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Archive for September 2011

So, hier sind wir wieder. 🙂

Für unsere Weiterfahrt durch Rajasthan, entschieden wir uns zum ersten Mal einen „Deluxe-Bus“ zu leisten um nach Jaisalmer zu gelangen. Da es in den Bussen wenig Platz hat fürs Gepäck, mussten wir dieses im Kofferraum verstauen. Wir erfreuten uns darüber, dass wir nun das Gepäck nicht auf dem Dach lagern mussten oder innerhalb des Busses, so hatten wir mehr Platz. Aber alles hat ein Hacken in Indien. Wir mussten 40 Rupies Aufpreis bezahlen und dazu kam, dass wir am Endbahnhof unsere Rucksäcke völlig  verdreckt und nass vorfanden. Zurück zur Fahrt. Diese war anfänglich sehr angenehm. Die Sitze sind grösser und somit hat man mehr Bewegungsfreiheit. Aber alles kann sich schnell ändern.  Der Bus füllte sich und es wurde immer enger. Die Leute drängten sich herein, kletterten fast übereinander. Plötzlich hatte auch ich keinen ganzen Sitz mehr. Neben mich setzte sich eine stark voluminöse Frau hin. Sie hatte ein Kind dabei, welches dauernd an meine Beine stupste :-).  Nora und ich teilten uns somit einen Sitz. Stark begleitet von diversen vermischten Düften… 🙂  Soll das eine Deluxe fahrt sein??? 🙂

Angekommen in Jaisalmer wurden wir wieder von aufsässigen Rikschafahrern belagert- es war schon lange nicht mehr so intensiv wie dort.

Jaisalmer wird auch die goldene Stadt genannt, weil die Havelis, die Festungen und Paläste alle aus einem gleichen honigfarbenen Sandstein errichtet wurden.

Wir besuchten die Festung, die einen atemberaubenden Anblick
bietet.

Wir schlenderten durch die schmalen Gassen, wobei wild rufende Händler uns aus unseren Tagträumen holten.

Ein auf dem Boden sitzender Mann sprach uns auf Deutsch an, er las dann aus den
Händen von Nora. Sie sei eine weise Frau, welche mal ein grosses Haus besitzen
werden und gerne shoppt… (welche Frau nicht? )

Auch schauten wir uns schöne Havelis an.

Ein Haveli ist ein steinverziertes Haus, welches sich über  mehrere Stockwerke verteilt, bunt bemalt ist und sehr dicke Wände besitzt um kühle räume zu erzielen.


In diesem alten Haveli fanden wir wieder mal viele Fledermäuse….

Noch wenn man denkt man sei alleine- nein, in Indien ist man nie alleine.
Fledermäuse hängen am Fenster, Heuschrecken im Bett, Spinnen, Mäuse im Zimmer
und Echsen an der Wand…. Und wenns kein Tier ist, ist immer ein Inder in der
Nähe, welcher alles von dir wissen will…

Wir uns entschieden eine 3 tägige Kamelsafari  durch die Thar-Wüste zu machen. Am frühen Morgen starteten wir. Mit uns waren noch 2 Kanadierinnen und 1 Engländerin. Ich war also der Hahn im Korb. Ob das wohl gut kommt mit diesen 4 Frauen draussen in der Natur. Nora kannte ich, ich wusste, dass sie mit diesen Situationen gut klar kommt. Mr. Kahn und sein Kollege waren unsere Kamelmänner. Die Kamele wurden vor dem Start schwer beladen mit Stroh, Esswaren, Kochutensilien und unserem Gepäck.

Noras Kamel hiess Mr. Johny, meins hiess Alex. Es waren 2 gute Kamele, sie haben uns sicher durch die Wüste geführt.  Bei der Thar Wüste darf man sich kein Dünenmeer erwarten. Sie besteht vorallem aus unfruchtbarem Geröll.

Seit 8 Jahren werden auch intensiv Windräder aufgebaut um Elektrizität in die
umliegenden Dörfer zu bringen. Gut für die Dörfer in der Wüste, schlecht für
das Landschaftsbild. Das romantische Geführl geht dann halt manchmal ein
bisschen verloren…

Der erste Tag begann mit Sonnenschein und warmen Temperaturen- so wie man es sich wünscht.

Hoch zu Kamel durchquerten wir dann die Wüste und besuchten kleine Dörfer wo wir
spielende Kinder beobachten konnten.

