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Archive for Oktober 2011

Welcome to Nepal…

Soseli, hier sind wir mal wieder und ihr könnt wieder neues von unserem Asienleben lesen.  Das Blog schreiben ist nicht immer einfach. Manchmal verrutschen die Zeilen einfach so, der Stromausfall hier in Asien ist Alltag, das Downloaden der Bilder geht ewigs, die Internetverbindung könnte langsamer nicht sein. Ja, manchmal verlieren wir fast die Nerven und nach Stunden Arbeit, senden wir halt den Blog dann doch in die Öffentlichkeit und ihr lest und seht dann halt die „Fehler“…  Tut uns leid… Nun gut, zurück zu unserem Geschehen…

Unsere Weiterfahrt ging mit dem Bus weiter nach Mussoorie, am 22.9. Sofort bemerkten wir, dass das Ashram-leben zwar einen Teil Indiens ist, jedoch nicht der grösste. Kaum waren wir am Bahnhof angekommen, ging das reale Strassenleben wieder los. Alle schauten uns an, jeder hatte Hundert Fragen an uns, wir bezahlten mehr als die Einheimischen, die Armut war sichtbar usw. die Ruhe war vorbei… 🙂

Die Fahrt nach Mussoorie verlief ohne spezielle Angelegenheiten.  Mussoorie ist eine Hillstation welche auf 2000 m ist und von den Briten  erbaut wurde.  Wir suchten uns ein Hotel und fanden eines, welches  zwar nicht  wirklich sehr schön war, jedoch war innen alles mit hellem Holz gebaut. Es  erinnerte uns fast ein wenig an ein schweizer Chalet-zimmer…   Der Standard  war natürlich nicht schweizerisch (z.T. kein fliessendes Wasser, Fenster die  nicht geschlossen werden konnten….)Die Aussicht aus dem Fenster war schön,  wunderschöne Hügel links und rechts…. Wir spürten Heimatgefühle 🙂

In Mussoorie sieht man Armut und Reichtum am selben Ort. Man sah diverse Menschen die einer tieferen Kaste angehörten. Sie schleppten sehr schwere Materialien meterweise und nebenan sieht man die höhere Kaste, welche sich im Luxusrestaurant ein fettes Menu genehmigte…  Mit dem Kastensystem haben wir grosse Probleme und es tut weh zu sehen, was die Menschen aus einer tieferen Kaste
alles leisten müssen und von den anderen Menschen gar nicht wirklich geschätzt  und anerkannt wird. Samuel ist dann immer sehr freundlich und hilft einem, welcher mit Unmengen von Kilos auf dem Rücken versucht vom Boden aufzustehen. Oder er hilft mit, einen schweren und  vollbeladenen Schubkarren zu stossen. Sie  haben dann stets grosse Freude und bedanken sich.

Samuel und ich beobachteten auch, dass in Mussoorie sehr viele indische Touristen sind, welche sich austoben möchten. Sie trinken viel Alkohol, essen enorm viel Fleisch, Rauchen eine nach der anderen und die Frauen tragen Miniröcke-kürzer könnten sie nicht mehr sein… Dieses Bild der indischen Gesellschaft war  für uns eher fremd.

Am Freitag, 23.9. machten wir  eine Wanderung. Anfänglich war kein Nebel vorhanden, somit hatten wir einen  schönen Blick auf ein Tal und auf die weissen Gipfel des Himalayas.

Auch am nächsten Tag hatten wir eine kurze Wanderung gemacht, diesmal in die andere Richtung von Mussoorie. Im Lonely Planet hatten wir zuvor noch gelesen, dass es einen schönen Uhrenturm gäbe zur Besichtigung. Wir wollten ihn auch sehen. Als wir laut Kartenbeschrieb am richtigen Ort standen, sahen wir keinen Uhrenturm. Ein älterer Mann erzählte uns dann zugleich, dass unser gesuchter Turm gar nicht mehr existiere. Genau, wir sahen ein grosses Loch im Boden und Arbeiter, welche schweres Gestein hin und her fugten. Nun gut, vielleicht wenn wir nächstes Mal in Indien sind, treffen wir einen atemberaubenden, farbigen, wundervollen und mächtigen Uhrenturm an… hahaha!

Am Abend war es dann soweit, für Samuel gab’s ein Highlight. Da die Temperaturen eher kühl (halt wie CH- Temperaturen) waren, entschloss er sich, endlich nach 3 Monaten einmal Joggen zu gehen. Wow!!! Er  genoss es sichtlich und freute sich riesig darauf. Ich als eher unsportliche entschied mich für Skypen mit meiner Familie 🙂

Samuel sagte mir, dass er nach dieser Runde doch schwache Beine und  Muskulatur
verspüre und auch ein leichtes Brennen in der Lunge. Es sei ein komisches Gefühl gewesen. Jedoch ist er nun noch viel motivierter sich bald wieder seine Schuhe  anzuschnallen und loszurennen.

