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Archive for Februar 2012

Wir sind in Kerala angekommen. Unsere erste Station war  Wayanand Wildlife Sanctuary. Wieder einmal hatten wir einen völlig untouristischen Ort ausgewählt. Perfekt… 🙂

Es ist ein riesiges Waldschutzgebiet, welches sogar bis nach Tamil Nadu reicht. Es ist ein Mix aus Reisfeldern, unberührten Rändern und verinzelten Gewürzplantagen.

Unser Besuch im Schutzgebiet, ging am frühen Morgen mit einem Jeep los. Sie lassen nur begrenzte Besucher in den „Park“, den Tieren zu liebe. Auch kann man die meisten Tiere morgens am Besten sehen…  Und siehe da, schon beim Eingang durften wir den ersten wilden Elefanten sehen.

Wir waren etwa 2 Stunden dort und sahen sehr viele wilde Elefanten. Wow, einfach nur eindrücklich, diese riesigen Tiere zu sehen.. Nicht im TV, nicht auf Fotos und auch nicht im Zoo, wirklich einfach in Natur wie sie doch eigentlich leben sollten…

Rehe, Pfaue und verschiedene Vogelarten zeigten sich  auch. Einen Tiger sahen wir leider auch dieses Mal nicht… Hmm…

Auf der Heimfahrt sahen wir Kautschuckbäume,

Schwarzer Pfeffer direkt vom Baum und Kaffeepflanzen.

Früh am Morgen begann der Tag mit einem typischen südindischen-Frühstück, welches aus Idlis (lockere runde weisse fermentierte Reiskuchen), die in Kokosnuss- Chutney und Sambar (Suppenartiges Linsengerischt) getunkt werden, Appam (Reispfannkuchen)und Chai besteht. Dieses Frühstück hat wohl gar nichts gemeinsam mit unserem Käse und Brot. Daher war es nicht verwunderlich, dass wir uns danach ein bisschen komisch fühlten. Nora macht vom speziellen Essen und Geschmäcker eingiges durch. Ich denke sie wird, wenn sie zurückkehrt ganz von der Schnäderfressigkeit geheilt sein… :-))

Unsere Weiterfahrt startete mit einem superfast Bus der keine Fensterscheiben hatte und uns zum nächsten Bahnhof brachte (wichtig in einem Bus sind die Männer immer hinten und die Frauen vorne). Daher fahren wir im Bus meistens getrennt. Finden das eigentlich eine gute Bestimmung. Die Population ist so gross, dass Gedränge nicht zu vermeiden ist.

Dann ging es mit dem Zug Richtung Kochi. Was uns in diesen Momenten sehr zu schaffen macht ist die grosse Hitze. Sie macht müde und man hat nicht so Appetit, meistens verspüren wir auch ein leichtes Schwindelgefühl. Reisen fordert halt und Schlaf und Essrythmus kommen immer durcheinander. Nicht zu vergessen, dass es viel Energie und Geduld kostet bis man ans ersehnte Ziel gelangt.

Wir erreichten Ernakulum. Ernakulum ist auf dem Festland, ein hektischer Verkehrsknotenpunkt und es ist das  kosmopolitische Zentrum der Stadt. Von dort aus nahmen wir gleich eine Fähre, die uns abends nach Fort Cochin brachte.

Nirgendwo in Indien findet sich eine solche Mischung ein zweites Mal: riesige Fischernetze aus China, eine 400 Jahre alte Synagoge, antike Moscheen, und portugiesische Häuser und natürlich auch Überreste von Britisch- Indien. Dadurch entstand eine Kombination aus dem mittelalterlichen Portugal, den Niederlanden und einem englischen Dorf.

Am nächsten Tag besichtigten wir als erstes  die dominierende und imposante katholische Santa Cruz Basilica.

Auch in dieser Kirche bemerkten wir schnell, dass wir in Indien sind. An der Seite sahen wir Beichtstühle, indem der Priester mit seinen Flip- Flop sass (mit einem Bein auf dem Stuhl)…

Die farbenprächtige Jesusstatue wurde mit Neonfarben beleuchtet und hatte dadurch  eine grosse Ausstrahlungskraft. :-))

Danach besuchten wir die Kirche St. Francis, welche angeblich das erste von Europäern erbaute Gotteshaus in Indien ist und von portugiesischen Franziskanermönchen erbaut wurde.   Vasco da Gama, der in Kochi starb, wurde dort begraben und erst nach 14 Jahren wurden  seine Überreste nach Lissabon geschaft. Wir besichtigten noch seinen Grabstein.

Unsere Tour ging weiter zum niederländischen Friedhof, der 1724 geweiht wurde. Dort sieht man verwitterte, verfallene Grabmäler von niederländischen Händlern und Soldaten. Wir suchten vergeblich nach einem „Smits“- Grabstein… :-))

Ganz an der Spitze von Fort Cochin findet man chinesische Fischernetze. Anscheinend sei dieses Konstrukt von den Portugiesen, die Netze aber von den Chinesen.

Wir durften einen Besuch auf dem legendären Fischernetz abstatten, die Fischer luden uns sehr spontan dazu ein, dem Fischfang in Aktion zuzusehen.