Das Dorf steht in der Wüste , scheint sehr einfach zu sein und es wird mehrheitlich
Landwirtschaft betrieben.

Zum Glück trugen einige Kamele Halsglocken, dass war eine gute Abwechslung zum
Geräusch der furzenden Tiere. Die Zügel der Kamele werden an ihrem Nasenpflock
befestigt, dass erleichtert das Steuern (da es ähnlich ist wie ein Piercing,
können sich üble Infektionen bilden. Ein Tier hatte bei der Einstichstelle
sogar Würmer welche sich im Fleisch eingenistet haben)

Wir machten stets nach einigen Stunden Pausen um das Gesäss und die Adduktoren zu entlasten. Auch die Kamele werden während dieser Zeit von der schwerden Last
auf ihrem Rücken befreit und mit Fussfesseln versehen. Meist humpeln sie ein
Stück weg um die umliegenden Gebüsche zu erkunden.

Während dieser Zeit suchten wir Holz um ein Feuer zu entfachen und halfen Mr. Kahn und seinem Kollege so gut es ging beim  Chai machen und Essen vorbereiten. Dabei lernten wir viel über die Kochkünste Indiens.

Wir waren erstaunt, mit welcher Einfachheit man in der Natur ein leckeres Mahl
zaubern kann.

Schlagartig wechselte das Wetter und es regnete in Strömen.  Wir packten schnell unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zu den Sanddünen wo wir unser Nachtlager bei strömendem Regen aufschlugen.

Das ganze war wirklich ein Naturerlebnis und uns gefiel es sehr. Nass bis auf die
Haut versuchten wir nachts dann vergeblich bei starkem Sturm zu schlafen. Unsanft wurden wir am Morgen um 03.00 Uhr geweckt, weil das Dach unseres Wüstenhotels (Plastikblachen) davon flog. So einen sturm haben wir noch nie erlebt. Wir waren wohl die einzigen 2, die es abenteuerlich und lustig fanden!!!!  Nach erneutem Aufbau unserer Unterkunft schien uns die restliche Nacht noch sehr lange….

Am nächsten Morgen regnete es glücklicherweise nicht mehr, sodass unsere Kleider
trocknen konnten. Ich lief dann den Sanddünen entlang um die mogendliche Ruhe
zu geniessen.

Doch wie gesagt, in Indien ist man nie alleine. Ich wurde von einer Ziege Schritt um
Tritt verfolgt.

Der Ritt ging weiter.

Der Tag verlief diesmal ruhig, sehr erholsam und trocken. Am Abend genossen wir das gemeinsame Essen.

Auch beobachteten wir einen stimmungsvollen Sonnenuntergang.


Die Nacht war ruhiger als die erste. Zwar regnete es auch, jedoch wurden wir nicht
mehr so nass.

Der letzte Tag unserer Kamelsafari startete wie die vorherigen, mit einem göttlich
leckeren Chai…

Bei der Mittagspause hielten wir bei einem See an, wo ich mir eine Abkühlung
gönnte. Es war schön und erfrischend…

Die Tour endete am späten Nachmittag. Unsere Beine und unser Gesäss schmerzten uns also schon. Doch waren wir glücklich über diese 3 erlebnisreichen Tage.

Am nächsten Tag unternahmen wir nicht mehr viel, wir waren müde. Wir genossen den letzten Tag in Jaisalmer.

Am nächsten Tag (5.9.) fuhr uns ein Bus nach Bikaner. Wir hörten gutes und weniger
gutes über diese Stadt.  Wir bildeten unsere eigene Meinung.  Im Grossen und
Ganzen hat uns Bikaner nicht sehr gefallen. Was uns aber sehr gut gefiel, waren
die vielen Bekanntschaften mit Einheimische, mit denen wir lange und gute
Gespräche führten. Es war bereichernd und wir konnten wieder sehr viel dazu
lernen.

Übrigens ist es so, ich pfeiffe sehr oft und schon diverse Male hat mir jemand gesagt,
dass ich dies doch unterlassen soll. Niemand konnte mir aber genau sagen
weshalb.  Als wir dann ein langes Gespräch mit einem Inder führten, sagte er uns,
das Pfeiffen  bedeute soviel wie auf der Suche  zu sein nach einer anderen
Frau. Es bedeutet, dass man einen „Playboy“ ist. Nun gut, jetzt weiss ich’s und
versuche  mich darauf zu konzentrieren nicht mehr zu Pfeiffen.

