grässlichen Organisation war Pol Pot. Ein kambodschanischer Staatsbürger, der in Frankreich studierte und dort auf kommunistische Gruppierungen stiess, die ihn beeinflussten.  Pol Pot’s Ziel war,  Kambodscha  in einen Bauernstaat umzuwandeln. Dieses Unterfangen endete in einer Katastrophe.

Durchschnittlich 1500 Gefangene waren dort untergebracht, in winzigen Zellen gepfercht oder in den früheren Klassenzimmern an den Boden oder aneinander gekettet.

In manchen Räumen waren noch eiserne Bettgestelle sichtbar, an denen die Inhaftierten festgekettet waren und gefoltert wurden. Teils bis sie starben.

Wir sahen in diesem Museum noch  mehr Foltermethoden, welche angewendet wurden. Auch hängen  an den Wänden tausende schwarz-weissbilder von Opfern, aus deren Augen die gesamte Bandbreite von Emotionen spricht. Von Angst über Trotz bis hin zu Leere. Sie alle tragen eine Nummer, denn die Roten Khmer dokumentierten penibel, wer ihnen in die Hände fiel.

Das tragische ist, das gewisse Menschen der Roten Khmer noch lange arbeiteten und z. T. erst im Jahre 2007 verhaftet wurden.

Wir fanden diesen Besuch sehr wichtig, es soll gezeigt werden was da getan wurde!!! Mit Fragen, Hühnerhaut und Wasser in den Augen verliessen wir dieses beeindruckende Museum.

Den Abend hatten wir am Fluss in aller Ruhe abgeschlossen. Gut, so richtig ruhig wars natürlich nicht. Wir waren ja immer noch in Kambodschas Hauptstadt und am Flussufer machten viele Einheimische Sport: Fussball, Aerobic, Indiaca oder turnten auf den Fitnessgeräten herum.

Am nächsten Tag besuchten wir Choeung Ek (Killing Fields). Dort wurden die Gefangenen von Toul Sleng hingerichtet. Diese Stätte war nur eine von mehreren in Kambodscha, welche die Roten Khmer für ihre Massenmorde missbrauchten.  Enweder wurden sie sogleich bei der Ankunft Hingerichtet oder die Opfer wurden in Holzhütten gefangen gehalten bis am nächsten Tag die Massenexekutionen weitergingen.

Überall auf dem Gelände sieht man noch Vertiefungen die an die Massengräber erinnern. Man sieht sogar noch Knochenfragmente und Zähne die an die Oberfläche kommen, vorallem nach starken Regenfällen. Regelmässig werden Kleidungsstücke und Knochen eingesammelt.

 

Meistens wurden die Hinrichtungen in der Nacht durchgeführt und dabei wurde laute kommunistische Musik gespielt um die Schreie zu übertönen. Anfangs wurden die Opfer noch erschossen, später, um wertvolle Munition zu sparen, wurden die Opfer erstochen und  mit verschiedenen Werkzeugen zu Tode geschlagen. Mit einem Palmenblatt wurde den Gefangenen die Kehle durchgeschnitten.

Babys wurden lebendig an einem Baum erschlagen.

Diese Geschichte Kambodschas zeigt wieder einmal auf, wie machthungrig Menschen sein können und zu welchen unmenschlichen Handlungen sie fähig sind. Das stimmte uns traurig und nachdenklich.

Unser nächstes Erlebnis fand in einem Shoppingcenter statt. Ich war wieder einmal mehr auf Kleidersuche. Das Shoppen macht uns hier wirklich keinen Spass. Schliesslich brauchen wir reisetaugliche, nicht zu heisse und keine helle Kleidung. Dazu kommt, dass der Kleidungsschnitt entweder konservativ oder zu offensiv ist und der Körperbau der Asiaten ein bisschen andere Formen hat. Ich lief von einem Shop zum nächsten und überall sahen wir schlafende Verkäufer. Wir müssen immer wieder lachen über diese Arbeitsmoral. Was wir zuviel machen, machen die Asiaten zu wenig… 🙂