Nach diesem Tag freuten wir uns auf’s Bett. Kurz vor dem Einschlafen hörten wir aber ganz lautes Hundebellen. Sicherlich waren es ca. 10 Hunde die ihre Stimme prüften… Hmmm… Kurz darauf ging der Kanon los, zum Hundegebell hörten wir dann, dass mehrere Leute vor unserem Hotel einen Lieferwagen leerten und somit sehr viele Eisenstangen auf den Boden warfen. Weiss der Kuckuck weshalb dies nach 22.00 Uhr noch notwendig war… Wir konnten bei diesem saumässigen
Krach natürlich nicht schlafen. Wir ärgern uns nicht mehr über solche Dinge.
Wir schauen uns dann immer an und beide sagen: „ das isch ebe Indie…“   Samuel stand dann irgendwann auf und holte aus seinem Rucksack Ohropax. Perfekt. Samuel und Nora schliefen wie Engelchen 🙂

Am morgen früh ging‘s wieder los. Laute Musik, Geschwätz, Telefonate, Hundegebell, diverse Hindu Gebete mit Glockenläuten, Gesänge und ein Moslem der vom Minarett zum Gebet aufrief…

Nicht sehr ausgeruht aber motiviert entschieden wir uns am Sonntag, 25.9. eine lange Wanderung zu machen. Es war ein anspruchsvoller  Weg zu einem
Tempel auf dem Benog Hill. Unsere Füsse trugen uns ca. 24 km durch dichten Wald
(fast Urwald) auf schmalen Wegen. Wir genossen die Ruhe.

Weit und breit keine Wanderer, zwischendurch kreuzte uns ein Einheimischer auf dem Töff.  Die Schwierigkeit bestand darin, dass in Indien wenig angeschrieben ist.
Es sind keine gelben, dreieckigen Wanderwegsignale  vorhanden. Man muss einfach mal Wandern auf Gut Glück.  Die Natur war wunderschön und wir staunten ab jeder Kleinigkeit.

Wir sahen Vogelarten welche wir noch nie zuvor gesehen hatten, wir hörten den vielen verschiedenen Geräuschen zu…  Alle unsere Sinne waren offen für den Zauber
der Natur. Wir hatten bei einer  Stelle das Gefühl, das wir Schlangen begegnen könnten, deshalb sprachen wir laut oder stampften stark  auf den Boden zur
Verscheuchung dieser Tiere. Besonders ich war ein wenig ängstlich, da ja kurz zuvor im Ashram eine Kobra ihr Unwesen trieb.

Auf dem Hügel wurden wir dann mit einem kleinen Tempel belohnt. Wir hatten uns einen kurzen rast verdient, danach ging‘s wieder steil bergab.

Phuu, es war ein anstrengender Tag. Samuel hatte Muskelkater (das chunt haut vom Jogge) und ich hatte eine Blase am Zeh (das chunt haut dervo wenn me immer nur d Flip flops a het).

Am nächsten Tag verliessen wir Mussoorie wieder.  Als wir den Hügel runter fuhren nach Dehra Dun, hatten wir einen wirklich üblen Buschauffeur. Diese kurvige Strasse war von sehr schlechter Qualität, der Fahrer raste, überholte an gefährlichen und unmöglichen Stellen andere Fahrzeuge und nahm überhaupt keine Rücksicht auf die Mitfahrer. Ein alter Mann, welcher Mühe hatte mit Gehen fiel fast zu Boden, weil der Buschauffeur bereits losraste bevor der Mann seinen Platz einnahm.  Auch unsere
Sandwichs konnten wir nicht einmal richtig essen. Es wurde uns eher schlecht davon. Normalerweise hätte man für diese Strecke ca. 60 min. Wir waren in 40
min. unten angelangt. Wir hatten ja nun schon einige Busfahrten erlebt, aber diese Fahrt war wirklich Horror…   Gott sei Dank sind wir heil in Dehra Dun angekommen. Dort mussten wir 3 Stunden auf den nächsten Bus warten. Die  Fahrt ging weiter nach  Nainital.  Uns erwartete eine 12 stündige Busfahrt durch die Nacht. Wir merkten dann aber schnell, dass wir ein bisschen aus der Übung gekommen sind. Die letzten Reisen waren entweder mit dem Zug und da konnte man schlafen, oder mit dem tagsüber mit dem Bus welche nur von kurzer Dauer waren. Man spürt es dann halt doppelt, wenn man sich mehrere Wochen sehr angenehm (für indische Verhältnisse) fortbewegt hat. Diese Fahrt war somit verbunden mit Schlaflosigkeit, Rückenschmerzen und Sehnen nach einem Stopp oder Endziel. Das einzig Positive an dieser Fahrt war der super freundliche Kontrolleur und ein sehr professioneller  Buschauffeur der sicher und vorallem nicht so schnell fuhr.
Unser erster Stopp war  wieder eine neue Erfahrung und zeigte uns, dass man nicht nachlässig werden soll.  Das Gepäck im Bus gelassen, stiegen wir aus und wollten uns auf unseren lieben Chai stürzen. Schnell wurden wir dann darauf hingewiesen unser Gepäck nicht aus den Augen zu lassen (es soll an diesem Ort viele Diebe haben).  Tatsächlich schlichen diverse Menschen um den Bus und zeigten Interesse an  unserem Gepäck. Ich war die Wache und mit meinen Adleraugen beobachtete ich alles ganz genau.  An diesem Ort war es mit nicht so wohl. Aller schauten mich an und es wurden vor allem nonverbale  anzügliche Bemerkungen gemacht. Dieses Erlebnis zeigte mir wieder einmal mehr,  wie anstrengend es ist, alleine als Frau in diesem Land zu reisen.