In Bikaner besuchten wir  während 3 Tagen
diverse Sehenswürdigkeiten wie z.B. einen jainistischen Tempel  welcher aus dem 15. Jh. stammt.  Dieser Tempel ist bunt bemalt. Es heisst, im Fundament seien 40‘000 kg Butter enthalten und der Erdboden werde im Sommer davon immer noch fettig. Wir haben nichts gespürt.

Einen Tag später machten wir mit dem Bus einen Ausflug nach Kolayat. Als wir zur
Busstation fuhren sahen wir mehrere Männer, die einen Toten auf einer Barre
trugen. Mitten auf einer stark befahrenen Strasse.  Wir staunten erneut über die Unterschiede im Umgang mit dem Tod.

Koyalat ist ein winziges Städtchen das  an einem See liegt, welcher von Tempeln umringt ist.

Wir umrundeten zu Fuss den See und waren einmal mehr im Zentrum des Geschehens. Wir traffen verschiedene Menschen und waren nie alleine.  Wir führten Gespräche mit zugedröhnten Sadhus und beobachteten  zwei junge Männer,
welche mit einem Magnet an einer Schnur festgemacht,  Geldmünzen aus dem See fischten. Auch eine weisse Ratte haben wir gesehen. Die weissen sollen ja bekanntlicherweise viel Glück bringen…?!

Zurück in Bikaner angekommen, brachte uns ein Rikschafahrer zu unserem gwünschten Ort, wobei ich die letzten Meter das Zepter übernahm und uns noch sicher zum Ziel brachte. (Ist das nicht eine Leistung bei diesem indischen Strassenverkehr? )

Der erste Kontakt mit dem Zug stand uns nun bevor… Es schauderte uns…  Das Ticket kaufen dauerte wiederum für Schweizerzeit seeeehr lange. Gebucht, gekauft… Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend. Fragen wie: Haben wir wohl wirklich einen Platz?  Können wir Schlafen? Wird uns nichts gestohlen?….. drehten in unserem Kopf herum.

Am nächsten Abend wars dann soweit, frühzeitig sassen wir mit unserem Gepäck am
Bahnhof auf dem Boden, so wie es die Inder uns vormachten.  Innert Sekunden wurden wir von einer grossen Menge Inder umringt. Sie starrten uns an als wären wir von einem anderen Planeten. Zu unserer Verwunderung erfuhren wir, dass es für die Inder dort sehr unüblich sei, mit ihnen auf dem Boden zu sitzen. Nach einer kurzen
Zuginstruktion von zwei belgischen Traveller die uns auf das wichtigste
Aufmerksam machten, stiegen wir erleichtert in den Zug.

Nützliche Informationen für das Zugfahren in Indien:
– Entscheide dich zuerst mit welcher Klasse du reisen möchtest. Es gibt sehr
viele verschiedene Klassen. Mit Klimaanlage oder ohne, nur einen Sitz oder eine
Liege zum Schlafen….

– Immer eine Reservation machen, ansonsten muss man stehen oder den Sitz teilen in
einem vollgestopften Zug (mit dem grossen Gepäck für lange Strecken nicht
wirklich geeignet)

– vor dem Einsteigen in den Zug, schaut man welche Wagennummer man hat.  An den Türen des jeweiligen Wagens sind alle Namen aufgelistet und nochmals die Sitze welche man reserviert hat.
– sichere dein Gepäck mit einem Schlössli oder ähnlichem damit es nicht gestohlen
wird.

– zu Essen und Trinken musst du nichts mitnehmen. Regelmässig kommen verschiedene Chai- und Essensverkäufer  vorbei und bieten einem (teils sehr unappetlich) das Gekochte freundlich an.

– man ist natürlich auch hier nie alleine und je nach Nachbarn ist das Schlafen
trotz Sleeper Wagen unmöglich

– ….

Im Übrigen  zählt Indiens hiesiges Gleisnetz  zu den längsten des Planeten.
Schätzungsweise 18 bis 20 Mio. Menschen sind in Indien mit dem Zug unterwegs.

So, wir fanden also unsere Namen und unser Alter (das muss man bei jedem Formular angeben) auf dem Wagen. Auch unser „Bett“ haben wir schnell gefunden. Die Fahrt startete. Langsam tuckerte der Zug los. Wir schliefen nicht viel, wir-besonders Nora- waren immer auf der Hut, dass uns ja niemand unseren wertvollen Rucksack wegnehmen konnte.  Am Morgen früh sind wir dann in Delhi angekommen und wir konnten mit grosser Freude sagen, dass uns die Fahrt wirklich Spass machte,
überhaupt nicht schlimm war und sogar das Gepäck vollständig war.