Für einen solchen Fischfang benötigt es 4 kräftige Männer, die in Harmonie und Abstimmung zusammen arbeiten.

Nach dem Fischen liefen wir noch dem Fischmarkt entlang. Ein mal mehr spürten wir den Vegetarismus. Klar, die Fische wurden frisch aus dem Meer gefischt, lagen da aber einfach auf einem Holztisch. Meist kein Eis drunter, kein Wasser, manchmal hatte es Fliegen die auf ihnen sassen. Manche zappelten noch…  Frischer kann’s gar nicht sein, oder!?!

Wir schauten uns noch die alte jüdische Synagoge an, einen Niederländischen Palast, einen hinduistischen Tempel. Voll gesättigt liefen wir wieder zurück zu unserem Hotel. dabei wurden wir im muslimen Viertel von einem Mann eingeladen zu Tee und Gebäck. Sie feierten eine Hauseinweihung. Einige Schulmädels sangen uns dann typische Kerala-Lieder vor, oder tanzten einen Tanz, welchen sie an muslimischen Hochzeiten mit der Braut vorführen. Dieses Zusammensein gefiel uns enorm und es zeigte uns einmal mehr, wie friedvoll die Inder zusammen leben können, egal welche Hautfarbe sie haben oder welcher Religion sie angehören. What a perfect moment…

Am folgenden Tag besuchten wir unter anderem ein spannendes Indo- Portugiesisches Museum. Und abends besuchten wir eine Kathakalivorstellung. Kathakali ist eine Kunstform, welche zu dieser Zeit entstand, als Shakespeare seine Dramen schrieb, aber einzelne Elemente reichen bis zu Tempelritualen des 2. Jh. zurück.  Dabei werden alle grossen Themen der Menscheheit behandelt-das Gute und das Böse, Schwäche und Mut, Armut und Reichtum, Krieg und Frieden. trommler und Sänger begleiten dabei die Schauspieler, die die Geschichten durch sehr präzise Bewegungen vermitteln, durch bedondere Mudras (Gesten mit der Hand) und mit Mimik.

Mit Schminke, fantastischen Kostümen, kunstvollen Frisuren und Meditation verwandeln sich die Akteure körperlich und mental in die Götter, Helden und Dämonen, die sie darstellen sollen.

Es war eine interessante Vorstellung. Noch nie zuvor hatten wir sowas ähnliches gesehen… 🙂

An unserem letzten Tag in Kochi, waren wir etwa eine Stunde mit Fähre und dann Bus unterwegs, bis wir den Cherai Beach erreichten. Man sagt, dort sei das wohl best gehütete Geheimnis Kochis. An dem schönen Abschnitt (unerschlossenen) weissen Sandes schliessen sich kilometerweit träge Backwaters an.
Wir legten uns da ein wenig an den Strand. Doch wir empfanden es als eher mühsam. Es waren soooo viele indische männliche Gaffer unterwegs. Die bleiben vor jeder weissen Frau stehen und machen ein Foto. Das ist ja zwar nicht gefährlich, aber mit der Zeit absolut ärgerlich…  Wir verzogen uns dann in ein Strandrestaurant und genossen unser Fresh lime soda sweet:-))

So, Kochi war vorüber, wir fuhren mit dem Bus nach Alleppey. Man kommt sich vor fast vor wie in Venedig. Die schattigen strassen von Alleppey sind von einem Netz aus Kanälen durchzogen.  Dieser Ort ist berühmt als Tor zu den Bachwaters. Das war auch unser Ziel. Entspannen auf einem Hausbooot.:-)

Als erstes mussten wir uns ja ein Hausboot aussuchen. Das ist gar nicht so einfach, da es wirklich viele verschiedene Boote gibt mit verschiedenen Preis- Leistungsverhältnissen. Wir nahmen uns aber Zeit, ein gutes und geeignetes Hausboot zu finden. Und wir fandens auch…:-)

Somit gings am 18.1.  um 11.00 Uhr los mit unserer Fahrt.  Kaum waren wir auf dem Hausboot erhielten wir einen leckeren Willkommensgetränk. Natürlich, die Kokosnuss!!! 🙂 Das ist definitiv das Getränk des Südens.

Nun bewegten wir uns gleitend durch die Backwaters und konnten die ersten Eindrücke auf uns wirken lassen.  Wir sassen in einem bequemen Stuhl auf dem Oberdeck, mit Bananen und Ananas und konnten so das Geschehen beobachten: Tropische Pflanzen, spielende Kinder am Wasser, Frauen die die Wäsche waschen oder das Geschirr sauber machen (man beachte unten auf dem Foto die Körperhaltung der Frau), Männer die Körperpflege durchführen und andere Boote welche auch unterwegs waren.

Bevor es Strassen gab, waren diese Gewässer die Hauptverkehrswege in Kerala und viele Dorfbewohner verwenden noch Heute Boote als Transportmittel.

Das lang ersehnte Mittagessen überraschte uns dann sehr. Es gab ein typisches Kerala Essen.

Den Rest des Tages genossen wir die Sonne, das Lesen, die Ruhe und einfach das Sein.