Früh am Morgen um 5 Uhr erreichten wir dann Nainital. Wir waren froh endlich am Ziel angelangt zu sein. Das erste Bild, dass wir erblickten war der schöne See von Naintal.

Zu unserer Verwunderung sahen wir aber noch einen für uns ungewohnten Anblick. Joggende Inder und sportreibende ältere Damen und Herren. Samuel hatte seine Freude bei diesem Anblick. Naintal ist eine sportliche Stadt und hält sich fit. Wir haben aber auch das Gefühl, dass die Inder vor allem morgens Sport treiben. Dann ist es noch ruhig und die Strassen sind frei. Wir haben auch von diversen Einheimischen gehört, dass man den Morgen zwischen 4-6 nutzen sollte, da in dieser Zeit am meisten Energie vorhanden ist.

Nainital liegt auf 1938 m und ist um einen tiefen grünen Vulkansee herumgebaut. Auch diese Hill Station wurde von Briten erbaut. Wir waren wieder einmal begeistert von diesem schönen Rückzugsort weit weg vom restlich pulsierenden Indien.  Nach dem Einchecken in ein Hotel vereinbarten wir mit dem jungen Mann 2 Nächte an diesem Platz zu bleiben. Wir waren froh so ein Schnäppchen gefunden zu haben, denn die Preise für die Zimmer sind überdurchschnittlich hoch in Nainital. Es ist halt eine Hill Station und sehr touristisch. Wir genossen den Tag und am Abend sagte uns einer vom Hotel, wir müssen raus.  Es folgten Diskussionen, aber wir konnten nichts dagegen tun, wir mussten aus dem Hotelzimmer, da der eine Angestellte bereits eine andere Reservation angenommen hatte. Supi, so wurde uns bewusst, dass wir am nächsten Tag ein neues Hotel suchen mussten.

Am nächsten Morgen (28.9.) besuchten wir am frühen Morgen zum ersten Mal eine kath. Messe. Mit uns waren noch 3 junge Männer- kein Wort hatten wir verstanden,  alles war auf Hindi. Trotzdem war es eine sehr spannende Angelegenheit für uns.

Nachdem wir uns mit einem Chai gestärkt hatten, wussten wir, dass wir uns nun auf Hotelsuche machen mussten….

Wir rechneten mit  enormen Preishöhen.  Im Lonely Planet- unserem treuen Begleiter- sahen wir, dass Nainital sogar eine Jugi hat. Diese wollten wir uns anschauen, da die Preise dort natürlich eher tief waren. Die Jugi war eine längere Distanz entfernt vom Zentrum und  wurde an einem Hügel gebaut.  Die Zimmer waren auch nicht wirklich nett. Somit sagten wir ab und gingen zurück ins Zentrum. Relativ rassig fanden wir dann ein anderes Hotel. Es war zwar deutlich teurer, jedoch
wirklich auch schön und gut gelegen.

Nach der Hotelzüglerei  entschlossen wir uns, den Bergzoo von Nainital zu besuchen. Es  hat dort diverse Vogelarten, einen Schwarzbär, Leoparden, Rehe, Tiger, Hirsche usw.

All diese Tiere sind aus dem Himalayagebiet. Der Zoo war eher einfach und kaum zu vergleichen mit dem Basler- oder Zürizoo 🙂

 

Am Nachmittag endschieden wir uns auf dem See Pedalo zu fahren. Das war ein Spass. Wir haben noch einen sehr grossen toten Fisch gesehen, welcher auf der Wasseroberfläche schwamm.

Gesättigt von diesem Tag mussten wir uns also dringend eine Verschnaufpause im  Café coffee day gönnen. Seit wir in Indien sind ist das unser Stammlokal. Jedoch ist es teuer und Luxus, aber es bietet erstklassigen  Cappuccino und Eiscafé.

Zurück in unserem Gästehaus wollten wir uns auf der Dachterrasse ausruhen und einen Tee trinken. Typisch für Indien, wurden wir natürlich nach kurzer Zeit schon vom Chef angesprochen. Man ist halt eben nie alleine. Es ist langsam normal und wir haben uns schon daran gewöhnt. Es gehört hier zur Kultur, dass man den Austausch fördert und überall und mit jedem einen Schwatz hält. Wir wurden dann herzlich in sein Musikzimmer eingeladen, wo er uns ein Whiskey zeigte, den er gerne konsumiert  es ist nicht üblich das Hindus Alkohol trinken). Mit seinen Songs auf der Gitarre die er durch seine Stimme begleitete, forderte er mich auf doch zu tanzen. Ich wollte das in diesem Moment aber nicht. Ich kannte ihn ja erst seit 10 Minuten und ich war nicht gerade in Tanzstimmung. Weil ich keinen Tanz vorführte und er dadurch das Interesse verlor, wechselte er auf philosophische Themen um. Es war lustig mit ihm, doch hatten wir nach einer gewissen Zeit genug. Interessant ist, dass ich es noch
nie im Arbeitsalltag einen Chef gesehen hatte, der so viel Zeit mit Gästen verbrachte ohne zu arbeiten.