Vielleicht fragt ihr euch, weshalb wir wieder nach Delhi zurück gingen. Wäre gut zu
erklären, da wir ja nach unserer ersten  Ankunft in Delhi wirklich keinen Gefallen
fanden in diesem Drachennest. Wir trafen nämlich Urs- Nora’s Onkel.  So konnten wir mit ihm 2 ½ Tage verbringen.

Nachdem wir in Delhi ein Hotel ausgesucht haben, testeten wir doch sogleich Delhi’s
Metro. Wir waren sehr begeistert davon, sie brachte uns sicher, schnell , günstig und ohne aufdringliches Geschwätz zu unserem Hotel. Nicht wie die Rikscha- und Taxifahrer letztes mal… Wir lernen jedes Mal dazu und unsere Strategien verfeinern sich.

Auf dem Dachrestaurant des Hotels trafen wir Erik. Erik ist ein Schwede, der gerade
zu diesem Zeitpunkt in Indien landete. In Delhi. Er fragte uns aus über viele
Sachen. Wir spürten seine Unsicherheit und er fragte uns dann sogleich ob er
sich nicht den ersten Tag an uns hängen könnte… Klar doch, wir wissen ja noch
ganz genau wie es sich anfühlt in Indiens Hauptstadt.

Wir fuhren (natürlich mit Metro) als erstes zu einem grossen (73m hohen)
Siegesturm, wurde auch als Minarett  genutzt.
Der Eintritt kostete aber so viel, dass uns der Eintritt dann doch zu unwichtig
war. So machten wir halt von Aussen ein Foto und füllten  dazu unsere Mägen mit  leckerem Chai und  Chapati.

Nicht weit entfernt entdeckten wir eine jainistische Anlage, mit einer grossen
Statue.

Wir hielten ein kurzes Schwätzchen mit einem Einheimischen.

Ab in die Metro in Richtung Jama Masjid, das ist Indiens grösste Moschee. Sie  ragt hoch über Old Delhi empor und war das letzte archidektonische Grossprojekt von Shah Jahan (Bauer des Taj Mahal, welches ihr bestimmt kennt…) Die Moschee besitzt mehrere Tore, verwinkelte Türme und zwei 40 m hohe Minarette.

Am Abend verabredeten wir uns mit Urs in seinem Hotel. Wir freuten uns sehr ihn zu
sehen und wieder einmal Schweizerdeutsch zu sprechen. Eine Überraschung war,
dass er ganz viel schweizer Schoggi, Medikamente, sterile Verbandmaterialien,
deutscher Lesestoff und ein richtiges schweizer Lap-töpli (inkl.draufgeladener
Musik) brachte. Merci allen, die da mitgeholfen haben!!!

Wir 3 genossen am Abend ein leckeres chinesisches Mahl und tauschten uns aus über
die vergangenen 2 Monate.

Am nächsten Morgen holten wir Urs im Hotel ab und machten uns auf Wanderschaft. Zu Fuss  durchquerten wir die vollgestopften Strassen Delhis. Wir schauten uns  das
bewegende Denkmal an, wo man die Stelle sieht an der Mahatma Gandhi 1948  von einem fanatischen Hindu erschossen wurde.

Der Marrsch ging weiter. Unser Ziel war das Red Ford.  Es ist eine gewaltige Festung.

Auch bei diesem Ford mussten wir Ausländer einen verhältnismässig teuren Preis bezahlen, so entschieden wir uns nicht hineinzu gehen und uns lieber ein Kaffe im cafe coffee day zu genehmigen.

In grosser Hitze liessen wir eine weiter lange Strecke zu Fuss hin. Unser sportliches Muss war also erreicht. Urs sei Dank!!  Auch er hielt sich gut, mit seinem gebrochenen Schlüsselbein… 🙂

Nächstes Ziel war das India Gate. Ein 42 meter hoher steinerner Monumentalbogen, der an die 90‘000 indischen Soldaten gedenkt, die im 1. Weltkrieg gefallen waren.

Verirrt, völlig verschwitzt und mit müden Beinen mussten wir dann für den kurzen Heimweg doch noch eine Rikscha nehmen. Im wunderschönen Hotelzimmer von Urs angekommen, genossen wir eine Dusche und machten uns bereit für das Abendessen mit seinem Arbeitskollege.