Der nächste Tag war mein Geburi. Es war ein Transporttag und somit immer ein bisschen anstrengend und ermüdend. Trotzdem waren wir gut gelaunt und fuhren nach Sihanoukville.  Als der Bus ankam, umkreisten uns ganz viele Tuk-Tuk Fahrer. Sie waren wirklich enorm aufdringlich und mühsam. Das haben wir einfach langsam satt, immer diese Diskussionen über den Preis. Nachhaltig dürfen wir aber nicht werden, sie machen sonst ein Geschäft zu unehrlichen Preisen, das unterstützen wir finanziell und menschlich nicht. Um ihnen das zu zeigen laufen wir  einfach davon. Sie spürens dann, dass das so nicht geht- emu nid mit üs- und  dann fahren sie uns immer zu unserem gewünschten Preis an unser Ziel. 🙂 Trotzdem, es ist immer mühsam, diese Diskussionen.

Wir  holten auf dem vietnamesischen Konsulat einige Infos ein und verschwanden dann gleich zur Taxistation. Wir wollten nach Kampot.  Um diese Zeit fuhren leider keine Busse mehr, somit mussten wir mit einem Sammeltaxi fahren. Da aber der Chauffeur nicht nur mit 2 Menschen fährt, mussten wir 3 Stunden warten bis er endlich noch 2 andere gefunden hatte. Er hatte schlussendlich 3 Leute hinten und 1 auf dem Beifahrersitz. Das war dem guten Chauffeur aber zu wenig und sein ergeiziges Ziel war: noch 3 Leute mehr zu transportieren. Das heisst, dass in einem normal grossen Auto (offiziell 4 Plätzer inkl. Fahrer) 4 Menschen hinten sitzen würden, 2 auf dem Beifahrersitz und der Fahrer mit einem anderen Passagier sich auf den Fahrersitz quätschen müssten. Einfach nur wahnsinnig. Wir sagten ihm dann, das er das sein lassen soll und nun bitte so nach Kampot fahren soll. Er hat auf uns gehört- welch ein Wunder!! 🙂

Somit blieb uns  an diesem Tag nicht mehr viel Zeit übrig in Kampot. Wir genossen in einem super guten Restaurant direkt am Fluss ein richtiges Festmahl mit gutem Rotwein. Der Abend war wunderschön  und somit hatte ich ein schönes „Geburifestli“.

Der Tag danach war dann ganz relaxt. Am Fluss entlang schlendern, Bücher lesen, Skypen, gute Gespräche, nette Begegnungen, leckeres Essen. Solche Tage brauchen wir immer mehr. Nicht immer Hüü und Hopp, einfach gemütlich in den Tag hineinleben. Es tat so gut.

Mit voller Energie gings am nächsten Tag mit einem Tuk Tuk los. Wir kundschafteten die Umgebung von Kampot aus. Kampot ist übrigens ein kleines verschlafenes Städtchen im Süden Kambodschas. Man findet dort wirklich Ruhe und eine entspannte Atmosphäre.

Gut eben, beim Auskundschaften der Umgebung landeten wir als erstes  auf Salzfeldern.  Natürlich musste Samuel schnurgerade auf die Felder zu rennen und so kam es, dass er mit seinen Flippis (die nicht so seine Freunde sind) auf dem schlammigen und somit rutschigen Boden 2x ausrutschte. Es war ein herrliches Bild! Der Fahrer unseres Tuk- Tuks war enorm schadenfreudig und erholte sich kaum mehr! Samuel nahms mit Humor und nach ca. 10 Minuten erholte sich unser Fahrer dann auch. Eine solche Schadenfreude gibts wohl nur in Asien. Wir könnten etliche Beispiele aufzählen.

Vor uns erstreckten sich riesige Salzfelder und eine ganze Gruppe von Arbeiter war beschäftigt mit der Reinigung der Felder.

Die Becken werden mit Salzwasser gefüllt und durch die Sonne verdunstet das Wasser und zurück bleibt der Salz. Ein sehr simples System doch harte Arbeit und wenig Lohn steckt dahinter. Wir staunen immer wieder wie ausdauernd diese Menschen sein müssen. Da sieht man wieder, dass im einfachen Leben ein grosses Glück und Zufriedenheit zu finden ist.

Nach den Salzfeldern besuchten wir ein kleines Fischerdorf, wo wir einer liebenswerten muslimischen Familie bewirtet wurden. Gute Gespräche ein Glas ungefiltertes Wasser und unmengen von frischen gewärmten Erdnüssen machten diesen Moment einzigartig. In solchen einfachen Moment steht die Zeit still und ein intensives Gefühl von glücklichsein überkommt uns.