Später sind dann noch um den See gelaufen. Man kann ihn so ca. in einer Stunde umrunden. Auf unserem Spaziergang sahen wir in einem Tempel  ein spezielles Feuerritual.
Es ist immer wieder spannend diesem fremden Brauch zuzusehen. Manchmal haben
wir das Gefühl  100 Jahre in der Vergangenheit zu leben, wo noch Tiere geopfert  wurden um die Götter zufriedenzustimmen.

Der nächste Tag bestand dann nur noch aus relaxen und bei einem Chai die Sonne zu geniessen.  Der Bus zur Weiterfahrt nach Banbasa  fuhr um 13.00 Uhr ab los.

Banbasa erreichten wir dann am späten Nachmittag. Es ist ein kleines Dorf, welches nicht viel zu bieten hat ausser Märkte mit allerlei Essen und ein paar Hotels. Es liegt noch auf indischen Boden und ist 5 Kilometer von der nepalesischen Grenze entfernt. Wir wussten, das würde unsere letzte Nacht auf indischem Boden sein. Nach einem Znacht gingen wir in unser Zimmer. Oje, zu meinem Schrecken, verfügte dieses
Hotelzimmer über enorm viele Mitgesellen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welche Tierchen wir angetroffen hatten… Mmmh,  Samuel war mein Retter. Jedes einzelne krabbelnde Tier hat er lebendig aus dem Zimmer gerettet.

Manchmal auch ein wenig mit einem mulmigen Gefühl. Das Problem ist, dass wir hier Tiere sehen, welche wir noch nie gesehen haben und somit auch nicht wissen ob sie stechen, beissen, gefährlich sind, Krankheiten übertragen und und und…Ich
war froh, als wir am morgen früh dieses Abstellkämmerli verlassen konnten. 🙂

Von unserem Hotel fuhren wir ca. 5 km mit einer Fahrradrikscha. Er brachte uns soweit er durfte an die nepalesische Grenze. Danach mussten wir noch mehrere km mit unseren schweren Rucksäcken marschieren. Der Weg führte über eine Brücke, der Fluss teilte die 2 verschiedenen Länder.

 

Als wir dann endlich bei einer Hütte ankamen, wo Office drauf stand, dachten wir, nun endlich in Nepal und jetzt können wir das Visum ergattern. Der Angestellte sagte uns dann aber, dass er nur einen Stempel in unseren Pass machen müsste, dass wir jetzt aus Indien ausreisen werden. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lange es dauerte bis  er diesen Stempel machte. Natürlich geht alles viel länger und man schwätzt ja noch mit allen  Leuten, die vorbeikamen.

So, der Marsch ging weiter, bis wir dann endlich auf nepalesischer Seite angelangt waren. Die Visa erhielten wir relativ rassig und somit stand uns nichts mehr im Wege definitiv in das Land einzutreten.  Wir freuten uns darauf. Was wartet wohl in Nepal alles auf uns?!?! Den ersten Kontakt mit Nepal und Essen machten wir an der Grenze. Freundlich wurden wir empfangen und hungrig wie wir waren, bestellten wir das einzige Menu das es gab. Als es dann endlich kam, bemerkten wir, dass es Ziegenfleisch mit Sauce und Chapati  gab. Uns wurde nichts von einem Fleischgericht gesagt. Für mich als Vegetarierin war dies ein bisschen enttäuschend und  auch Samuel hatte nicht besonders Freude daran, dieses (wer weiss wie) zubereitetes  Fleisch zu verspeisen. Mit noch hungrigen Mägen  verliessen wir das Lokal. In diesen Momenten spürten wir schon, dass Nepal sicher liberaler ist als Indien was das Essen anbelangt… Schliesslich gabs in Indien sehr wenig Fleisch und meist Chicken. Normalerweise kriegt man bei Bestellung nur vegetarisch, deshalb gingen wir davon aus, dass dieses Mahl auch vegetarisch sein wird. Aber nix da…

Nepal ist die Wasserscheide Asiens. Das –zwischen Indien und Tibet liegende- Land, reicht von subtropischem Dschungel bis zu den eisigen Höhen des Himalayas.  Zehn der höchsten Berge  der Welt gehören ganz oder auch nur teilweise zu Nepal.

Die Kultur ist auch sehr vielfältig. In diesem kleinen Staat werden 50 Sprachen und Dialekten  gesprochen, in dem sich Hinduismus und Buddhismus mit Naturverehrung und Schamanismus verflechten.

Nepal wurde übrigens nie kolonisiert und somit werden wir wohl keine, von Engländer gebauten Kirchen, Schulen oder ganze Ortschaften antreffen wie in Indien.  Eine Schattenseite ist aber auch, dass Nepal bis vor kurzem  immer von seinen
übermächtigen Nachbarn abhängig war.