Vor dem Abendessen hielt unser Boot an und dann sagte uns der „Kapitän“ wir könnten nun auf ein kleines Boot umsteigen um das Leben am Wasser erneut hautnah erleben zu können. Die Kanäle seien zu klein um dort mit dem Hausboot durch zufahren.

Mit dem kleinen Boot passierten wir enge, schattige Kanäle, wo Kokusfasern und Cashewkerne auf Boote verladen werden.  Die abgelegenen Dörfer ermöglichten uns einen Einblick in das ländliche Leben, wie es dort seit Ewigkeiten geführt wird.

Auch ich musste hart mitarbeiten beim Vorwärtsbewegen unseres kleinen Böötli.

Wir genossen, nach indirekter Aufforderung durch unseren Bootsmann, einen wunderschönen Sonnenuntergang, der für Asiaten immer einen hohen Stellenwert hat.

Im Übrigen muss man  aber aufmerksam sein beim Böötli fahren, denn plötzlich kam eine niedrige Brücke und hoppla…:-))

Der Koch servierte uns wieder einmaliges Abendessen und dazu tranken wir ein Kokosbier. Hmmm, unser Geschmack wars nicht wirklich. Es ähnelte mehr faulen Eiern:-(( Nach einem halben Liter musste ich dann den letzten Schluck ins heilige(?) Backwater befördern. Ein richtiges Öufi oder Calanda Bräu wäre uns lieber gewesen. Aber da streiten sich ja bekanntlich die Geister… 🙂

Nach der wundervollen Abendstimmung gings in unsere Kabine. Die Nacht verlief ganz gut. Am Morgen wurden wir durch heftiges Rascheln geweckt. Ihr wisst ja, in Indien ist man nie allein. Viele laute Ratten hatten uns Gesellschaft geleistet und waren bereits frühzeitig aktiv.

Am nächsten Morgen genossen wir zum Sonnenaufgang einen Chai! So sollte jeder Tag beginnen.

Nach einem Kerala Frühstück fuhren wir dann wieder zurück zum Hafen. Unsere Tour war zu Ende.

Es war für uns eine wunderschöne und erholsame Reise durch einen Teil des 900 km langen Netzes von Wasserstrassen, das die Küste säumt und bis weit ins Landesinnere reicht.

Nachdem wir erholt das Hausboot verliessen, gönnten wir uns eine 2 stündige ayurvedische Massage. Der ganze Körper wurde mit enorm vielem Öl einmassiert. Die Massage emfanden wir völlig anders als diese, die bei uns angeboten werden. Es werden meist flächige Steichungen, die mit viel Druck ausgeübt werden, angewendet. Manchmal hat es richtig weh getan… 🙂 Somit freuen wir uns dann auf die Thaimassage, wir haben gehört die sei ja noch härter… Wir sahen aus wie in Öl eingelegte Sardinen (inkl. Haare).  Richtig entspannen konnten wir dann, als für ca. 30 min. warmes Öl auf unsere Stirn gegossen wurde. Die schlimmste Behandlung hatte ich am Schluss. Mit ayurvedischen Kräutermedikationen, wurden meine Augen gereinigt. Das empfand ich als sehr schmerzhaft. Danach war ich eher orientierungslos als mit klarer Sicht unterwegs. Erst nach ca. 2 Stunden trat der Effekt ein. Es tat wirklich sehr gut. Und Nora sagte immer wieder: “ Samuel, nun strahlen deine Augen wieder ganz fest!“
Völlig entspannt stellten wir uns dem indischen Alltag wieder. Es war eine Herausforderung, die Entspannung noch aufrechtzuerhalten. 🙂

Nach Alleppy fuhren wir nach Kollam. Auch dort ist ein Zugang zu Keralas Backwaters, eher der verschlafene. Kollam hat eine der ältesten Häfen am arabischen Meer und war früher ein wichtiges Handelszentrum. Vorallem wurde Handel mit Gewürzen und den kostbaren Cashewnüssen gemacht.

Wir schlenderten durch den Basar, schauten den wilden Wellen des Meeres zu und ich verknügte mich mit einer kleinen Joggingrunde… Obwohl man manchmal fast mehr redet und Hände schüttelt mit den Indern.

Ansonsten fanden wir Kollam nicht sehr schön und nicht sehr spektakulär.

Am Abend entschieden wir uns in ein gutes Restaurant zu sitzen und einen Salat zu essen. Im Lonely Planet wurden die Salate enorm gerühmt. Da wir seit unserer Wegreise nie mehr einen Salat assen und ihn nun wirklich langsam vermissen, gingen wir das Risiko ein und bestellten einen. Mmmh, es war ein leckerer Salat, obwohl ganz klar nicht zu vergleichen mit unseren. Als wir am Abend dann im Hotelzimmer waren spürte vorallem Nora, dass dieser Salat wohl doch nicht so gut sein kann. 2 Tage war sie geplagt von starker Übelkeit, Schwäche und auch Durchfall. Gut, nun wissen wir, es gibt wieder keinen Salat mehr bis wir zu Hause sind… 🙂

Mit dem Bus fuhren wir am 21.1. nach Varkala. Varkala Beach war für uns ein richtiger Touristenort mit allem drum und dran. Der Tourismus ist noch mässig, doch vom traditionellen Indien spürt man wenig. Dies war für uns genau der richtige Platz und Zeitpunkt um mal so richtig abzuschalten und durchzuschnaufen. Wer lange in Indien reist braucht manchmal so Orte wo es guten Cafe, Musik und freien Internetzugang gibt. Ja, wir liessen es uns  einige Tage gut gehen…

Nach 5 Tage hatten wir dann aber wieder genug und die Reiselust packte uns um neues zu entdecken. Wir spüren das wir Reisende sind und nicht nur für 2 Wochen am Strand  bleiben wollen. Vielleicht ist es auch eine Rastlosigkeit oder Hunger nach neuen Eindrücken. Wer weiss…?