Völlig unpassend angezogen (aber dank Dusche sauber)nahmen wir ein Apero im Hotel Hilton. Ihr wisst ja, wir bewegen uns ja auch in der Schweiz nicht in dieser
Preisklasse. Es war für uns in diesem Moment schwierig, mit diesen krassen
Unterschiede umzugehen. Lebten wir doch nun seit mehr als 2 Monaten billig und
einfach und plötzlich sitzen wir in einem glänzenden, teuren Restaurant…  Der Abend war schön und gelungen.

Am Sonntag (11.9.) entschlossen wir uns, einen Relaxe-tag zu machen. Treffpunkt
war wieder bei Urs. Dort war erstmals ein mühsames online Zugticket reservieren
angesagt. Wir waren trotz grosser Bemühung erfolglos. Wir zogen uns die
Badekleider an und gewappnet mit einem Buch wechselten wir an den schönen
Hotelpool. Unter dem Vorwand, dass ich mit Urs im Wasser Physiotherapie machte
(was dann ja auch wirklich zutraf), durften auch Nora und ich als Nicht- Gäste
dieses Hotels baden.  Wir genossen es richtig ein Bädli zu nehmen. 🙂  Ja und am Abend hiess es dann wieder Abschied nehmen. Wer weiss, wo wir Urs das nächste mal sehen… Schweiz? Thailand?  Oder doch nochmal in Indien?? Wir werden sehen und freuen uns schon darauf…

Am Montag sollte unsere Reise weitergehen. Nora und ich wollten so schnell wie
möglich aus Delhi. Obwohl wir diese Stadt wirklich viel angenehmer empfunden
hatten als zu Beginn unserer Reise, konnten wir nicht schnell genug weg sein.
Delhi gefällt uns nicht sonderlich.

Der Zug musste noch reserviert werden. Erik sagte, er möchte auch mit uns
mitkommen, ihn halte nichts mehr in Delhi. So machten wir 3 Europäer uns auf
den Weg. Von Bahnhof zu Touristenbüro, von Touristenbüro zurück zum Bahnhof,
aber nicht bei diesem Bahnhof sondern zu einem anderen… Falscher Weg
eingeschlagen, nun gut umkehren und weiterfragen. Ja, unser letzter Delhi Tag
war fast wie unser aller erster. Auch Erik hatte genug von Delhi… Er hatte
einen Delhi-Belly (Durchfälle), eine Fensterscheibe fiel ihm auf den Arm und zu
Gutem letzt wurde ihm sein Natel aus der Hosentasche gestohlen.

Jeder einzelne von uns Dreien war unglaublich froh, als wir nach langem ein Zugticket mit unseren Sitzplätzen in der Hand hatten. Am Abend nach 22.00 Uhr gings los. Wir schliefen imZug, bis wir am 13.9. am frühen  Morgen in Haridwar erwachten.

Haridwar liegt an der Stelle, an der der Ganges den Himalaya verlässt.  Riesige Pilgerscharen kommen in eine, für Hindus, sehr heilige Stadt. Sie wollen kurz im Fluss Ganges baden oder nehmen von zu Hause Flaschen mit um diese mit Ganges Wasser zu füllen. Sie brauchen dies dann um ihre „Altare“ zu Hause zu segnen.

Wir entschieden uns  noch in Delhi  für einige Tage in ein Ashram zu gehen in
Haridwar. Wir fanden ein gutes. Das Ashram liegt ruhig am Ganges mit wenig Wald
dazwischen, es ist eine entspannte Atmosphäre und alles wird einem offen
gelassen.  Das Ashram wird von einer schätzungsweise 77 jährigen deutschen Frau geleitet. Sie verliess Deutschland vor mehr als 40 Jahren und ist nie mehr zurückgekehrt und spricht nicht mehr über ihre europäische Herkunft. Sie heiratete einen indischen, religiös orientierten Mann und hat drei Kinder mit ihm. Der Mann verstarb vor Jahren, die Kinder helfen alle im Ashram mit.