Als wir dann über die  indisch-nepalesische Grenze eintraten, fuhren wir mit dem Bus in das Dörfli Ambasa. Während der Fahrt gab’s regelmässige Stopps weil die Polizei und Armee  diverse  Checks machte, ob jemand vielleicht einen Feuerkörper oder gar eine Bombe bei sich hat. Unsere Taschen hatten sie nie sehen wollen. Wahrscheinlich sehen Samuel und ich wirklich nicht nach Terroristen oder ähnlichem aus. Gutes Gefühl. :-)Nein, man sagt, dass sie die Touristen meist in Ruhe lassen, denn wenn sie etwas falsch machen würden bei uns und wir dies an eine höhere Stelle rückmelden würden, könnten die Angestellten den Job verlieren und grosse Probleme kriegen.  Als wir aus dem Bus stiegen sahen wir 3 kleine Holzhütten bei denen Pommes – Chips und ähnliches verkauft wurde. Das war also Ambasa. Gut wo werden wir schlafen? 🙂
Wie in Indien standen wir aber nicht lange alleine und mehrere junge Männer wollten uns für ihre Gasthäuser  anwerben. Wir entscheiden uns dann für eins,
welches im Dorf  Thakurdwara war. Die Lage ist nah beim Bardia National Park welchen wir besuchen wollten am nächsten Tag.  2 junge Männer nahmen uns dann auf ihre Töffe. Jösses, kommt das gut??? Diese Frage schwirrte in meinem Kopf
herum. Diese enormen holprigen Strassen und wir hatten ja unser ganzes Gepäck
bei uns. Das ist nicht gerade ein Fliegengewicht…

Die ca. 5 km lange Fahrt verlief schlussendlich nicht schlecht und wir kamen heil in diesem Dschungelresort an. Wow!! Abgelegen von der Zivilisation tief in der Natur. Wir konnten uns entscheiden ob wir in einer  aus Lehm gebauten Hütte schlafen möchten oder in einem Zelt. Samuel und ich entschliessen uns fürs Zelt, mit der Open Air Dusche und WC. 🙂

Wir waren völlig begeistert und erst als es dunkel wurde sagte ich zu Samuel: „ chani di immer wecke wenni ir Nacht ufs WC muess, evtl. wartet jo e grossi Spinnele oder e giftigi Schlange uf mi.“ Er sagte wie immer lieb und geduldig: „ jo das cha guet si, das du die Tier atriffsch, aber darfsch mi sicher wecke.“  Ich war beruhigt über seine Aussage. Aber doch liess mein Stolz es nicht zu, ihn zu wecken. Oder vielleicht dachte ich, wenn Samuel nun so schön schläft und träumt muss ich ihn ja nicht stören… 🙂

Am nächsten Morgen gingen wir sehr früh mit einem Guide und bewaffnet mit einem grossen Stock in den  Bardia National Park.

Bewusst haben wir diesen ausgewählt, weil dieser noch nicht so touristisch ist wie andere hier in Nepal.  Wir liefen wirklich kilometerweise und haben nicht einen einzigen Touristen angetroffen.
Die „Wanderung“  führte uns durch Schlamm, sehr hohes Gras, Wald, auf Steine einem Fluss entlang, durch dichte Gebüsche, über eine schwankende Hängebrücke…

Alles war sehr beeindruckend und wir waren immer sehr gespannt welche Tiere wir sehen würden. Bei jedem Geräusch waren wir still und horchten… Wir sahen  Krokodile,

eine der giftigsten Schlangen,diverse Rehe, Affen, gefährliche Nashörner,

 

Wildschweine, viele verschiedene Vogelarten usw… Tiger und wilde Elefanten haben wir leider nicht gesehen. Nur die frischen Fussabdrücke welche sich im Schlamm sichtbar machten.

Was uns nicht gefiel waren die üblen Blutegel. Diese „Blutsauger“ klebten an uns überall… An den Kleidern, Schuhen und sogar unter den Kleidern an den unmöglichsten Körperstellen. Zum Glück haben wir gute Schmerzrezeptoren und wir spürten das Saugen. Wie auf Nadeln suchte ich immer nach all den wurmähnlichen Tieren.  Am Stock, welchen wir mit dabei hatten, war ein kleines Bündel  angebracht. Es war mit Salz gefüllt. Somit konnten wir  stets nach dem Ansaugen der
Blutegel  das Salzbündel fest an sie drücken und dann entfernen. Man kann sie mit Salz oder auch mit einem Feuerzeug entfernen. Ja, sie ekelten uns schon ein wenig und sie hinterliessen am ganzen Körper  Pünktchen oder Blutspuren.

Ich frage mich in solchen Momenten manchmal, ob der liebe Gott wohl will, dass ich den Ekel  gegenüber all diesen Tieren ablegen muss. Falls ja, ich denke er wird’s erreichen, denn hier muss man sich mit Tieren anfreunden, welche wir in der Schweiz gar nicht sehen.  Und Samuel erwähnt auch immer, dass ich schon Fortschritte gemacht habe. 🙂

Am Abend waren wir völlig müde von der Hitze, dem langen Gehen und dem Suchen und Bekämpfen der Blutegel.

Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen bereits wieder weiterreisen,

jedoch entschieden wir uns dann für einen Relax-tag. Wir schliefen lange aus,  machten einen kurzen Spaziergang, assen nepalesische Gerichte und lasen sehr viel.

Erholt konnten wir dann am Tag darauf  (4.10.) weiterreisen. Wieder mit dem Töff und unserem Gepäck brachte uns  der Hotelbesitzer zur Busstation. In Nepal gibt’s keine Züge, somit ist man Gezwungen in die vollgestopften und unbequemen Busse zu sitzen.  Der schlechte Zustand der Strassen ist ein grosses Problem. Busse kommen oft nur sehr langsam voran und jede Weiterreise raubt enorm viel Zeit.  Somit waren wir wieder einmal mehr einen ganzen Tag im Bus. Das Highlight war ja aber ganz klar
die Mitgefährten. Mit uns und anderen Menschen waren noch 2 Hühner, eine
Ziege  und einen Hund. Alle lagen natürlich gerade bei uns. Die Ziege legte den Kopf mal zu Samuel auf die Füsse und nach rassigen Kurven lagen auch die Hühner unter unseren Sitzen.  Ach Gott, das war amüsant. Ein Wunder, dass wir nicht noch unsere Sitze mit Schlangen und Kühen teilen mussten… 🙂

Phuu, als wir dann in unserem Wunschziel Lumbini ankamen,  fanden wir auch gleich auf Anhieb ein schönes Guesthouse.  Es wird von einer sehr freundlichen Familie geführt, welche sehr auf das Wohl der  Gäste achten.

Schnell bemerkten wir, dass ein grosses Festival in ganz Nepal war und die Leute sind am Feiern. Alle Läden und Banken haben geschlossen, sogar die Restaurants, es wird gesungen und die Einheimischen haben dann ein richtiges Familienfest, wobei die Eltern ihren Kindern, Grosskindern usw.  eine Segnung sprechen und ein Zeichen auf die Stirn setzen.  Überall war Musik und viel Lärm zu hören.   Genau vor unserem Zimmer wurde auch eine Bühne aufgestellt und von morgens um 06.00 Uhr bis nachts um 24.00 Uhr wurden Gebete gesprochen oder gesungen. Samuel und ich waren manchmal froh über den Stromausfall, den es auch in Nepal regelmässig gibt. Somit verstummte der Sänger, welcher lauthals ins Mikrophon brüllte…

Lumbini kennt ihr vielleicht? Das ist für eine Milliarde Buddhisten der Welt, ist es der Ort an dem alles begann. Buddhas Geburtsort ist die historisch bedeutendste Stätte Nepals.

Erstaunlicherweise trafen wir im Lumbini Zentrum wenige Buddhisten, es waren  mehr Hindus anzutreffen.

Am nächsten Tag (5.10.) gingen wir in ein gemütliches Restaurant frühstücken. Als wir bezahlten und unser Rückgeld  erhielten, sahen wir, dass der Typ uns doch tatsächlich Plastikgeld übergab. Wir reklamierten natürlich gleich, wir wollen dieses Geld sicher nicht.  Er lächelte frech und sagte nur in Nepal  sei das kein Problem, das nehme schon jemand. Wir blieben aber hart und sagten,  er solle somit das Geld behalten und anderen weitergeben, wenn das ja anscheinend kein Problem sein sollte es weg zu kriegen.  Er äusserte sich nicht dazu und wir erhielten frische und echte Noten.

Auf unserem Tagesprogramm stand der heilige Garten, welche sämtliche  archäologischen Schätze beherbergt, die mit Buddhas Geburt in Verbindung gebracht werden.

Im heiligen Garten sollte Buddha geboren sein und kurz nach seinem Tod wurde dieser Ort als heilig erklärt worden.  Die Archäologen fanden  einen rotbraunen  70 cm langen  Markierungsstein, welcher  König Ashoka  an der genauen Stelle von Buddhas Geburt platziert haben soll.  Dieser ist nun in kugelsicherer Glasvitrine.

Auch war die Ashoka-Säule gleich in der Nähe, das ist Nepals ältestes Monument.  Das Herzstück des Heiligen Gartens ist aber der Tempel Maya Devi Mandir, dessen
Ziegel auf etwa 300 v. Chr. Zurückgehen. Somit ist er Nepals ältestes Bauwerk.
Das Originalmauerwerk wurde im Jahre 2003 restauriert und  mit schlichtem Bau umgeben.

Zudem hat’s in dieser ruhigen Anlage diverse Tempel, welche wir uns auch  anschauten. Es war fast ein Schönheitswettbewerb welcher der schönste Tempel  gebaut hatte.

Am Abend wurden wir dann von  unserem Hotelbesitzer zum Essen eingeladen. Seine Familie kochte auch für  Samuel und mich. Es gab eine klassische nepalesische Spezialität… Mmmhh, lecker  war‘s…  Ihm war sehr wichtig, dass wir  als Schweizer  die nepalesische Kultur  ein wenig besser kennenlernen können. Das sagte  er uns immer und immer wieder.