Nun sind wir im Staat Tamil Nadu angekommen. Dort findet man das Leben in Traditionen und fremde und alte Kulturen kann man erleben. Übrigens wird in Tamil Nadu  noch eine der ältesten Sprachen gesprochen.

Mit dem Zug führen wir ans Ende der Welt. Ah nein, nicht ganz, nur ans Ende von Indien. Aber das soll schon was heissen. Kanya Kumari heisst der südlichste Ort von Indien. Es ist ein wirklich freundlicher und eindrücklicher Ort und die Landschaft hat fast etwas Surreales. Gleich 3 Meere treffen aufeinander- Arabisches Meer, Golf von Bengalen und Indischer Ozean. Es ist ein typisch indischer Pilgerort, laut, dreckig, Gedränge, farbig, mit scharfem Essen und grosser Hingabe für die hinduistischen Rituale.

Am ersten Tag machten wir einen ausgedehnten Spaziergang und kundschafteten so die Gegend aus. In der Tempelregion war es sehr lebhaft mit einem Markt, Händler und Eisverkäufer. An der Küste gab es einen überlaufenen Strand und Ghats, an denen die Pilger lautstark mit farbigen Saris und Lungis im Wasser planschten. Wichtig zu wissen ist,  dass die indischen Frauen immer mit Kleider ins Wasser gehen. Speziell an Pilgerorten wäre es nicht erlaubt als Frau im Bikini baden zu gehen. Nora müsste also mit den Kleider rein. Wir hatten kein Verlangen, uns an diesem Ort im Wasser zu vergnügen..

Im Anschluss besuchten wir wieder einmal ein Gandhi Memorial. An diesem Ort gibts ein Gedenkstein an dem ein Teil von Mahatmas Asche aufbewahrt wird.

Nach dem lebhaften Hindu Viertel schauten wir uns eine katholische Kirche an. Gross und imposant in ihrer weissen Gestalt wirkte sie auf uns.

Das christliche Viertel war deutlich ruhiger und ähnelte fast einem portugiesischen Fischerdorf. Indiens Vielfalst gefällt uns immer wieder auf Neue und zeigt uns die grosse Spannbreite dieses Landes.

Als ein wundervoller Tag zu Ende ging zogen wir uns in unser Hotel zurück. Alle Indienreisenden haben wohl nach einer gewissen Zeit Budgetunterkünfte satt haben. Unsere Limite war mit diesem Hotel auch erreicht. Das steinharte Hozbrett auf dem man schläft, die farbig gestrichenen Wände, die Badezimmer ohne Lavabo und Spiegel und jede Menge Mücken, Spinnen und Kakerlaken – all das mögen wir langsam nicht mehr sehen.

Unsere erste Nacht war alles ander als Erholung und somit waren wir froh, als uns der Wecker am nächsten Morgen rettete und wir für einige Stunden aus dem Zimmer fliehen konnen. Nach dem Besuch in einem Museum über einen hinduistischen Wandermönch suchten wir den Haupttempel auf.

Gemäss einer Legende besiegte die jungfräuliche Göttin Kumari ganz allein die Dämonen und rettete so die Freiheit der Welt. In diesem kleinen, intimen und schön geschmückten Tempel danken ihr die Pilger. Was sehr speziell ist, die Männer müssen ihre Hemden ausziehen. Auch ich musste dieser Regel nachgehen. Fotographieren war aber nicht erlaubt.

Eine kleine Fähre fuhr uns zu einem Felsen, der 400 Meter vor der Küste liegt. Dort wurde 1970 ein Denkmal für den oben genannten Wandermönch errichtet.

Unser nächstes Highlight war der Sonnenuntergang.

Da die Sonne für die Inder einen hohen Stellenwert hat und es zusätzlich ein wichtiger Platz ist, waren viele Schaulustige vor Ort. Wir konnten den Sonnenunter- und Mondaufgang über dem Wasser gleichzeitig erleben.  Die Atmosphäre wurde perfekt durch das wilde Meer und die hohen Wellen.

Durch eine Empfehlung von einem schweizer Reisenden erfuhren wir die Wichtigkeit des Sonnenaufganges in Kanya Kumari. Somit standen wir früh Morgens auf um dem Spektakel beizuwohnen. Auf der Strasse wurden wir dann schon fast von der Menschenmasse mitgezogen. Nora sagte immer wieder unglaublich und kam nicht mehr aus dem Staunen raus. Das haben wir noch nie gesehen. Wir gönnten uns zuerst einen Chai bevor wie mit dem Strom von Pilgern zum Aussichtspunkt gingen. Für uns war dies ein sehr eindrückliches Erlebnis. Unglaublich wie viele Menschen, die über dem Wasser aufgehende Sonne anbeteten. Sie applaudierten und ihre Gesichter strahlten dabei.