Der Tagesablauf hier ist:

04.15 Tagwach –> 04.30- 05.00  Treffpunkt ums Feuer zur stillen Meditation –> 05.00-05.45 gemeinsames Morgenritual mit Singen –>  freie Zeit –> 07.00-09.00 Yoga –> Frühstück –> Mitarbeit im Ashram(Putzen…) –>  Mittagessen –> freie Zeit (ayurvedische Massagengeniessen, Gangesbad nehmen, lesen….) –> 16.00-18.30 Kurs (im Moment Ayurvedalehre) –> 19.00-19.45 Abendritual um Feuer und Ashramtempel –> 20.00 Abendessen à freie Zeit und frühes Schlafen, da ja der Tag auch wieder früh beginnt.

Ja, wir mögen den Morgen sehr!!!!  Am  Abendritual nehmen wir meist aus persönlichen Gründen nicht teil.

Am Morgen nehmen wir immer ein Bad im Ganges. Die Strömung ist sehr stark, man
muss aufpassen. Das Wasser an dieser Stelle nicht so schmutzig, wie wir es uns
vorgestellt hatten und bestimmt sehen wir Ganges nicht an allen Ortschaften
(z.B. Varanasi) so sauber… 🙂

Der Sonntag ist auch in Indien ein heiliger Tag. Es war also kein Programm. Somit machten wir einen Ausflug nach Rishikesh.

Seit die Beatles Ende 1960er Jahre einen Aufenthalt dort in einem Ashram machten, zieht es viele Menschen nach Rishikesh, die nach spiritueller Erfahrung suchen. Heute wird Rishikesh auch als Yogawelthauptstadt bezeichnet.

Rishikesh ist viel touristischer und Souveniershops reihen sich an souveniershops. Wir sind froh, dass wir uns für ein Ashram in Haridwar entschieden haben.

Alles wird in Rishikesh angeboten. Meditationen, Yoga, Sitarunterricht, Handlesen und  Kristallheilung. Manchmal wird uns das einfach zu viel und die Angebote verwirren mehr als das sie was bringen. Wir wollten also einfach nur die Stadt besichtigen.

Die erste Sehenswürdigkeit war die Hängebrücke Lakshman Jhula, die uns half die andere Uferseite des Ganges zu erreichen. Ich hatte meine liebe Freude an dieser hohen schwankenden Brücke. Mühe machten mir aber die Menschenmassen, Motorräder und Fahrräder, welche sich alle über die Brücke drängten.

Auf der anderen Seite des Ganges besuchten wir zwei 13- stöckige Tempel. Sie erinnern an ein Schloss bei dem auf jedem Stock Götter präsentiert werden.

Am obersten Punkt dieses Tempels hatten wir einen wundervllen Ausblick auf die Ganges.

Danach machten wir einen Spaziergang entlang des heiligen Flusses. Die orangefabigen Kleider der Sadhus, die Kühe die friedlich herumstehen oder liegen, die Fruchtstände von denen Verkäufer lauthals die Ware angepriesen wird und der stark reissende Fluss machte das Bild perfekt. Mit dieser wundervollen Stimmung besuchten wir auch Badeghats. Ich zog meine Schuhe aus und stieg 2 Stufen runter ins Wasser. Im kühlen Nass stehend bewunderte ich rituelle Waschungen. Nora blieb auf einer Treppe und genoss die schöne Stimmung von dort. Wir spürten, dass dies ein wirklich heiliger Ort und Fluss ist.

Die Zeit raste und so mussten wir uns wieder auf den Heimweg machen. Wir freuten uns auf die Ruhe im Ashram und freuten uns auf den Schlaf.

Übrigens  wurde am Montag im Garten des Ashrams eine Kobra schlange gesehen, die ja nicht ganz ungefährlich ist. Wir erfuhren, dass sie die Schlange dann töteten. Die Kobra hat einen Tag zuvor einen Mann in den Kopf gebissen, er wurde sofort in Spital eingeliefert. Den Zustand wissen wir nicht genau.

 

Wir entschlossen uns dann, am Donnerstag das Ashram wieder zu verlassen. Der Abschied war nicht ganz einfach. Wir haben dort viele gute Menschen kennengelernt und eine solch gute Atmosphaere wie dort herrschte, brachte unsere Gruppe naeher zueinander. Doch die Zeit war reif und wir freuten uns auch wieder aufs Weitergehen.

Unser naechster Halt ist Mussoorie.

So, ihr lieben, ihr seht uns gehts nach wie vor gut. Bald gehts weiter in Richtung Nepal. Wir freuen uns darauf und halten Euch natürlich immer auf dem Laufenden.

Wir wünschen  noch schöne farbenfrohe Herbsttage und  schicken liebe Grüsse an
Euch alle!!

Nora und Samuel

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