Nach dem Pflücken unseren eigenen Erdnüssen ging die Fahr auf holprigen Strassen weiter.

In der Nähe einer Pagode besuchten wir noch eine Höhle. Die grössere Attraktion war aber mehr der rauchende Mönch als die Höhle. Das ist bei den buddhistischen Mönchen kein Verbot und daher manchmal auch zu sehen. Alkohol ist aber strikt verboten.

Danach ging es zu den Pfefferplantagen. Live in der Natur haben wir das schon in Indien gesehen, doch als riesige Plantage war es das erste Mal.

 

Mit knurrendem Magen ging es dann zur Küste wo wir unser Mittagessen verspeisten. Danach machten wir uns wieder auf den Weg zurück nach Kampot. Ausser schönen Eindrücken war dieser Tag aber auch mit Nachwehen zu spüren, die sich in Form von Rückenschmerzen zeigten.  Die Schlaglöcher und das nicht gut gefederte Tuk Tuk ist eine Kombination die nicht jedem Rücken gut tut. Wir werden halt auch älter… 🙂

 

Unser nächster und letzter Tag in Kampot war die erste geführte Gruppentour. Wir hatten keine andere Wahl, denn wir wollten uns den Bokor Nationalpark anschauen und dies kann man momentan nur geführt. Es war schlicht und einfach langweilig. Das Gruppenalter war hoch, wir waren mit Abstand die Jüngsten.

Das Beste an diesem Tag war die anschliessende Bootstour auf dem Fluss Teuk Chhou. Wir schauten uns den Sonnenuntergang an und bei Halber Strecke machten wir einen Stopp, wo wir ein paar Minuten dem Fluss entlang marschieren konnten.

 

Wir lernten einen abslout lässigen Typen kennen. Paul. Er ist Franzose, wieder ein Traveller der ersten Stunde! Ähnlich wie Bill war er schon überall (ausser Afrika) und somit machte er uns grossen Eindruck. Und wieder einmal mehr wurde in uns das Travellerfeuer neu entfacht!! Er ist über 50 und extrem jung geblieben! Chapeau!

 

Am nächsten Tag ging es zurück nach Sihanoukville. Das war unsere letzte Station in Kambodscha. Da ist dieses Stätchen sehr touristisch ist, suchten wir uns einen ruhigen Platz am Strand aus. Interessanter als der Strand waren die Dörfer an denen wir vorbeiliefen. Hütte an Hütte in slumähnlichen Zuständen. Die Freundlichkeit der Kambodschaner muss man einmal mehr hervorheben. Mit einer solchen Vergangenheit ist es immer wieder erstaunlich was sie alles aushalten mussten und trotzdem die Hoffnung nicht aufgaben.

Unser Abschluss in Kambodscha war ein richtig gutes Deutsches Essen mit Knödel und Spätzle, einer traditionellen Khmer-Massage, Gespräche auf der Strasse mit Einheimischen, Essen einer unreifen Mango mit Chillisauce (Sam, Samuel ist noch immer im Training:-) Aber die Wette wird er gewinnen-ich bin sicher!) und einer erfrischenden Kokosnuss, die uns seit Indien täglich begleiten!

Im Übrigen, ein Bild, welches sich in Kambodscha (bei den Buddhisten) immer wieder zeigt ist das „Geisterhüsli“ vor einem Gebäude. Dort drinn sind Knochen aufbewahrt, z.B. von der Grossmutter die verstorben ist aufbewahrt wird. Der Grund dafür ist, dass der ruhelose Geist dieser Frau nicht im Hause herumspukt, somit hat sie ihr eigenes kleines Heim.:-)

Ja, nun müssen wir auch dieses faszinierende Land wieder verlassen und uns einem neuen Land mit Volk widmen.  Wir freuen uns darauf. Aber wir müssen betonen, dass uns  Kambodscha sehr sehr grossen Eindruck gemacht hat. Wir fühlten uns sehr wohl und  sind dankbar für die vielen Begegnungen und Erlebnisse.

Kambodscha wird uns fehlen.

 

Alles Liebe und hebet Sorg

Samuel und Nora

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