So, es war Zeit für einen neuen Ort. Am Busbahnhof von Kanyakumari trafen wir ein deutsches Paar. Wir reisten gemeinsam nach Madurai. Die Busfahrt war mal wieder sehr mühsam… Es war enorm heiss und die Distanz war lang. Als wir dann nach mehr als 8 Stunden Busfahrt unser Ziel endlich erreichten, waren wir voll motiviert in unser ausgewähltes Hotel einzuchecken. Auch die Deutschen hatten- wie wir- zum ersten Mal  ein Mittelklassehotel ausgesucht im Lonely Planet. Aber nichts läuft nach Plan. Als wir dann alle Mittelklassehotel ohne Erfolg abgeklappert hatten, waren wir 4 schon ein wenig niedergeschlagen. Alle sagten, nun müssen wir wieder in einem „Loch“ schlafen…  Simone und Nora tranken dann mal einen Chai und bewachten unser Gepäck. Werner und ich machten uns auf die Socken und fragten bei weiteren 6 Hotel nach einem Platz. Tja, es gab wirklich nur noch ein „Loch“ für uns. Nach dem Einchecken gönnten wir uns dann alle ein riesiges indisches Abendessen auf einer Dachterrasse bei Sonnenuntergang. Die Stimmung hob sich wieder!

Ja, Madurai ist in Tamil Nadu geboren und hat dort seine Wurzeln. Es ist eine der ältesten Städte Indiens, eine Metropole, die mit dem Alten Rom Handel trieb und dessen Untergang überlebt hat.  Und Madurai hat noch heute mit Rom etwas gemeinsam: der chaotische Verkehr.

Die meisten Reisenden lockt vorallem der bekannte Sri- Meenakshi- Amman-Temple nach Madurai (uns auch). Dieser labyrinthische Tempel ist einer der grössten Indiens.

Diesen Tempel besuchten wir dann am nächsten Tag. Der Tempel ist für diese Gegend genauso bedeutend wie der Taj Mahal für Nordindien. Der Komplex ist 6 ha gross und hat 12 „Türme“.  Alle sind mit atemberaubenden Reliefs geschmückt, die Götter, Göttinnen, Dämonen und Helden darstellen.  Es war ein wirklich sehr eindrücklicher Tempel, den man sehen muss!!! Einige Teile des Tempels sind für Nicht- Hindus tabu. Aber ihr kennt ja Nora, sie sah das Verbotschild nicht und ging in den heiligsten Ort dieses Tempels und machte sogar noch ein Foto (was wirklich strengstens verboten ist!!!!!!).  Nora ist für mich nun der neue „Shiva-Anhänger“…:-)!! Sie erzählte mir im Nachhinein, sie dachte noch, hier habe es keine weissen Ausländer. Aber sie liess sich dadurch nicht abschrecken. Nach einiger Zeit kam dann ein Tempelwärter und schickte sie mit verärgerter, lauter und deutlicher Stimme nach draussen. Sie entschuldigte sich 100 mal… Gut war!!

Nach dem Tempel schauten wir uns noch eine Kirche an und schlenderten durch die verkehrsreichen Strassen. Es war kein Vergnügen- halt wieder eine indische Stadt. Für uns war klar, wir werden am nächsten Tag weiterreisen wollen.

Wir fielen einen spontanen Entscheid, es treibt uns nach Pondicherry. Wir hatten langsam genug von den lauten vollgestopften Städten… Die hinduistischen Pilgerorte sind wirklich immer sehr laut…

Wir hatten viel über Pondicherry gehört. Vor ca. einem Monat war aber ein riesengrosser Sturm und hat sehr viel von der Region schwer beschädigt. Wir trafen Reisende, die sagten man könne diesen Ort jetzt nicht mehr besuchen. Doch da wir ja in Indien sind, zählen viele Meinungen und nicht nur eine. Nicht einschüchtern lassen und voll Spontanität gehts los in den nächsten Bus nach Pondicherry.

Wir checkten in einem Home stay ein, welches von einem freundlichen muslimischen Mann geführt wird. Unser Zimmer hatte den Balkon gegen eine Moschee, somit wurden wir morgens durch die Gebete geweckt und schauten den weiss eingekleideten Muslimen beim Beten zu. Für uns mittlerweile ein gewohnter und vertrauter Rhythmus. Früher war es noch irritierend, nun hören wir den Klängen die zu Allah gerrichtet sind gerne zu.:-)

Pondicherry hat sich trotz Chaos noch einen gewissen kolonialen Charme bewahrt: Kopfsteinpflaster, senfgelbe Stadthäuser und hier und da ein schattiger Boulevard mit netten Cafés, teueren Restaurants und Designerläden. Wir kamen uns vor, als wären wir in Südfrankreich. Schon wieder ein neues Gesicht Indiens…  Viele Einheimische sprechen französisch.

Vom Sturm sahen wir teils Gebiete mit umgefallenen Bäume und Stromkabeln, aber wir stellten uns das deutlich schlimmer vor.