Nach dem Essen sassen wir dann  mit einer deutschen Familie noch lange draussen auf der Terrasse und  diskutierten über Gott und die Welt. Die Eltern sind ca. 35 Jahre alt und  ursprünglich aus Deutschland, leben aber seit 11 Jahren nun in England. Sie  haben 2 kleine, zuckersüsse Kinder. Die Frau ist Archäologin und arbeitete  mehrere Male in Afghanistan, Pakistan, Iran und Indien. Sie ist war schon als  junge Frau viel auf Reisen und nun zog es sie mit der ganzen Familie weg. Sie
werden ca. 10 Monate unterwegs sein. Es war sehr spannend mit ihnen die Zeit zu
verbringen und immer mussten wir sagen Chapeau, wie sie das mit diesen 2  Kindern gut meisterten.  Indien mit  Kindern ist ja wohl nicht so einfach und  Nepal auch nicht…  🙂

Am  6.10. wollten wir eigentlich ein Velo mieten. Lumbini mit dem Radl besser kennenlernen. Da wir aber auf Grund des  Festivals lange ein Restaurant suchen mussten  (weil alles geschlossen war) und wir nach dem Frühstück wieder mit den
deutschen Kindern Zug fahren und andere Sachen spielten und lange Gespräche
führten mit deren Eltern, wurde es zu spät. Somit entschlossen wir uns alle  zusammen zum lokalen Festival zu gehen. Es wurde auf einer Bühne ein Drama
nachgespielt. Es geht um den Konflikt zwischen Göttern und Dämonen.

Es war sehr amüsant. Wir verstanden ja nichts,  aber die Hauptdarsteller  präsentierten sich in farbigen, glitzernden Kleider  und sie waren sehr stark geschminkt.  Die  Organisation liess aber zu wünschen übrig…  Die am Boden sitzenden Zuschauer wurden von der einen Ecke zur  anderen geschickt  und wieder zurück. Es war ein Vergnügen dem  Ganzen Schauspiel zuzuschauen… 🙂
Und besonders die Kinder hatten den Plausch…

Am nächsten Tag ging die Reise wieder weiter. Wir standen wie abgemacht um 05.45 (die Zeit mit den aggressivsten Moskitos) bereit, um abgeholt zu werden  um zu einer Busstation gefahren zu werden. Unser Ziel war Pokhara.

Ach diese Busfahrt war wieder mal ganz schlimm. Die schlechten Strassen, die schmalen Sitzen, der vollgestopfte  Bus. Wir machten keinen einzigen Halt. Nicht zum Essen und zwischendurch wäre auch eine Pinkelpause notwendig gewesen…. Unsere Rettung  war dann am frühen Nachmittag die Panne.
Plötzlich machte es Päng und der Reifen platzte. Weit und breit aber nichts zu
essen, jedoch konnten wir zumindest mal Pinkeln…

Als die Fahrt dann wieder sicher weiterging, klopfte es erneut… Der Fahrer hatte wohl auch ein wenig Hunger, er streifte mit einer rassigen Geschwindigkeit einen Felsen. Eisenstangen waren  völlig verbogen und fielen sogar ab. Da das Ereignis natürlich genau auf  unserer Höhe passierte, konnten wir danach das Fenster nicht mehr schliessen.  Geröll kam in hohem Bogen daher und überschüttete mich und den hinter mir fast vollkommen. Minime Kratzer blieben  zurück, sonst war glücklicherweise nichts geschehen.  Um etwa 17.00 Uhr kamen wir dann mit einem
Loch im Bauch in Pokhara an.  Endlich geschafft. Auch diese Fahrt bleibt uns nicht in liebender Erinnerung!!

Wir fanden dann relativ schnell wunderschönes Gasthaus. Es wurde neu gebaut. Wir hatten wohl noch nie ein solch sauberes Bad gehabt…  Die Leute  sind sehr herzlich und zuvorkommend. Es gefällt uns hier…

Am 8.10. gingen wir am Morgen nochmals zu einem Arzt. Ich habe noch immer, oder wieder linksseitige Ohrenschmerzen. Mir war wichtig, dass ich nun zu einem Arzt gehen kann, welcher  Ohrinstrumente besitzt und nicht nur mit der Taschenlampe ins Ohr zündet. Was  soll man so sehen!?!  Wir fanden einen  wirklich guten. Und tatsächlich untersuchte er mich sehr seriös und kompetent.  Ja, ich habe eine Mittelohrentzündung. Es kann sein, dass die erste gar nie richtig abgeheilt war oder nun bereits eine zweite in Anmarsch ist. Auf alle Fälle verordnete er mir wieder eine Palette von Medikamenten welche ich nun einnehmen mustes inkl. Ohrentropfen. Und nach 5 Tagen wollte er mich wieder sehen und kontrollierte die Ohren. nun ist alles wieder perfekt. Die Konsultation war teuer. Im Vergleich zu den andern… 🙂

Nach dem Arztbesuch wollten wir noch ein Museum besuchen. Jedoch war auch
dieses geschlossen. Wir liefen durch die Stadt Pokhara. Uns  gefällt sie gut. Der Kontrast dieser Stadt ist deutlich, ein üppiges Tal, einen  schönen See und an klaren Tagen die beinahe uneingeschränkte Sicht auf die mehr als 8000 m hohen Himalayaberge….