Man sagt, in Pondicherry stehen die schönsten Kathedralen Indiens. Ja, sie waren vergleichsmässig wirklich sehr schön… Aaaaber, sie sind halt doch nicht mit unseren zu vergleichen. :-))

Wir liefen dann gleich in eine Kirche, wo eine Messe gefeiert wurde. Sie wurde von einem weissen Pfarrer gehalten, wirkte eher langweilig und eintönig, wenn wir an die Messen denken, die von einem indischen Priester gehalten wurden. Man spürt halt die Mentalität schon! 🙂

Am nächsten Tag schauten wir uns diverse Sehenswürdigkeiten an. Mehrere Kirchen schauten wir uns an, wir schlenderten durch das französische Viertel, besuchten das Sri Aurobindo Ashram (welches von Sri Aurobindo zusammen mit einer Französin, bekannt unter dem Ehrentitel „Mutter“, gegründet wurde), tranken immer wieder Kokosnussmilch und erholten uns bei einem leckeren Tee oder Kaffee.

Am nächsten Tag entschlossen wir uns Auroville anzuschauen.  Das war ja ganz speziell. Auroville ist eine internationale Gemeinde, welche bei ihrer Gründung aus 124 Nationen Erde geschenkt bekam.   In Auroville arbeiten hingebungsvolle Menschen, ungeachtet von Religion, Hautfarbe und Staatsangehörigkeit an der Erschaffung einer universellen Stadt, um gegenseitig Unterstützung, Liebe und die gute ate menschliche Gemeinschaft zu verwirklichen. Inmitten armseliger Landstriche Tamil Nadus umfasst Auroville mehr als 80 ländliche Siedlungen, in denen nach Harmonie gestrebt wird, dies ist aber nicht immer einfach unter den 1800 Bewohnern aus fast 40 Ländern (im Übrigen sehr viele Schweizer!!!).

Auroville hat ein Besucherzentrum, in welchem wir nützliche Informationen gekriegt hatten über das ganze Experiment…  Auch gibt es einen Matrimandir welchen man besuchen kann. Dies ist ein Gebäude, welches sehr futuristisch aussieht.

Anscheinend befindet sich innerhalb dieser „Golfkugel“ einen Kristall mit einem Durchmesser von 70 cm (der grösste weltweit). Wir durften aber nicht rein, es sind nur die Willkommen, die länger in Auroville nächtigen und ernsthaft an dem interessiert sind.

Nora und ich empfanden das ganze sehr speziell. Es war spannend mal mehr darüber zu hören und lesen, hatten aber nach dem Besuch fast noch mehr Fragen offen…  Aber man muss ja nicht immer eine Antwort finden.

Als wir am Abend zurück in Pondicherry waren, beschlossen wir mal wieder auf den Lonely Planet zu hören und gingen in eine Pizzeria. Das Lokal sah ja sehr übel aus. Dort hatte der Sturm wohl stark gewühlt:-)

Wir waren skeptisch den Pizzas gegenüber….

… aber tatsächlich, sie waren sehr gut!!!!!

Am 1.2. gingen wir alles ruhig an. Da wir ja uns ja am 5.2. mit unserem Freund Patrick in Laos treffen, mussten wir langsam Abschied nehmen von Indien… Wir fuhren von Pondicherry nach Chennai. diese Stadt besuchten wir nicht, anscheinend lohne es sich nicht. Wir sind direkt zum Flughafen gefahren und haben uns dort in Schlafsäälen eingenistet.

Der Flug von Chennai nach Mumbai verlief gut. Natürlich gabs schon einen kleinen Zwischenfall.:-) Da wir eigentlich nichts ausser die Zahnbürste aus unserem Gepäck rausgenommen hatten, dachten wir es sei doch alles gut. Aber beim Sicherheritscheck bemerkten die Angestellten, dass ich noch mein schweizer Sackmesser  im Handgepäck hatte. Was ja natürlich nicht erlaubt ist. Och herje… Somit musste ich erneut mit meinem Handgepäck zurück zum Röntgen, als dies i.O. war musste ich nochmals zum Check in Schalter und als dies auch gut war, stand ich wieder in einer Schlange zur Sicherheitskontrolle. Alles war gut, los kanns gehen…

Mumbai… Ehrlichgesagt hatten wir ja schon Respekt vor dieser riesigen Stadt. Immerhin leben hier 17 Mio. Menschen. Mumbai ist eine Stadt die einen erschlagen kann. Aber das muss sie nicht. Manchmal mag es zwar schon scheinen, dass eine Taxifahrt kaum zu überleben ist, oder das die Menschenmasse am Bahnhof einen jeden Moment erdrückt. Doch wir haben gemerkt, das sind unnötige Ängste. Die Stadt hat einfach nur ihren eigenen Rhythmus und man braucht ein Weilchen um sich reinzuhören. Wir spürten schnell diesen eigenen Rhythmus, der sich durch Freundlichkeit, Chaotismus und Verspieltheit zeigt. Es ist interessant zu sehen wie sich diese Menschenmasse organisiert hat, auf engstem Lebensraum dem Tagesablauf zu folgen. Hier sieht man vom gestressten Topmanager über den schuftenden Arbeiter bis zu den Slumbewohner alles. Jeder trägt seine Geschichte mit sich. Wir durften davon vieles erfahren und für uns wurde daraus ein interessantes Kapitel in unserem persönlichen Indienbuch.

Unser erster Tag in dieser riesigen Stadt besuchten wir eine Kathedrale welche Mumbais ältestes englisches Bauwerk ist.

Nach der Kirchenbesuch liefen wir zum Victoria Terminus. Imposant, überschwenglich und voller Menschen ist der Terminus das markanteste gotische Gebäude der Stadt und zugleich ist es das Herz des lokalen Eisenbahnnetzes. Er ist der betriebsamste Bahnhof Asiens.

Zu Mumbais bedeutendsten Wahrzeichen zählt das prächtige Hotel Taj Mahal Palace. Es ist sehr teuer dort zu übernachten und für Budgettraveller nicht geeignet :-). Unser Plan wäre, dass Sam dieses Hotel mal übernehmen könnte und wir dann für einen Spezialpreis nächtigen könnten. Deal??

Abends ist der Spaziergang an der Promenade bei den Inder sehr beliebt. Überall hat es Essenstände mit kleinen Snacks, Strassenstände mit Schmuck und Männer die grosse Luftballone verkaufen. Bei uns wäre das ein Flohmarkt doch in Indien ist dies Alltag.

Die letzten Tage in Indien gestalteten wir mit einem Besuch in den Slums. Ursprünglich wurde das Gebiet von Fischern bewohnt. Mit der Trockenlegung von Wasserflächen, um aus den Inseln eine zusammenhängende Landfläche zu machen, verloren die Fischer ihre Lebensgrundlage. Viele Menschen kamen nach Mumbai um ein besseres Leben zu führen, stattdessen landeten sie in den Slums.

Weil wir zu Fuss durch die Slums liefen, spürten wir eine stark spezielle Stimmung in diesem Gebiet.  Zeitweise fühlten wir uns wie reiche Fremde, die in eine eigene Welt eintauchten. Die Menschen waren zu uns aber sehr freundlich, lachten, riefen uns zu und machten keinen unglücklichen Eindruck.

Für uns war dies eine sehr eindrückliche Erfahrung, die uns ohne Zweifel die grosse Armut Indiens aufzeigte.

Auch sehr eindrücklich war die grosse Wäscherei. Die gemauerten Waschbecken werden von Wäschern (Dhobis) für 300 Rupien monatlich gemietet, damit sie ihrer Tätigkeit nachgehen können. 10’000 Arbeiter gehen in den sieben zusammenhängenden Sektoren des Dhobi Ghats  täglich ihrer Arbeit nach und nehmen 1 Million Kleidungsstücke in die Mangel.

Der Waschprozess ist in 7 Schritte unterteilt:

1. Abholung der Kleidung vom Auftragsgeber.

2.  Die Kleidungsstücke werden mit Anhängern markiert, um sie später identifizieren zu können.

3. Für mehrere Stunden weicht man sie ein.

4. Waschen. Das berühmte „Ausklopfen“ auf einen im Waschbecken eingemauerten Stein mit schiefer Ebene.

5. Spülen.

6. Trocknen.

7. Ausliefern.

Sieben Schritte täglich für eine Million Kleidungsstücke. Während des Monsuns fällt das Trocknen logischerweise weg. Die Kleidung wird im nassen Zustand ausgeliefert und der Kunde muss sich selbst drum kümmern, wie er die Kleidung schranktrocken bekommt.

Unser letztes Tagesziel waren der Turm des Schweigens. Der Begriff „Dachma“ bedeutet auf persisch Grabmal, bezeichnet aber vorallem Bauwerke, die auch Türme des Schweigens genannt wrden.

Bei den Parsen ist es heute noch üblich, Leichname in runde Türme zu legen, wo fleisch und Weichteile von Vögel z.B. Geier oder Raben gefressen werden. Die Bestattungsmethode wird damit erklärt, dass den Parsen neben Luft und Wasser auch Erde und Feuer heilig sind. Dies verbietet eine Erd- oder Feuerbestattung.

Wir trafen ein Parsen Ehepaar, die führten uns zum Turm des Schweigens, jedoch wurde uns vor dem Tor der Zutritt verwehrt. Schade…

Im Übrigen fuhren wir in Mumbai alles mit dem Zug umher. Das Zugfahren kann ein richtiges Abenteuer werden… Zuerst einmal muss man wissen, dass die Bahnen stets überfuellt sind und es keine Türen gibt. Vielleicht liegt das daran, dass sich die Inder gerne in den Fahrtwind hängen, was für uns eher nach Suizid ausschaut, als nach Erfrischung. Wir hatten meist Glück und hatten nicht so viele Menschen um uns herum. Nur eine Situation gleichte eher einem Boxkampf als dem gewöhnlichen Aussteigen. Also, Geduld walten lassen, nicht in Panik geraten wegen der Menschenmassen und Taschen festhalten.