Am nächsten Tag machten wir eine  Tageswanderung zur Weltfriedenspagode, ein Wahrzeichen der Region in 1113 Meter Höhe. Es ist ein buddhistisches Bauwerk und wie der Name es schon sagt, steht  es für den Weltfrieden. Auf uns hat das grossen Eindruck gemacht und wir fühlten uns an diesem Platz einfach wohl.

Der Ausblick von dieser Pagode war atemberaubend und zeigt eindrücklich diese grossartige nepalesische Landschaft.

Unsere Wanderung ging dann noch weiter vorbei an kleinen Dörfern von wo uns die Kinder immer wieder entgegenkamen und uns lauthals mit Namaste begrüssten. Wir durchquerten Dschungel und liefen auf schmalen Pfaden.

Am späten Nachmittag erreichten wir glücklich und zufrieden Pokhara. In einem sehr guten Restaurant assen wir dann unser Abendessen. Die Tochter es Familienbetriebes wollte dann unbedingt meine Fingernägel anstreichen. Ich liess es natürlich zu, im Wissen, dass es bestimmt wundervoll aussehen wird und ich nicht einmal etwas zum Abschminken hatte. Aber Desinfektionsmittel hilft für alles.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Organisation für unseren zukünftigen Trekk, welchen wir machen möchten. Wir waren den ganzen Tag beschäftigt uns Information in Büros und im Internet zu holen. Samuel wusste schon von der Schweiz wie aufwändig es ist Touren in Bergregionen zu planen. Unsere Limite ist das Geld und wir wussten, dass dieser Teil unserer Reise am meisten Kosten wird. Am Abend trafen wir dann noch eine tibetische Frau am See die uns ihren Schmuck verkaufen wollte. Sie erzählte uns von ihrer Leidensgeschichte und Flucht von Tibet nach Nepal. Es berührte uns sehr und zeigte uns wie sehr die Tibeter von den Chinesen unterdrückt werden.

Es ist heute der  11.10. Wieder entschieden wir uns für eine kürzere Halbtageswanderung.

Unser Ziel war Sarangkot auf 1590 Meter. Es ist der mit Abstand beliebteste Aussichtspunkt in der Umgebung. Die Berggipfel erscheinen von hier aus noch näher als von der Friedenspagode. Weil das Leben hier sehr früh startet, sind wir nun auch chronische Frühaufsteher geworden. Um 06:20 waren wir bereit für grosse Taten. Nach knapp 2h grosser Anstrengung erreichten wir unser Ziel. Wir wurden belohnt mit einem wundervollen Ausblick. Klar konnten wir die Annapurnas sehen sowie den
Machhapuchhre.

Es ist einfach ein schönes Gefühl, so nah am Himalaya zu sein. Zurück in Pokhara trafen wir noch einen Führer um mit ihm über verschiedene  Trekks zu reden. Nicht
unbedingt wollten wir den Annapurna machen oder die Everest Region, denn im
Moment sind alle Leute dort. Es herrscht Hauptsaison in Nepal und viele
Touristen kommen hierher um zu Trekken. Wir suchten einen ruhigeren Trekk mit
weniger Menschenmasse.

In erster Linie ist Nepal ein Land, in dem man unberührte Dörfer und die Schönheit der Landschaft mit ihren terrassierten Berghängen auf sich wirken lassen kann.  Wir sind gespannt und interessiert was wir noch alles sehen dürfen davon!

Mehr als 3 1/2 Monate sind nun vergangen seit unserer Wegreise aus der Schweiz.  Wir haben so vieles gesehen, erlebt, gefühlt.
Die Zeit vergeht so schnell. Das Reisen ist nicht immer einfach und bringt uns
manchmal an die Grenze. Als  mich eine Freundin am Anfang der Reise fragte wie wir Indien empfinden? Gab ich unter anderem zur Antwort: Indien ist fordernd…. Darauf antwortete sie, Indien ist wie das Leben, es fordert. Nun sind wir eingespielt und es macht uns sehr Spass. Trotzdem nehmen wir jegliche Gefühlsschwankungen wahr und auch an. Manchmal freuen wir uns enorm an jeder Kleinigkeit, manchmal sind wir traurig, nachdenklich, ruhig. Wir sehen viele Dinge die uns beschäftigen und darum sprechen wir viel über das Gesehene oder Erlebte… Aber immer fühlen wir eine grosse Dankbarkeit, dass wir diese Reise angehen durften, dass es uns so gut gefällt, wir so vieles dazulernen können, eine neue Kultur und diverse Religionen  hautnah erleben dürfen. Wir sind glücklich!!!!!! Wir leben ganz intensiv im Jetzt und geniessen jeden Moment.

 

Wir wünschen euch, dass ihr auch immer intensiv im Jetzt leben könnt, obwohl das im Alltag sehr schwierig ist. Nehmt euch zwischendurch Zeit  um Kraft zu tanken und schaut gut zu euch. Wir tun‘s auch.

Liebe Grüsse Samuel und Nora

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