Der letzte Tag in Mumbai kam natürlich anders als geplant. So vieles hatten wir noch vor. Nach einem Frühstück im berühmten Leopold’s fuhren wir zum Flughafen. Dort suchten wir einen Gepäckraum. Es war unser Ziel ohne Gepäck die Global Pagoda von Mumbai anzuschauen. Mit unseren vollgestopften Rucksäcken wäre das nämlich gar nicht einfach geworden.  Aber nicht vergessen, noch immer sind wir in Indien. Kein Mensch bemühte sich uns Antwort zu geben, geschweige dann irgendwelche Infos für Gepäcksaufgabe abzugeben…  Nach langem Hin und Her fanden wir dann endlich einen Raum. AAAAber, der war total überteuert. Das lohnte sich für uns nicht!!!!!

Schliesslich gaben wir unsere Pläne auf, bezahlten ein Ticket für den Warteraum und liessen uns dort für ca. 12 Stunden nieder. Was uns das Warten ein wenig einfacher machte, war der Cafe coffee day!!!:-) Wir trafen noch ein deutsches Paar, mit welchen wir schon mal unterwegs waren. Sie flogen zur selben Zeit nach Bangkok und somit spielten wir X Stunden Spiele, diskutierten über unsere Erlebnisse und liessen Indien langsam hinter uns.

Incredible India…! Ja nun ist unsere Zeit in Indien vorbei.  Lange haben wir uns auf die Indienzeit gesehnt, als sie da war zwischendurch hinterfragt was wir hier tun und jetzt schauen wir mit grosser Wehmut zurück…

Unsere Reise geht aber weiter. Wir freuen uns riesig auf neues, sind offen dafür und sind sicher, dass unsere Herzen erneut gross bereichert werden.

Indien- ein Land, viele Welten. Vielleicht beschreibt dieser Spruch den Subkontinent genau richtig?!?

Bevor wir unsere Reise angetreten sind, wurden wir manchmal gefragt, warum eigentlich Indien? Dort stinkt’s doch und ist schmutzig. Das ist auch ein Teil des Landes, ja. Aber da ist noch viiiiiel mehr. Jeder muss für sich selber herausfinden, warum man Indien als Reiseziel auswählt. Auf alle Fälle sind wir der Meinung, dass Indien eines der faszinierendsten Länder der Welt ist.

Indien- ein pures Chaos! Aber es ist noch viel mehr…

In Indien trifft man viele fleissige aber auch feierlustige Menschen, eine warmherzige Kultur, es stecken stolze Geschichten dahinter, aber auch traurige Wahrheiten, Indien kann stressfrei sein, die Menschen liebenswürdig und bewundernswert.

Wenn man in Indien ist, spürt man eine stark spirituelle Weisheit und eine religiöse Harmonie,  man besteigt hohe Berge, badet in heiligen Gewässern oder besucht Yoga- und Meditationskurse.

Wir haben sehr gut gegessen, haben die einzigartige Vielfalt genossen, lieben den unwiederstehlichen Charme.

Und, kein anderes Land der Welt weiss so zu feiern wie Indien…  Wahnsinnsspektakel mit  herausgeputzten Elefanten, gelenkigen Akrobaten und farbigen Feste zu Ehren geliebter Gottheiten. Die vielen Religionen auf dem Subkontinent- Sikhismus, Jainismus, Islam, Buddhismus, Christentum…- bringen eine Riesenmenge völlig verschiedener Feierlichkeiten mit sich.  Und dann wären da natürlich auch noch die rund 330 Mio. Götter und Göttinnen des hinduistischen Glaubens. Da ist es wohl kaum verwunderlich, dass praktisch täglich religiöse Feste nach traditionellen  Regeln stattfinden…  All diese Feste sind einzigartig und vorallem farbenprächtig… 🙂

Schon alleine die Bus- oder Zugfahrt ist ein Highlight. Der Bus rast über enorm schlechte Strassen, ohne gross Rücksicht auf andere zu nehmen. Der Zug ist immer vollgestopft (Indien ist ja das 2. grösste Land nach China…) und wir lieben es, bei Einfahrt das fast gehörschädigende  Signalhorn zu hören.

Jeden Morgen den Kühen „Guten Tag“ sagen wird uns auch fehlen. Wir haben sie sehr in unser Herz  geschlossen… 🙂

Die Korruption ist hier ein riesengrosses Thema und wir hoffen, dass die Regierung dieses Problem mal in den Griff bekommt.

Überall wird man mit Armut konfrontiert (was einen sehr berührt), die indische Bürokratie kann einen auf die Palme bringen und das Menschengewühl ist einfach anstrengend… Doch all dies ist eben ein Teil des Indienerlebnisses.

Wir sind aber überzeugt, wenn man einen Blick hinter die raue Fassade gewisser Dinge wirft, entdeckt man schnell viele strahlende Juwelen…

Wenn man offen, flexibel und spontan ist, dann kann man eine der authentischste und faszinierendste Reiseerfahrung erleben. Man muss sich auf den einzigartigen Rhythmus des Landes einstellen, dann hat man den perfekten Kulturcocktail.

Viele neue Sachen haben wir hier in Indien gelernt und diese Reise hat uns geprägt und bestimmt verändert….

Alles Liebe

Nora und Samuel

*** wenn du die dinge anders als gewohnt machst, lässt du zu, dass ein neuer mensch in dir wächst ***

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